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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Jugendstil und Design bei Herr

Lichtenstein in Oberfranken



Jacques Tati und Jacques Lagrange, Stuhl, Paris um 1958

Jacques Tati und Jacques Lagrange, Stuhl, Paris um 1958

Das kleine Kölner Auktionshaus Herr bietet auch am 27. September wieder ein feines Programm an Kunsthandwerk und Design von Jugendstil über Art Déco bis hin zur Gegenwart. Höhepunkt der reichen Stuhlofferte ist ein schwarzes Eisenrohrkonstrukt mit gelb gepolsterter Sitzfläche, das kein Geringerer als der französische Filmemacher Jacques Tati um 1958 zusammen mit Jacques Lagrange für den Film „Mon oncle“ entwarf. In seiner nüchternen Funktionalität verkörpert er die gutbürgerliche Saturiertheit einer Gesellschaft, die in der Technik Heil und Gemütlichkeit suchte – und wie sie vom Film mit feinem Humor vorgeführt wird. 4.800 Euro werden für das originale Möbelstück jetzt erwartet. Weniger konventionellen Zuschnitts, aber auch von weniger aufregender Jet-Set-Aura umgeben ist Eero Aarnios „Ball-Chair“ für die finnische Firma Asko aus den 1960er Jahren Zeit (Taxe 3.500 EUR).


Verner Panton ist mit bekannten Stühlen vertreten: K1, dem roten schultütenartigen Cone Chair vom Ende der 1960er Jahre (Taxe 500 EUR), und K3, der Herztüte in Grau im Entwurf von 1959 (Taxe 1.200 EUR). Mehr klassische Handwerkskunst verbreiten Louis Majorelles auslandender Sessel mit Jugendstilschnitzereien um 1905 (Taxe 1.600 EUR) und das Paar rustikaler Armlehnstühle mit Binsengeflecht von Bernhard Hoetger um 1924/27 (Taxe 1.400 EUR), ehe Marcel Breuer um 1930 mit seinem Armlehnstuhl B35 in Stahlrohr die neue funktionale Formensprache des Bauhauses aufgreift (Taxe 1.600 EUR). Die 1950er Jahre scheinen dann noch ein wenig strenger, betrachtet man sich den Glastisch von Paul Schneider-Esleben, dessen Platte lediglich auf zwei sich kreuzenden Metallstäben ruht (Taxe 2.600 EUR).

Ein großer Name verbindet sich mit einem Steinzeugkrug, der um 1904 in der „Westerwald Art Pottery“ von Reinhold Hanke in Höhr hergestellt wurde: Henry van de Velde. Das Multitalent, das als Maler in Paris begonnen hatte und später zum wichtigsten belgischen Architekten und Designer seiner Zeit in Deutschland aufrückte, zeigt sich auch hier wieder von seiner betont sachlichen Seite und gesteht der olivgrünen Wandung lediglich einen stilisierten Blattdekor im unteren Drittel des Utensils zu (Taxe 3.000 EUR). Roy Lichtenstein zeichnet übrigens für den schrillen Entwurf eines 15teiligen Teeservice’ verantwortlich, das 1984 in der Porzellanmanufaktur Rosenthal im oberfränkischen Selb vom Band lief (Taxe 1.900 EUR). Seinen Vorläufer meint man in einem 14teiligen Teeservice von Eva Stricker-Zeisel zu entdecken, das um 1928 in der Schramberger Majolikafabrik produziert wurde. Aber vielleicht ist der Dekor doch eher vom italienischen Futurismus beeinflusst (Taxe 300 EUR). Günstig offeriert der Katalog für 250 Euro Otto Lindigs schlichte Kaffeekanne der 1930er Jahre aus der Karlsruher Majolikamanufaktur. Noch ganz dem Jugendstil verschrieben, zeigt sich eine schlanke Vase von Joseph Mougin mit reliefiert gearbeiteten, tanzenden und badenden Wassernixen, die an der Mündung vollplastisch hervortreten (Taxe 1.300 EUR). Edmond Lachenal gestaltete seine Vase ebenfalls um 1900, doch gehen seine Zweig- und Beerenmotive schon ins Abstrakte über (Taxe 1.700 EUR).

Das Silber glänzt mit einem Wandteller, bei dem schon die Herkunft aus der Staatlichen Bernstein-Manufaktur Königsberg allerdings noch andere Kostbarkeiten verrät. Im goldgelben Harz als Einlegearbeit dargestellt ist das Wappen der Provinz Ostpreußen, als es sie um 1930 noch gab (Taxe 3.400 EUR). Gepflegt und doch nicht mit falschem Prunk dinieren lässt sich bei Herr am besten mit Georg Jensens 56teiligem Besteck „Pyramide“ aus den 1930er oder 1940er Jahren (Taxe 6.000 EUR), Konkurrenz macht das etwas dekorativere Besteck „Acorn“ nach einem Entwurf von Johan Rohde 1915 aus der gleichen Firma (Taxe 5.500 EUR). Sigvard Bernadotte, Henning Koppel und Harald Nielsen ergänzen mit schlichten und doch eleganten Schalen für bis zu 1.600 Euro. Wilhelm Schulze dachte an das Barock, als er in den 1920er Jahren sein verspieltes Kaffee- und Teeservice schuf (Taxe 2.300 EUR). Tischlampen von Daum Frères oder Emile Gallé für bis zu 5.900 Euro sorgen für die passende Beleuchtung, während sich Jacobus Johannes Pieter Oud an der Pianoleute „Giso 404“ mit den geometrisch-konstruktivistischen Formen Rechteck, Kreis und Zylinder austobt (Taxe 2.600 EUR).

Natürlich dürfen auch die dekorativen Skulpturen nicht fehlen, etwa Emmanuel Villanis’ Sappho aus braun patinierter Bronze (Taxe 3.200 EUR) oder Franz von Stucks dunkle Bronze eines muskulösen Athleten, der sich damit abmüht, eine große Kugel in die Höhe zu stemmen (Taxe 9.900 EUR). Die Porzellane erfreuen unter anderem mit Robert Ockelmanns Badender und drei spielenden Mädchen von Philipp Lange, beide Gruppen hergestellt um 1900 in Meißen (Taxen 3.900 und 2.600 EUR). Rund ein Jahrzehnt später kam am selben Ort eine Reihe von Figuren Alfred Königs auf den Markt, darunter ein Schlittschuhläuferpaar (Taxe 3.000 EUR) und ein Soldat mit preußischer Pickelhaube (Taxe 1.300 EUR). Hutschenreuther schickt Theo Vos’ Harfenspielerin für 4.400 Euro ins Rennen – hier macht sich bereits deutlich das Art Déco der 1920er und 1930er Jahre bemerkbar. Höhepunkt der Porzellansammlung ist allerdings ein Fisch, den der Gestalter Hugo Meisel und der Maler Johann Drobek um 1921 für die Aelteste Volkstedter Porzellanfabrik anfertigten. Bemerkenswert ist vor allem die prächtige Bemalung, die offensichtlich von ostasiatischen Farbklängen inspiriert wurde. Leichten Beschädigungen zum Trotz erwartet Herr für das Objekt 18.000 Euro.

Die Auktion beginnt am 27. September um 11 Uhr. Die Besichtigung der Objekte ist noch bis zum 25. September täglich von 11 bis 19 Uhr möglich. Den Katalog mit Abbildungen aller Objekte findet man im Internet unter www.herr-auktionen.de.

Kontakt:

Kunst- & Auktionshaus W.G. Herr

Friesenwall 35

DE-50672 Köln

Telefon:+49 (0221) 25 45 48

Telefax:+49 (0221) 270 67 42

E-Mail: kunst@herr-auktionen.de



23.09.2008

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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