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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Damien Hirst verkauft seine Werke bei Sotheby’s

Wozu braucht ein Künstler noch einen Galeristen



Damien Hirst vor seinem „Goldenen Kalb“

Damien Hirst vor seinem „Goldenen Kalb“

Das „Goldene Kalb“ ist wohl das beste Sinnbild für diese Auktion. Denn Damien Hirst ist für Grenzüberschreitungen immer gut. Der 1965 in Bristol geborene Skandalkünstler provoziert etwa mit Schmetterlingen, die er zu bunt schillernden Kunstwerken komponiert, mit echten Tieren wie Haien, Kühen oder Schafen, die er in Formaldehyd einlegt und ausstellen lässt, und zuletzt mit dem Vanitassymbol „For the love of God“, einem über und über mit Diamanten besetzten Totenschädel. Nun übertritt einer der bestbezahlten lebenden Künstler ein ungeschriebenes Gesetz des Kunstmarktes: Hirst übergeht seine Galeristen und versteigert neue Werke direkt aus seinem Atelier bei Sotheby’s. Das Londoner Auktionshaus spricht daher von einer „noch nie in dieser Form dargebotenen Auktion“ und vom „historischem Rang“ der Veranstaltung.


Jay Jopling, Hirst Londoner Galerist, macht gute Miene zu einem für ihn ungünstigen Spiel und bemerkt zur Auktion: „Damien war immer ein Formbrecher und ich begleitete ihn bei all seinen Unternehmen einschließlich der strategischen Ausflüge in die Auktionswelt, die zweifellos halfen, seinen Marktwert zu verbreiten.“ Hirst New Yorker Vertretung Gagosian ergänzt: „Als Damien Hirst langjährige Galerie erwarten wir das Unerwartete. Er kann sicher auf uns zählen, wir werden mit einer Bieternummer in der Hand im Saal sein.“ Damit verweist Damien Hirst seine Galeristen, die sonst selbst als große Strategen im internationalen Kunstbusiness auftreten, auf die Bieterbank, um von seiner aktuellen Produktion etwas abzubekommen, und, falls manche der 223 Werke doch etwas schwächeln sollten, mit Stützungskäufen Gewehr bei Fuß zu stehen. Denn soviel neue Kunst eines Künstlers stand bisher noch bei keiner Auktion zum Verkauf, und ein Abrutschen der Preise kann nicht im Interesse von Jopling und Gagosian sein.

Damien Hirst, der seine Auktion ähnlich seinen Kunstwerken mit dem poetischen Titel „Beautiful Inside My Head Forever“ – einem Schwanengesang gleich – belegt hat, sieht sie als „sehr demokratischen Weg, Kunst zu verkaufen“. „Ich empfinde es als eine natürliche Entwicklung der zeitgenössischen Kunst. Sicherlich ist ein Risiko vorhanden, jedoch liebe ich die Herausforderung, meine Werke auf diese Art zu verkaufen. Ich will niemals die Zusammenarbeit mit meinen Galerien aufgeben. Dies ist etwas anderes. Die Welt verändert sich ständig. Letztendlich muss ich sehen, wohin der Weg führt“, äußert er sich dazu weiter. Auch hier untergräbt er die Gepflogenheiten des Galerienwesens, das üblicherweise genau darauf achtet, wer die Kunst kauft und wohin die Werke wandern. Also einen Hirst für jedermann, sofern er das nötige Geld mitbringt. Und um dem Markt nicht nur auf wenige Superreichen einzugrenzen, gibt es schon einige Entwurfszeichnungen Hirsts ab 20.000 Pfund aufwärts. So stilisiert sich Damien Hirst – Andy Warhol vergleichbar – zum neuen Pop Star der Kunst und behält als Künstler-Unternehmer die Strippen selbst in der Hand.

Nun ist also angerichtet. Heute und morgen lädt Sotheby’s nach London. „Seine neuen Werke und ‚Das Goldene Kalb’ sind die Zutaten für ein Menü der Extraklasse“, wie Philipp Herzog von Württemberg, Geschäftsführer von Sotheby’s Deutschland, die Hirst-Auktion beschreibt. Neben den monumentalen Formaldehyd-Skulpturen kommen seine klassischen Themen dazu: die Schmetterlings- und Fliegenbilder, die Farbverwischungen, die Glasschränke mit Arzneien oder die Punktebilder.

Der Tanz kann beginnen und der soll sich vor allem um „The Golden Calf“, den Höhepunkt der Versteigerung drehen. Dafür hat Damien Hirst auf das Alte Testament zurückgegriffen und das Götzenbild der Israeliten nachgebildet, als Mose auf dem Berg Sinai weilte und sie vom rechten Glauben an den einen Gott abfielen: Ein junger Stier in Formaldehyd, dessen Kopf von einer Scheibe aus massivem Gold bekrönt ist und dessen Hörner und Hufe aus 18 Karat Gold bestehen, umschlossen von einer vergoldeten Vitrine aus rostfreiem Stahl und Glas und platziert auf einen hohem Marmorsockel. Das Symbol für die Verehrung falscher Götter, von Reichtum und Macht, für die Überschreitung der Gebote Gottes soll auch finanziell eine Grenzmarke brechen. Denn mit der Taxe von 8 bis 12 Millionen Pfund will es den bisherigen Rekord für eine Arbeit Hirsts von 8,6 Millionen Pfund einstellen.

An Formaldehyd-Skulpturen steuert Damien Hirst etwa noch den kleinen Tigerhai „The Kingdom“ für 4 bis 6 Millionen Pfund, das zum mythischen Einhorn umgearbeitete Fohlen „The Dream“ für 2 bis 3 Millionen Pfund oder bei gleicher Taxe „The Incredible Journey“, ein eingelegtes Zebra, bei. Gut vertreten sind Arbeiten aus der Serie „Gold“. Das Diptychon zweier goldener Glasschränke, angefüllt mit künstlichen Diamanten, hat Hirst mit „Memories of/Moments with you“ überschrieben (Taxe 800.000 bis 1.200.000 GBP). Das knapp drei Meter lange Punktebild „Aurothioglucose“ ist diesmal auf goldenen Grund gemalt (Taxe 400.000 bis 600.000 GBP), ebenso wie das Schmetterlingsbild „Midas an the Infinite“, das Hirst zusätzlich noch mit Diamanten besetzt hat (Taxe 600.000 bis 800.000 GBP).

Als lichterfüllte Rosette der gotischen Kathedralarchitektur präsentiert sich „The Rose Window, Durham Cathedral“, die aus tausenden von Schmetterlingsflügeln gebildet ist (Taxe 700.000 bis 900.000 GBP). Bei „Psalm 28: Ad te, Domine“ sind die Schmetterlinge ebenfalls strenger angeordnet und verdeutlichen Hirsts Ausrichtung auf religiöse und mythische Themen, auf Schönheit und Tod (Taxe 60.000 bis 80.000 GBP). Dagegen steht das völlig schwarze Fliegenbild „Devil Worshiper“ für 200.000 bis 300.000 Pfund, das bei dieser mustergültig inszenierten, dennoch gewagten Auktion hoffentlich kein böses Omen darstellt.

Kontakt:

Sotheby’s London

34-35 New Bond Street

GB-W1AsAA London

Telefax:+44 (020) 72 93 59 24

Telefon:+44 (020) 72 93 51 84



15.09.2008

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Sotheby's

Bericht:


Das Goldene Zeitalter des Damien Hirst

Variabilder:

Damien Hirst vor seinem „Goldenen Kalb“
Damien Hirst vor seinem „Goldenen Kalb“

Künstler:

Damien Hirst










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