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Neue Arbeiten von Julian Opie im Wiener Museum für angewandte Kunst

Portraits ohne Eigenschaften



Selbstbewusst steht er da, lässig gekleidet, die Arme vor der Brust verschränkt, und mit einem direkten, den Betrachter fixierenden Blick. In seiner bewährten Manier der prägnanten Verknappung verwandelt Julian Opie sein eigenes Portrait in eine einfach lesbare Typologie. Mit dem Selbstbildnis aus dem Jahre 2005 reiht sich der smarte Britte augenfällig in eine Reihe von Bildnissen, die derzeit in der Ausstellung „Julian Opie – Recent Works“ im Wiener Museum für angewandte Kunst (MAK) zu sehen ist. Seit 1998 erschließt sich Opie Darstellungsformen des menschlichen Körpers in Portraits und Akten. Seine Modelle sind meist jung und attraktiv. Auf Bildnisse von Frauen trifft man häufiger als auf solche von Männern. Ausgestattet mit sparsamen Accessoires posieren sie meist face en face mit dem Betrachter und einem in der Regel gefühlsneutralen Blick.


Gemeinsames Markenzeichen von Opies Werken ist die größtmögliche Reduktion der Sujets und eine minimalistische, plakativ vereinfachte, schematisierte Bildersprache. Im Bemühen um äußerste Verknappung individueller Charakteristika lotet er die Grenzen der Stilisierung aus. „Ich möchte“, beschreibt der Künstler sein Anliegen, „keine Geschichte rund um den Portraitierten erzählen, sondern ein Logo kreieren, indem ich einen wesentlichen Punkt seiner Individualität einfange.“ Bezeichnender Weise gelingt ihm dieser Grenzgang bei den Darstellungen von Männern souveräner als bei seinen weiblichen Portraits. Deren augenfälligstes Merkmal ist häufig eine kokette Pose, in der sich die Portraitierte darin gefällt, den Spaghettiträger ihres Abendkleides gewollt nachlässig über die Schulter zu streifen oder Spitzendessous hinter geöffneten Blusen durchscheinen zu lassen, die Schnürriemen ihrer High Heals zu binden oder nonchalant eine Zigarette zu rauchen.

In seiner mehrteiligen Bewegungsstudie „Shahnoza“ reduziert Julian Opie den Kopf der Portraitierten zu einer Scheibe. Auch „Suzanne walking forward“ muss sich mit einem Kreis anstelle des Gesichtsfeldes begnügen, stattdessen gefällt es Opie, ihre Brustwarzen und einen neckischen Leberfleck zu markieren. Bei seiner Suche nach geeigneten Motiven scheint der Britte vornehmlich an den Schönen und Reichen dieser Welt interessiert zu sein. Nichts eckt an, weil alles Irreguläre getilgt wurde. Die Portraitierten, die Opie neuerdings auch per Computer und Endlosschleife animiert, umweht das Odeur kühler Überheblichkeit. „Maria Teresa with red shawl“ von 2008 blinzelt teilnahmslos, während die Aufmerksamkeit des Betrachters von funkelnden Edelsteinen, wiegenden Rosenblättern und einem sanft hin und her schwingenden Perlenohrring beansprucht wird. Angeblich lassen diese Werke Opies intensive Auseinandersetzung mit der englischen und niederländischen beziehungsweise flämischen Portraitmalerei des 17ten und 18ten Jahrhunderts erkennen. Doch beim Ausstellungsrundgang evozieren sie eher die Covers von Hochglanzmagazinen.

Im Vergleich zu so viel Kühle suggeriert die neue Serie „Eight Views of Japan“ sogar Atmosphäre. In diesem Zyklus von Landschaftsanimationen verwendet Julian Opie nach Auskunft von MAK-Kuratorin Bettina Busse Fotos, die der Künstler auf seinen Reisen durch Japan sammelte. Als Bezug wird weiter dessen Auseinandersetzung mit Werken japanischer Meister wie Ando Hiroshige und Kitagawa Utamaro genannt. Die meist zweiteiligen computergenerierten Werke zeigen Bilder von Landschaften, die durch wenige Elemente belebt werden: Autos befahren eine Brücke, Grashalme und Blüten wiegen sich sanft hin und her und bunte Neonlichter reflektieren in Endlosschleifen in nachtschwarzen Gewässern. Um die modernen Idyllen perfekt zu machen, hat Opie sie zusätzlich mit Klangspuren unterlegt. Auch diese neueste Serie von Landschaftsbildern wird ihren Weg zu einer solventen Kundschaft finden: aktuell besteht ebenfalls in Wien bei der Galerie Krobath Wimmer die Gelegenheit dazu.

Die Ausstellung „Julian Opie – Recent Works“ ist noch bis zum 21. September zu sehen. Geöffnet ist das MAK von Mittwoch bis Sonntag zwischen 10 und 18 Uhr, am Dienstag sogar bis 24 Uhr. Der Eintritt beträgt mit MAK-Guide 9,90 Euro, ansonsten 7,90 Euro und ermäßigt 5,50 Euro. Der Katalog kostet 35 Euro.

Kontakt:

Österreichisches Museum für angewandte Kunst

Stubenring 5

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 711 360

Telefax:+43 (01) 713 10 26

E-Mail: office@mak.at



01.09.2008

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Jacqueline Rugo

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Weitere Inhalte:

Veranstaltung vom:


11.06.2008, Julian Opie - Recent Works

Bei:


Österreichisches Museum für angewandte Kunst

Bericht:


Julian Opie lockt ins Duisburger Lehmbruck Museum

Künstler:

Julian Opie










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