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Dada, Surreales und immer wieder die Fotografie: Eine Ausstellung im Berliner Martin-Gropius-Bau widmet sich dem Werk von Man Ray und zeigt erstmals persönliche Gegenstände und Dokumente aus seinem Nachlass

Ein Amerikaner in Paris



Auf seinem Grabstein auf dem Cimetière du Montparnasse steht die Inschrift: „unconcerned, but not indifferent“. Und genau so ist jetzt auch eine Man Ray-Ausstellung im Berliner Martin-Gropius-Bau betitelt: „Unbekümmert, aber nicht gleichgültig“. Grundlage der Schau ist die Sammlung des Man Ray Trusts aus Long Island, New York. Nach Man Rays Tod 1976 rief seine Witwe Juliet diesen Trust zur Bewahrung seines Nachlasses ins Leben. Über 2.000 Werke Man Rays sind dort bisher erforscht und katalogisiert. Die Sammlung umfasst Kunstwerke, Objekte, persönliche Gegenstände und zahlreiche Dokumente des Dada-Pioniers und Surrealisten. Im Martin-Gropius-Bau werden nun über 300 Exponate gezeigt.


Der Schwerpunkt liegt auf der Fotografie mit 180 Abzügen. Gerade in diesem Medium hat Man Ray immer wieder experimentiert. Er erfand das Fotogramm, das er als Rayografie bezeichnete, sowie die Solarisation, die gerade dem Porträt eine weiche Kontur verleiht. In den 1920er und 1930er Jahren arbeitete Man Ray in Paris mit Assistenten wie Lee Miller, Berenice Abbott und Bill Brandt zusammen, die später eigene Karrieren als Fotografen begründen sollten. Man Ray verstand sich immer als künstlerischer Fotograf, verdiente jedoch nebenbei auch Geld mit Auftragsfotografie für Modezeitschriften. Nach dem Zweiten Weltkrieg interessierte er sich für die frühe Farbfotografie und die ersten Schwarzweiß-Polaroids. In der Ausstellung sind seltene Polaroid-Selbstporträts aus den 1960er Jahren in häuslicher Umgebung zu sehen, die Man Ray ganz intim mit Wolldecke und Schlafanzughose zeigen. In seinen Experimenten mit der Farbfotografie kolorierte Man Ray Diapositive. Vorgestellt werden unter anderem ein Porträt von Yves Montand und eines von Juliet Gréco aus den 1950er Jahren. Sein Versuch, diese Erfindungen an ein Fotounternehmen zu verkaufen, scheiterte.

Der Künstler wurde 1890 als Emmanuel Radnitzky in Philadelphia geboren und wuchs in New York auf. Inspiriert von der avantgardistischen Galerie 291 und deren Leiter Alfred Stieglitz, die er in den Jahren 1908 bis 1910 besuchte, reifte sein Entschluss, Künstler zu werden. Er studierte zunächst Malerei. Man Ray, wie er sich später nannte, war stets in vielen Medien zu Hause. Experimente mit der Fotografie, mit verschiedenen Drucktechniken, die Herstellung von größeren und kleineren Objekten, die Herausgabe von Zeitschriften und Blättern, das Drehen von experimentellen Filmen sowie die Malerei haben ihn zeitlebens beschäftigt. Enge Freundschaften mit Marcel Duchamp und Francis Picabia, mit denen er die Dada-Bewegung begründete, zu Pablo Picasso und Georges Braque, und vor allem zu den Surrealisten, für deren Sprachrohr „Minotaure“ er regelmäßig Bildbeiträge lieferte, verankerten ihn in der Kunstavantgarde. Gemeinsame Ausstellungen, Zeitschriftenprojekte, Filmkollaborationen, Porträtsitzungen und Liebschaften verbanden den Kreis um Man Ray zu einer eingeschworenen Gemeinschaft.

Die Besonderheit der Berliner Ausstellung ist die erstmalige Präsentation zahlreicher persönlicher Gegenstände Man Rays sowie seiner Aufzeichnungen, Notizen und Dokumente. Hier erhält der Besucher Einblick in die Vorlieben und Schrulligkeiten des extremen Individualisten. Der Amerikaner in Paris trug Melone und Spazierstock. Er liebte erotische Anspielungen, die auch in sein Werk Einzug hielten. Fotografien vom Geschlechtsverkehr mit seiner Geliebten, der Sängerin Kiki de Montparnasse, erregten Anstoß. Sinnliche Aktfotografien und leicht obszöne Zeichnungen hingegen wurden, zumal in Paris, akzeptiert und fanden eine Käuferschaft. Man Ray verließ das besetzte Paris 1940, als das Klima unter der NS-Herrschaft unerträglich wurde, und siedelte über nach Los Angeles, wo er sich in Hollywood eine neue Existenz aufzubauen erhoffte. Dort heiratete er seine Freundin Juliet. Doch trotz erfolgreicher Jahre in Paris wurde sein Werk in den USA vergleichsweise gering geschätzt. Unverdrossen wandte er sich der Malerei zu, kehrte jedoch nach einigen Jahren in New York schließlich 1951 nach Paris zurück, wo er bis zu seinem Tod lebte und bis ins hohe Alter arbeitete.

Die Ausstellung „Man Ray: Unbekümmert, aber nicht gleichgültig“ ist bis zum 18. August zu sehen. Geöffnet ist mittwochs bis montags von 10 bis 20 Uhr. Der Eintritt beträgt 7 Euro, ermäßigt 5 Euro. Der Katalog aus dem Berliner Nicolai-Verlag kostet in der Ausstellung 29 Euro, im Buchhandel 39,90 Euro.

Kontakt:

Martin-Gropius-Bau

Niederkirchnerstraße 7

DE-10963 Berlin

Telefon:+49 (030) 25 48 60

Telefax:+49 (030) 25 48 61 07



23.07.2008

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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