Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 28.10.2017 Auktion 47

© Auktionshaus Lehr

Anzeige

Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Ohne Titel, 2013 / Heinz Mack

Ohne Titel, 2013 / Heinz Mack
© Galerie Neher - Essen


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Ausstellungen

Aktuellzum Archiv:Ausstellung

In St. Georgen im Schwarzwald zeigt die Sammlerfamilie Grässlin Martin Kippenberger satt – eine Liebeserklärung seiner zweiten Heimat an den 1997 verstorbenen Totalkünstler

Komm doch – mit auf den Kippenberg!



Martin Kippenberger, Jetzt geh ich in den Birkenwald, denn meine Pillen wirken bald, 1990

Martin Kippenberger, Jetzt geh ich in den Birkenwald, denn meine Pillen wirken bald, 1990

Den Künstler Martin Kippenberger (1953-1997) verband viel mit dem kleinen Schwarzwaldstädtchen St. Georgen. Hier lebt die Sammlerfamilie Grässlin, die den rastlosen Individualisten einst wie ein Familienmitglied aufnahm, ihm Werke abkaufte, ihn bekochte, ihn zu neuen Arbeiten animierte und ihm jenseits der Metropolen eine zweite, wesentlich gemächlichere Wahlheimat bot. Von 1980 bis 1981 und von 1991 bis 1994 lebte Kippenberger hier, fernab von Kreuzberger Absturzkneipen, gedanklich und räumlich weit entfernt von Vernissagen und Künstlerpartys irgendwo auf der Welt. Wohl kaum jemand anderes als die vier Geschwister Grässlin und Mutter Anna haben einen so direkten Zugang zu seinem manchmal sperrigen, ironischen und alltagsphilosophischen Werk gefunden.


Martin Kippenberger schuf mit schier unermüdlicher Produktivität Skulpturen, Zeichnungen, Gemälde, Installationen, Multiples, Plakate, Texte und Fotografien. Ein lapidarer Gegenstand mit einem hingekritzelten, lakonischen Kommentar – fertig ist ein typischer Kippenberger. Seine Arbeiten sind Ausdruck durch und durch künstlerischen Denkens: gesellschaftskritisch, selbstironisch, zuweilen respektlos und misanthropisch, aber immer voller Sprachwitz und Humor. „Jeder Künstler ist ein Mensch“, kehrte er den berühmten Beuys-Spruch einfach um. Als Martin Kippenberger 1997 wohl an den Folgen starken Alkoholkonsums starb, hinterließ er eine Lücke in der bundesrepublikanischen Kunstgeschichte. Ein wichtiger Kommentator des Zeitgeistes war plötzlich verstummt. Sein vielfältiges Werk jedoch ist heute gefragter denn je. Bei Kuratoren, Museumsleuten, Sammlern und Galeristen. Sein Marktwert ist enorm gestiegen, nicht zuletzt nach großen Retrospektiven und wichtigen Museumsausstellungen in den USA wie zuletzt im Museum of Contemporary Art in Los Angeles und im Museum of Modern Art in New York.

In diesem Jahr ergreifen die Grässlins nun die Gelegenheit, einen großen Teil ihrer Kippenberger-Sammlung in St. Georgen zu präsentieren. Seit nunmehr drei Jahren gibt es mitten im Ort den Kunstraum Grässlin, einen modernen Neubau des Kölner Architekten Lukas Baumewerd mit integriertem Restaurant „Kippy’s“. Dort sind in der Ausstellung Gemälde und großformatige Arbeiten zu sehen, unter anderem die wunderbar ironische Installation „Jetzt geh ich in den Birkenwald, denn meine Pillen wirken bald“ von 1990 mit Birkenstämmen und Riesenpillen. Auch hier begegnet der Besucher dem typischen Kippenberger-Witz, der immer ein wenig nach Selbstironie, Insidertum und Künstlerclique riecht, sich aber auch dem Außenstehenden erschließen kann. Zumal, wenn er an einer der ausgiebigen Führungen mit Thomas Grässlin teilnimmt. Der mittelständische Unternehmer ist ein enthusiastischer Kunstvermittler. Seine beiden Schwestern Bärbel und Karola sind ebenfalls Kunstprofis. Bärbel Grässlin führt eine erfolgreiche Galerie in Frankfurt und hat natürlich auch Kippenberger im Programm. Karola Grässlin ist Direktorin der Kunsthalle in Baden-Baden.

Spezialität der Grässlins ist die Idee des Kunstschaufensters. In ihren Privaträumen und in leer stehenden Ladenlokalen im Ort zeigen sie das ganze Jahr über Teile ihrer Sammlung. Wenige Meter vom Kunstraum entfernt blickt man durch schmale Guckschlitze in ein Schaufenster. Hier sind typische Kippenberger-Objekte arrangiert: ein Stück Pizza, ein Paar Latschen, eine überdimensionale Tablette, eine wachsüberträufelte Flasche mit weißer Kerze. Ein Stockwerk höher hängen Kippenbergers Ausstellungsplakate, allesamt selbst entworfen. Er war stets ein unermüdlicher Wortschöpfer und Satzverdreher: Ob ein Pizzakarton mit der Aufschrift „Per Pasta ad Astra“ oder eine metallene Dornenkrone mit der Aufschrift „Kippenberger Superstar“ - alles auf den Punkt gebracht und schnörkellos treffsicher.

In einer dreieckigen Metallform ballern drei liegende Plastiksoldaten sinnlos vor sich hin. Die batteriebetriebenen Krieger haben die Farben Rot, Gelb und Blau – eine Anspielung auf Barnett Newman. Kippenberger im Heimatmuseum „Schwarzes Tor“, mit Prominentenporträts im Plenarsaal des Rathauses, mit Schlüsselarbeiten im Bungalow von Mutter Grässlin oder zusammen mit Georg Herold im Möbelhaus Finkbeiner. Martin Kippenberger sozusagen für alle Lebenslagen. In St. Georgen dürfte sein Geist noch lange fortwirken.

Die Ausstellung „Martin Kippenberger/Schon wieder Kippenberger“ ist bis zum 4. Januar 2009 zu sehen. Der Kunstraum Grässlin hat am samstags und sonntags von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Die Stationen außerhalb des Museums sind teils rund um die Uhr, teils nur mit Führungen am Samstag von 15 bis 17 zu besichtigen. Vom 2. August bis zum 6. September finden keine Führungen statt. Ein kompakter Rundgangführer ist im Kunstraum Grässlin erhältlich.

Kontakt:

Kunstraum Grässlin

Museumstraße 2

DE-78112 St. Georgen

Telefon:+49 (07724) 91 61 805

Telefax:+49 (07724) 91 61 806

E-Mail: info@sammlung-graesslin.eu



22.07.2008

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Gesamt Treffer 11

Seiten: 1  •  2

Events (1)Adressen (1)Berichte (6)Variabilder (2)Künstler (1)

Veranstaltung vom:


19.04.2008, Martin Kippenberger/Schon wieder Kippenberger

Bei:


Kunstraum Grässlin

Bericht:


XYZ

Bericht:


Kippenberger für Köln

Bericht:


Die seltenen Wahrheiten des Martin K.

Bericht:


Karola Kraus wird neue Direktorin des Wiener MUMOK

Bericht:


Art Cologne-Preis 2010 an Sammlerfamilie Grässlin

Bericht:


Stresstests für die Sehgewohnheiten

Variabilder:

Martin Kippenberger, Who is afraid of, 1990
Martin Kippenberger, Who is afraid of, 1990







Martin Kippenberger, Who is afraid of, 1990

Martin Kippenberger, Who is afraid of, 1990




Copyright © '99-'2017
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce