Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 22.09.2018 Kunstauktion 22. September 2018

© Auktionshaus Stahl

Anzeige

Nature morte au crane / Pablo Picasso

Nature morte au crane / Pablo Picasso
© Galerie Weick


Anzeige

Bei Wangen, 1945 / Erich Heckel

Bei Wangen, 1945 / Erich Heckel
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Orange-Blau-Orange, 2004 / Kuno Gonschior

Orange-Blau-Orange, 2004 / Kuno Gonschior
© Galerie Neher - Essen


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Ausstellungen

Aktuellzum Archiv:Ausstellung

Paul Klee in der Wiener Albertina

Formenspiele eines reichen Œuvres



Anlässlich einer Pressekonferenz vor einem Jahr konnte Klaus Albrecht Schröder, der Direktor der Wiener Albertina, die Übergabe von zwei wichtigen europäischen Privatsammlungen der klassischen Moderne an sein renommiertes Institut verkünden: Die Liechtensteinsche Stiftung der 500 Werke von Claude Monet bis Pablo Picasso umfassenden Sammlung von Rita und Herbert Batliner wurde der Albertina Anfang Mai 2007 als unbefristete Dauerleihgabe anvertraut. Dazu gesellte sich die Schweizer Privatsammlung von Eva und Mathias Forberg mit fast 50 Gemälden, Zeichnungen und Grafiken von Wassily Kandinsky, Franz Marc, Lyonel Feininger und dem Herzstück der Sammlung, einer exquisiten Auswahl von Werken Paul Klee.


Klees märchenhafte Poesie, seine poetischen Kompositionen und sein skurriler Witz waren es auch, die Carl Djerassi zum Liebhaber und Collecteur seiner Werke werden ließen. Seit Mitte der 1960er Jahre sammelt der berühmte Wissenschaftler, Literat und Kunstmäzen Werke des Deutsch-Schweizer Künstlers mit großem Enthusiasmus. Mittlerweile umfasst seine Sammlung 160 Werke, die Djerassi zu ungefähr gleichen Teilen dem San Francisco Museum of Modern Art und der Albertina in Wien übergeben hat, die sich nun abermals reich beschenkt sieht. Die Donation Djerassis bildet den Kern einer retrospektiv angelegten Ausstellung zu Paul Klee, die noch bis zum 10. August in der Albertina zu sehen ist.

Der 1923 in Wien in ein jüdisches Ärzteelternhaus geborene Djerassi musste 1938 mit seiner Mutter über London in die USA emigrieren. Mit 22 Jahren promovierte er in Organischer Chemie. 1951 gelang ihm die revolutionäre Erfindung der Antibabypille, die ihn finanziell unabhängig machte. Fortan betätigte sich Djerassi auch als Kunstsammler, -stifter und -mäzen. Der inzwischen 84jährige hat über 1200 wissenschaftliche Publikationen vorzuweisen und lehrt noch heute an der Stanford University. In den letzten Jahren hat sich Djerassi vor allem auf sein literarisches Schaffen konzentriert und eine Vielzahl an Büchern und Theaterstücken geschrieben.

Die generöse Übergabe Djerassis ergänzt den Bestand von 48 Werken Klees, die sich bereits in der Albertina befanden. Diese frühen Zeichnungen stammen aus dem Nachlass Alfred Kubins, der ein Freund Klees aus Münchner Tagen und dessen erster Förderer gewesen ist. Weitere Werke aus dem San Francisco Museum of Modern Art und anderen internationalen Sammlungen und Museen, wie dem Kunstmuseum Basel, dem Centre Pompidou, der Collection von Jan Krugier und Marie-Anne Krugier-Poniatowski und dem Nachlass Klees ergänzen die Ausstellung in ihrem Bestreben, den zahlreichen Facetten des vielfältigen Schaffens von Paul Klee gerecht zu werden und dessen 9.000 Werke umfassendes Œuvre beispielhaft zu demonstrieren.

Die Ausstellung beginnt mit frühen Radierungen aus der von Klee als „Opus eins“ bezeichneten Folge, die bereits die außergewöhnliche grafische Begabung damals 24jährigen zeigen. „Weib und Tier“ von 1904 ist die verschlüsselte Darstellung einer sexuellen Annäherung, ein Thema, das Klee später in seinem Schaffen immer wieder aufgreift. Ein anderer zentraler Inhalt in Klees Werk wird mit dem Blatt „Komiker“ vorbereitet: Das Sujet der Maske, des sich Verbergens, der Wechsel der Identität findet hier seine erste prägnante Ausformung. Blätter von 1912, dem Jahr, in dem Klee erstmals die Technik der Lithografie anwendet, sind in Djerassis Sammlung mit Werken wie „Gassenkinder“, „St. Georg“ sowie der Federzeichnung „Die aufregenden Tiere“ besonders zahlreich vertreten.

Ebenfalls im Schenkungspaket befinden sich zwei eindringliche Papierarbeiten: die in Feder, Pinsel und Aquarell ausgeführte „Landung in Saloniki“ aus dem Jahr 1915 sowie die im selben Jahr entstandene Federzeichnung „Krankenlager“. Als Leihgabe des San Francisco Museums of Modern Art werden in der Wiener Ausstellung auch die beiden Aquarelle gezeigt, die den Grundstock Djerassis Klee-Sammlung bilden: „Pferd und Mann“ von 1925 und das zwei Jahre später entstandene Blatt „Heldenmutter“. Djerassi erwarb beide Blätter, die Paul Klee während seiner Zeit am Bauhaus schuf, Mitte der 1960er Jahre bei der Londoner Galerie Marlborough.

Überraschend wenige der ausgestellten Werke stammen aus dem Jahr 1933, das für Paul Klee dramatische Veränderungen mit sich brachte. Für den als „entartet“ eingestuften Künstler war im NS-Deutschland kein Platz mehr. Klee reagierte auf die Kündigung seines Arbeitsvertrages an der Kunstakademie Düsseldorf mit einer überraschenden Energie: 1933 entstanden 482 Werke, davon 314 Zeichnungen. Noch im selben Jahr fordert Klee von den Museen in Berlin, Halle und Erfurt seine Leihgaben zurück und übersiedelt gemeinsam mit seiner Frau Lily zurück nach Bern.

Unter den späten Arbeiten Klees befinden sich wiederum einige besonders qualitätsvolle Arbeiten im Schenkungskonvolut Djerassis, wie das auf braungrauem Kreidegrund sparsame aquarellierte und geritze Blatt „Der neue Mond“ von 1935 oder das schwarzblaue Tierwesen, das den Betrachter in „Blau Mantel“ mit großen Augen anstarrt. Es entstand im Jahre 1940, kurz bevor Paul Klee am 29. Juni an einer Herzlähmung verstarb.

Die Ausstellung „Paul Klee. FormenSpiele“ ist bis zum 10. August zu sehen. Die Albertina hat täglich von 10 bis 18 Uhr, mittwochs bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt ins Museum beträgt 9,50 Euro, ermäßigt 8 respektive 7 Euro. Der Katalog kostet 27 Euro.

Kontakt:

Albertina

Albertinaplatz 1

AT-1010 Wien

Telefax:+43 (01) 53 37 69 7

Telefon:+43 (01) 53 48 30



14.07.2008

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Jacqueline Rugo

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Veranstaltung vom:


09.05.2008, Paul Klee - FormenSpiele

Bei:


Albertina

Bericht:


Carl Djerassi gestorben

Bericht:


Paul Klee in Augsburg

Bericht:


Himmlische Boten

Bericht:


Paul Klee verzeichnet bereits 55.000 Besucher in Düsseldorf

Bericht:


Ein Romantiker unter Rationalisten

Künstler:


Paul Klee










Copyright © '99-'2018
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce