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Nature morte au crane / Pablo Picasso

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Bei Wangen, 1945 / Erich Heckel

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Orange-Blau-Orange, 2004 / Kuno Gonschior

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Alte Kunst bei Hauswedell & Nolte in Hamburg

What’s up, Stallknecht?



Hans Baldung Grien, Der behexte Stallknecht, um 1543

Hans Baldung Grien, Der behexte Stallknecht, um 1543

Klein, aber fein war das Programm Alter und Neuerer Meister schon immer, mit dem Hauswedell & Nolte dem starken Angebot seiner modernen Kunst auf den Frühjahrsauktionen wenigstens ein bisschen Paroli bot. So auch diesmal, wenn am 14. Juni vormittags die knapp zweihundert Lose mit Werken von Heinrich Aldegrever bis Adolf Friedrich Vollmer zum Aufruf kommen. Aus diesem recht schmalen Angebot, das die Zeit vom 15ten bis zum späten 19ten Jahrhundert umfasst, stechen einzelne Stücke heraus. So gleich am Anfang Hans Baldung Griens vielleicht spätester Holzschnitt, der in der Regel auf die Zeit um 1534 datiert und mit „Der behexte Stallknecht“ betitelt wird. Die Deutung dieses Blattes hält noch immer eine hitzige wissenschaftliche Debatte am Laufen. Literarische und kunsttheoretische Theorien mit bekenntnishaftem Charakter – eine künstlerische Krise Baldungs etwa, die letztlich zu seinem Tod führt – wurden bemüht, aber auch die Psychoanalyse. Ist der Mann an seinen sexuellen Begehrlichkeiten gescheitert, für die das irritiert zurückblickende Pferd an der Türschwelle symbolisch steht? Die geradezu provozierende Präsenz von Gemächt des Mannes und Gesäß des Tieres spricht jedenfalls auch für solche Überlegung. Eindeutig bei diesem Blatt ist nur der Preis: 12.000 Euro möchte Hauswedell & Nolte dafür sehen.


Das Angebot Albrecht Dürers ist diesmal nicht sehr groß. 12.000 Euro soll sein Holzschnitt der heiligen Sippe mit den zwei musizierenden Engelsknaben aus dem Jahr 1511 kosten, 8.000 Euro der Kupferstich des heiligen Christophorus von 1521. Ihm zur Seite steht von den deutschen Altmeistern vor allem Martin Schongauer. Die beiden Künstler sind sich nie begegnet: Als Dürer den älteren Meister aufsuchen wollte, war dieser kurze Zeit vorher in Breisach vermutlich an der Pest gestorben. Was Schongauer dem Jüngeren und der ganzen Entwicklung des Kupferstichs um 1500 bedeutete, lässt sich noch heute an der technischen Brillanz und der darstellerischen Erfindungsgabe Johannes des Täufers, hier in einer Doublette des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg (Taxe 38.000 EUR), und des heiligen Laurentius ermessen, von dem es zwischen dreißig und fünfzig Exemplare geben soll (Taxe 10.000 EUR).

Mit Rembrandt hat das Auktionshaus immer die größten Erfolge gefeiert. Auch jetzt kommen wieder einige seiner bedeutendsten Grafiken zum Aufruf: Für 40.000 Euro die 1635 datierte Kaltnadelradierung „Abrahams Opfer“, die zu den besten bildhaften Erfindungen des Meisters gehört, weil sie ohne übertriebene Dramatik und Monumentalität das Geschehen auf das Wesentliche, den Moment zwischen Engel und Abraham, konzentriert und vereinfacht. Ebenso prägnant wirken seine Radierungen „Joseph und Potiphars Weib“ (Taxe 26.000 EUR) und Rembrandts erstes Nachtstück, „Die Verkündigung an die Hirten“ (Taxe 30.000 EUR). Beide Blätter stammen von 1634. Bei 20.000 Euro rangiert seine um 1645 entstandene Radierung „Die Hütten am Kanal“, die das Gemäldehafte einer Landschaft auch in der Grafik heimisch macht, für 25.000 Euro sucht der Amsterdamer Kupferstichverleger und Händler Clement de Jonghe von 1651 neue Bekanntschaft.

Aus einer süddeutschen Privatsammlung wird eine Sammlung von insgesamt 49 Radierungen eingeliefert, die Christoph Nathe um 1795 als einen der großen Landschaftsentdecker vor den Romantikern erweisen (Taxe 8.000 EUR). Mehr auf Tiere verlegte sich der Augsburger Meister Johann Elias Ridinger. „Genaue und richtige Abbildungen der wundersamsten Hirschen…“ wollten es 1768 besser machen als die Vorbilder. Allerdings ist die vorliegende Ausgabe mit den hundert Radierungen ein Abzug von etwa 1850 (Taxe 10.000 EUR). Das Original von 1738/55 liegt dagegen bei seinem „Entwurf Einiger Thiere ...“ vor, und sogar vollständig mit allen 126 Radierungen, der umfangreichsten Folge Ridingers (Taxe 8.000 EUR). Eine ganze Reihe Einzelblätter aus größeren Folgen bietet das Auktionshaus für dreistellige Beträge an.

Die Zeichenkunst eines Adolph von Menzel ist in Form einer alten Dame zu bewundern, die der alternde Künstler 1892 immer noch mit herausragendem Blick für das Momenthafte in einer Wendung nach rechts aufnahm (Taxe 12.000 EUR). Vielleicht hat ja auch der unbekannte deutsche Zeichner Erfolg, der 1840 mit feinem Kohlestift und weißer Kreide das Portrait eines jungen Mannes mit Zylinder auf braun grundiertes Papier bannte. 300 Euro sollten eigentlich zu einem kleinen Bietwettbewerb animieren. Zeichnungen steuert auch Adrian Ludwig Richter bei, so ein aquarelliertes Blatt mit einem Hirtenpaar, das in trauter Zweisamkeit auf einem Berg rastet (Taxe 7.500 EUR), oder die skizzenhaftere Bäuerin mit Kind auf dem Heimweg durch den Wald (Taxe 4.000 EUR).

Unter den Gemälden ist ein dem 1754 geborenen Amsterdamer Maler Jacobus Linthorst zugeschriebenes Stillleben mit Blumen und Früchten zu nennen, das vor 1785/90 datiert wird und zum großartigen Schlussakzent der glorreichen Tradition niederländischer Blumenkunst einen würdigen Beitrag leistet (Taxe 15.000 EUR). Aus dem 19ten Jahrhundert schicken Eugen Bracht um 1880 eine Fichte am gefrorenen Fluss (Taxe 8.000 EUR), Andreas Achenbach eine mit 6.000 Euro sehr günstige, weil doch als Ölbild voll ausformulierte stürmische Küste etwa derselben Zeit und Franz von Defregger ein bäuerliches Mädchenportrait von circa 1890 ein (Taxe 8.000 EUR). Mit 25.000 Euro am teuersten ist Charles Leickerts altmeisterliche Winterlandschaft vor einer Stadt mit zugefrorenen Kanälen und Eisläufern darauf. Wenn eine andere, zwar kleinformatige, aber sehr fein gemalte Winterlandschaft mit einem Turm wirklich von Andreas Schelfhout stammt, dürfte sie mit 1.500 Euro völlig unterbewertet sein.

Die Auktion beginnt am 14. Juni um 9:30 Uhr. Die Vorbesichtigung läuft vom 6. bis zum 12. Juni täglich außer sonntags von 10 bis 18 Uhr, samstags erst ab 13 Uhr und donnerstags nur bis 17 Uhr. Der Katalog ist im Internet unter www.hauswedell-nolte.de einsehbar.

Kontakt:

Hauswedell & Nolte

Pöseldorfer Weg 1

DE-20148 Hamburg

Telefon:+49 (040) 41 32 10 0

Telefax:+49 (040) 41 32 10 10

E-Mail: info@hauswedell-nolte.de



06.06.2008

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Veranstaltung vom:


14.06.2008, Gemälde, Zeichnungen und Graphik des 15. bis 19. Jahrhunderts

Bei:


Hauswedell & Nolte

Bericht:


Selektiv

Kunstwerk:

Jacobus Linthorst zugeschrieben, Stillleben mit Blumen und
 Früchten, vor 1785/90
Jacobus Linthorst zugeschrieben, Stillleben mit Blumen und Früchten, vor 1785/90

Kunstwerk:

Johann Elias Ridinger, Entwurf Einiger Thiere, 1738-1755
Johann Elias Ridinger, Entwurf Einiger Thiere, 1738-1755

Kunstwerk:

Andreas Achenbach, Stürmische Küste, um 1880
Andreas Achenbach, Stürmische Küste, um 1880

Kunstwerk:

Eugen Bracht, Fichte am gefrorenen Fluss, um 1880
Eugen Bracht, Fichte am gefrorenen Fluss, um 1880

Kunstwerk:

Charles Leickert, Winterlandschaft vor
 einer Stadt mit zugefrorenen Kanälen und Eisläufern
Charles Leickert, Winterlandschaft vor einer Stadt mit zugefrorenen Kanälen und Eisläufern

Kunstwerk:

Adolph von Menzel, Halbfigur einer alten Dame, 1892
Adolph von Menzel, Halbfigur einer alten Dame, 1892







Adrian Ludwig Richter, Hirtenpaar auf einem Berg rastend, 1864

Adrian Ludwig Richter, Hirtenpaar auf einem Berg rastend, 1864

Taxe: 7.500,- EURO

Losnummer: 870

Martin Schongauer, Johannes der Täufer

Martin Schongauer, Johannes der Täufer

Taxe: 38.000,- EURO

Losnummer: 773

Christoph Nathe, Sammlung radierter Blätter von NTE

Christoph Nathe, Sammlung radierter Blätter von NTE

Taxe: 8.000,- EURO

Zuschlag: 6.500,- EURO

Losnummer: 814

Albrecht Dürer, Die heilige Sippe mit den zwei musizierenden Engelknaben, 1511

Albrecht Dürer, Die heilige Sippe mit den zwei musizierenden Engelknaben, 1511

Taxe: 12.000,- EURO

Losnummer: 722

Martin Schongauer, Der heilige Laurentius

Martin Schongauer, Der heilige Laurentius

Taxe: 10.000,- EURO

Losnummer: 774

Rembrandt, Clement de Jonghe, 1651

Rembrandt, Clement de Jonghe, 1651

Taxe: 25.000,- EURO

Losnummer: 765

Andreas Achenbach, Stürmische Küste, um 1880

Andreas Achenbach, Stürmische Küste, um 1880

Taxe: 6.000,- EURO

Losnummer: 846

Rembrandt, Die Verkündigung an die Hirten, 1634

Rembrandt, Die Verkündigung an die Hirten, 1634

Taxe: 30.000,- EURO

Losnummer: 752

Adolph von Menzel, Halbfigur einer alten Dame, 1892

Adolph von Menzel, Halbfigur einer alten Dame, 1892

Taxe: 12.000,- EURO

Zuschlag: 19.000,- EURO

Losnummer: 867

Jacobus Linthorst zugeschrieben, Stillleben mit Blumen und Früchten, vor 1785/90

Jacobus Linthorst zugeschrieben, Stillleben mit Blumen und Früchten, vor 1785/90

Taxe: 15.000,- EURO

Losnummer: 812

Charles Leickert, Winterlandschaft vor einer Stadt mit zugefrorenen Kanälen und Eisläufern

Charles Leickert, Winterlandschaft vor einer Stadt mit zugefrorenen Kanälen und Eisläufern

Taxe: 25.000,- EURO

Losnummer: 864

Johann Christian Klengel, Landschaft mit Reisenden und Herde, 1773

Johann Christian Klengel, Landschaft mit Reisenden und Herde, 1773

Taxe: 1.500,- EURO

Zuschlag: 1.500,- EURO

Losnummer: 807

Eugen Bracht, Fichte am gefrorenen Fluss, um 1880

Eugen Bracht, Fichte am gefrorenen Fluss, um 1880

Taxe: 8.000,- EURO

Zuschlag: 6.500,- EURO

Losnummer: 849




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