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Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Resultate: Grafik und Zeichnung im Dorotheum Wien

Dummer Atlas



Gilles-Marie Oppenord, Entwurf zu einer figuralen Uhr

Gilles-Marie Oppenord, Entwurf zu einer figuralen Uhr

Brillante Exaktheit und hoher Erfindungsgeist kennzeichnet den aquarellierten Uhrenentwurf des französischen Hofbaumeisters Gilles-Marie Oppenord. Zu sehen ist die Szene, als Herkules dem Atlas die mit Sonne, Mond und Sternen bedeckte Weltkugel hinüberwuchtet, um den armen Träger dann schmählich im Stich zu lassen. Eine mythologische Szene, wie sie besonders in der Umgebung der französischen Könige beliebt war. Über der Kugel, um die sich das Zifferblattband windet, prangt allerdings das Medaillon eines Papstes, dessen Ruhm eine Fama in die Welt posaunt, derweil eine andere junge Dame die Tiara in die Höhe hält. Möglicherweise entstand das Blatt also noch zu Oppenords italienischer Zeit 1692/99 unter Papst Innozenz XII. Der Wert einer solchen Uhr ginge in die Hunderttausende Euro, doch auch der Entwurf erwies sich jetzt auf der Dorotheums-Auktion mit Zeichnungen und Grafik am 31. März als sehr erfolgreich. Auf 3.000 bis 4.000 Euro angesetzt, wurde das Blatt schließlich bei 24.000 Euro übernommen.


Mit gut 34 Prozent fuhr die Auktion kein Superergebnis ein, auch traten manche der hochgehandelten Stücke – Caspar Freisingers heiliger Christophorus (Taxe 6.000 bis 7.000 EUR), zwei Querformate mit biblischen Themen, dem Spanier Diego López de Escuriaz zugeschrieben, für je 12.000 bis 15.000 Euro oder ein Engelshimmel Pietro Gilardis (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR) – die Rückfahrt zum Vorbesitzer an. Doch blieb unterm Strich ein erfreulich großes Interesse auch an weniger bekannten Meistern, die sich in dieser kleinen Auktion abseits der ausgetretenen Pfade zu präsentieren die Gelegenheit hatten. Von zwei unbekannten deutschen Zeichnern des 15ten Jahrhunderts stammen eine 3.800 Euro teure Buchmalerei mit der Verkündigung Mariä (Taxe 1.400 bis 1.600 EUR) und eine merkwürdige Gouache auf geöltem Papier, das mit fast expressionistischer Einfachheit den heiligen Einsiedler Onophrius in der Wüste zeigt. Hierfür kam die untere Grenze von 4.000 bis 5.000 Euro zusammen. Besondere Aufmerksamkeit zog eine wirklichkeitsgetreue Straßenansicht aus Augsburg zu Beginn des 18ten Jahrhunderts von Carl Remshart auf sich, die sich erst bei 9.000 Euro verabschiedete (Taxe 1.200 bis 1.400 EUR).

Allzu groß war der Anteil der erstklassigen Künstler demgegenüber nicht: Albrecht Dürer etwa mit seinem Kupferstichportrait Erasmus’ von Rotterdam für 5.000 Euro (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR) oder dem heiligen Eustachius in der Wildnis, der für 8.000 Euro neue Bekanntschaften schloss (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Rembrandts Radierung der Jungfrau Maria mit Kind, Katze und Schlange in einer etwas fleckigen Ausgabe von 1644 wurde für angemessene 2.600 Euro übernommen, zwei Kollegenbildnisse Anthonis van Dycks blieben dagegen unveräußert (Taxen zwischen 4.000 und 9.000 EUR). Hans Rottenhammers Federskizze zum Urteil des Salomon ging für 4.000 Euro über die Bühne (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR), Franz Anton Maulbertschs ähnlich rasche Kreuzauffindung für 4.500 Euro (Taxe 3.500 bis 4.000 EUR).

Johann Wolfgang von Goethes 5.500 Euro teurer Blick auf den Petersdom in Rom, entstanden während seiner berühmten Italienreise 1786/88 (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR), und eine der beiden kolorierten Parklandschaften Giacomo Quarenghis für taxgerechte 7.000 Euro läuteten allmählich das 19te Jahrhundert ein. Das am höchsten gehandelte Blatt der Auktion, eine Federzeichnung Alfred Jacob Millers mit kampflustigen Indianern, wollte für 20.000 bis 25.000 Euro niemand haben, ebenso wenig ein in die andere Exotikrichtung gehendes Aquarell Joseph Austin Benwells mit Arabern auf der Rast in einem Wüstengebirge (Taxe 6.000 bis 7.000 EUR). Dafür machte Rudolf von Alt seinem ungebrochenen Ruf als einer der beliebtesten österreichischen Maler des 19ten Jahrhunderts wieder einmal alle Ehre, als seine atmosphärisch berückende Naturstudie mit einer Bootsanlegestelle am Grundlsee aus dem Jahr 1859 bei 30.000 Euro die Siegerprämie entgegennahm (Taxe 18.000 bis 20.000 EUR). Die beiden weiblichen Allegorien auf Österreich aus den 1860er Jahren von Moritz von Schwind verabschiedeten sich taxgerecht bei 4.000 Euro.

Eine Gemeinschaftsarbeit Joseph Wintergersts und Franz Pforrs nach einer Szene aus Goethes „Götz von Berlichingen“ kostete 4.000 Euro (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR), eine weitere Kooperation zwischen Friedrich Horner und Rudolf Müller, auf der die Villa Floridiana in Neapel im schönsten Abendlicht erstrahlt, 4.500 Euro (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR). Adolph von Menzels Studienblatt eines alten Mannes und eines Soldaten von 1895 wurde schon für 5.500 Euro zugeschlagen (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR). Gleich Menzel bediente sich auch der Ungar Mihály Zichy des galanten Rokokostils, um seine fast dämonische, jedenfalls sehr erotische Phantasmagorie einer von zwei Männern begehrten Dame in angemessener Kostümierung zu verpacken. 1874 entstand dieses merkwürdige Blatt, das allerdings doch zu 15.000 Euro reizte (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR). Unter den Miniaturen setzte sich Moritz Michael Daffingers Herrenbildnis bei 6.000 Euro durch (Taxe 7.000 bis 8.000 EUR).

Recht gefragt waren auch alle vier Tierdarstellungen Franz Xaver von Pausingers für bis zu 4.000 Euro (Taxen je 2.000 bis 3.000 EUR) und sowie die zahlreichen italienischen Veduten oftmals unbekannter Maler, allen voran eine Venedigansicht mit Dogenpalast und Santa Maria Maggiore von Carlo Grubacs für 3.800 Euro (Taxe 1.800 bis 2.000 EUR). Dass schließlich auch die Wiener Postkartenmotive, etwa Friedrich Franks Blick über Karlskirche und Naschmarkt für 7.000 Euro (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR) und Karl Fliehers romantische Verklärung von „Perchtoldsdorf im Frühling“ für 2.400 Euro (Taxe 1.800 bis 2.400 EUR) großen Anklang fanden, versteht sich fast von selbst.

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



04.04.2008

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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