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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Kunsthandwerk und Asiatika im Kinsky

Chinesische Erotik um 1500



Weinprobierschale, Herrengrund, 17. Jahrhundert

Weinprobierschale, Herrengrund, 17. Jahrhundert

Sie warfen ihr Eisen ins Wasser und gewannen Kupfer. Es klingt wie ein Märchen aus alten Zeiten und ist doch wahr und tatsächlich passiert – und basiert auf nichts anderem als dem elektrochemischen Vorgang durch Ionenaustausch, der aus unedlen Metallen wie Eisen Kupfer gewinnen ließ. Einer der Schauplätze im 17ten und 18ten Jahrhundert war Herrengrund, eine kleine Bergstadt in den Tiefen der heutigen slowakischen Karpaten. Über ganz Ostmitteleuropa verbreitete sich die Kunde von dem dortigen „Wunderwasser“, durch Oder und Weichsel, über Danzig, Stettin, Hamburg, Antwerpen wurden selbst Spanien und Portugal, ja die ganze Welt mit den schönen und kostbaren Erzeugnissen versorgt. Erst in der ersten Hälfte des 19ten Jahrhunderts wurde die Produktion in Herrengrund eingestellt.



Auch die geheimnisvolle Sammlung „R.S.P.“ aus Wien besaß nicht weniger als 74 dieser Produkte des späten 17ten und 18ten Jahrhunderts. Weinprobierschalen in Hülle und Fülle waren dabei, viele davon tragen schöne Sprüche wie: „Eisen war ich, Kupfer bin ich, Silber trag ich, Golt bedeckt mich“. Denn oft waren sie vergoldet. „Fein schmect wol aus mier der kuele Wein“ heißt es auf einer anderen. Ein stattlicher Bergmannspokal, Spielfiguren, ein Tummler, feine Schmucktabakdosen mit nicht minder sinnigen Weisen, ein eiförmiger Doppelbecher, der noch mehr verlangt und nicht Kupfer, sondern Gold dem Wasser entspringen sehen möchte, sowie weitere Doppelbecher in Fassformen – solche und weitere Dinge gehörten zu dieser Sammlung, die nun zur Antiquitätenauktion am 24. Oktober im Palais Kinsky in Wien eingeliefert wurden. Bis zu 15.000 Euro werden pro Stück erwartet.

Freilich sind auch die anderen Arbeiten, denen „R.S.P.“ vorangeht, zum Teil sehr beachtlich. Beim Glas beeindruckt ein Jahreszeitenbecher Johann Joseph Mildners von 1795. Obwohl der Winter darauf abgebildet ist, wärmt sich am Feuer ein halbnackter, nur mit einem Tuch und einem Stirnband eher nicht verhüllter Putto (Taxe 7.000 bis 12.000 EUR). Joseph Sauber repräsentiert die Gmundener Fayencen mit einem 1778 datierten Birnkrug, auf dem die Madonna abgebildet ist (Taxe 5.000 bis 10.000 EUR). Das Porzellan steuert unter anderem eine dunkelbraun glasierte Teedose aus Böttgersteinzeug bei, auf deren Wandung sich die Chinoiserien in Silberdekor abheben. Produziert wurde die Büchse von etwa 1735 wohl in St. Georgen, heute ein Stadtteil von Bayreuth (Taxe 5.000 bis 10.000 EUR).

Ein Paar Wandappliken in Form Schalmeien blasender Putti entstammt der Wiener Werkstätte Josef Danhausers um 1810/15 (Taxe 2.500 bis 5.000 EUR). In der Silberabteilung bestechen zunächst zwei neapolitanische Tafelaufsätze der Zeit um 1730, auf denen wiederum zwei Jahreszeitenallegorien prangen, Sommer und Winter, getragen von je einem Triton. (Taxe 10.000 bis 18.000 EUR). Eine komplizierte Entstehungsgeschichte besitzt ein Satz von zehn Platztellern und zwei Vorlegeplatten mit dem gräflich Esterhazy’schen Wappen. Zwei Teller wurden 1729 in Neapel angefertigt, sechs weitere und die kleinere Platte 1777 vom Wiener Meister Ignaz Sebastian Würth, die letzten zwei Teller 1792 von Johann Guttmann und die große Platte schließlich um 1806/07. Merken tut man es nicht (Taxe 20.000 bis 35.000 EUR).

Über zwei italienische Pudel als skurrile Kunstkammerobjekte, deren prächtige Mähnen aus Muscheln zusammengesetzt sind (Taxe 3.200 bis 5.000 EUR), gelangt man zu den Skulpturen. Hier haben die gotischen Stücke den Vorrang, eine französische Anna Selbdritt des 15ten Jahrhunderts beispielsweise und eine österreichische Pieta von circa 1430 (Taxen zwischen 20.000 und 40.000 EUR). Besondere Aufmerksamkeit darf einer burgundischen Madonna des 15ten Jahrhunderts geschenkt werden, die schon allein wegen ihres dunkelroten Marmors aus der Reihe fällt. Stilistisch weist das anmutige, verinnerlichte Werk auf die Nachfolge Claus Sluters hin, der um 1405 in Dijon starb. 80.000 bis 160.000 Euro dürften ein fairer Preis sein. 45.000 bis 90.000 Euro für eine Mariae Verkündigung aus der Werkstatt des Südtiroler Meisters Hans Klockers sind dagegen etwas hoch gegriffen. An der Spitze der neuzeitlichen Arbeiten stehen mit 80.000 bis 150.000 Euro die antiken Faustkämpfer Creugas und Damoxenes, überlebensgroße Marmorfiguren, mit denen einst Antonio Canova seine Fähigkeit zur Darstellung von Gewalt und Dramatik beweisen wollte. Allerdings stammen unsere beiden Heroen von einem Kopisten der zweiten Hälfte des 19ten Jahrhundert.

Nach Kachelöfen des 17ten bis 19ten Jahrhunderts für bis zu 20.000 Euro kommen einige Uhren an die Reihe, an erster Stelle eine süddeutsche Hausuhr der Renaissance mit den Darstellungen von Fides und Caritas (Taxe 30.000 bis 50.000 EUR). Die Möbel warten mit gehobenem Durchschnitt auf, einem Renaissancehallenschrank des 17ten Jahrhunderts etwa, zwei kastenartigen Schreibschränken des Empire oder einem französischen Vitrinenschrank der Zeit um 1730 für jeweils nicht mehr als 30.000 Euro. Und zum Schluss versucht es noch eine weitere österreichische Privatsammlung, die im Zeitalter von Österreichs Technikmoderne Volkskunst barg. Entsprechend gemischt ist das Angebot, das als einen der Höhepunkte einen großen Innsbrucker Dreibeinkessel mit der Jahreszahl 1650 für 5.000 Euro sowie zum Schluss Hundertschaften von Schlössern und Beschlägen zu bieten hat.

Asiatika

Erstmals mit Erläuterungen in chinesischer Sprache präsentiert sich der Asiatikakatalog. Nach den letzten Auktionen fällt das Angebot diesmal etwas bescheidener aus. Immerhin sind aber wieder einige Tuschemalereien dabei, etwa ein rund fünfhundert Jahre altes, Tang Yin zugeschriebenes Albumblatt, auf dem ein junges Liebespaar eine bildliche Anleitung zur Ausübung geschlechtlicher Vorgänge betrachtet (Taxe 80.000 bis 150.000 EUR). Im „langen Sommer 1932“ – so die Datierung – schuf Xu Beihong einen Pflaumenblütenzweig (Taxe 50.000 bis 100.000 EUR), bekannter ist der Maler allerdings wegen seiner Darstellungen von Pferden in vollem Galopp, von denen hier zwei Blätter für jeweils 100.000 bis 150.000 Euro zur Verfügung stehen. Hsiao Chin und Zhao Shaoan, dessen zehn Albumblätter mit Tier-, Insekten- und Pflanzenbildern 1998 ins Todesjahr des 93jährigen datieren, stehen eher für die traditionelle chinesische Malerei unserer Zeit (Taxen bis zu 50.000 EUR).

Bei den Skulpturen mischt ein stehender Buddha aus dunklem Schiefer mit an vorderster Front, der im 2ten oder 3ten Jahrhundert n.Chr. im Gandhara-Gebiet entstand (Taxe 8.000 bis 16.000 EUR). Der chinesischen Sui- oder frühen Tang-Dynastie entstammt eine hohe Pagodenbasis mit acht weiteren Buddhas in Dreiviertelansichten (Taxe 6.000 bis 12.000 EUR). Schlicht und elegant kommt eine ovoide, cremeweiße Vase aus der Ming-Zeit daher, die 10.000 bis 20.000 Euro verlangt. Ihr voraus geht eine ähnlich gestaltete Kugelvase der Liao-Dynastie zum gleichen Schätzpreis. Dem tibetanischen Kulturkreis gehört eine Gouache auf Leinen an, deren blutrote Färbung nichts Gutes verheißt und tatsächlich wohl den zornvollen Gott Che-mchog Heruka verbildlichen soll (Taxe 25.000 bis 50.000 EUR). Elfenbeinarbeiten aus Japan, darunter ein kleiner kaiserlicher Buddhaschrein in Form einer Pagode und die bettelarme alte Dichterin Ono no Komachi als Netsuke für bis zu 30.000 Euro, beschließen die Auktion.

Die Auktion beginnt mit den Asiatika am 24. Oktober um 11 Uhr, um 14 Uhr folgen die Antiquitäten. Die Vorbesichtigung findet bis zum Auktionsbeginn täglich von 10 bis 18 Uhr, samstags von 10 bis 17 Uhr und sonntags von 11 bis 16 Uhr statt. Der Katalog ist im Internet unter www.imkinsky.com einsehbar.

Kontakt:

im Kinsky - Kunst Auktionen GmbH

Freyung 4

AT-1010 Wien

Telefax:+43 (01) 532 42 00-9

Telefon:+43 (01) 532 42 00

E-Mail: office@imkinsky.com



19.10.2007

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Die getarnte Vase

Kunstwerk:

Weinprobierschale, Herrengrund, 17. Jahrhundert
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Kunstwerk:

Schreibschrank, Wien, um 1815
Schreibschrank, Wien, um 1815

Kunstwerk:

Hallenschrank, 17. Jahrhundert
Hallenschrank, 17. Jahrhundert

Kunstwerk:

Rundofen, Oberösterreich, Ende 18. Jahrhundert
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Kunstwerk:

Werkstatt Hans Klocker, Verkündigung Mariens, Brixen um 1500
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Kunstwerk:

Werkstatt oder Nachfolge Claus Sluter, Gotische Madonna,
 Burgund 15. Jahrhundert
Werkstatt oder Nachfolge Claus Sluter, Gotische Madonna, Burgund 15. Jahrhundert

Kunstwerk:

Anna Selbdritt, Frankreich, 15. Jahrhundert
Anna Selbdritt, Frankreich, 15. Jahrhundert







Schreibschrank, Wien, um 1815

Schreibschrank, Wien, um 1815

Taxe: 15.000 - 30.000 EURO

Losnummer: 990

Netsuke einer Sotoba-komachi, Japan, Edo-Periode (18./19. Jahrhundert)

Netsuke einer Sotoba-komachi, Japan, Edo-Periode (18./19. Jahrhundert)

Taxe: 10.000 - 30.000 EURO

Losnummer: 1442

Hallenschrank, 17. Jahrhundert

Hallenschrank, 17. Jahrhundert

Taxe: 10.000 - 20.000 EURO

Zuschlag: 10.000,- EURO

Losnummer: 946

Vase, China, wohl Ming-Dynastie (1368-1644 n.Chr.)

Vase, China, wohl Ming-Dynastie (1368-1644 n.Chr.)

Taxe: 10.000 - 20.000 EURO

Losnummer: 1322

Anna Selbdritt, Frankreich, 15. Jahrhundert

Anna Selbdritt, Frankreich, 15. Jahrhundert

Taxe: 20.000 - 40.000 EURO

Losnummer: 884

Werkstatt Hans Klocker, Verkündigung Mariens, Brixen um 1500

Werkstatt Hans Klocker, Verkündigung Mariens, Brixen um 1500

Taxe: 45.000 - 90.000 EURO

Zuschlag: 55.000,- EURO

Losnummer: 890

Werkstatt Josef Ulrich Danhauser, Paar Appliken, Wien um 1810/15

Werkstatt Josef Ulrich Danhauser, Paar Appliken, Wien um 1810/15

Taxe: 2.500 - 5.000 EURO

Losnummer: 822

Rundofen, Oberösterreich, Ende 18. Jahrhundert

Rundofen, Oberösterreich, Ende 18. Jahrhundert

Taxe: 14.000 - 20.000 EURO

Losnummer: 924

Johann Joseph Mildner, Jahreszeitenbecher Winter, Gutenbrunn 1795

Johann Joseph Mildner, Jahreszeitenbecher Winter, Gutenbrunn 1795

Taxe: 7.000 - 12.000 EURO

Zuschlag: 7.000,- EURO

Losnummer: 793

Dreibeinkessel, Innsbruck, 1650

Dreibeinkessel, Innsbruck, 1650

Taxe: 5.000,- EURO

Losnummer: 1118

Paar Tafelaufsätze, Neapel, um 1730

Paar Tafelaufsätze, Neapel, um 1730

Taxe: 10.000 - 18.000 EURO

Losnummer: 833

Tang Yin zugeschrieben, Erotisches Albumblatt, China Ming-Dynastie (1368-1644 n.Chr.)

Tang Yin zugeschrieben, Erotisches Albumblatt, China Ming-Dynastie (1368-1644 n.Chr.)

Taxe: 80.000 - 150.000 EURO

Losnummer: 1383




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