Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 08.12.2018 58. Kunstauktion - Bildende Kunst des 17. - 21. Jh.

© Schmidt Kunstauktionen Dresden

Anzeige

Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto Modersohn
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack

Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Nature morte au crane / Pablo Picasso

Nature morte au crane / Pablo Picasso
© Galerie Weick


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Ausstellungen

Aktuellzum Archiv:Ausstellung

Gleich drei Museen in Bremen und Hannover nehmen den 100sten Todestag der früh verstorbenen Malerin Paula Modersohn-Becker zum Anlass, ihr Werk intensiv zu durchleuchten. Die Hauptausstellung: „Paula in Paris“ in der Kunsthalle Bremen widmet sich ihren intensiven Parisaufenthalten und den Einflüssen der Pariser Avantgarde auf ihr Werk

Und in der Ferne leuchtet Paris



Mit der norddeutschen Malerin Paula Modersohn-Becker assoziiert man zunächst einmal neblig verhangene Moorlandschaften, naiv anmutende, bäuerliche Porträts und ländliche Stillleben mit Tonkrügen in erdig reduzierter Farbpalette. Allzu gern wird Modersohn-Beckers Werk mit der Landschaft in Verbindung gebracht, in der es entstanden ist: dem Teufelsmoor bei Bremen und der Künstlerkolonie Worpswede im besonderen. Hierhin zog die junge Frau im September 1898. Doch dass sie die Enge und Weltabgewandtheit des kleinen niedersächsischen Moorortes einmal überwinden will, teilt sie schon am Tag ihrer Ankunft ihrer Tante in Berlin mit: „Ich genieße mein Leben mit jedem Atemzug, und in der Ferne glüht, leuchtet Paris.“



Den 100sten Todestag von Paula Modersohn-Becker nehmen jetzt gleich drei norddeutsche Museen zum Anlass, das Werk der zu Lebzeiten unterschätzten Malerin umfassend zu würdigen. Die größte Ausstellung findet in der Bremer Kunsthalle statt. Unter dem vertraulichen Titel „Paula in Paris“ wird der Einfluss der „Väter der Moderne“ in der Kunstmetropole Paris auf das Werk Modersohn-Beckers in zahlreichen spannungsreichen Gegenüberstellungen erforscht. 61 Gemälde und 60 Zeichnungen der norddeutschen Malerin werden mit 33 Gemälden und 15 Arbeiten auf Papier von Pablo Picasso über Paul Gauguin, Vincent van Gogh bis Paul Cézanne konfrontiert. Im Paula Modersohn-Becker Museum in Laufnähe konzentriert sich erstmals eine Ausstellung auf den erstaunlichen Einfluss ägyptischer Mumienporträts auf die Porträtmalerei Paula Modersohn-Beckers. Immer wieder besuchte sie den Louvre und studierte dort die gut erhaltenen ägyptischen Darstellungen, von denen sie auch einige Reproduktionen besaß. Im Landesmuseum Hannover schließlich wird ihr Werk anhand von 150 Gemälden und Handzeichnungen dem ihres Mannes Otto Modersohn gegenübergestellt.

Schon in jungen Jahren zog es Paula Becker immer wieder in die europäischen Kunstmetropolen. Zwei Jahre lang studierte sie in Berlin, eine Zeitlang lebte sie in der Nähe von London, und auf Reisen erkundete sie München, Wien und Dresden. Doch keine Stadt faszinierte sie so sehr wie Paris, damals Europas Kunstmetropole Nummer eins. So verwundert es wenig, dass sie sich in der Neujahrsnacht 1899/1900 kurzerhand in den Zug setzte und nach 17 Stunden Fahrt die Seine-Metropole erreichte. „Das wird ein lieblich Stündlein geben, wenn ich den Bremer Staub von den Füßen schüttele. Hurra!“ schrieb sie einen Tag vor ihrer Abreise an Otto Modersohn. Der Auslöser für den plötzlichen Aufbruch aus der norddeutschen Provinz war ein vernichtender Artikel über ihre Zeichenkunst in der „Weser-Zeitung“, der sie sehr verletzte. Ein einflussreicher Kritiker bezeichnete ihre Studien entrüstet als „unqualifizierbare Leistungen...“, denen es „gelungen ist, den Weg in die Ausstellungsräume unserer Kunsthalle zu finden“. Paris sollte Modersohn-Becker in den nächsten Jahren vier Mal besuchen. Ihre Aufenthalte addieren sich auf insgesamt zwei Jahre. Sie belegte Kurse im Aktmalen an privaten Akademien, zeichnete intensiv im Louvre, besuchte Galerien und Museen und traf Pariser Künstler wie Auguste Rodin oder Henri Rousseau regelmäßig in ihren Ateliers. Sie war ständig auf der Suche nach dem „Aller-Allermodernsten“ (Modersohn-Becker). Im Werk der Maler Edouard Vuillard oder Pierre Bonnard entdeckte sie es.

Ihre Aufenthalte in Paris blieben nicht ohne Einfluss auf ihr Werk. Die brauntonige Farbpalette wurde mit den Jahren immer heller, freundlicher und farbintensiver. Paula Modersohn-Becker griff Motive der Pariser Maler auf, die sie dann mit großer Könnerschaft in ihre eigene Bildsprache übersetzte. Ihr intensives Studium und ihre Begeisterung für Paul Cézannes perspektivverdrehte Stillleben beflügelte sie bei der Komposition ihrer eigenen Stillleben. Statt Hering, Krug und Apfel tauchten darauf jetzt Kürbis, Orange und Goldfische auf. Die Aura des Exotischen auf Paul Gauguins lieblich-harmonischem Gemälde „Zwei Tahitianerinnen am Strand“ von 1891/94 scheint direkt Pate gestanden zu haben für ihr paradiesisch wirkendes Bild „Stehender und knieender Mädchenakt vor Mohnblumen“, das 1906 entstand. Die knallige Orange, die ein Mädchen dem anderen reicht, akzentuiert die Bildmitte, rote Mohnblüten dominieren den Bildhintergrund.

Als erste Malerin der Kunstgeschichte stellt sich Paula Modersohn-Becker auf mehreren 1906 entstandenen Gemälden selbst als Akt dar. Ein gewagter Schritt, der ihr neues Selbstbewusstsein unterstreicht. Der private Ausbruch aus der Enge des Teufelsmoors und der künstlerische Aufbruch in eine moderne Zeit bleiben stets ihre Antriebsfeder. Künstlerisch hat sie sich durch die Pariser Schule längst weiterentwickelt als die Kollegen im beschaulichen Worpswede. Dennoch hat sie zu Lebzeiten nur vier Bilder verkauft. Ihre im Mai 1901 geschlossene Ehe mit Otto Modersohn gerät zunehmend in eine Krise. 1907 wird sie schließlich schwanger. Das lang ersehnte Kind wird im November 1907 geboren, doch Paula Modersohn-Becker stirbt drei Wochen später an einer Embolie. Ihre letzten überlieferten Worte sind: „Wie schade!“. Die begabte Malerin wurde nur 31 Jahre alt.

Die Ausstellungen „Paula in Paris – Paula Modersohn-Becker und die Kunst in Paris um 1900. Von Cézanne bis Picasso“ und „Paula Modersohn-Becker und die ägyptischen Mumienporträts. Eine Hommage zum 100. Todestag der Künstlerin“ sind bis zum 24. Februar 2008 zu sehen. Die Kunsthalle Bremen hat dienstags von 10 bis 21 Uhr und mittwochs bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 11 Euro, ermäßigt 9 Euro. Der Katalog kostet im Museum 25 Euro.

Die Kunstsammlungen Böttcherstraße Bremen – Paula Modersohn-Becker Museum haben dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Hier beträgt der Eintritt 9 Euro, ermäßigt 7 Euro. Der Katalog kostet 20 Euro. An den Weihnachts-, Silvester- und Neujahrstagen gelten in beiden Häusern besondere Öffnungszeiten. Beim Kauf eines Museumstickets wird im anderen Museum der ermäßigte Eintrittspreis berechnet.

Kunstsammlungen Böttcherstraße Bremen – Paula Modersohn-Becker Museum
Böttcherstraße 6-10
D-28195 Bremen

Telefon: +49 (0)421 – 336 50 66
Telefax: +49 (0)421 – 339 82 95
www.paula-2007.de

Kontakt:

Kunsthalle Bremen

Am Wall 207

DE-28195 Bremen

Telefon:+49 (0421) 32 90 80

Telefax:+49 (0241) 32 90 84 7

www.paula-in-paris.de



16.10.2007

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Veranstaltung vom:


13.10.2007, Paula in Paris - Paula Modersohn-Becker und die Kunst in Paris um 1900. Von Cézanne bis Picasso

Veranstaltung vom:


14.10.2007, Paula Modersohn-Becker und die ägyptischen Mumienportraits - Eine Hommage zum 100. Todestag der Künstlerin

Bei:


Kunsthalle Bremen

Bericht:


Don Quijote im Teufelsmoor

Bericht:


Auf der Suche nach dem Ich

Künstler:


Paula Modersohn-Becker










Copyright © '99-'2018
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce