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Am Badestrand / Otto Pippel

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Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Jubiläumsauktion mit Alten Meistern im Dorotheum

Kann denn Liebe Torheit sein?



Gillis van Valckenborch, Fest der Meeresgötter

Gillis van Valckenborch, Fest der Meeresgötter

Echte Höhepunkte mischen sich mit gutem Durchschnitt bei der kommenden Altmeisterauktion im Dorotheum Wien, die sich als Teil der zweiten Jubiläumsfeierlichkeiten zum 300sten Bestehen des Auktionshauses in diesem Jahr verstehen. Selten taucht auf dem deutschen Markt zum Beispiel noch ein echter Peter Paul Rubens auf. Ihm persönlich und mit guten Gründen wird eine kleine Ölskizze auf Holz zugeschrieben, die den auf einer Wasserurne lagernden Flussgott Maranon mit dem Steuerruder zeigt. 1635 soll sie als Vorbereitung für eine der pompösen Einzugsdekorationen „Pompa Introitus Ferdinandi“ in Form von Triumphbögen entstanden sein. Auftragsgeber dieser Dekorationen war die Stadt Antwerpen, die damit den Kardinalinfanten Ferdinand, den Brüder des spanischen Königs Philipp III. und neuen Staathalter der spanisch-habsburgischen Niederlande, zu dessen Einzug ehren wollte. 70.000 bis 120.000 Euro sind im Dorotheum nun für die vorbereitende Studie vorgesehen.



Anthonis van Dyck zeichnet für die Kopfstudie eines Bartträgers verantwortlich, die im alten Mann auf seiner früher im Kaiser-Friedrich-Museum in Berlin befindlichen, im Krieg verbrannten Dornenkrönung Eingang fand (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR). Kaum weniger beeindruckend sind am 16. Oktober die Studie eines in den heiligen Paulus verwandelten alten Mannes aus dem Umkreis des Italieners Giovanni Serodine sowie das Bildnis eines gebannt schauenden jungen Mannes von Vittore Ghislandi, genannt Fra Galgario (Taxen 22.000 bis 25.000 und 30.000 bis 40.000 EUR). Aus der Werkstatt Bartolomé Esteban Murillos soll die anrührende Darstellung des kleinen Johannesknaben mit dem Lamm in einer gebirgigen Landschaft stammen, bei Simone Cantarini ist er bereits in das frühe Mannesalter eingetreten (Taxen zwischen 70.000 und 90.000 EUR). Nicht minder anmutig ist die Madonna Giovanni Battista Salvis, die noch im 17ten Jahrhundert die Nachwehen der Süßlichkeit Raffaels spüren lässt (Taxe 38.000 bis 55.000 EUR).

Luca Giordanos Verbildlichung des lachenden, griechischen Philosophen Demokrit macht seinem Schöpfer einmal mehr alle Ehre als „Fa Presto“ (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR). Annibale Carracci gibt sich in dem Frühwerk einer thronenden Gottesmutter, umgeben von Heiligen, heiter und freundlich (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR). Gar nicht verraten möchte das Auktionshaus den Schätzpreis für Nicolò Bambinis Gemälde „Vulkan reicht Venus einen von ihm geschmiedeten Pfeil“ aus österreichischem Adelsbesitz. Die ältesten Werke hat das Auktionshaus in der Mitte versteckt. Der Werkstatt Joachim Patinirs, gerade erst in einer großen Ausstellung im Prado etwas großspurig als Entdecker der Landschaftsmalerei gefeiert, wird die Darstellung des abgezehrten Hieronymus in einer vielseitigen Landschaft mit idyllischer Wasserschlosskulisse zugeschrieben (Taxe 18.000 bis 24.000 EUR).

Für nur 22.000 bis 30.000 Euro steht ein Antwerpener Triptychon aus der Zeit um 1520 bereit, vielleicht etwas konventionell, aber keineswegs schlecht gemalt. Auch der sächsische Meister aus der Zeit um 1515, den man der kleinen Frührenaissancemetropole Annaberg im Erzgebirge zuordnen kann, zeigt mit seiner Marter der heiligen Katharina hohe technische Fertigkeiten und gute Charakterisierungskunst (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Einem Tiroler Maler um 1490 gehört die Darstellung der Muttergottes, umgeben von den heiligen Jakobus, Petrus, Franziskus und Klara (Taxe 22.000 bis 30.000 EUR). Auf italienischer Seite beeindruckt etwa gleichzeitig ein toskanischer Meister mit seiner heiligen Familie im Tondo (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR). Dem Nürnberger Renaissancemaler Georg Pencz wird eine gute Lukrezia im Augenblick ihres Selbstmordes zugewiesen (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR). Der Christus am Kreuz von Lucas Cranach d.J. im Stil seines Vaters soll 8.000 bis 12.000 Euro kosten.

Ein ziemliches Getümmel herrscht auf der über zweieinhalb Meter breiten, von Gillis van Valckenborch bemalten Leinwand „Fest der Meeresgötter“, ebenso wie bei Cornelis Saftleven, dessen Versuchung des heiligen Antonius Gelegenheit zur Präsentation seiner ganzen Höllenmonstererfindungen gibt (Taxen zwischen 20.000 bis 35.000 EUR). Reichlich Leben auch auf der Verspottung der menschlichen Torheiten, vermutlich von Frans Verbeeck im 16ten Jahrhundert geschaffen. Zu diesen gehören nicht nur Spiel und händlerisches Treiben, sondern nach Meinung des Malers auch die Liebe (Taxe 65.000 bis 75.000 EUR). Anton Goubau schildert das Treiben auf einem römischen Jahrmarkt mit hübscher Renaissancekulisse nach eigener Schöpfung (Taxe 90.000 bis 140.000 EUR).

Bei Venus und Amor in einer Fassung Giacinto Gimignanis besteht das Begleitpersonal dagegen lediglich aus vier geflügelten Putten, zwei davon beschirmen die beiden Hauptfiguren mit einem violettsamtenen Vorgang (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Zwei Satyrn belauschen die schlafenden Nymphen der Diana auf einer Holztafel Jan Breughels d.J. Dabei stellen sie sich derart geschickt an, dass nicht einmal die zahllosen Wachhunde der drei umeinandergefallenen Damen etwas merken (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR).

Eine hübsche Genreszene gibt es von Albert Jansz van der Schoor: Er malte 1656 zwei kartenspielende Herren am Gasthaustisch, deren jüngerer allerdings Schützenhilfe von der vollbusigen Wirtin erhält. In ihrem kleinen Rundspiegel sind deutlich die Karten des Gegenspielers zu sehen. Doch schaut der Alte auch nicht gerade wie auf den Kopf gefallen aus: Noch hat er mehr Münzen auf dem Tisch. Die technisch präzise, humorvolle Malerei ist mit 35.000 bis 45.000 Euro recht günstig taxiert. Lug und Trug, vielleicht von Quentin oder Jan Massys allerdings mit schärferer künstlerischer Zunge gegeißelt, beherrschen auch zwei alte Männer in gekünstelter Betstellung (Taxe 30.000 bis 50.000 EUR).

In die derbe und ärmliche Welt des Landlebens begibt sich Adriaen van Ostade mit einem Gemälde trinkender Bauern in ihrer Scheune (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR). Sein Bruder Isaac van Ostade steht dem mit einer bäuerlichen Familie beim Zubereiten von Fleisch ebenfalls in einer Scheune nicht nach (Taxe 30.000 und 40.000 EUR). Von fast bedrückendem Realismus ist David Vinckboons’ Speisung der Armen und Krüppel, die nur von einem vergitterten Fenster einer verrammelten Burg aus stattfindet und sofort zu Streit unter den Bedachten führt (Taxe 45.000 bis 60.000 EUR).

Was hätten sich die Benachteiligten über die in die Wirklichkeit geholte Pracht eines Stilllebens mit einem vergoldeten Ananaspokal und einem silbernen Teller mit Früchten auf einem Orientteppich gefreut! Barend van der Meer setzte dieses Arrangement im Halbdunkel und mit vorimpressionistischem Schimmern um (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR). Der Tierspezialist Melchior de Hondecoeter neckt seine Betrachter mit einem Trompe l’oeil-Stillleben, das ein Rebhuhn, eine Taube und ein Jagdhorn in einer steinernen Rundbogennische vorstellt (Taxe 35.000 bis 50.000 EUR). Blumenbilder von Margherita Caffi und Martinus Nellius ergänzen die Stilllebenkunst (Taxen zwischen 12.000 und 50.000 EUR).

Unter den autonomen Landschaften sind im durchschnittlichen Preisbereich von 20.000 bis 55.000 Euro die Werke Adam Pynackers, Pieter Wouwermans mit Reisegesellschaft am Fluss, Jacob Jacobsz van Geels von 1633 mit mächtigen Bäumen und Theobald Michaus. Mit 60.000 bis 70.000 Euro etwas tiefer in die Tasche langen muss man für die Pendants zweier Flusslandschaften mit Badenden und Fischern von Andrea Locatelli. Gleich zwei charakteristische Werke gibt es von Jan van Goyen, eine Flusslandschaft mit einer Wäscherin und vor allem sein erdfarbenes Gehöft an einem Fluss mit Bauern beim Beladen eines Heuwagens, beide von 1633 (Taxen zwischen 45.000 und 80.000 EUR). Und bei 120.000 bis 140.000 Euro markiert Gaspard Dughets koloristisch schwere Ansicht von Tivoli mit den Wasserfällen und zwei Frauen im Vordergrund die Preisspitze.

Für antike oder Renaissancearchitekturkulissen mit landschaftlichen Ausblicken zeichnen Giovanni Paolo Panini, Giovanni Ghisolfi und Viviano Codazzi verantwortlich, letzterer mit einem Blick auf den Vesuv um 1660 (Taxen je 36.000 bis 40.000 und 60.000 bis 80.000 EUR). Als Gemeinschaftsarbeit zweier Künstler entstand im fortgeschrittenen 18ten Jahrhundert eine Ansicht des Kolosseums in Rom: Paolo Anesi malte Architektur und Landschaft, Paolo Monaldi zeichnete ein paar Figuren hinein (Taxen 55.000 bis 80.000 EUR). Aus dem späten 18ten Jahrhundert stammt bereits die Ansicht eines vernebelten südlichen Hafens von Francesco Fidanza mit einem abfahrenden Segelschiff (Taxe 12.000 bis 16.000 EUR).

Schließlich verdienen noch einige Portraits eine Hervorhebung. Rauschende Pracht entfaltet ein Mitarbeiter des Louis XIV-Zeitgenossen Hyacinthe Rigaud auf seinem Bildnis Louis-Antoine de Pardaillon de Gondrin, Herzogs von Antin, (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Das österreichische Rokoko repräsentiert Maximilian Joseph Hannl in zwei zusammengehörigen Frauenallegorien des Frühlings und des Sommers (Taxe 28.000 bis 35.000 EUR). Pietistisch nüchtern geht es dagegen auf Thomas de Keysers Bildnis eines holländischen Kaufmanns in seinem Büro von 1629 zu (Taxe 80.000 bis 100.000 EUR). Auch Anton Raphael Mengs war um 1760 die Reduktion auf das Wesentliche lieber. Zu haben sind seine beiden Ölskizzen zum großen Portrait der Infantin Maria Ludovica von Spanien sowie zu einem Bildnis der Erzherzogin Isabella, die zwar mit Kaiser Josef II. verheiratet war, aber eine viel stärkere, über das normale freundschaftliche Maß hinausgehende Zuneigung zu ihrer Schwägerin Marie-Christine verband (Taxen 18.000 bis 24.000 und 45.000 bis 60.000 EUR).

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



08.10.2007

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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