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Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach

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Rückblick: Jugendstil im Dorotheum

Spielt mehr Tennis!



Eduard Klablena, Vase, 1914

Eduard Klablena, Vase, 1914

Hinter Masken, wie sie auf Eduard Klablenas großer Vase von 1914 zusammen mit stilisierten Affen, Löwen und Adlern prangen, brauchte sich das Wiener Dorotheum auf seiner Jugendstilauktion am 30. Mai nicht zu verstecken. 72 Prozent der über 360 Lose holten die Kunden in ihre Sammlungen, und manch schöne Überraschung verzierte dies ohnehin schon gute Ergebnis. „Unverhofft kommt oft“ galt auch für die bauchige Vase aus farbig glasierter Keramik. Auf 4.000 bis 5.000 Euro angesetzt, ließen sich die Bieter bis auf 22.000 Euro hinaufziehen.



Wenig allerdings war das gegen den Erfolg Otto Prutschers. 1905 hatte er für die 17. Möbelausstellung in Wien ein nahezu quadratisches Mosaik entworfen, das mehr als nur Dekoration für das Badezimmer sein sollte. In ihm manifestiert sich der Sprung vom Jugendstil, in dem alles fließt, zu den kantigen, klassizistisch geprägten Formen des Art Déco. Im Bildfeld schaut ein römischer Soldat in die Ferne, man denkt an das neue Antikenbild eines Aristide Maillol und vielleicht sogar eines Hofmannsthal, in denen nicht mehr das ideale Gefühl, sondern der archaische Mensch mit seinen unmittelbaren Begierden, Ängsten und Flüchen im Mittelpunkt steht. Und man denkt jetzt vielleicht an die 45.000 Euro, die ein Telefonbieter in das Werk investierte, für das nur mit 6.000 bis 8.000 Euro gerechnet worden war.

Freilich blieb auch manch edles Stück im Depot stehen, etwa Michael Powolnys große Prunkvase aus weißblau glasiertem Ziegelscherben, die um 1916 in der Firma Wienerberger Keramik vom Band lief (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR), oder seine beiden bunt staffierten Jahreszeitenputti Herbst und Frühling aus der Zeit um 1907 für jeweils 8.000 bis 10.000 Euro. Der größere Sommer aus einer anderen Reihe von 1915 tangierte dagegen die untere Grenze von 12.000 bis 15.000 Euro. Vally Wieselthiers expressionistischer Mädchenkopf nach einem Entwurf 1928 und in der Ausführung der Wiener Werkstätte schaffte bei 12.000 Euro den Absprung (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR).

Preise von bis zu 6.500 Euro für das reiche und mehrheitlich gut übernommene Angebot an Vasen Emile Gallés und bis zu 4.000 Euro für Daum Frères bildeten die Basis für den Auftritt der Kugelvase „Poissons“ nach einem Entwurf 1921 von René Lalique. Fische gestalteten den reliefierten Dekor des roten, formgepressten Glases. 16.000 Euro wurden für das ungewöhnliche, schon dem Art Déco verhaftete Stück gezahlt (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Der zweite Exzentriker der Glasvasenreihe, Maurice Marinots Flakon mit Stöpsel, ein Unikat von 1926 aus leicht rosa und grau getöntem Glas mit tiefgeätztem und geschnittenen Dekor, musste dagegen bei 18.000 bis 22.000 Euro unverrichteter Dinge wieder abziehen.

Gabriel Argy-Rousseaus Vase „Chardons rouges“ nach einem Entwurf aus dem Jahr 1920 machte sich bei 11.000 Euro aus dem Glasstaub (Taxe 7.000 bis 8.000 EUR). Die Produkte der österreichischen Firma Lötz Witwe waren demgegenüber nicht ganz konkurrenzlos, denn immerhin 7.000 Euro heimste beispielsweise eine von Otto Prutscher entworfene Vase mit Perlglasdekor in Gelb und Grün ein (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR). Fast manieristische Attitüden offenbart eine farblose Bacchus-Vase, die um 1925 Jaroslav Horejc für die Firma Lobmeyr erdachte, so übertrieben muskulös tritt das geschnittene Tanzpaar darauf auf. 12.000 Euro waren der Lohn (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR).

Später glänzten im Dorotheum noch einige vornehmlich italienische Arbeiten der Nachkriegszeit aus Murano, die großzügigerweise ebenfalls dem Jugendstil zugerechnet wurden. In der Tat lassen die reichen farblichen Gestaltungen der Vasen von Fulvio Bianconi, Dino Martens und Monica Guggisberg, die für bis zu 8.500 Euro über den Ladentisch rollten, an die Spielereien der Jahre um 1900 denken. Die Affinität zur abstrakten Malerei ist aber ebenso deutlich spürbar.

Unter den Möbeln war nicht jedes Stück erfolgreich. Otto Wagners Armlehnstuhl von 1904 beispielsweise für die Wiener Postsparkasse blieb schon bei 15.000 Euro stecken (Taxe 22.000 bis 30.000 EUR). Gar keinen Abnehmer fanden Adolf Loos’ behäbiger, sechssäuliger „Haberfeld-Tisch“, benannt nach der ersten Wohnung, in der er stehen sollte, und Ulisse Stacchinis kraftvolle Tafel aus dem Wartessaal der ersten und zweiten Klasse des Mailänder Hauptbahnhofes von 1931 (Taxen je 12.000 bis 15.000 EUR). Taxgerechte 14.000 Euro räumte der schlichte Eichenholzstuhl Charles Rennie Mackintoshs aus den „Argyle Street Tea Rooms“ in Glasgow von etwa 1897 ab, auf den sich ja der ganze Jugendstil zu einem Gutteil zurückführt.

Koloman Moser gehört ebenfalls zu den österreichischen Avantgardisten einer neuen Möbelkultur. Seine beiden Nachtkästchen von 1904 für das Berliner Schlafzimmer von Jerome und Margarete Stonborough-Wittgenstein stellen Inkunabeln der äußersten Schlichtheit dar. Sie streiften die untere Grenze von 20.000 bis 25.000 Euro. Kaum reicher bildete Marcel Kammerer um 1910 seine für die Wiener Firma Kohn entworfene dreiteilige Sitzgarnitur. Nur wenige Messingknöpfe verzieren die 15.000 Euro teuren Möbel (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Von 2.500 bis 3.000 Euro auf 7.000 Euro kletterte ein breites Fauteuil, das in Frankreich wohl gegen 1925/30 im Stil des Art Déco entstand und schon wieder etwas mehr Dekor enthält. Das Empire stand hier Pate. Ein behäbiges Jugendstilbuffet aus Eiche mit grünblau verglasten Türen, das Carl Gustav Bensel zugeschrieben wird, ziert für 3.000 Euro jetzt wohl eher ein ländliches Anwesen (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR).

Wunderbares Eis wird nötig sein, um sich an Josef Hoffmanns sieben Eislöffeln aus der Serie „Rundes Modell“ von 1907 so richtig zu delektieren, die ein Bieter für 7.000 Euro mit nach Hause nahm (Taxe 2.200 bis 3.000 EUR). Der gleichen Serie entstammen fünf Moccalöffel, die sogar von 1.600 bis 2.000 Euro auf 9.000 Euro kletterten. 8.000 Euro musste investieren, wer später das nicht ganz passende 17teilige Moccaservice von einer der beiden Wiener Firmen Vinzenz Carl Dub oder Rozet & Fischmeister haben wollte (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR). Mit jeweils 15.000 bis 20.000 Euro waren Koloman Mosers sechseckige, konkav schwingende Körbchen von 1905 für die Wiener Werkstätte bewertet. Der eine erzielte 22.000, der andere 15.000 Euro. Und Eduard Josef Wimmers fein gearbeitete Holzkassette auf Elfenbeinfüßchen kam auf 2.400 Euro (Taxe 2.200 bis 3.000 EUR).

Besondere Aufmerksamkeit erregte in der Metallabteilung die Tänzerin „Étoile de mer“, die Demetre Chiparus um 1930 aus patinierter und vergoldeter Bronze sowie Elfenbein aus der Taufe hob. Erst kürzlich hatte ja das Stuttgarter Auktionshaus durchschlagenden Erfolg mit solchen Figuren. Im Dorotheum setzte er sich fort und führte zu 40.000 Euro (Taxe 7.000 bis 10.000 EUR). Nicht minder dynamisch, aber etwas einfacher in der Herstellung ist Franz Hagenauers aus Messingblech geschnittener und gebogener Tennisspieler von etwa 1930/40, der denn mit 5.000 Euro auch etwas preisgünstiger blieb. Er war nur einer von mehreren lustigen Einfällen Hagenauers, die fast ausnahmslos gut ankamen (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



06.07.2007

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Taxe: 2.500 - 3.000 EURO

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Fauteuil, wohl Frankreich, um 1925/30

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Taxe: 2.500 - 3.000 EURO

Zuschlag: 7.000,- EURO

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Taxe: 12.000 - 15.000 EURO

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