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Die Skulptur Projekte in Münster bieten Führungen der unterschiedlichsten Art an: zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Bus. Speziell für High-Tech-Pioniere gibt es den Multimediaguide. Das handliche Gerät hat Stärken und Schwächen

Ganz vernetzt im Hier und Jetzt



„Hallo und herzlich willkommen bei den Skulptur Projekten 2007“. Mit diesen Worten begrüßt die sonore Stimme eines Sprechers im gesetzteren Alter den Besucher der Münsteraner Skulpturenschau, wenn er seinen Rundgang mit dem Multimediaguide startet. Ausgerüstet mit einem handlichen „Smart Phone“ mit Eingabestift und Headset geht es los, zuerst in Richtung Domplatz. Der High-Tech-Look sorgt sofort für Aufsehen. Wird man doch gleich von einer Falschparkerin für einen Vertreter des Ordnungsamtes gehalten und gebeten, für ihren illegalen Kurzhalt doch bitte kein Knöllchen zu erteilen. Da drückt man gern ein Auge zu, schließlich ist die Frau im „kirchlichen Dienst“ beschäftigt.



Doch hier soll es um die multimediale Vermittlung wertvoller Hintergrundinformationen zu allen 34 Skulptur Projekten gehen, nicht um bürokratische Akte. Erinnerungen werden wach an die schöne Arbeit von Janet Cardiff während der 1997er Ausgabe. Damals hatte die Kanadierin ihren spannungsreichen „Walk Münster“ entwickelt und die Besucher mit Flüsterstimme am Haus des Bischofs vorbei schließlich in ein obskures Verlies geführt. 1997 galt der CD-Walkman noch als kleine technische Sensation. Der finessenreiche Multimediaguide von heute ist da natürlich wesentlich avantgardistischer. Neben allgemeinen Informationen werden O-Töne der Künstler und Kuratoren eingespielt. Fotos von früheren Arbeiten der Künstler erleichtern die Einordnung ihrer aktuellen Beiträge. Ein Stadtplan sorgt zudem für Orientierung.

Wenn man bei einer Station angekommen ist, gibt man deren Nummer mit dem Stick über eine Tastatur ein und erhält dann auf dem Display ein kleines Menü mit drei bis vier Rubriken zum Anklicken. Jedes Projekt wird genau beschrieben. Steigt man zum Beispiel am Domplatz die Treppe zu den vom Düsseldorfer Konzeptkünstler Hans-Peter Feldmann neu gestalteten Toiletten herab, so lenkt der Multimediaguide die Aufmerksamkeit auf das, was man gerade wahrnimmt: Den bunten Kronleuchter, die beigefarbenen, großen Kacheln und die eingängige Oldiemusik.

Der Besucher wird immer direkt angesprochen und einbezogen. Mit klaren Eingangsfragen und einer konkreten Bezugnahme zum Alltag des Betrachters werden Hemmschwellen gegenüber der zeitgenössischen Kunst abgebaut. Hintergrundinformationen, mögliche Interpretationsansätze und die Einordnung der einzelnen Arbeiten in die 30jährige Geschichte der „Skulptur Projekte“ geben dann die Kuratorinnen Brigitte Franzen und Carina Plath. Die beiden führen auch in den aktuellen wissenschaftlichen Diskurs zum Thema „Skulptur im öffentlichen Raum“ ein. Ihre Ausführungen sind dabei eher fachlich-sachlich. Skulptur Projekte-Erfinder Kasper König dagegen verlässt sich bei seinen gelegentlichen Kommentaren ganz auf seine gewohnt witzig-pointierte Nonchalance.

Der einsam durch die Stadt wandernde Nutzer des Multimediaguides erwirbt sich im Laufe seines Rundgangs einen enormen Wissensvorsprung: Er sieht zum Beispiel auf dem hochauflösenden Display alte Gemälde mit der biblischen Geschichte von Lots Frau, die den Streichelzoo von Mike Kelley auch kunsthistorisch einordnen. Er darf sich von Andreas Siekmann die hochkomplexen ökonomischen Zusammenhänge des Stadtmarketings und seine kritische, künstlerische Haltung dazu erläutern lassen. Er bekommt eine schöne Zusammenfassung von Dominique Gonzalez-Foersters Arbeit „Münster-Roman“. Die Französin hat ihr persönliches „Best of“ aus allen Skulpturen von 1977 bis 2007 en miniature an der Promenade aufgebaut.

Eines jedoch muss bemerkt werden: Voraussetzung für ein zufriedenstellendes Multimedia-Erlebnis ist ein gutes technisches Grundverständnis. Eine gewisse Erfahrung mit Computern, Handys oder Blackberrys müsste man eigentlich mitbringen, sonst ist der Frust über gelegentlich Abstürze und kurzes „Einfrieren“ des Displays allzu groß. Über kleine Kinderkrankheiten der hochmodernen Geräte und teils unnötig lange Wege beim Durchnavigieren muss der User einfach hinwegsehen. Wer neugierig ist, sollte spaßeshalber auch einmal die englische Version testen. Hier werden in sehr anschaulichem Englisch von einem britischen Sprecher in bester BBC-Qualität die „Skulptur Projekte“ erklärt. Für die vielen internationalen Besucher, die zur Zeit in Münster unterwegs sind, sicherlich ein großer Gewinn.

Die „Skulptur Projekte Münster 07“ sind bis zum 30. September täglich von 10 bis 22 Uhr zu sehen. Die Ausleihe des Multimediaguides erfolgt im switch+, Goldener Pavillon Rothenburg 30, gegen eine Gebühr von 7,50 Euro und gegen Pfand. Während der diesjährigen „Skulptur Projekte“ kann man übrigens auch wieder den „Walk Münster“ von Janet Cardiff machen. Ausgabe der Walkmen im LWL-Landesmuseum.

www.skulptur-projekte.de



03.07.2007

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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