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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Fotografie bei Grisebach in Berlin

Lichter des Karussells



Die Fotografie-Auktion bei Grisebach am 7. Juni in Berlin stellt eine kurzgefasste Entwicklungsgeschichte dieser Kunstgattung im 20ten Jahrhundert auf und offenbart in schönster Weise die ungeahnten Möglichkeiten des Mediums, auch mit malerischen Mitteln zu gestalten. Gleich zu Beginn der Auktion versucht sich ein weiblicher „Telephone Operator“ in einer Fotografie von Berenice Abbott aus den 1940er Jahren in einer Landschaft aus Kabeln, und man nimmt kaum wahr, dass sie dabei in einem engen Raum sitzt. Die Aufnahme ist gestochen scharf und beleuchtet die kleinsten Einzelheiten der Technik ebenso wie die karierte Hose der Dame (Taxe 4.000 bis 4.500 EUR).



Geradezu lyrisch sind manche Bilder, wie Peter Keetmans „Ballade in Eis“ aus dem Jahr 1948 (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR) oder sein von oben aufgenommenes Karussell „München: Auer Dult“ von 1965 (Taxe 2.500 bis 3.500 EUR). Dass Hans Bellmer auch aus der surrealistischen Skulpturenbranche kommt, merkt man dem amorphen Gebilde auf seiner 1937/38 erstellten Tafel VIII aus der Serie „Les jeux de la poupée“ deutlich an (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Eine Referenz an Alexander Rodtschenkos „Pionier mit Trompete“ von 1930 stellt Martin Munkácsis 1943 erstelltes Konterfei einer amerikanischen Kriegsfreiwilligen dar, das die trompeteblasende Frau in Uniform ebenfalls von unten her präsentiert (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR).

1965 treibt sich Diane Arbus in einem „Nudist Camp“ herum und fotografiert eine dreiköpfige amerikanische Familie auf der Wiese, die es ebenso wenig stört, selbst nackt zu sein, wie es auch der Fotografin Spaß macht, nichts als die Kamera am Leib zu tragen (Taxe 9.000 bis 12.000 EUR). Helmut Newton nackt Modell zu stehen, war immer eine Ehre, so 1987 für die „Woman leaning against Cadillac“ (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR).

Eine besondere Wirkung entfalten immer wieder die Portraits, trifft sich doch hier die Brillanz des Fotografen mit der Aura der Berühmtheit. Marlene Dietrich kommt bei Grisebach am häufigsten vor: Als selbstbewusstes Mannweib in einer Aufnahme Alfred Eisenstaedts aus dem Jahr 1928 (Taxe 2.500 bis 3.500 EUR), als femme fatale mit Rüschen in einem barocken Fauteuil 1934 von Edward Steichen, einem der besten Stilisten seiner Zeit (Taxe 18.000 bis 20.000 EUR), zusammen mit ihrer Tochter Maria Riva 1947 in einer eleganten New Yorker Wohnung stehend von Horst P. Horst (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR), ein Jahr später auf der Bettkante sitzend von Irving Penn (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR) oder schließlich als alternde Diva 1960 auf der Bühne nach Herbert List (Taxe 2.500 bis 3.500 EUR).

Hugo Erfurth trat ebenfalls als Portraitist hervor. Unter anderem Käthe Kollwitz und der Schauspieler Heinrich George haben 1925 und um 1930 frontal vor seiner scharf beobachtenden Linse gestanden (Taxen je 6.000 bis 7.000 EUR). Der Pianist Glenn Gould fixiert mit seinen kalten grünen Augen und einem kaum merklichen spöttischen Lächeln den Betrachter auf einer Farbfotografie Ormond Giglis aus dem Jahr 1965 (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR). Ein Fotograf fotografiert eine Fotografin, und heraus kommt um 1930 Walker Evans’ sehr intimes, ungewöhnlich modernes Bildnis der Kollegin Berenice Abbott, die wir ja schon zu Beginn der Auktion kennenlernen durften (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Sich selbst nahm Paul Outerbridge jr. um 1927 als etwas derangierten Dandy auf (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Walter Vogel war 1965 in der Düsseldorfer Galerie Schmela zugegen und dokumentierte dort Joseph Beuys’ Aktion „Wie man dem toten Hasen die Bilder erklärt“. Hiervon gibt es vier Aufnahmen aus den Jahren 2004 und 2005 für 6.500 bis 8.000 Euro.

Zu den bekanntesten, aber wegen ihrer Nazi-Vergangenheit auch umstrittensten Fotografinnen zählt sicher Leni Riefenstahl, die denn auch mit zwei Aufnahmen ihrer ästhetizistischen Sportreportagen von Olympia 1936 ins Rennen geht (Taxen 3.000 bis 4.000 und 7.000 bis 9.000 EUR). Bei der Architekturfotografie ragt besonders Andreas Feininger heraus, dessen „Portal in Greifswald“ und die basreliefartige Marienkirche in Lübeck 1928/29 im Gegensatz zum bekannteren Vater Lyonel Feininger schon recht früh die lebenslang ausgeübte Profession manifestieren. Seine zweite Leidenschaft galt den Formen der Natur, so in den 1930er Jahren einer streng komponierten „Passion Flower Tentacle“ (Taxen je 4.000 bis 6.000 EUR).

Toni Schneiders’ „Karussell“, leider nur in einem späteren Gelatineabzug für geschätzte 1.800 bis 2.000 Euro erhältlich, macht sich 1950 wegen langer Belichtungszeit nur in einem Bündel von Lichtstreifen bemerkbar. Nicht nur dokumentarischen Wert besitzt Umbos Aufnahme des Potsdamer Platzes in Berlin von 1935. Die mit einem Fischaugenobjektiv aufgenommene Ansicht auf quadratischem Format offenbart auch einen hohen ästhetischen Reiz, der an konstruktivistische Gemälde der Zeit erinnert (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR).

Das Hauptlos der Auktion findet sich unter den Zeitgenossen. Dieter Blum, der eben bei Van Ham mit seinem nächtlichen Cowboy an einer Tankstelle in Farbe bei 46.000 Euro einen neuen Rekordwert einfuhr, schickt bei Grisebach einen rauchenden Mann aus dem Zyklus „Tasting freedom“ von 1998 ins Rennen. Das schwarzweiße Foto, das sich dem Markenzeichen nicht nur einer bestimmten Zigarettensorte, sondern auch des Cowboys an sich nähert, soll 30.000 bis 35.000 Euro einspielen. Weitere deutsche Meister sind Andreas Gursky, dessen Produktions- und Lagerhalle „Siemens, Amberg“ 1991 im Licht der Symmetrie erscheint (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR), der junge Frank Thiel mit einer zweiteiligen Arbeit von 1991, die „M.E.L.“ heißt und den monumentalen Bronzestatuen von Marx, Engels und Lenin auch im riesigen Format von zwei Metern Höhe Rechnung trägt (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR), sowie Renate Olbrich, deren aufwändige Farbfotografien wie „Sayonara“ aus dem letzten Jahr eine hohe malerische Wirkung entfalten (Taxe 7.500 bis 8.000 EUR). Das mag auch für die Menschenmenge gelten, die auf Sebastião Salgados „Churchgate Station, Bombay“ von 1995 wie ein abstraktes Meer aus Schwarzweiß aus den Zügen auf die Gleise geschüttet wird und von dort dem Ausgang zustrebt (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR).

Mit 14.000 bis 16.000 Euro zur Spitze gehört William Egglestons unbetitelte Farbansicht von Wasserrohren auf einem Bauplatz aus der Serie „Troubled Waters“ von 1980. Loretta Lux, erst 1969 geboren, gehört zu den jüngsten, mit ihrem shakespearehaften Knaben „Troll 3“ aus dem Jahr 2000, der 15.000 bis 20.000 Euro kosten soll, aber auch zu den teuersten Künstlern der Auktion. Zum Schluss kommen noch einige Werke der ostdeutschen Agentur „Ostkreuz“ zum Aufruf, deren Mitglieder wie Maurice Weiss, Harald Hauswald, Werner Mahler und Julian Röder sich einer neuen Subjektivität verschreiben. Die Schätzpreise liegen meist im niedrigen vierstelligen Bereich.

Die Auktion beginnt am 7. Juni um 15 Uhr. Die Vorbesichtigung ist bis zum 5. Juni von 10 bis 18:30 Uhr, am 6. Juni von 10 bis 17 Uhr möglich.

Kontakt:

Grisebach

Fasanenstraße 25

DE-10719 Berlin

Telefon:+49 (030) 885 91 50

Telefax:+49 (030) 882 41 45

E-Mail: auktionen@grisebach.com



04.06.2007

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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07.06.2007, Photographie

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Grisebach

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