Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 24.09.2021 Herbstauktionen 2021

© Venator & Hanstein

Anzeige

Brandung bei Knokke, 1895 / Max Schlichting

Brandung bei Knokke, 1895 / Max Schlichting
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

ohne Titel / Günther Uecker

ohne Titel / Günther Uecker
© Galerie Luther


Anzeige

Madonna del Ponte II / Doris Ziegler

Madonna del Ponte II / Doris Ziegler
© Döbele Kunst Mannheim


Anzeige

Kleine Bucht II (Rio), 1930 / Leo Putz

Kleine Bucht II (Rio), 1930 / Leo Putz
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Ohne Titel - Chromatische Konstellation, 2015 / Heinz Mack

Ohne Titel - Chromatische Konstellation, 2015 / Heinz Mack
© Galerie Neher - Essen


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Rückblick: Jubiläumsauktion mit Antiquitäten, Skulpturen und Juwelen im Dorotheum

Guter Abschluss



Tabernakelschreibschrank, Süddeutschland oder Österreich, Mitte 18. Jahrhundert

Tabernakelschreibschrank, Süddeutschland oder Österreich, Mitte 18. Jahrhundert

Das Dorotheum in Wien hat eine starke Auktionswoche hinter sich. 300 Jahre mussten angemessen gefeiert werden, zwei Jubiläumsauktionen waren dazu nötig. Die zweite wartete am 25. April mit zum Teil ausgezeichneten Skulpturen, Juwelen und Einrichtungsgegenständen auf Kundschaft. Insgesamt fast 57 Prozent davon wechselten den Besitzer. Die Möbelabteilung, die zu 54 Prozent in neue Heime wanderte, kürte unter den ältesten Stücken eine oberitalienische Kredenz des 17ten Jahrhunderts bei 36.000 Euro zum Sieger (Taxe 24.000 bis 28.000 EUR). Mit eher mageren 70.000 Euro schloss ein großer spätbarocker Tabernakelschrank aus dem süddeutsch-österreichischen Raum ab, dessen Schubfächer vielfältig mit in Scagliola-Technik gearbeiteten Architekturmotiven verziert sind. Denn 100.000 bis 120.000 Euro waren vorgesehen.



Während eine exquisite Pariser Sitzgarnitur der Zeit um 1770/80, die sich einst im Besitz der letzten Königin von Portugal befand, mit ihren bunten Tapisseriebezüge erfolglos blieb (Taxe 170.000 bis 220.000 EUR), schaffte ein Satz von fünf nicht ganz unähnlichen, zeitgleichen Armlehnstühlen bei 30.000 Euro den Absprung (Taxe 18.000 bis 20.000 EUR). Eine originale Salonkommode des späten 18ten Jahrhunderts, gestempelt mit „I. Martiny“, und sein baugleicher, aber erst rund hundert Jahre später von Hippolyte Edmé Pretot geschaffener Zwillingsbruder wanderten für taxgerechte 55.000 Euro weiter. Unter die Rubrik „Dekoratives“ fallen zwei historistische Marmorfiguren eleganter Damen. Diejenige von Philippe Poitevin wurde mit 55.000 Euro honoriert, das emphatische Standbild der Gräfin Liebig-Radetzky von Viktor Tilgner wollte sich dagegen niemand ins Zimmer stellen (Taxe je 40.000 bis 50.000 EUR).

Skulpturen

Für eine Überraschung bei den zu gut 51 Prozent vermittelten Skulpturen sorgte gleich zu Beginn ein Globus, dessen Gestell immerhin mit skulptural gearbeiteten Verzierungen versehen ist. 80.000 Euro wurden für das Berliner Stück von 1871 auf den Tisch gelegt (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR). Auch gegen Ende schlug der Kaufrausch noch mal zu, als es um ein mit 5.000 bis 6.000 Euro in der Tat recht niedrig angesetztes Elfenbeinrelief aus dem 12ten Jahrhundert ging. Der thronende Christus in der Mandorla, durch die vier Evangelistensymbole zum ikonografischen Typus der Majestas Domini erweitert, wurde erst bei 45.000 Euro freigegeben.

Bei den gotischen Stücken lief es nicht immer so brillant. Weder eine steif sitzende Madonna aus Umbrien der Zeit um 1400 (Taxe 60.000 bis 65.000 EUR) noch die stehende Muttergottes eines oberbayerischen Meisters von etwa 1470 (Taxe 50.000 bis 60.000 EUR) rissen zu Begeisterungsstürmen hin. Mit 36.000 Euro mindestens 4.000 Euro unterhalb der Erwartungen blieb ein Tiroler Wappenschild von 1547, das den Tod von „Michel Heß zum freyen Thurn“ ankündigt. Dafür schraubte sich eine zierliche Figur der heiligen Barbara aus Tirol von circa 1480 auf 70.000 Euro hoch (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR), und endlich einen Abnehmer bei 75.000 Euro fand die zum zweiten mal angetretene Marienfigur mit großem, ausdrucksvollem Kopf und starkem S-Schwung aus der Werkstatt eines niederösterreichischen Bildhauers der Spätgotik (Taxe 80.000 bis 85.000 EUR). Hans Klockers stehende Gewandfigur des heiligen Martin zog für 65.000 Euro um (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR).

Besonders ärgerlich war das Versagen der italienischen Werke. Keine der großen Nummer wurde übernommen, Benedetto da Maianos als Neuentdeckung gepriesene Terrakottabüste des Pietro di Francesco Mellini von etwa 1474 nicht (Taxe 350.000 bis 450.000 EUR), Giuliano da Sangallos Christus am Kreuz als Beweisstück, dass der Architekt auch zu hohen bildhauerischen Leistungen fähig ist, nicht (Schätzpreis auf Anfrage), und Alessandro Algardis vergoldete Bronzestatuette der Maria Immaculata auch nicht (Taxe 60.000 bis 70.000 EUR). Unterschiedliche Ergebnisse erzielten die deutschen Bildhauer der frühen Neuzeit: Martin Zürns stehende Maria auf der Mondsichel ging ins Depot zurück (Taxe 50.000 bis 55.000 EUR), Johann Peter Schwanthalers d.Ä. Taufe Christi von etwa 1790 ging dagegen für angemessene 22.000 Euro in eine neue Sammlung. Gustinus Ambrosis überdrehte Bronze „Die Erschaffung Adams“ von 1909 ließ sich schon bei 10.000 Euro aus dem Auktionshaus bitten (Taxe 15.000 bis 18.000 EUR).

Uhren

12 der 16 Uhren wurden verkauft. Darunter war aber nicht das Hauptstück, Carlo Marattas und Filippo Lauris 100.000 bis 150.000 Euro teure „Uhr der Päpste“ in prächtigem Renaissancegehäuse, auf der man auch in schlafloser Nacht die Zeit ablesen kann. 70.000 Euro waren einem Bieter die geruhsame Wiener „Laterndluhr“ mit einem Werk Philipp Fertbauers in schlichtem Gehäuse aus dem frühen 19ten Jahrhundert wert (Taxe 50.000 bis 100.000 EUR). Bei nur 23.000 Euro erfolgte der Zuschlag für eine Biedermeierbilderuhr mit Musikspielwerk, auf der sich im Hintergrund die Wallfahrtsanlage des steiermärkischen Ortes Maria Zell ausbreitet (Taxe 40.000 bis 45.000 EUR).

Glas, Porzellan und Schmuck

Zu rund 58 Prozent trennten sich die Vorbesitzer von ihren Gläsern, Porzellanen und Schmuckstücken. Diese Abteilung begann wieder mit einem kleinen Paukenschlag. Unerwartete 25.000 Euro musste ein Interessent berappen, um einen Pokal mit russischem Adler und Monogramm der Zarin Elisabeth aus der Zeit um 1750 mit nach Hause nehmen zu können (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR). Einer gewissen Beliebtheit erfreuten sich auch die Wiener Gläser des frühen 19ten Jahrhunderts. Gottlob Samuel Mohns und August Heinrichs Ansicht der Gothenburg im Wiener Prater auf einem Glas von 1812 schaffte 16.000 Euro (Taxe 9.000 bis 15.000 EUR), und ausnahmslos gingen Anton Kothgassers Ranftbecher weg, darunter für 22.000 Euro ein um 1825 entstandenes Exemplar mit der Darstellung Amors in einem mondähnlichen Flugobjekt vor Sternenhimmel (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). 16.000 Euro waren es für sein weiteres Exemplar mit der Ansicht des Wiener Josephsplatz (Taxe 9.000 bis 12.000 EUR).

„Hofnarr Fröhlich“, um 1736 von Johann Joachim Kändler für Meißen erfunden, machte sich für 15.000 Euro aus der Abteilung Porzellan davon (taxe 10.000 bis 18.000 EUR). Als zugkräftig erwiesen sich erwartungsgemäß zwei 1834 datierte russische Bildteller mit der Darstellung von Soldaten aus der Kaiserlichen Porzellanmanufaktur St. Petersburg, die bei je 55.000 Euro landeten (Taxe je 25.000 bis 50.000 EUR). Allerdings reüssierte auch mancher Kitsch. Die älteren, künstlerisch qualitätvollen Bildplatten, etwa 1808 von Moritz Michael Daffinger nach einer Vorlage Franz Caucigs (Taxe 25.000 bis 40.000 EUR), stießen auf wenig Gegenliebe. An Wilhelm Krays sentimentaler „Psyche am Meer“ aber aus dem Ende des 19ten Jahrhunderts delektiert sich ein Bieter nun für sage und schreibe 26.000 Euro (Taxe 12.000 bis 20.000 EUR). Zu 40.000 Euro betörten die prächtigen Blumen auf einem Porzellanbild der Jahrhundertmitte (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Am Ende der Auktion bei den Schmuckstücken glänzte ein weißgoldenes, 18karätiges Collier samt einem dominierenden Smaragd. Mit 180.000 Euro avancierte es zum teuersten Juwel, das je im Dorotheum über den Tresen rutschte (Taxe 200.000 bis 300.000 EUR).

Alle Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



11.05.2007

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Gesamt Treffer 21

Seiten: 1  •  2  •  3

Adressen (1)Berichte (1)Kunstwerke (18)Im Verkauf - Events (1)

Bei:


Dorotheum

Bericht:


Welchen König hätten’s denn gern?

Kunstwerk:

Tabernakelschreibschrank, Süddeutschland oder Österreich, Mitte 18. Jahrhundert
Tabernakelschreibschrank, Süddeutschland oder Österreich, Mitte 18. Jahrhundert

Kunstwerk:

Bibliotheksglobus, Berlin, 1871
Bibliotheksglobus, Berlin, 1871

Kunstwerk:

Heilige
 Barbara, Tirol, um 1480
Heilige Barbara, Tirol, um 1480

Kunstwerk:

Madonna, Niederösterreich, um 1480
Madonna, Niederösterreich, um 1480

Kunstwerk:

Johann Peter Schwanthaler d.Ä., Taufe Christi, um 1790
Johann Peter Schwanthaler d.Ä., Taufe Christi, um 1790

Kunstwerk:

Majestas Domini, Frankreich oder Spanien, 12. Jahrhundert
Majestas Domini, Frankreich oder Spanien, 12. Jahrhundert

Kunstwerk:

Pokal,
 Russland, um 1750
Pokal, Russland, um 1750







Madonna, Niederösterreich, um 1480

Madonna, Niederösterreich, um 1480

Taxe: 80.000 - 85.000 EURO

Zuschlag: 75.000,- EURO

Losnummer: 716

Kaiserliche Porzellanmanufaktur St. Petersburg, Teller mit russischen Ulanen, 1834

Kaiserliche Porzellanmanufaktur St. Petersburg, Teller mit russischen Ulanen, 1834

Taxe: 25.000 - 50.000 EURO

Zuschlag: 55.000,- EURO

Losnummer: 943

Hippolyte Edmé Pretot, Kommodenpaar, Frankreich, um 1780 und 19. Jahrhundert

Hippolyte Edmé Pretot, Kommodenpaar, Frankreich, um 1780 und 19. Jahrhundert

Taxe: 50.000 - 60.000 EURO

Zuschlag: 55.000,- EURO

Losnummer: 642

Kredenz, Oberitalien, 17. Jahrhundert

Kredenz, Oberitalien, 17. Jahrhundert

Taxe: 24.000 - 28.000 EURO

Zuschlag: 36.000,- EURO

Losnummer: 602

Heilige Barbara, Tirol, um 1480

Heilige Barbara, Tirol, um 1480

Taxe: 40.000 - 60.000 EURO

Zuschlag: 70.000,- EURO

Losnummer: 712

Philipp Fertbauer, Laterndluhr, Wien um 1800

Philipp Fertbauer, Laterndluhr, Wien um 1800

Taxe: 50.000 - 100.000 EURO

Zuschlag: 70.000,- EURO

Losnummer: 794

Hans Klocker, heiliger Martin, Brixen um 1480

Hans Klocker, heiliger Martin, Brixen um 1480

Taxe: 40.000 - 50.000 EURO

Zuschlag: 65.000,- EURO

Losnummer: 714

Johann Peter Schwanthaler d.Ä., Taufe Christi, um 1790

Johann Peter Schwanthaler d.Ä., Taufe Christi, um 1790

Taxe: 20.000 - 22.000 EURO

Zuschlag: 22.000,- EURO

Losnummer: 763

Johann Joachim Kändler, Hofnarr Fröhlich, um 1736

Johann Joachim Kändler, Hofnarr Fröhlich, um 1736

Taxe: 10.000 - 18.000 EURO

Zuschlag: 15.000,- EURO

Losnummer: 908

Bibliotheksglobus, Berlin, 1871

Bibliotheksglobus, Berlin, 1871

Taxe: 25.000 - 30.000 EURO

Zuschlag: 80.000,- EURO

Losnummer: 700

Pokal, Russland, um 1750

Pokal, Russland, um 1750

Taxe: 3.000 - 5.000 EURO

Zuschlag: 25.000,- EURO

Losnummer: 803

Fünf Armlehnstühle, Frankreich, um 1770/80

Fünf Armlehnstühle, Frankreich, um 1770/80

Taxe: 18.000 - 20.000 EURO

Zuschlag: 30.000,- EURO

Losnummer: 640




Copyright © '99-'2021
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce