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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Jubiläumsauktion mit Antiquitäten, Skulpturen Möbeln und Juwelen im Dorotheum

Welchen König hätten’s denn gern?



Benedetto da Maiano, Bildnis des Pietro Mellini, um 1474

Benedetto da Maiano, Bildnis des Pietro Mellini, um 1474

Die Italiener bringen dem Jubilar Dorotheum in Wien die besten Geschenke zum 300sten Geburtstag dar. Zur Versteigerung von Möbeln, Einrichtungsgegenständen, Skulpturen, Glas, Porzellan und Schmuck am 25. April tritt unter anderem Pietro di Francesco Mellini an, ein Florentiner Kaufmann, der zu den (einfluss)reichsten Männern im Umkreis Lorenzo de’ Medicis gehörte. Er kommt in Form einer tief charakterisierenden Terrakottabüste für geschätzte 350.000 bis 450.000 Euro zum Aufruf, die bislang offensichtlich nicht richtig wahrgenommen wurde und vom Dorotheum als Vorlage für eine Marmorbüste im Florentiner Museo Nazionale del Bargello deklariert wird. Benedetto da Maiano soll also der eigenhändige Schöpfer dieses Bildnisses sein. Bewiesen ist nichts, aber die vergleichenden Erwägungen sprechen für diese Annahme.



Im Katalog gar nicht preisgeben möchte der Versteigerer den Schätzpreis für ein feines, verinnerlichtes Holzkruzifix, das Giuliano da Sangallo um 1490 geschaffen hat. Giuliano gehörte, wie der rund drei Generationen ältere Filippo Brunelleschi, zu jenen Künstlern, die vornehmlich als Architekten wirkten und nur mit wenigen, aber überragenden bildhauerischen Werken hervortraten. Zweifellos vornehmlich als Bildhauer war dagegen Alessandro Algardi tätig, und auch der Schätzwert für seine bewegte Maria Immakulata aus vergoldeter Bronze steht fest: 60.000 bis 70.000 Euro.

Möbel und Einrichtungsgegenstände

In der ersten Abteilung der Auktion kommen die Möbel und Einrichtungsgegenstände zum Aufruf. Einen der Höhepunkte bildet ein spätbarocker Tabernakelschreibschrank aus dem süddeutsch-österreichischen Raum, der um die Mitte des 18ten Jahrhunderts für die Grafen von Ortenburg-Tampach entstand. In Scagliola- und Pietra Dura-Technik sind in den breit gelagerten Korpus kleine Architekturlandschaften eingelassen. Dass die Kommode, die den reichen Aufsatz trägt, nicht der ursprüngliche Unterbau ist, kann man getrost als kleinen Schönheitsfleck hinnehmen (Taxe 100.000 bis 120.000 EUR). Auch ein im venezianischen Raum anzusiedelnder Barocktisch mit einer wiederum in Scagliolatechnik ausgeführten Platte, die in der Mitte die Mariae Verkündigung zeigt, verdient eine Hervorhebung (Taxe 30.000 bis 35.000 EUR). Schach, Mühle, Backgammon spielen und sogar ein wenig Kegeln kann man auf einem möglicherweise ebenfalls italienischen Spieltisch des 18ten Jahrhunderts (Taxe 12.000 bis 14.000 EUR).

Unter den zahlreichen exquisiten Sitzgarnituren ist ein Pariser Ensemble der Zeit um 1770/80 zu nennen, das sich zwischendurch im Besitz der letzten Königin von Portugal Marie Amelie befand. Auch die bunten Tapisseriebezüge mit Szenen aus den Fabeln La Fontaines sind noch original (Taxe 170.000 bis 220.000 EUR). Original und Fälschung heißt es bei zwei französischen Kommoden im klassizistischen Stil. Das originale Möbelstück aus dem späten 18ten Jahrhundert, gestempelt mit „I. Martiny“ , ist von seiner Kopie, die Hippolyte Edmé Pretot erst im 19ten Jahrhundert anfertigte, kaum zu unterscheiden (Taxe 50.000 bis 60.000 EUR). Zum gleichen Preis ist vielleicht ein prächtiger. Ausladender Deckenlüster einer Wiener Werkstatt aus dem 19ten Jahrhundert zu haben.

Skulpturen

Den Übergang zu den Skulpturen machen noch in der Möbelbranche zwei historistische Marmorplastiken von Philippe Poitevin und Viktor Tilgner, von letzterem in Form eines bewegten Standbildes der Gräfin Liebig-Radetzky, einer Dame der besseren Wiener Gesellschaft (Taxe je 40.000 bis 50.000 EUR). Ansonsten dominieren gotische Figuren des 15ten Jahrhunderts, unter anderem einige Madonnen. Ob steif sitzend wie bei einem Exemplar des Internationalen Stils (Taxe 60.000 bis 65.000 EUR) oder etwas beschwingter stehend wie aus der Hand eines oberbayerischen Meisters (Taxe 50.000 bis 60.000 EUR) oder in starker S-Haltung bei einer niederösterreichischen Version, die diesmal für 80.000 bis 85.000 Euro wieder einmal zu Besuch ist – die verschiedensten Geschmäcker sollten Nahrung finden.

Mit den Figuren der heiligen Katharina von etwa 1480/90 aus Schwaben, der etwas anmutigeren heiligen Barbara aus dem Tirol der selben Zeit oder des heiligen Martin aus der Südtiroler Werkstatt Hans Klockers kann man sich bald einen ganzen Heiligenkanon zusammenstellen (Taxe je etwa zwischen 40.000 bis 60.000 EUR). Im Umkreis Veit Stoß’ entstand um 1525 in Nürnberg eine gute Pieta ohne Fassung für geschätzte 24.000 bis 26.000 Euro. Vor allem historisches Interesse dürfte ein achtseitiger Totenschild wecken, dessen Wappen und Inschrift den Tod des „Michel Heß zum freyen Thurn“ am 1. März 1547 anzeigt (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR).

Die Renaissance wird in der Auktion durch die Madonna vom Notnamen-„Meister der Altöttinger Türen“ eingeleitet (Taxe 32.000 bis 40.000 EUR). Martin Zürn wird für eine weitere Marienfigur in die Pflicht genommen, die auf einer Weltkugel die Schlange zertritt (Taxe 50.000 bis 55.000 EUR). Der Barockmeister Ferdinand Tietz und seine Werkstatt sollen an einem heiligen Michael schuld sein, der um 1760 in etwas unbeweglicher Haltung als Kämpfer gegen das Böse auftritt (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR). Und Johann Peter Schwanthaler d.Ä., der 1758 die väterliche Werkstatt in Ried im Innviertel übernahm, zeichnet für eine Taufgruppe Christi und Johannis verantwortlich, die sich schon dem Klassizismus annähert (Taxe 20.000 bis 22.000 EUR). Bis ins 20te Jahrhundert reicht die Skulpturenofferte und bringt hier „Die Erschaffung Adams“ zu Tage, die Gustinus Ambrosi 1909 als eben aus der Erde entschlüpfte Büste mit noch geschlossenen Augen und halb geöffnetem Mund schuf (Taxe 15.000 bis 18.000 EUR).

Uhren

„Die Uhr der Päpste“ hat man – jedenfalls in einem schönen Nachfolgeexemplar – in einer stilsicheren und unter Verwendung edelster Materialien gearbeiteten, altarartigen Nachtlichtuhr vor sich, die im 17ten Jahrhundert mit dem kleinen Gemälde „Jesus im Garten Getsemani“ aus dem Umkreis Carlo Marattas oder Filippo Lauris ausgestattet wurde. Den Ursprung hatten Uhren dieser Art in Papst Alexander VII., der nachts nicht schlafen konnte und sich eine lautlose Uhr wünschte, bei der man auch im Dunkeln die Zeit ablesen kann (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR). Weniger das schlichte Gehäuse als vielmehr das außerordentlich qualitätvolle Werk Philipp Fertbauers bestechen bei einer sogenannten Wiener Laterndluhr des frühen 19ten Jahrhunderts (Taxe 50.000 bis 100.000 EUR). Ansonsten gibt es beim Dorotheum gehobene handwerkliche Ware wie eine Wiener Empireuhr aus vergoldeter Bronze mit einer Lyra als Motiv, deren Werk mit „Anton Rettich in Wien“ signiert ist (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR) oder eine österreichische Bilderuhr des Biedermeier mit der Wallfahrtskirche Maria Zell im Hintergrund (Taxe 40.000 bis 45.000 EUR).

Glas, Porzellan und Schmuck

Allein fast zweihundert Lose gehören den Porzellanen und Gläsern. Das Dorotheum feiert mit dem überragenden Angebot nicht nur sich selbst, sondern auch die österreichische Kaiserzeit, so in einem schlesischen Deckelpokal der Zeit um 1740/50, auf dem Maria Theresia und ihren Gemahl Franz I. als Portraitbüsten zwischen Palmzweigen hindurchschauen (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Alle großen Meister der klassizistischen und biedermeierlichen Glaskunst aus Wien sind vertreten: Johann Joseph Mildner durch einem Becher mit drei eingesetzten Medaillons in Gold-Rot von 1787 (Taxe 5.000 bis 9.000 EUR), Gottlob Samuel Mohn und August Heinrich mit einer Ansicht der Gothenburg im Wiener Prater auf einem Glas von 1812 (Taxe 9.000 bis 15.000 EUR) und vor allem Anton Kothgasser, der als teuerstes Stück für 12.000 bis 15.000 Euro einen Ranftbecher mit einem kleinen Amor aus der Zeit um 1825 ins Rennen schickt.

Georg Lamprecht wählt sich als Bildmotiv für seine ovale Porzellanplatte der kaiserlichen Manufaktur in Wien Angelika Kauffmanns Gemälde „Paris und Oenone“ zum Vorbild (Taxe 7.000 bis 10.000 EUR). Franz Caucig ließ seine Verbildlichung der Auffindung des Schlangenmenschen Erichthonios durch die Töchter des Kekrops 1808 von Moritz Michael Daffinger auf Porzellan bannen (Taxe 25.000 bis 40.000 EUR). Unter den Gebrauchsgegenständen beim Porzellan ragt ein großes Meißner Ensemble aus 517 Teilen der Zeit um 1860 mit niedlichen Vogelmotiven heraus, das in einzelnen Konvoluten für 600 bis 30.000 Euro oder auch en bloc abgegeben werden soll. Der heutige Handelswert für alle Teile beträgt circa 245.000 Euro, der Rufpreis wurde mit etwa 30 Prozent angesetzt.

Weitere Meißner Ware, so eine Reihe Kaffeekannen der Frühzeit mit landschaftlichen oder chinesischen Motiven für bis zu 20.000 Euro, ein figürlicher Tafelaufsatz und eine heilige Rosalia in der Steingrotte nach Modellen Johann Joachim Kändlers (Taxe je zwischen 17.000 bis 25.000 EUR) oder eine für den Hof Zarin Katharinas der Großen entworfene Darstellung Neptuns und Thetis’ in einer Nachbildung des 19ten Jahrhunderts (Taxe 20.000 bis 35.000 EUR) stehen ebenso zur Verfügung wie russische Bildteller mit Soldaten aus der Porzellanmanufaktur St. Petersburg um 1825/55, die sich in der Vergangenheit schon des öfteren als Publikumsmagnet entpuppten (Taxe je 25.000 bis 50.000 EUR). Die letzten drei französischen Könige Ludwig XIV. bis Ludwig XVI. samt einer ganzen Reihe weiterer Hofschranzen und wichtiger Politiker warten in einem Sèvres-Service aus dem Ende des 19ten Jahrhunderts für 12.000 bis 20.000 Euro auf Kundschaft. Die Krönung der Schmuckstücke bildet ein weißgoldenes 18karätiges Collier für schlappe 200.000 bis 300.000 Euro.

Die Auktion beginnt am 25. April um 14 Uhr. Die Vorbesichtigung ist bis zum Auktionsbeginn täglich von 10 bis 18 Uhr, samstags von 9 bis 17 Uhr und sonntags von 10 bis 17 Uhr möglich. Der Katalog ist im Internet unter www.dorotheum.com einsehbar.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



19.04.2007

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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