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Aktuellzum Archiv:Ausstellung

„This Place is My Place - Begehrte Orte“ im Kunstverein in Hamburg

Die Globalisierung im Fokus der Kunst



Eigentlich ein ganz altes Spiel. Wer ein fremdes Territorium erobert, markiert es mit seinen Zeichen: Fahnen, Flaggen, Wappen, Schranken oder Grenzschilder dienen seit Jahrtausenden dazu, den eigenen Claim abzustecken – vom römischen Limes bis hin zur amerikanischen Flagge auf dem Mond. In Zeiten der Globalisierung und des Wegfalls von Grenzkontrollen und Zollgrenzen werden die nationalen Hoheitszeichen jedoch zunehmend von den Leuchtschriften weltweit operierender Konzerne ersetzt. Ob Esso, Sony, Daimler Chrysler, IBM oder Toyota, die Hoheitszeichen unserer Zeit entstammen den Designbüros multinationaler Konzerne.



Lässt die Globalisierung alle Menschen dieser Welt wirklich zu einer großen Familie verschmelzen oder schürt sie nur die Feindschaften? Schleifen sich kulturelle Identitäten angesichts immer stärker beschleunigter Informations- und Warenströme nicht irgendwann bis zur Unkenntlichkeit ab? Und wie reagieren eigentlich Künstler auf die ästhetische Vereinheitlichung unseres Planeten? Was setzen sie der Uniformität der weltumfassenden Ökonomie entgegen? Fragen dieser Art untersucht die Ausstellung „This Place is My Place - Begehrte Orte“ im Kunstverein in Hamburg.

Sieben Künstler aus sieben Ländern präsentieren von der Wandzeichnung über den Film und die Fotografie bis hin zur Installation hier aktuelle Arbeiten zum Thema Globalisierung. Der Rumäne Dan Perjovschi, 45, ist in den letzten Jahren mit seinen pointierten Wandzeichnungen bekannt geworden, die er weltweit auf Biennalen und in Museen gezeigt hat. Ihm genügen eine weiße Wand und ein Sortiment von schwarzen Edding-Stiften, um seine ebenso hintersinnigen wie kritischen Kommentare auf die Weltpolitik, den Konsumrausch und den Kunstbetrieb an fast jedem Ort der Welt ohne großen Aufwand zu realisieren. „Zeichnung ist das älteste Medium in der Kunstgeschichte“, sagt er. „Ich bin ein Low-Tech-Künstler im 21. Jahrhundert.“

Gleich nebenan zeigt die israelische Videokünstlerin Yael Bartana, 37, ihre Videoarbeit „Kings of the Hill“ von 2003. Mit ihrer Kamera beobachtete sie ein bizarres Freizeitvergnügen: Geländewagenfahrer erobern jeden Freitag kurz vor Einbruch der Dunkelheit die Sanddünen am Stadtstrand von Tel Aviv und liefern sich in idyllischer Landschaft unerbittliche Grabenkämpfe um jeden Zentimeter Gelände. Prahlerisch-protziges Machogehabe vor den Augen eines begeisterten Publikums. Der Italiener Armin Linke, 41, ist fotografierend durch die ganze Welt gereist. Seine Fotoserie „Transient“, aufgenommen zwischen 1998 und 2005, besteht aus 42 C-Prints. Linke zeigt den UN-Chef Kofi Annan bei einer Videokonferenz in Genf, Chinesen bei der Verwertung von Computerschrott oder nordkoreanische Architekten bei der Vorführung ehrgeiziger Repräsentationsprojekte. Seine eindrucksvollen Aufnahmen von Megacities rund um den Globus dokumentieren den Trend zum langweiligen architektonischen Einerlei, zur gleichmacherischen Investorenarchitektur, die die entferntesten Weltgegenden im globalen Einheitslook verschmelzen lässt.

Mit Architektur beschäftigt sich auch die 54jährige Slowenin Marjetica Potrc. Ihr knallgelbes „Prishtina House“ von 2006/07, ein eklektizistisches Gebilde aus den unterschiedlichsten Baustilen zwischen Orient und Okzident, Do-it-yourself-Ästhetik und postmodernem Dekor, ist inspiriert von dem architektonischen Wildwuchs, wie er sich nach dem Wegfall der staatlichen Ordnung in Ex-Jugoslawien entwickelt hat. Die Neuseeländerin Yuk King Tan, 36, zeigt ein Gruppenfoto und ein Video mit 69 chinesischen Bauarbeitern, die im polynesischen Inselstaat Rarotonga ein neues Gerichtsgebäude errichten sollen. Die Volksrepublik China will sich mit derlei Zuwendungen an Mikrostaaten deren Stimmen in der UN-Vollversammlung erkaufen, um eine Anerkennung Taiwans dauerhaft zu verhindern.

Die Schweizerin Ursula Biemann, 52, wiederum dokumentiert auf zwölf Monitoren die Begleiterscheinungen des Baus der neuen kaspischen Erdölpipeline von Aserbaidschan an die türkische Mittelmeerküste. In puzzleartigen Interviews berichten Ölarbeiter, Landbesitzer und Prostituierte von der einschneidenden Brisanz dieser transnationalen Baumaßnahme. In seinem rasant geschnittenen Video „Casio, Seiko, Sheraton, Toyota, Mars“ aus den Jahren 2004 und 2005 schließlich montiert der Amerikaner Sean Snyder, 35, Amateuraufnahmen und Agenturmaterial zu einem verwirrenden Mix aus Kriegsbildern und weltweit vertretenen Markenprodukten. Die Künstler dieser Ausstellung legen ihre Finger in die offenen Wunden einer Welt, in der kulturelle Vielfalt und individuelle Freiheit mehr und mehr unter die Räder kommen. Sie stellen unbequeme Fragen. Praktikable Gegenstrategien aber entwickeln sie keine.

Die Ausstellung „This Place is My Place - Begehrte Orte“ ist bis zum 6. Mai zu sehen. Der Kunstverein in Hamburg hat täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 5 Euro, ermäßigt 3 Euro. Der Katalog ist in Vorbereitung.

Kontakt:

Kunstverein in Hamburg

Klosterwall 23

DE-20095 Hamburg

Telefax:+49 (040) 32 21 59

Telefon:+49 (040) 33 83 44

E-Mail: hamburg@kunstverein.de



07.02.2007

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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Veranstaltung vom:


27.01.2007, This Place is My Place – Begehrte Orte

Bei:


Kunstverein in Hamburg

Künstler:

Yuk King Tan

Künstler:

Ursula Biemann

Künstler:

Armin Linke

Künstler:

Sean Snyder

Künstler:

Yael Bartana

Künstler:

Marjetica Potrc

Künstler:

Dan Perjovschi










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