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John M Armleder im Kunstverein Hannover

Das Kunstwerk im Zeugenstand



John M Armleder, Rauminstallation im Kunstverein Hannover

John M Armleder, Rauminstallation im Kunstverein Hannover

Ein farbiges Sofa, eine Chaiselongue in dezentem Grau, ein elegantes weißes Sideboard, ein schicker Coffeetable, geschmackvolle Kunst an den Wänden und dezente Beleuchtung im Hintergrund. Dazu ein auffälliges Streifenmuster in Grün und Blau an den weißen Wänden. Auf den ersten Blick könnte man vermuten, der Kunstverein Hannover sei zu einer Art Wohnzimmer oder Designmöbelhaus mutiert. Doch keine Sorge! Auch wenn es zunächst so aussieht, hier geht es nicht zuerst ums Schöner Wohnen oder ums geschmackvolle Ambiente. Der Schweizer Künstler und Preisträger des NORD/LB Kunstpreises 2006, John Armleder, hat den beiden Kuratoren des Kunstvereins eine Aufgabe gestellt und ihnen dabei gleichzeitig weitgehend freie Hand gelassen. Aus Kunst und Design sollte jeder von ihnen ein installatives Raumbild zusammenstellen. Vorgegeben waren nur Art und Stückzahl der Objekte. Das Arrangement spiegelt jetzt wider, wie die beiden Ausführenden aus den lockeren Vorgaben ihre eigene Ordnung geschaffen haben.


Diese Haltung ist typisch für den 1948 in Genf geborenen Künstler, dessen komplexes Werk zu einem der ungewöhnlichsten im Bereich der Gegenwartskunst gehört. Ein Markenzeichen von John Armleder ist es nämlich, die individuelle Autorschaft an einem Kunstwerk an andere zu delegieren. Meine Ausstellungen sind nicht nur ‚meine’ Ausstellungen“, betont er und bezieht regelmäßig seine Studenten, Galeristen, Sammler oder Aufbauhelfer in den Herstellungsprozess mit ein. Armleder: „Der Künstler ist nicht wichtig. Der Benutzer schafft seine eigene Ordnung.“

Die visuellen Fährten, die er auslegt und verfolgt, speisen sich dabei stets aus dem Repertoire des bereits Dagewesenen. Egal, ob das Inkunabeln der Kunst- oder Designgeschichte sind oder aber ganz profane Gegenstände aus der Konsum- und Warenwelt. High and Low, Kunst und Kitsch, prämiertes Design oder billiges Dekorationsmaterial – für Armleder steht theoretisch alles zur Verfügung, um daraus Kunst zu machen. Kunstrichtungen wie Fluxus, Ready Made oder Konzeptkunst benutzt und ironisiert er gleichermaßen. „Too Much is not Enough“ (Zuviel ist noch nicht ausreichend), so lautet denn auch der selbstironische Titel seiner Schau, der ersten großen Übersichtsausstellung in Deutschland seit 1998. Sie ist zu einem Parcours voller Kontraste geworden. Da gibt es einen randvoll gefüllten Saal mit künstlichen Pflanzen, ausgestopften Tieren, Videomonitoren und Rindenmulch. Dieses künstliche Paradies wird mit hawaiischer Musik beschallt. Armleder hat den Raum zusammen mit seinen Studenten von der Braunschweiger Akademie eingerichtet.

Und dann gibt es einen leeren, ganz in Gold gehaltenen Raum, in dem außer dem Prototyp eines futuristischen, italienischen Designerbetts von 1968 nichts weiter den Blick ablenkt. Anders als jüngere Installationskünstler wie Jonathan Meese ist Armleder ein Ästhet und Hohepriester des guten Geschmacks, eine intellektuelle Spielerfigur mit Gestaltungsdrang, die noch aus den hässlichsten Plastikblumen oder den geschmacklosesten, koreanischen Glitzerleuchtstäben ein perfekt durchkomponiertes Arrangement voller Referenzen auf Kunst und Alltagswelt zaubern kann. Armleders Wallpaper-Motive, emblematische Schneekristalle, Tintenfische, Streifen oder Totenköpfe auf allen Wänden, bilden den Untergrund für seine „Puddle Paintings“, abstrakte Schüttungen von kunstfremden Materialien wie Bootsfarben, Metallpulver und Chemikalien in giftig schillernden Farben auf Leinwand. Über allem schwebt die Frage: Was ist überhaupt Kunst?

Diese Frage stellt Armleder ganz besonders hintersinnig, wenn er mitten im Raum drei Rollen mit leicht ramponiertem, roten Teppichboden platziert. Ersteigert hat er sie in der Kunsthalle Basel, wo sie einst Teil einer temporären Installation seines hochpreisigen Künstlerkollegen Maurizio Cattelan waren. Sie dienten als Bodenbelag für Cattelans ebenso umstrittene wie berühmte Arbeit „Die Neunte Stunde“, die den von einem Meteoriten getroffenen Papst Johannes Paul II. zeigt. Was also macht einen Teppichboden zur Kunst, zur Ramschware und dann wieder zur Kunst? Der Kontext einer Ausstellung, die Behauptung eines Künstlers oder das Rezeptionsverhalten des Betrachters? Ein möglicher Indikator könnte der Preis sein. Aber auch da lässt sich Armleder ungern festlegen: „Für einen Cattelan waren sie billig, für Second Hand-Teppiche soso.“

Die Ausstellung „John M Armleder – Too Much is not Enough“ ist noch bis zum 28. Januar zu sehen. Der Kunstverein Hannover hat Dienstag bis Samstag von 12 bis 19 Uhr, am Sonntag von 11 bis 19 Uhr geöffnet. Der Katalog erscheint Mitte Januar im Kehrer Verlag mit Installationsaufnahmen der Ausstellung. Er kostet 29 Euro.

Kontakt:

Kunstverein Hannover

Sophienstraße 2

DE-30159 Hannover

Telefax:+49 (0511) 16 99 278 278

Telefon:+49 (0511) 16 99 27 80



08.01.2007

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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Veranstaltung vom:


25.11.2006, John M Armleder – Too Much is not Enough

Bei:


Kunstverein Hannover

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John M Armleder – Träger des Kunstpreises der NORD/LB 2006
John M Armleder – Träger des Kunstpreises der NORD/LB 2006

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John M Armleder, Rauminstallation im Kunstverein Hannover
John M Armleder, Rauminstallation im Kunstverein Hannover

Variabilder:

John M Armleder, Ne Dites pas Non!, 1996/2000
John M Armleder, Ne Dites pas Non!, 1996/2000

Variabilder:

John M Armleder, Ne Dites pas Non!, 1996/2000
John M Armleder, Ne Dites pas Non!, 1996/2000

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John M Armleder, Ne Dites pas Non!, 1996/2000
John M Armleder, Ne Dites pas Non!, 1996/2000

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Blick in die Ausstellung „John M Armleder – Too Much is not Enough“
Blick in die Ausstellung „John M Armleder – Too Much is not Enough“

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John M Armleder, Rauminstallation im Aufbau
John M Armleder, Rauminstallation im Aufbau







John M Armleder – Träger des Kunstpreises der NORD/LB 2006

John M Armleder – Träger des Kunstpreises der NORD/LB 2006

John M Armleder, Ne Dites pas Non!, 1996/2000

John M Armleder, Ne Dites pas Non!, 1996/2000

John M Armleder, Ne Dites pas Non!, 1996/2000

John M Armleder, Ne Dites pas Non!, 1996/2000

John M Armleder, Ne Dites pas Non!, 1996/2000

John M Armleder, Ne Dites pas Non!, 1996/2000

Blick in die Ausstellung „John M Armleder – Too Much is not Enough“

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John M Armleder, Rauminstallation im Aufbau

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