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In einem Jahr wird Münster wieder zum Dreh- und Angelpunkt in Sachen Skulptur: „skulptur projekte münster 07“

Der Countdown läuft



Das Kunstjahr 2007 wird heiß. Die Documenta in Kassel, die Biennale in Venedig und die Art Basel stehen im Juni auf der Agenda des internationalen Kunsttrosses. Doch es gibt noch einen weiteren Termin, den sich eifrige Sammler, neugierige Kuratoren, abgeklärte Galeristen und alle anderen Kunstinteressierten schon fest vorgemerkt haben: Mitte Juni 2007 beginnen die „skulptur projekte münster“ mit rund 35 ortsbezogenen Arbeiten international renommierter Künstler im gesamten Stadtraum.



Ob Cahors in Südfrankreich, Bregenz in Österreich oder Biel in der französischen Schweiz: Viele Städte haben in den letzten Jahren künstlerische Projekte im Außenraum realisiert. Pionierarbeit wurde jedoch in Münster geleistet. Klaus Bußmann, langjähriger Direktor des Westfälischen Landesmuseums, und Kasper König, heute Direktor des Museum Ludwig in Köln, erfanden und etablierten die „skulptur projekte münster“ gegen eine große anfängliche Skepsis seitens Politik, Lokalpresse, starker Verbände und teils heftig protestierender Einwohner in der westfälischen Universitäts- und Kaufmannsstadt. Während der bisherigen drei Ausgaben der im großzügigen Zehnjahresrhythmus stattfindenden „skulptur projekte“ verwandelte sich das öffentliche Misstrauen jedoch in eine lokal-patriotische Begeisterungsfähigkeit. Die meisten Münsteraner sind mittlerweile stolz auf ihre Skulpturenschau, und einige von ihnen spenden immer wieder beachtliche Geldbeträge, um die im Stadtraum verbliebenen Arbeiten der letzten Jahrzehnte regelmäßig auf Vordermann zu bringen.

Kasper König, der auch 2007 wieder, diesmal zusammen mit Brigitte Franzen vom Westfälischen Landesmuseum und der Leiterin des Westfälischen Kunstvereins, Carina Plath, gewissermaßen als „guter alter Onkel“ (König) die „skulptur projekte münster“ dirigiert, beschreibt die Rolle des Austragungsortes mit der professionellen Gelassenheit eines erfahrenen Kunsthasen und gebürtigen Münsterländers: „Die Stadt Münster ist lesbar. Sie hat eine klare soziologische Struktur.“ Er fügt aber gleich hinzu, dass er sich eine solche Ausstellung durchaus auch woanders vorstellen könnte: „Es geht hier um die Stadt Münster als Beispiel.“

Rund 35 Künstler werden diesmal nach Münster eingeladen und nach lokaltypischer Tradition erst einmal aufs hier gern „Leeze“ genannte Fahrrad gesetzt, um die Stadt zu erkunden und künstlerische Ideen zu entwickeln. Schon jetzt kristallisieren sich erste konkrete Vorschläge, Standorte und Entwürfe heraus, die teils weiterentwickelt und realisiert, manchmal jedoch auch wieder verworfen werden. Ein spannender Prozess, der einem „Laborversuch in und an der Realität“ gleicht, so Brigitte Franzen. Unter den eingeladenen Künstlern sind einige in Münster altbekannte Namen, die die Kontinuität, aber auch den Wandel des gesamten Unternehmens unterstreichen. Der amerikanische Konzeptkünstler Michael Asher bespielsweise wird zum vierten Mal seit der Erstausgabe 1977 seinen unspektakulären Caravan an verschiedenen Standorten abstellen und damit für reichlich Irritation im Stadtraum sorgen. Man darf schon jetzt gespannt sein: Wird, wie in all den Jahren zuvor, wieder ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes die Kunstwerk-Qualität des altertümlichen Gefährts verkennen und einen Strafzettel wegen Falschparkens ausstellen?

Thomas Schütte, dessen 1987 auf dem innerstädtischen Harsewinkelplatz aufgestellte „Kirschensäule“ längst zu einem Münsteraner Wahrzeichen geworden ist, wurde aufgefordert, den daneben stehenden Brunnen eines anonymen Künstlers zum Verschwinden zu bringen. Skulpturen, die lediglich als gefällige Stadtmöblierung daherkommen, haben unter den gestrengen Augen Kasper Königs natürlich nichts besseres verdient, als dezent zum Verschwinden gebracht zu werden. Froh und dankbar über die für ihn ungewohnte, klare Aufgabenstellung, entwarf Schütte eine Glaskonstruktion als Brunnenüberdachung. Auf dieser Plattform wird er eine leuchtend orangefarbene Skulptur errichten: ein Modell für ein Museum in Form eines Hochhauses. Hans-Peter Feldmann saniert und verschönert die öffentlichen Toiletten am Domplatz, Mike Kelley beglückt die Münsteraner mit einem Streichelzoo, und Bruce Nauman darf seine 1977 entworfene, damals nicht realisierte Skulptur „Square depression“ am ursprünglich vorgesehenen Ort, nämlich an den naturwissenschaftlichen Instituten der Universität errichten.

Immer wieder haben sich die nach Münster eingeladenen Künstler intensiv mit der reichen Stadtgeschichte und den aktuellen Gegebenheiten vor Ort auseinandergesetzt. Diesmal wird die schottische Künstlerin Susan Philipsz zur Musik von Camille Saint-Saëns’ „Karneval der Tiere“ eine Choreografie mit den Synchronschwimmerinnen im Stadtbad Mitte einstudieren. Neben dieser rasanten Performance im Wasser plant der international gefragte Shooting Star, mit den Kindern einer öffentlichen Musikschule ebenfalls den Gesang aus dem „Karneval der Tiere“ zu üben. Mit dieser Arbeit stellt die für ihre sensitiv-schönen Audioinstallationen bekannte Schottin auch einen Bezug zur Geschichte der „skultur projekte münster“ her. Die Musikhochschule ist nämlich im ehemaligen Museum für Naturgeschichte am alten Münsteraner Zoo untergebracht. Dies ist auch der Ort, der als Keimzelle der Skulpturenausstellung gilt.

Die eingeladenen Künstler sind jetzt aufgefordert, mit konkreten Projekten interessante Antworten auf die eher theoretisch und akademisch geprägten Fragen des neuen Kuratorenteams zu finden. Fragestellungen wie „Wie kann Kunst bestehen in dem Bereich von Differenzen und Machtverhältnissen?“ können sicherlich helfen, den überholten Begriff der „Kunst im öffentlichen Raum“ neu zu definieren. Die konkret erfahrbaren, im nächsten Jahr im Stadtraum Münster realisierten Projekte sollten dann jedoch auch auf der sinnlichen und ästhetischen Ebene überzeugen.

Die „skulptur projekte münster 07“ finden vom 16. Juni bis zum 30. September 2007 in Münster statt.



30.08.2006

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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