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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Das 9. RISCHart_PROJEKT in der Münchner Innenstadt

Umsonst und draußen



Kunst trifft Straße: In der Münchner Innenstadt ist jetzt das von einer lokalen Bäckereikette initiierte „9. RISCH_art PROJEKT“ gestartet. Unter dem Motto „Meistermaler - direkt auf die Straße“ bringen fünf professionelle Straßenmaler Werke von 15 international bekannten zeitgenössischen Künstlern auf die Gehwegplatten der hoch frequentierten Fußgängerzone zwischen Marienplatz und Stachus. Kunst für alle – ganz demokratisch. Initiator Gerhard Müller-Rischart wagt durch die ungewöhnliche Verbindung von publikumsnaher Straßenmalerei und der eher einem Insiderpublikum vertrauten, zeitgenössischen Kunst einen mutigen Spagat: „Viele Leute, die hier auf dem Marienplatz unterwegs sind, finden normalerweise nicht den Weg zur Kunst“, hat er beobachtet. Straßenmalerei und zeitgenössische Kunst treten nun in einen spannenden Dialog mit Shoppern, Passanten und Touristen.



Mit Hilfe der Kuratorin Katharina Keller, die schon bei sieben der bisher neun RISCHart_Projekten mit dabei war, wurden 15 Werke zeitgenössischer Künstler ausgewählt. Das erste RISCHart_PROJEKT fand bereits 1983 statt. Katharina Keller sorgte jetzt für die richtige Mischung aus abstrakter und figürlicher Malerei, farbintensiven Darstellungen und reduzierter Formensprache. Für die Umsetzung der hochkarätigen Vorlagen auf das Pflaster der Münchener Innenstadt sind fünf der besten deutschen Straßenmaler zuständig. Die vagabundierenden Plein Air-Künstler sind bei den jährlich stattfindenden Straßenmalermeisterschaften als Sieger hervorgegangen. Das Konzept, statt der üblichen biblischen Darstellungen oder kommerzieller Werbeaufträge einmal die Werke der im von namhaften zeitgenössischen Künstlern zu kopieren, finden sie äußerst reizvoll.

In München herrscht jetzt bei sengender Hitze und touristischem Hochbetrieb gut gelaunte Hochsommerstimmung mit italienisch-mediterranem Piazza-Feeling. Da kommt die Kunst gerade recht. In alter Straßenmalertradition haben die fünf Open Air-Artisten zunächst die „Madonna del Parto“ (um 1460), eine hochschwangere Renaissancemadonna von Piero della Francesca, gemeinsam auf den Marienplatz gemalt. Schreitet man den Parcours weiter ab, sind alle paar Meter aktuelle Gegenwartsbilder namhafter Maler zu entdecken – für manche Passanten der unfreiwillige Sprung in die vielleicht etwas verstörendere Gegenwart, für viele Neugierige und Wiederkehrende jedoch auch die Chance, für sich persönlich ein völlig neues Feld zu erobern.

Mit in München dabei sind unter anderem der Bremer Melancholiker Norbert Schwontkowski, Karin Kneffel, Jochen Twelker, Anke Doberauer oder Punkmaler und Lokalmatador Florian Süssmayr. Seine Vorlage: ein Tatoo-Gemälde, das die tätowierte Brust des Punkmusikers G.G. Allen zeigt. Der Bühnenberserker starb 1993 am Goldenen Schuss. Kunst fürs Volk also mit direktem Hackenkontakt auf den Fußgängerzonen und Trottoirs zwischen Marienplatz und Stachus. Die petrolfarbene, in High Heels auf einer Mauer kriechende Frauengestalt der jungen Berlinerin Alex Tennigkeit dürfte gerade bei jüngeren Shoppern für Aufmerksamkeit sorgen. Und Anke Doberauers „Viktor“, ein imposanter Männerakt mit keck verrutschtem Lendentuch ist bereits jetzt zum Lieblingsbild der Münchner Frauenwelt avanciert.

Alle der angefragten zeitgenössischen Künstler, die sich im Ausstellungsbetrieb und auf dem Kunstmarkt einen Namen gemacht haben, sagten ihre Beteiligung am Projekt spontan begeistert zu. Die Reproduktion eines Tafelbildes auf das Straßenpflaster in einer anderen Technik und mit der typischen Straßenmalkreide statt mit Pinsel und Farbe hat eben ihren eigenen Reiz. Einige der Urheber sind nun extra nach München gereist und beobachten dezent aus den umliegenden Cafés den Fortgang der Arbeit. Auch viele Passanten interessieren sich für das „work in progress“ und kehren immer wieder zu ihren Lieblingsmotiven zurück. Anders als im Museum hat die Kunst auf der Straße etwas Unausweichliches. Weglaufen gilt nicht. Die Kunst, die Schwellenangst zu brechen und zeitgenössische Malerei mit einer selbstverständlichen Leichtigkeit und fast schon Beiläufigkeit in das Straßenbild einzugliedern, ist die nicht zu unterschätzende Stärke dieses Projektes.

Die Ausstellung „Meistermaler. 9. RISCHart_Projekt“ ist noch bis zum 4. August in München zwischen Marienplatz, Kaufingerstraße und Stachus zu sehen. Eine kostenlose Broschüre liegt an allen Stationen des Projektes aus. Nach Abschluss erscheint ein Bildband im Kölner Salon Verlag. www.rischart.de



31.07.2006

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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