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Bernd und Hilla Becher in der Kölner SK-Stiftung

Den Kohlenpott verewigt



Ausgangspunkt der fotokünstlerischen Erkundungen des 1931 in Siegen geborenen Bernd Bechers bilden die heimischen Fachwerkhäuser. Von 1959 an, als er die Zusammenarbeit mit seiner 1934 in Potsdam geborenen Kommilitonin Hilla Wobeser beginnt, setzt er bis 1978 den Schwerpunkt auf die Fachwerkbauten des Siegener Industriegebietes. Die beiden Fotografen, die 1961 heiraten, entwickeln das Prinzip der Typologien zum Zwecke des besseren Formvergleiches. Am Anfang der Ausstellung der Photographischen Sammlung in der Kölner SK Stiftung stehen somit auch zehn von insgesamt zwölf Typologien der Siegerländer Ständerfachwerkhäuser. Im Jahr 2002 wurden diese bereits auf der Documenta präsentiert.


Erstmals dagegen ist in einem weiteren Saal die Dokumentation der Zeche Concordia in vollem Umfang in einer Ausstellung zu sehen. Die Bilder zeigen auch Fachwerkbauten, allerdings aus Stahl. 1967 können die Bechers ein Jahr vor der erfolgten Stilllegung bei noch laufendem Betrieb mit den Aufnahmen beginnen, die sich bis 1972 hinzieht. Das faszinierende an diesem Projekt ist für die Fotografen der idealtypische Charakter der Anlage. Sämtliche Gebäudegruppen wie Förder-, Werkstatt- und Maschinenhallen, der Kohlenbunker, die Transportbrücken, Förder-, Kühl- und Wassertürme, Lagerhäuser, Kokereien, Generatorenanlagen, Gasbehälter, Koksofenbatterien verewigen die Bechers in über 400 Aufnahmen. In den vergangenen vier Jahren hat das Künstlerpaar die Bilder ausgewertet, daraus 210 Originalabzüge ausgewählt und zu rund 45 Bildgruppen für die Schau zusammengefasst.

Ästhetisch fußt die künstlerische Position von Bernd und Hilla Becher auf der Neuen Sachlichkeit. Die exakte Erfassung der Objekte erfolgt aus einem erhöhten Aufnahmestandpunkt mit tiefenräumlichen Panoramen. Das faszinierende an ihren Serien ist die vielseitige Skala an Bauten und Konstruktionen, die sich in einer ungeheuren Bandbreite vor den Betrachtern ausbreitet. Wichtig für die Auswahl der Zeche Concordia ist beispielsweise auch deren Größe, die genügend Abstand zu den Einzelobjekten und damit ihre frontale wie präzise Aufnahme gewährleistet. Außerdem lassen sich für die Bechers durch die Weitläufigkeit des Betriebs die Gefahren vor giftigen Dämpfen oder Stürzen als technische Voraussetzungen ihrer Fotografiertätigkeit minimieren.

Zur Bedeutung der Zeche Concordia für ihr Schaffen äußern sich die Bechers aktuell: „Die Zeche Concordia war seinerzeit so wichtig für uns, da darin idealerweise alle für unsere Arbeit maßgeblichen prototypischen Formen vorkamen. Sie ist eine für das Ruhrgebiet ausgesprochen typische Anlage, geradezu ein Exempel oder ein Lehrstück. Sie war für uns wie eine ganze Stadt, die mit ihren vielen Bauten — vergleichbar mit der Kirche, der Post und der Schule — besonders attraktiv war. An vielen Gebäuden oder Apparaturen ließ sich erkennen, dass das Gebiet historisch gewachsen war. [...] Die Verschiedenartigkeit der Baukomplexe hatte sich in erster Linie durch ihre jeweiligen Aufgaben und den Wandel der technischen Möglichkeiten ergeben. Aber natürlich gab es auch Momente, wo sich ein bestimmter Geschmack durchgesetzt hatte, der sich an Rastern von Wohn- und Repräsentationsbauten orientierte. Rückblickend werden in den Photographien deshalb auch aufeinander folgende Zeitschichten und daraus resultierende wechselnde Bedürfnisse sichtbar.“

Wie wichtig das Arbeiten der Bechers ist, die 1961 als selbst gestelltes Thema die Dokumentation von Industrieanlagen in ihrer Gesamtheit auswählen, kann man anhand der Zeche Concordia, die den Schwerpunkt der Kölner Fotoausstellung bildet, eindrucksvoll nachvollziehen: Heute erinnert nämlich am einstigen Standort nichts mehr an diese Vergangenheit. Neben dem heute als Ausstellungshaus dienenden Gasometer Oberhausen steht auf dem riesigen Areal nun die Megashoppingmeile „Centro“. Die Zeche Concordia hat nur im Bild der Bechers so vollständig überlebt.

Die Ausstellung „Bernd und Hilla Becher. Zeche Concordia“ ist noch bis zum 3. September zu besichtigen. Sie wird ergänzt um 20 Fotografien aus den „Ruhrgebietslandschaften“ von Albert Renger-Patzsch, der zwischen 1927 und 1935 als einer der ersten das Ruhrgebiet mit seinem vom Bergbau und Montanindustrie geprägten Leben eingefangen hat. Geöffnet ist täglich außer mittwochs von 14 bis 19 Uhr. Der Eintritt beträgt 4,50 Euro, ermäßigt 2 Euro. Montags ist der Eintritt frei. Zur Ausstellung ist ein 60seitiges Katalogheft erschienen, das an der Museumskasse 21 Euro kostet.

Kontakt:

Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur

Im Mediapark 7

DE-50670 Köln

Telefon:+49 (0221) 226 59 00

Telefax:+49 (0221) 226 59 01



26.06.2006

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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