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Preisermittlung im Internet

Internet-Technologie verändert die Art der Preisfestlegung bei Kunsthändlern



Es geschieht in Kunstgalerien, Antiquitätenläden, bei Ausstellungen, auf Flohmärkten und bei privaten Verkäufen.


Man sieht es in Preislisten und Auktionsberichten, hört es in Lobpreisungen, Empfehlungen von Spezialisten, durch Gerüchte und bei flüchtigen Unterhaltungen. Und jetzt passiert es im Internet: Eigentümer von Kunstobjekten, die an einem Verkauf interessiert sind, sehen sich im Internet um, um sich über Werteinschätzung und Verkaufspreise zu erkundigen. Es ist bekannt, dass man Preise um so exakter festlegen kann, je mehr Infomaterial man hat. Zum Einstieg ist aber erst einmal eine kleine Einführung nötig.

Vor langer, langer Zeit (ungefähr in den 60er Jahren) legten Verkäufer die Preise fest, indem sie von Laden zu Laden, von Experte zu Experte, von Händler zu Händler und von Auktion zu Auktion gingen. Da gedruckte Informationen nur wenigen zugänglich waren, konnten diejenigen am besten die Preise bestimmen, die in den größten Kunstmetropolen der Welt lebten, am meisten in der Welt herumkamen und die meisten Leute kannten.

Danach kamen Preislisten und Auktionsberichte. Es wurde leichter, an Informationen bezüglich der Preisbestimmung zu kommen, aber gleichzeitig wurde der gesamte Prozess immer undurchsichtiger. Da das Konsultieren von Büchern etwas ganz anderes ist als mit gebildeten Menschen Informationen auszutauschen, nahmen Viele, die etwas zu verkaufen hatten, einfach den Höchstpreis, um ihre Kunst zu bewerten. Das ist die Kehrseite dieser Entwicklung. Menschen können sich artikulieren, wenn man falsche Informationen erhalten hat oder Daten falsch interpretiert wurden. Preislisten und Auktionsberichte können das nicht. Aber nichts desto trotz sind diese Veränderungen generell positiv, weil immer mehr Menschen in der Lage sind, den Verkaufswert ihrer Kunstwerke einzuschätzen.

Jetzt müssen wir uns mit dem Internet auseinandersetzen. Die Möglichkeit, Preise im Cyberspace zu bestimmen, hat den ganzen Prozess mehr und mehr von den realen Faktoren des Marktes abheben lassen. Die Leute, die auf der Suche nach Informationen über Preise sind, haben oft keine Ahnung, wer diese Informationen aufstellt, welche Qualifikationen diese Leute haben und vor allem, nach welcher Methode die Preise festgelegt sind. Suchprogramme im Internet führen immer öfter zu Falschauslegungen, da sie traditionelle Nachforschungsmethoden vernachlässigen. Mit Hilfe von Preislisten und Auktionsberichten kann man zumindest einiges über den Autor erfahren, und man kann nachvollziehen, warum er zu bestimmten Schlüssen gekommen ist. Im Internet ist es sehr häufig so, dass die Information schwer verifizierbar sind und die Quellen nicht nachvollziehbar angegeben werden, so dass die Möglichkeiten für ungenaue oder falsche Preiseinschätzungen größer den je sind.

Um dem ganzen Durcheinander noch die Krone aufzusetzen, muss außerdem gesagt werden, dass man trotz korrekter Preiseinschätzung im Internet insgesamt falsch liegen kann. Das mag jetzt ein bisschen doppeldeutig klingen, aber ich gebe Ihnen ein Beispiel: nehmen wir an, Sie leben irgendwo auf dem Land in Kentucky, verkaufen Kunstobjekte aus einer kleinen Verkaufsbude heraus und versuchen, den Preis einer Radierung eines lokalen Künstlers aus Kentucky zu fixieren. Auf dem Netz finden Sie die Webseite einer Kunstgalerie in Dallas und entdecken dort vergleichbare Radierungen, die zum Verkauf angeboten werden. Sie setzen Ihren Preis etwas niedriger als den der gefundenen Radierungen an. Wer annimmt, dass Galeriepreise immer und überall gleich sind, läuft jedoch Gefahr, große Fehler zu begehen.

Es ist durchaus möglich, dass die texanische Galerie exklusiv das Gesamtwerk des Künstlers betreut und gerade versucht, einen Markt aufzubauen, indem Preise in Rekordhöhe verlangt werden. Zusätzlich kann die Galerie 40.000 Dollar Fixkosten im Monat haben, da sie im besten Galerienviertel der Stadt angesiedelt ist. Der Besitzer könnte einer der wichtigsten und geschätztesten Händler texanischer Kunst und Kenner der nationalen Kunstszene sein, der Zugang zu den Sammlungen der reichsten Käufer hat. Außerhalb dieser Galerie könnten die Radierungen deshalb auch weitaus weniger wert sein.

Heutzutage kommt es vor, dass man einen Laden betritt, der mitten im Nirgendwo liegt, und man Preise findet, die man in einer Galerie in der New Yorker 57th Street oder auf dem Rodeo Drive in Beverly Hills erwarten würde. Soweit kommt es, weil ein Spitzenverkaufspreis auf dem Netz veröffentlicht wurde, der von jemandem ohne nachzudenken nachgeahmt wurde und von wieder einem anderen kopiert wurde und so weiter, bis irgendwann überall im Land die gleichen verrückten Preise aufzufinden sind.

Einen Preis auf dem Bildschirm eines Computers zu finden, hat nicht im entferntesten etwas mit sorgfältiger Marktanalyse zu tun. Man muss auch verstehen lernen, wann Preise entstehen und wie sie gemacht werden. Eine Weiterentwicklung bei der Preisfestlegung im Internet wird hoffentlich die sein, das kompetentere und fähigere Nachschlage- und Suchmechanismen angeboten werden, und dass die Preisfestlegungen durchsichtiger werden. Vergessen Sie nicht auf dem Weg nach dem “Wie viel” auch nach dem “Warum”, “Wo” und “Unter welchen Umständen” zu fragen.

Der Text wurde geschrieben von Alan Bamberger, www.ArtBusiness.com.



14.09.2000

Quelle/Autor:Alan Bamberger / www.artbusiness.com (Aus dem Amerikanischen von Joachim Hübner)

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