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Analyse

Erfassung von Daten aus dem Kunstmarkt

Mut zur Lücke



Um die Entwicklung des Kunstmarktes genauer zu analysieren, benötigt man Preisreihen für die einzelnen Marktsegmente.


Hier stellt sich zunächst das Problem der Verfügbarkeit geeigneten statistischen Materials. Erst seit den siebziger Jahren dieses Jahrhunderts werden umfangreiche Aufzeichnungen über Kunstauktionen veröffentlicht. Frühere Daten – insbesondere solche, die in vorige Jahrhunderte zurückreichen – sind nur vereinzelt und nicht zeitkontinuierlich aus der Kunstliteratur und aus alten Auktionskatalogen zu gewinnen. Während sich im 20. Jahrhundert Preisreihen überwiegend aus Auktionsresultaten generieren lassen, findet man in der Literatur bis ins 19. Jahrhundert vor allem Preisnennungen für Transaktionen des Kunsthandels oder von Kunstvermittlern. Da diese Angaben überwiegend in historischen Währungen verzeichnet sind, muß man sie – schwierig genug – in heutige Währung umrechnen. Die Daten weisen um so größere zeitliche Lücken auf, je weiter sie in die Vergangenheit reichen. Der Versuch, Objektgruppen, Stilrichtungen oder gar den gesamten Kunstmarkt über einen langen Zeitraum zu indizieren, ist damit vorab zum Scheitern verurteilt.

Erst die größere Datenfülle ab den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts machte die Bildung von Indizes für den gesamten Kunstmarkt sinnvoll. Seitdem kann man den Gesamtmarkt und seine Sektoren leichter analysieren. Wegen des kurzen Datenzeitraums von nur wenigen Jahrzehnten bleibt aber die Aussagekraft von beobachteten Einflußgrößen des Kunstmarktes naturgemäß begrenzt. Um sich einen verläßlicheren Eindruck zu verschaffen, muß man das Preisverhalten trotz des unzulänglichen statistischen Materials im langfristigen Vergleich untersuchen. Letztlich bleibt daher nur der Weg, sich anhand einzelner Beispiele einen Überblick zu verschaffen.



14.09.2000

Quelle/Autor:Auszug aus Wolfgang Wilke: Kunstvoll investieren, Trends Spezial, November 1999, Veröffentlichung der Dresdner Bank AG.

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