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Strategie

Aktuellzum Archiv:Strategie-Künstler

Die Künstlersozialversicherung

Die Höherstellung der Künstler: Freiheit und niedrige Kosten



Die Künstlersozialversicherung existiert seit 1983. Sie gewährleistet freien Künstlern und Publizisten eine Absicherung in den Pflichtversicherungen. Die Rente der Versicherten ist gesichert, außerdem sind sie im Krankheits- oder Pflegefall finanziell geschützt.


Als freier Unternehmer ist der selbstständige Künstler kein Kandidat für die gesetzlichen Versicherungen, da diese in erster Linie auf abhängig Beschäftigte, also Arbeitnehmer, zugeschnitten sind. Der Arbeitgeber beteiligt sich bei ihnen mit 50 Prozent an den Kosten. Der Selbstständige ist meistens gezwungen, sich privat zu versichern. Die Künstlersozialversicherung ermöglicht es dem Künstler, wie ein angestellter Arbeiter versichert zu sein, ohne in die Abhängigkeit eines Arbeitsvertrages zu kommen. Wie ein Arbeitnehmer bezahlt auch er nur 50 Prozent der Kosten. Die restlichen 50 Prozent, sozusagen der „Arbeitgeberanteil“, sind durch Abgaben der Unternehmen gesichert, die in den Nutzen der künstlerischen Leistungen kommen. Hauptsächlich sind hiervon Galerien betroffen, die zur Zeit 4 Prozent ihres Umsatzes in die Künstlersozialversicherung einzahlen müssen. Den restlichen Betrag, ungefähr die Hälfte des „Arbeitgeberanteils“, steuert der Bund dazu.

Da die Gesamtausgaben der Künstlersozialversicherung von Jahr zu Jahr schwanken, ändern sich auch die Sozialabgaben der Unternehmen. Im Jahr 2000 liegen sie bei 4 Prozent. Damit die Händler mit festen Beträgen rechnen können, fordert der Deutsche Kulturrat die Abgaben bei 3,3 Prozent festzulegen. Im Gegenzug dazu soll der Beitrag des Bundes etwas erhöht werden, um den fehlenden Anteil auszugleichen. In Zukunft soll also nicht mehr die Höhe der Sozialabgaben der Händler schwanken, sondern die Bezuschussung des Bundes soll variabel sein.

Wer kann in die Künstlersozialversicherung?

Von der Künstlersozialversicherung geschützt werden nur Personen, die ihre künstlerische Tätigkeit erwerbsmäßig ausführen. Der Staat möchte keine Hobbykünstler schützen. Der Künstler arbeitet mit eigenem Unternehmerrisiko, vae victis. Im Gegensatz dazu ist der Lohn eines Arbeitnehmers nicht vom wirtschaftlichen Erfolg seiner Leistung abhängig.

Vorraussetzung für den Versicherungsschutz ist, dass die Einnahmen durch den Kunstverkauf (Umsatz minus Kosten = Einnahmen) eine gesetzte Mindestgrenze überschreiten. Das Jahreseinkommen muss dabei mindestens 630 Mark x 12 = 7.560 Mark betragen. In den neuen Bundesländern liegt die Geringfügigkeitsgrenze pro Monat bei 530 Mark, so dass die Mindesteinnahmen 530 Mark x 12 = 6.360 Mark betragen müssen.

Versicherte Künstler dürfen maximal eine Vollzeitkraft beschäftigen. Künstler, die selber mehrere Angestellte haben, werden nicht für schutzbedürftig gehalten und sind deshalb nicht künstlersozialversicherungswürdig. Lehrlinge oder geringfügig Beschäftigte, die nicht mehr als 630 Mark, beziehungsweise 530 Mark in den neuen Ländern verdienen, dürfen aber angestellt werden.

Berufsanfänger sind in der Künstlersozialversicherung auch dann versichert, wenn sie keine positiven Einnahmen haben. Um auf dem Markt Fuß fassen zu können, sind sie in den ersten 5 Jahren von der Auflage befreit.

Welche Leistungen bringt die Künstlersozialversicherung?

Die Künstlersozialversicherung umfasst das volle Angebot der gesetzlichen Renten-Kranken- und Pflegeversicherung. Durch die Rentenversicherung hat der Künstler Ansprüche auf Alters-, Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsrente und durch die Krankenversicherung auf medizinische Versorgung, einschließlich einer beruflichen Rehabilitation, wie Kuren und Transporte. Die Pflegeversicherung deckt Zahlungen bei häuslicher oder stationärer Pflege ab.

Die Krankengeldzahlung setzt bei angestellten Arbeitnehmern erst ab der sechsten Woche ein und der Arbeitgeber ist bis dahin zur Lohnfortzahlung verpflichtet. Da der freischaffende Künstler keine Lohnfortzahlung von einem Arbeitgeber erhält, besteht für ihn eine Sonderregelung. Gegen einen höheren Beitrag kann er sein Krankengeld bereits ab dem 15. Tag der Arbeitsunfähigkeit erhalten (Auskunft über die zusätzlichen Kosten erteilen die gesetzlichen Krankenkassen und die Künstlersozialkasse). Ohne eine vorzeitige Zahlung wäre der Künstler sechs Wochen ohne Einnahmen, zusätzlich kann er sich nicht um zukünftige Einnahmequellen bemühen.

Wie hoch sind die Beiträge?

Die Höhe der Versicherungsbeiträge richtet sich immer nach der Höhe der Einkünfte des Versicherten. Im Gegensatz zu angestellten Arbeitnehmern, die jeden Monat das gleiche Einkommen erhalten, sind die Einkünfte selbstständiger Künstler aber schwankend. Der monatliche Beitrag richtet sich bei ihnen nach einer Schätzung der zu erwartenden Jahreseinkünfte unter Berücksichtigung der vergangenen Einkünfte. Diese Schätzungen müssen der Künstlersozialkasse am Ende des Jahres mitgeteilt werden. Einer Einnahmesteigerung oder Minderung muss gemeldet werden, damit sie innerhalb eines Monats korrigiert werden kann. Da für Künstler die Versicherungsbeiträge halbiert werden (50% bezahlen Unternehmen mit ihren Sozialabgaben und der Bund), bezahlen sie im Moment 19,3 Prozent/2 = 9,65 Prozent Rentenversicherung und 1,7 Prozent/2 = 0,85 Prozent Pflegeversicherung ihres monatlichen Einkommens. Der Beitragssatz für die Krankenversicherung wird auch halbiert und richtet sich nach der selbst gewählten Krankenkasse.

Berufsanfänger, deren Einnahmen noch unter den monatlichen 630 Mark (530 Mark in den neuen Ländern) liegen, bezahlen nur einen festgesetzten Mindestbeitrag. Künstler mit sehr hohem Einkommen müssen die Beiträge nur bis zu einer Höchstgrenze entrichten. Die Bemessensgrenze für die Rentenversicherung lag 1999 bei 102.900 Mark (86.400 DM in den neuen Ländern) und für die Krankenversicherung bei 76.500 Mark (64.800 DM in den neuen Ländern).

Ein Beispiel soll die Kosten verdeutlichen:

Das geschätzte Jahreseinkommen beträgt 20.000 Mark.

Krankenversicherung:
- Beispiel für einen Beitragssatz der Krankenkasse: 13,5%
- Anteil des versicherten Künstlers: 6,75% von 20.000 Mark = 1350 Mark jährlich/12 = 112,50 Mark monatlich

Rentenversicherung:
- Beitragssatz in der Rentenversicherung: 19,3%
- Anteil des versicherten Künstlers: 9,65% von 20.000 Mark = 1930 Mark jährlich/12 = 160,84 Mark monatlich

Pflegeversicherung:
-Beitragssatz in der Pflegeversicherung: 1,7%
-Anteil des versicherten Künstlers: 0,85% von 20.000 Mark = 170 Mark jährlich/12 = 14,16 Mark monatlich

Die private Krankenversicherung

Versicherte der Künstlersozialkasse haben auch die Möglichkeit sich von der gesetzlichen Krankenversicherung befreien zu lassen, um sich privat zu versichern. Möglich ist das allerdings nur für Berufsanfänger und für besserverdienende Künstler, deren Nettoeinkünfte in den letzten drei Jahren über 221.400 Mark (188.100 Mark in den neuen Ländern) lag. Privat krankenversicherte Personen müssen das Risiko der Pflegeversicherung ebenfalls privat absichern. Für höherverdienende Künstler, die sich von der gesetzlichen Krankenversicherung befreien ließen, ist dieser Schritt unwiderruflich, Berufsanfänger können sich nach Ablauf der ersten fünf Jahre auch wieder gesetzlich versichern. Die Künstlersozialversicherung bietet auf Antrag auch privat Versicherten einen Beitragszuschuss zur Kranken- und Pflegeversicherung.

Wie komme ich in die Künstlersozialkasse?

Selbstständige Künstler, die noch nicht versichert sind, können sich umgehend bei der Künstlersozialkasse melden, die daraufhin Informationsmaterial und einen Fragebogen an den Interessierten schickt. Anhand des beantworteten Fragebogens prüft sie die Verhältnisse des Bewerbers und entscheidet über die Aufnahme.

Die Künstlersozialkasse meldet den Versicherten darauf bei der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA), dem zuständigen Versicherungsträger für die Rente, und bei der vom Künstler selbst gewählten Kranken- und Pflegekasse. Ob der Künstler seine Krankenkasse dazu verlässt, oder bei seiner alten Krankenkasse bleibt, spielt dabei keine Rolle. Die Künstlersozialkasse ist in der Folgezeit kein Leistungsträger. Forderungen müssen an die gewählte Krankenkasse und die BfA gestellt werden.

Weitere Informationen erteilt die Künstlersozialkasse:

Landesversicherungsanstalt Oldenburg-Bremen
- Künstlersozialkasse –
Langeoogstraße 12
D-26384 Wilhelmshaven

Telefon: +49 (44 21) 30 80
Telefax: +49 (44 21) 30 82 06

www.kuenstlersozialkasse.de



12.09.2000

Quelle/Autor:Lars Breuer

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