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Kunst für etwas mehr als 3 Milliarden Dollar sind laut einer Hiscox-Studie im vergangenen Jahr per Mausklick gekauft worden. Der Versicherer hat den Online-Kunstmarkt analysiert und prognostiziert, dass das Internet als Eingangstor zum Angebot von Auktionshäusern und Galerien eine immer größere Rolle spielen wird

Junge Sammler bevorzugen das Netz



Teuerstes Objekt bei Online-Auktionen: Kaiserliche Automatenuhr, Guangzhou Werkstatt, Qianlong

Teuerstes Objekt bei Online-Auktionen: Kaiserliche Automatenuhr, Guangzhou Werkstatt, Qianlong

Er wächst, er gewinnt an Bedeutung, er wird vielschichtiger: Der Handel mit Kunst im Internet. Dass die dreistelligen Millionen-Rekorde des Jahres 2015 mit Werken von Picasso, Modigliani und Giacometti in einem realen Auktionssaal erzielt wurden, mag viele Versteigerer und Galeristen weiterhin an die Formel vom Kunstkauf als augenscheinliche Vertrauenssache glauben lassen. Vielleicht in diesem Preissegment. Bei Kunstwerken, Memorabilien und Design im Bereich zwischen 1.000 und 5.000 Dollar jedoch flutscht es im Internet. Doch keine falschen Illusionen: Nur 3 Prozent der Online-Verkäufe überschreiten die 50.000-Dollar-Grenze. Doch der Anteil, den Händler und Versteigerer über das Netz veräußern, wird größer. Für das World Wide Web als wachsender Umschlagplatz für Kunst sprechen Fakten. Laut einer Studie des Kunstversicherers Hiscox wurde 2015 mit Kunst, Antiquitäten und Sammlerstücke online 3,3 Milliarden Dollar umgesetzt, 24 Prozent mehr als im Vorjahr.


Der TEFAF Art Market Report spricht gar von 4,7 Milliarden Dollar, was etwa 7 Prozent des weltweiten Totalumsatzes in Höhe von knapp 64 Milliarden Dollar ausmacht. Die großen Auktionshäuser mischen kräftig mit. Christie’s fuhr 2015 162 Millionen Dollar ein, Sotheby’s 100 Millionen und das breit sortierte Auktionshaus Heritage aus dem texanischen Dallas sogar 344 Millionen Dollar. Im Vergleich zu deren Gesamtumsätzen sind die Online-Erträge jedoch Peanuts; Christie’s etwa verzeichnete ein Ergebnis von 7,4 Milliarden. In Deutschland führt Ketterer monatlich seine Ketterer-Internet-Auktionen durch mit Werken im Taxenbereich bis 3.000 Euro. Auch wenn die Jubelmeldungen momentan noch ausbleiben, es ist eine Investition in die Zukunft, in den Sammler von Morgen.

Was für traditionelle Versteigerer eine profitable Nische ist, ist für andere das Hauptgeschäft. Mehr als 50 sogenannter 1P-Verkäufer wurden in den letzen Jahren gegründet. Gemeint sind damit Anbieter von Kunst, die ausschließlich auf ihrer eigenen Plattform agieren. An der 1P-Spitze steht laut Hiscox der Internetversteigerer Auctionata, dem erst im letzten Jahr der Luxus-Mischkonzern Arnault-Group eine kräftige Finanzspritze verpasste. Jede Woche versteigert das Haus Kunst, Kunsthandwerk, Schmuck, Luxusuhren und Old Timer. Mit mehr als 80 Millionen Dollar Jahresumsatz 2015 konnte das weltweit agierende Unternehmen nach eigenen Angaben mehr als Doppelte des Vorjahres einnehmen. Vorwürfe, diese Summe sei mit Scheinzuschlägen zustande gekommen, wies das Unternehmen in einem Bericht der Wirtschaftswoche zurück. Eingeräumt wurde jedoch, dass es Accounts gegeben hätte, die Beteiligten des Unternehmens selbst gehört hätten und als solches auch gekennzeichnet waren. In den USA ist dieses Vorgehen erlaubt. Den Top-Erlös brachte mit 3,4 Millionen Euro eine chinesische Automatenuhr aus dem 18. Jahrhundert. Laut Auctionata ist sie das weltweit teuerste Kunstwerk, das je in einer Online-Auktion verkauft wurde.

Eine Verdoppelung des Umsatzes meldete auch das Online-Auktionshaus Paddle8, in das im vergangenen Jahr selbst ein Galerist wie David Zwirner als Investor eingestiegen ist. Umso erstaunlicher hat die Branche kürzlich die Nachricht von der Fusion dieser beiden Unternehmen zur Kenntnis genommen. Nicht zwei kleine, schwache Onlineunternehmen haben sich da zusammengetan, sondern die Branchenriesen des Internet-Kunsthandels. Paddle8 und Auctionata sind jetzt eine Firma. Es fehlt ihnen noch ein gemeinsamer Namen, aber wohl nicht an der Vision, durch die Fusionierung noch präsenter im Netz zu sein, noch mehr potentielle Käufer zu erreichen. Die Dimension eines globalen Unternehmens ist erreicht, das neue Unternehmen will den Mittelmarkt erobern.

Per Mausklick Kunst kaufen – auf dieser Schiene agieren aber auch längst große Galerien. Bei Saatchi Art etwa gibt es Werke junger Künstler zwischen 1.000 und 5.000 Dollar. Die Galerie, die Damien Hirst oder auch die Chapman-Brüder groß gemacht hat, konnte im Netz vergangenes Jahr 12 Millionen Dollar umsetzen – 3,2 Millionen mehr als 2014. Wohin die Reise in Sachen Internet-Kunstmarkt geht, verdeutlichen auch folgende Umfrageergebnisse dieser Studie: 19 Prozent aller unter 35jährigen sagen, dass sie ihr erstes Kunstwerk online gekauft hätten; im Jahr zuvor waren es 15 Prozent. 28 Prozent aller Galerien sind auf ihrer eigenen Website auf den Zug namens „Click and buy“ aufgesprungen, bei denen es gar keine direkten Kontakte zwischen Käufer und Galeristen gibt. Im Vorjahr waren es 22 Prozent.

Doch ganz entscheidend bei der Vermarktung sind die sogenannten Drittparteien-Plattformen. 41 Prozent aller Händler und Galeristen nutzen sogenannte 3P-Marktplätze wie Artnet oder Artsy. Da machen die Großen ebenso mit wie die Kleinen. Artsy etwa, sagt der TEFAF Art Market Report, hat 2015 Kunstwerke von 4.200 Galerien sowie von 60 Events und Messen präsentiert und hat die Zahl der vertretenen Galerien sogar verdoppelt. „Diese Plattformen sind wertvolle Informations- und Insiderwissensdatenbänke über das Innere des Sammlers und seinen Interessen“, konstatiert Clare McAndrew, die Autorin der TEFAF-Studie. Der Algorithmus der Maschinen funktioniert auch hier. Man klickt einen Artikel an und zehn weitere Kunstwerke werden offeriert: Sammler, die sich für diesen Artikel interessieren, mochten auch dies...“ Das weite Feld des Onlinemarktes sortiert sich.

Manche 3P-Unternehmen konzentrieren sich auf bestimmte Sammelgebiete. Ocula etwa konzentriert sich auf Asiatika. 1stDibs hat den Focus auf Design, Antiquitäten und dekorative Kunst gelegt. 2014 ging mit Classiqs der erste deutsche Onlineshop für Antiquitäten und Vintages an den Start, gegründet von Karl von Trott, Friedrich von Bernewitz und Felix Goldstein. Auch traditionelle Auktionshäuser gehen mehr und mehr Kooperationen mit anderen Akteuren ein. Während Sotheby’s und Ebay schon länger zusammenarbeiten, hat das Haus im Oktober 2015 erstmals gemeinsam mit Artsy die Online-Auktion „Input/Output“ realisiert. Christie’s hat sich bei der Vermarktung der Lambert Art Collection mit der Plattform DePury von Michaela und Simon de Pury zusammengetan, die nur ausgewählte, renommierte oder prominente Sammlungen via Internet vermarkten. Das Resultat: 23 Millionen Dollar Gesamterlös und fünf Zuschläge über 1 Million Dollar.

Im virtuellen Markt tummeln sich heute viele Akteure. Fast monatlich erscheinen Meldungen über Neugründungen wie etwa NeonMob, die sich als Drehscheibe für digitale Editionen mit beschränkter Auflagenzahl etablieren wollen, oder Art:i:curate, eine Kunstprojektförderung mit Gewinnanteils-Versprechungen. Doch den Markt beherrschen Unternehmen mit Langzeiterfahrung und genügend Kapitaldecke. Laut Hiscox hatte Artnet 2015 die meisten Besucher zu verzeichnen, gefolgt von Artsy und Christie’s Live. Bei der Zahl der Verkäufe lag Ebay Art an erster Stelle, was jedoch nichts über die Umsätze verrät. Warum aber die Kooperationen zwischen verschiedenen Anbietern so wichtig sind, verdeutlicht die Tatsache, dass 80 Prozent aller Online-Käufer nicht mehr als 3 Plattformen benutzen, 45 Prozent der Erstkäufer greifen sogar für längere Zeit nur auf das Portal ihres ersten Kaufs zu.

Seismographische Qualitäten haben folgende Hiscox-Thesen: Die Welt wird heute digital wahrgenommen, in den letzten zehn Jahren hat sich die Verweildauer der User im Netzt fast um das Zwanzigfache erhöht. Tabletts, Smartphones und I-Phones gewähren an fast jedem Ort zu jeder Zeit den Blick in die nonstop geöffneten virtuellen Schaufenster. Sie sind das Eingangstor zum Markt. Und eine bestimmte Käuferschicht recherchiert ausschließlich im Netz. Invaluable, eine der größten Sammelstellen für Online-Auktionen, verkündete, dass 45 Prozent ihrer User das Mobiltelefon nutzen – zum Surfen, Informieren und auch zum Bieten. Der Online-Kunstmarkt bleibt in Bewegung, denn der virtuelle Kampf um die Sammler bleibt auch in den nächsten Jahren eine der großen Herausforderung für Händler, Auktionatoren und Galeristen. Hiscoxs Prognose lautet: 2020 werden die Online-Verkäufe knapp 10 Milliarden Dollar erreichen.

Die Hiscox-Studie ist unter folgender Adresse abrufbar:

www.hiscox.de/wp-content/uploads/2016/04/The-Hiscox-Online-Art-Trade-Report-2016.pdf



15.06.2016

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Sabine Spindler

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