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Kunst im Fonds

Gekonnt investiert - der British Rail Pension Fund



Ein Manager des renommierten britischen Kunstauktionshauses Sotheby’s wurde einmal mit den Worten zitiert: „Man muß schon sehr schlecht sein, um für Fehlinvestitionen in Aktien kritisiert zu werden. Wenn man in Kunst investiert, wird man von vornherein kritisiert“.



Der zitierte Manager wollte mit dieser Klage keineswegs erschwerte Rahmenbedingungen für die im Kunstmarkt tätigen Firmen gegenüber Banken und Investmentberatern reklamieren. Er spielte vielmehr auf seine Erfahrungen im Zusammenhang mit einem viel beachteten Investitionsprojekt im Kunstmarkt an, bei dem Sotheby’s als Berater des Investors aufgetreten war. Der Investor, der sich Ende 1974 entschlossen hatte, einen Betrag von 40 Millionen Pfund für den Ankauf von Kunstwerken rein unter Rendite-Erzielungsabsicht zur Verfügung zu stellen, war kein anderer als der British Rail Pension Fund, die Pensionskasse der britischen Eisenbahn-Mitarbeiter. Getragen von der Überlegung, den hohen Inflationsraten Mitte der 70er Jahre eine Anlage in Sachwerten gegenüberzustellen, sollte nicht nur in Aktien und Immobilien investiert werden, sondern erstmals auch der Kunstmarkt zur Performanceverbesserung herangezogen werden.

Kunst als reines Investment zu betrachten wurde von der Öffentlichkeit und der Presse bei Bekanntgabe dieser Pläne höchst kontrovers diskutiert. Und daß ausgerechnet die Pensionsgelder von Eisenbahnarbeitern, die normalerweise gewiß nicht zur typischen Klientel von Sotheby’s zählen, in Kunstwerke investiert werden sollten, erhitzte die Gemüter zusätzlich. Sotheby’s, als Kunstberater des Pensionsfonds-Managements, das zwar von Aktien- und Rentenanlagen eine Menge verstand, aber niemals in Kunst investiert hatte, geriet insbesondere deshalb ins Kreuzfeuer der Kritik, weil die Ankäufe in erster Linie auf eigenen Auktionen erfolgten. Der sich hieraus ergebende Interessenkonflikt war nahezu zwangsläufig.

Innerhalb von acht Jahren erwarb der British Rail Pension Fund 2 245 Objekte aus 13 verschiedenen Sammelbereichen. Hierzu zählten so unterschiedliche Gebiete wie Altmeister-Gemälde und chinesisches Porzellan, französische Möbel ebenso wie Silber und alte Bücher, Glaskunst und Gemälde der Klassischen Moderne. Die Anlagepolitik in diesen 13 Sammelgebieten wurde dergestalt definiert, daß man in jedem Bereich in dem fraglichen Zeitraum die qualitativ hochwertigsten am Markt befindlichen Objekte zu kaufen beabsichtigte.

13 Jahre nach dem ersten Ankauf begann man 1987 mit dem schrittweisen Verkauf der zusammengetragenen Kunstobjekte. Zehn Jahre später, am 24. November 1997, war dieses erste große Experiment eines renditegetriebenen Investments in Kunst nahezu abgeschlossen: Lediglich 30 Objekte befanden sich nach der am gleichen Tag erfolgreich durchgeführten Auktion von 33 antiken Gläsern des Fonds noch in dessen Besitz. Das Ergebnis des Investments konnte sich sehen lassen und erstaunte die ursprünglich so skeptische Fachwelt aus der Kunst- und Investmentbranche: 11,8 % Rendite pro Jahr über einen Zeitraum von 23 Jahren stellte traditionelle Anlagen in festverzinslichen Wertpapieren und Immobilien weit in den Schatten und konnte selbst die Mehrzahl der langfristigen Ergebnisse von Aktienfonds übertrumpfen. Dabei hätte die Rendite durchaus noch wesentlich besser ausfallen können. Die Entscheidung, 13 sehr unterschiedliche Sammelgebiete zu verfolgen, führte in den einzelnen Investitionsbereichen zu durchschnittlichen Jahres-Returns zwischen knapp über 4 % bis zu über 20 %. Dieses zuletzt genannte herausragende Ergebnis erzielten Werke der Klassischen Moderne und des Impressionismus als der Fonds sie 1989 verkaufte. Leider hatte man nur 3,4 Millionen der 40 Millionen zur Verfügung stehenden Pfund in dieses Segment investiert. Eine weitere, das Gesamtergebnis negativ beeinflussende Größe war der Verkaufszeitraum, dessen überwiegender Teil in die Jahre nach dem Zerplatzen der großen Spekulationsblase am Kunstmarkt fiel. Konnte man 1987–1989 zu deutlich steigenden Preisen verkaufen, so war nach 1990 der Markt über Jahre hinweg völlig illiquide. Erst 1994 war es wieder möglich, auf einem markant reduzierten Preisniveau Sammlungsstücke des Fonds anzubieten.

Als Fazit dieses Praxistests eines Investments im Kunstmarkt kann man festhalten, daß ein langfristiger Investor mit der Auswahl des richtigen Timings und der richtigen Kunstsegmente Renditen erzielen kann, die sogar die Erträge von Aktieninvestments deutlich übersteigen können.

Thomas Amend, in: Thomas Gonzáles / Robert Weis (Hrsg.): „Kunst-Investment“. Gabler Verlag , Wiesbaden, 2000, S.28.



29.05.2001

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