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Wie Fälscher Sammler hinters Licht führen

Fälschungen entlarven



Frage: Könnten Sie uns bitte einige der Methoden erläutern, mit denen Fälscher Kunstwerke verändern und bearbeiten? Sind Unterschriftenverzeichnisse sinnvoll, um Problemen vorzubeugen? Denn des öfteren zögere ich bei kleineren Kunstauktionen und Antiquitätenläden Kunstwerke zu kaufen.



Antwort: Das zeigt ein gesundes Urteilsvermögen Ihrerseits. Fälscher sind bei kleinen Auktionen mindestens genauso ein Problem wie bei großen. Sie verfeinern ihre Fälschungsmethoden genauso erfolgreich wie andererseits Wissenschaftler und Experten Fälschungen entlarven können. Obwohl Fälschungen nur einen kleinen Teil der erhältlichen Kunstwerke ausmachen, ist es trotz allem möglich, dass Ihre Unwissenheit ausgenutzt wird, sofern sie nicht über Expertenwissen verfügen oder der Verkäufer keinen unwiderlegbaren Beweis für die Authentizität eines Kunstwerkes aufbringen kann.

Zu wissen, wie die Kunstwerke des Künstlers aussehen, von dem Sie eine Sammlung anlegen wollen, ist die beste Versicherung gegen Fälschungen. Oft kannten die Leute, die sich hereinlegen ließen, vor dem Kauf der Fälschung nur den Namen des Künstlers und sonst nicht viel. Sie müssen wissen, wie bestimmte Dinge auszusehen haben: wie sieht ein Pinselstrich aus, welche Lieblingsthemen- und Kompositionen hatte der Künstler, wo sind Unterschriften normalerweise angebracht und mit welchen Medien, Materialien und Formaten arbeitet ein bestimmter Künstler? Man sollte außerdem wissen, wie ein Kunstwerk von hinten aussieht, wie es gerahmt ist, aufgestellt oder vorgeführt wird. Wo ist der Titel oder die Nummerierung, und welche Galerie-, Hersteller- oder Verteileraufkleber sollte ein Werk aufweisen?

Schwarzlicht war traditionell die Methode, die verwendet wurde, um Ungleichmäßigkeiten bei Gemälden zu entdecken. Aber unlängst gemachte Fortschritte auf Seiten der Fälscher machen solche Untersuchungen nun noch schwerer. Früher erschienen später aufgetragene Unterschriften im Schwarzlicht vom Rest des Gemäldes abgehoben. Außerdem schienen sie zu leuchten oder leicht zu schimmern. Heutzutage werden nicht-flureszierende Farben verwendet, um diesem Effekt entgegenzuwirken. Deckende Lacke, die alles durchsichtig grün schimmern lassen, werden benutzt, um Ungleichmäßigkeiten zu überdecken. Es lohnt sich aber trotzdem, noch mit Schwarzlicht zu arbeiten. Es zeigt frühere Restaurationsversuche und lässt weitere Schlüsse über die Vergangenheit eines Gemäldes zu.

Eine gute Juwelierslupe mit 30 bis 40facher Vergrößerung dient dazu, haarfeine, altersbedingte Risse ausfindig zu machen, in die neu aufgetragene Farbe hineingelaufen ist. Wenn sich zum Beispiel die Farbe einer Unterschrift in einen mikroskopisch kleinen Riss direkt darunter abgesetzt hat, könnte das bedeuten, dass die Originalfarbe trocknete, alterte und aufriss, lange bevor das Gemälde mit eben dieser Unterschrift signiert wurde. Andere verdächtige Details könnten darauf hinweisen, dass an einem Gemälde herumgedoktert wurde:

  • Alte Rahmen, die verkleinert wurden, um den neuen Gemälden epochenechtes Aussehen zu geben: Sehen Sie nach, ob die Nahtstellen dem Alter des Rahmens entsprechen, oder ob sie frisch geschnitten aussehen.

  • Manchmal wird Papier, altes oder neues, über die Rückseite eines Gemäldes geklebt. Diese Technik wird angewandt, um Ungleichmäßigkeiten, schlechten Zustand oder Manipulationen zu überdecken.

  • Sauber geschnittene Kanten auf der Leinwand oder auf der Arbeitsoberfläche bei denen keine Farbe oder Grundierlack überhängt: Dies könnte bedeuten, dass das Kunstwerk von seiner Originalgröße heruntergeschnitten wurde.

  • Ränder und Markierungen von alten Nägeln oder vom Aufziehen des Bildes könnten ein Anzeichen dafür sein, dass das Bild heruntergenommen, bearbeitet und dann wieder in den selben oder einen anderen Rahmen hineingesteckt wurde.

  • Neue Spannrahmen auf alten Leinwänden. Restauratoren benutzen legitimerweise häufig neue Spannrahmen, wenn die alten nicht mehr in der Lage sind, die Leinwand zu stützen, aber auch Fälscher benutzen sie, um die Identität eines Bildes zu verändern.

  • Bei Grafiken, Aquarellen und anderen Werken auf Papier sind Unterschriften, die frischer und fetter als der Rest wirken oder auf irgend eine andere Weise sich vom Rest des Werkes abheben, suspekt.

  • Aufkleber und Auflistungen von Werken des Künstlers, die unlängst auf die Rückseite eines unsignierten Werkes geklebt wurden. Egal wie gut sie klingen mögen, vergessen Sie nicht, dass das Werk keine Signatur trägt.

    Was Monogramm- und Signaturverzeichnisse angeht, so muss man sagen, dass sie einen nicht hundertprozentig gegen Fälscher schützen können. Erstens kann sich die Unterschrift eines Künstlers im Laufe seiner Karriere verändern. Zweitens kann der Fälscher dasselbe Verzeichnis verwenden, mit dem Sie die Unterschrift verifizieren. Und drittens ist einer der schnellsten Wege an eine Fälschung zu geraten der, wenn die Authentizität eines Werkes ausschließlich an der vorhandenen Signatur ausgemacht wird.

    Vergessen Sie nicht, einen Experten zu Rate zu ziehen, sobald Sie sich nicht sicher sind. Und um Ihre Fähigkeit auszubauen, Fälschungen zu erkennen, studieren und untersuchen Sie so viele authentische Werke als möglich. Merken Sie sich in allen Details, wie sie aussehen. Lernen Sie außerdem von Spezialisten, wie man Fälschungen erkennt, und sehen Sie sich so viele Fälschungen an, wie Sie können. Lassen Sie sich dabei von den Spezialisten erklären, warum diese Werke Fälschungen sind, und trainieren Sie Ihr Auge dadurch, dass Sie regelmäßig Kunstwerke unter professioneller Aufsicht begutachten.

    Der Text wurde geschrieben von Alan Bamberger www.ArtBusiness.com.



  • 13.03.2001

    Quelle/Autor:Alan Bamberger (Aus dem Amerikanischen von Joachim Hübner)

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