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Aktuellzum Archiv:Kunstverkauf

Zeitgenössische Kunst ist oft schwer wieder zu verkaufen

Mit Geduld zum Ziel



Frage: Vor ungefähr fünfzehn Jahren kaufte ich mir eine kleine Skulptur von einer zeitgenössischen Künstlerin, als sie gerade ihre Karriere begann. Damals zahlte ich ungefähr 100 Dollar dafür. Ähnliche Stücke werden heutzutage in Galerien für 1.000 bis 1.500 Dollar verkauft.


Kann ich meine Statue für einen ähnlichen Preis verkaufen? Wo wäre der beste Ort, um sie zu verkaufen? Ich habe schon ein paar Auktionshäuser angerufen, aber die zeigten kein Interesse.

Antwort: Solange der Künstler nicht berühmt ist, die Nachfrage nach seinen Werken gering ist oder das Angebot hoch ist, liegen die Wiederverkaufspreise normalerweise ein ganzes Stück unter dem Galerieverkaufspreis. Gründe hierfür sind, dass der Künstler noch am Leben ist und noch immer Kunstwerke schafft, und dass somit die Galerien, die dessen Werke ausstellen, so viele Stücke haben können, wie sie wollen, ohne dafür bezahlen zu müssen. Galerien nehmen mindestens 40 % Kommission pro verkauftem Werk. Das würde Ihnen einen realen Verkaufspreis von 900 Dollar geben (gesetzt den Fall das Werk hat einen Wert von 1500 Dollar, und die Galerie nimmt genau 40 % Kommission).

Ein anderer Faktor, der Preise von zeitgenössischen Kunstwerken schmälert, insbesondere wenn der jeweilige Künstler sich gerade am Höhepunkt seiner Karriere befindet, ist die Tatsache, dass Sammler oft dazu tendieren, lieber die allerneuesten Stücke des Künstlers zu erwerben, anstatt sich mit etwas älterem zufriedenzugeben. Zumeist bevorzugen sie auch den direkten Kontakt mit dem Künstler oder seinem direkten Händler und kaufen nur ungern von anderen Sammlern, die ein Werk schon vor längerer Zeit gekauft haben. Oft hat das Sammeln von zeitgenössischer Kunst auch gesellschaftliche Hintergründe: wer die Künstlerszene durch seine Sammlung unterstützt, erhält somit auch Zugang zu dieser.

Die einzige Möglichkeit, seine Kunstwerke für Sammler attraktiv zu machen, ist sie unter Preis anzubieten. In Ihrem Fall wären 500 Dollar wahrscheinlich eine gute Verhandlungsbasis. Wenn Sie das Stück wirklich mögen, das Geld nicht wirklich benötigen und es Sie es nur hätten verkaufen wollen, wenn Sie einen Spitzenpreis erzielt hätten, dann behalten Sie es einfach. Die Prognosen für den Künstler sind gut. Falls er weiterhin Werke auf den Markt bringt, diese sich gut verkaufen lassen, und er an Popularität gewinnt, werden frühe Werke, so wie das Ihre, die gesuchtesten und wertvollsten sein.

Der Text wurde geschrieben von Alan Bamberger.

www.ArtBusiness.com



13.02.2001

Quelle/Autor:Alan Bamberger (Aus dem Amerikanischen von Joachim Hübner)

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