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Die Handelsblatt-Konferenz „Kunstmärkte – Chancen und Risiken“

Bedingt lohnende Investition



Nicht nur Laien erscheint der Kunstmarkt häufig als großes Rätsel. Auch Profis vermissen Analyseinstrumente und Strategieratgeber. Die Handelsblatt-Konferenz „Kunstmärkte – Chancen und Risiken“ in Berlin wollte etwas Licht in die Sache bringen und interessierte Investoren oder sich professionalisierende Sammler mit Experten aus allen beteiligten Bereichen zusammenbringen. Der für Managementseminare nicht unübliche Teilnehmerbeitrag von knapp 2.000 Euro schien in diesem exotischen Zusammenhang allerdings prohibitiv zu wirken, so dass die zahlenden Gäste sich nur ungefähr hälftig aus Branchenfremden rekrutierten. Den Rest machten netzwerkende Marktteilnehmer auf Akquise aus. So kamen alle nicht ganz auf ihre Kosten, zumal unter den Referaten der eine oder andere Totalausfall zu beklagen war. Einige Themen waren hingegen ausgesprochen spannend, und die Diskussionen angeregt bis kontrovers.



Dass es noch nie in der Geschichte der Kunst wüste Spekulation und Glücksrittertum gegeben hätte, ist ein weit verbreiteter Irrtum. Im 16ten Jahrhundert war der Hunger nach antiken Skulpturen so groß, dass bei der ‚Auffindung’ von Statuen fleißig nachgeholfen wurde, und im späten 18ten Jahrhundert brachten englische Grand Tour-Reisende eine riesige Anzahl italienischer Gemälde mit nach Hause, darunter nicht wenige, die unterwegs ein wenig ‚Nachhilfe’ in Sachen Authentizität erhalten hatten oder schlicht falsch zugeschrieben waren. Sammeln war daher vor allem eine Sache der Kennerschaft.

Heute sind die Finanzmärkte globaler und agiler als in vorangegangenen Epochen und ständig auf der Suche nach neuen Anlageformen. Kunst scheint sich als ideale Ergänzung im Portfolio anzubieten, seit sie von einer urbanen Geldelite als hip empfunden wird, die Medien einen Auktionsrekord nach dem anderen vermelden und ständig neue Messen aus dem Boden schießen. Kunstsammeln ist chic – und damit Geld zu verdienen ebenfalls. Doch der Markt ist für Außenstehende extrem intransparent. Die Tools, wie sie zur Bewertung herkömmlicher Anlageformen zur Verfügung stehen, existieren für den Kunstmarkt nicht. Die Ware ist nicht mess- und daher auch nicht beliebig handelbar. Wie Preise entstehen, welcher Künstler morgen zum Star wird und wer dabei die Strippen zieht, bleibt für Außenstehende völlig im Dunkeln.

Gleichzeitig stellt Kunst in vielen Haushalten mittlerweile einen beträchtlichen Vermögenswert dar, mit dem sich die Private Wealth-Abteilungen der Banken und Steuerberater befassen müssen. Seit dem Kunstmarktboom, der vor einigen Jahren eingesetzt hat, sind viele Galeristen eher Kaufleute und haben in der wohlhabenden Mittelschicht eine ausgabefreudige Klientel gefunden. Sie – und nicht die wenigen superreichen amerikanischen Sammler – trägt die Hausse in der Breite. Kunst gilt nicht nur ihnen als alternative Wertanlage.

Karl Schweizer, Leiter des Art Bankings bei der UBS stellte zunächst klar, dass den hohen Preissteigerungen enorme Transaktionskosten gegenüberstehen. Der Besitzerwechsel eines Kunstwerkes kostet bei einer herkömmlichen Versteigerung bis zu 50 Prozent. Die verspricht jedoch Hans Neuendorf, CEO von Artnet, mit seinen neuen Internet-Auktionen zu senken. Gerade der Sekundärmarkt ist es, der durch seine Kapriolen für Schlagzeilen sorgt. Hier wird öffentlichkeitswirksam das ganz große Rad gedreht. Es verwundert also nicht, dass die Galerien nicht unbedingt gut auf die großen Auktionshäuser zu sprechen sind. Schließlich leisten sie keine Aufbauarbeit und zwingen Galerien mitunter zu Stützkäufen, wie eine Galeristin auf dem Podium freimütig zugab. Diese Praxis gilt zwar als gängig, dürfte jedoch selten so öffentlich bekannt worden sein.

Um letzte Dinge kümmerte sich der Düsseldorfer Steuerberater und Rechtsanwalt Felix Ganteführer. Er zeigte auf, wie sich mittels Kunst Erbschaftssteuer vermeiden lässt. Ein Ausblick auf baldige Gesetzesänderungen versprach deutlich verbesserte Abzugsmöglichkeiten für Spenden zugunsten kultureller Zwecke. Udo Kittelmann, Direktor des MMK in Frankfurt, beklagte zusammen mit dem Leiter der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Martin Roth, die zunehmende Kommerzialisierung des Kunstbetriebs, die erhebliche Auswirkungen auf gesellschaftliche Stellung und Funktionsfähigkeit der Museen hat. Andererseits hat das wachsende wirtschaftliche Interesse an Zeitgenössischer Kunst den Vorteil, dass sie mittlerweile breitere Bevölkerungsschichten erreicht, als noch vor zwei Jahrzehnten.

Handfeste Anlagetipps gab es in Berlin keine, allerdings interessante Einsichten in das Geschäftsmodell eines Kunstversicherers. AXA Art-Vorstand Bodo Sartorius konnte immerhin einen Hinweis darauf geben, welche Käufe zukünftig genauer überdacht werden sollten. Zeitgenössische Kunst macht den Versicherern zunehmend zu schaffen. Die Materialangabe „Mixed Media“ könnte aus konservatorischen Gründen zu einem Ausschlusskriterium werden. Schließlich ist es bei vielen heute verwendeten Materialien unmöglich vorherzusagen, wie sie altern und welche Auswirkungen das auf die Integrität der aus ihnen hergestellten Kunstwerke haben wird.



15.11.2007

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Stefan Kobel

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