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Delvaux, Paul

Geboren am 23. September 1897 in Antheit bei Huy, gestorben am 20. Juli 1994 in Veurne
Belgischer Maler, Vertreter des belgischen Surrealismus

Paul Delvaux studierte ab 1917 Architektur, doch noch im gleichen Jahr wandte er sich der Malerei zu und studierte in der Klasse Constant Montalds an der Brüsseler Akademie der Künste. In den fünfziger Jahren wurde er dort zum Professor berufen.

Seine Malerei stand zunächst unter dem Einfluß der belgischen Expressionisten Constant Permeke und Gustave de Smets, er bewunderte aber auch James Ensor. Die Werke aus dieser Zeit zerstörte er. 1932 wandte er sich unter dem Eindruck der künstlichen Welt des Jahrmarkts und eines Wachsfigurenkabinetts, des Musée Spitzner, einem der Pittura metafisica von Giorgio de Chirico und dem Surrealismus René Magrittes nahestehenden Stil zu. Das hinter einer heiteren Fassade verborgene Krankhafte und Artifizielle wurde zum Grundtenor seines Werks. Delvaux gehörte nie offiziell der surrealistischen Bewegung an, nahm jedoch an ihren Ausstellungen teil.

Schon 1936 hatte er seine typische Bildsprache ausgearbeitet. In detailliert realistischer Zeichnung, verbunden mit kühler Farbigkeit, verfremdete er die sichtbare Realität. Absurde Arrangements, eine gespenstische Beleuchtung und jäh fluchtende Perspektiven erinnern an Giorgio de Chirico. Ein immer wiederkehrendes Motiv sind Frauen, oft Akte neben bekleideten Figuren, die traumwandlerisch und teilnahmslos in eine architektonische Szenerie, manchmal durch Skelett-Motive belebt, versetzt werden. Beunruhigend sind die Beziehungslosigkeit der Figuren untereinander und ihre Unfähigkeit, sich zu bewegen. Die Bilder strahlen eine unterkühlte und passive Erotik aus, wie in dem Bild „Die Rosa Schleifen“ von 1937 die sich im Koninklijk Museum vor Schoone Kunsten in Antwerpen befindet. Ein weiteres, immer wiederkehrendes Motiv sind Gelehrte, die in einer solipsistisch einsamen Welt leben. Weiterhin hat Delvaux auch Aquarelle, Lithografien und Wandmalereien geschaffen.

S.B.


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