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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Klee, Paul

Geboren am 18. Dezember 1879 in Münchenbuchsee bei Bern, gestorben am 29. Juni 1940 in Muralto bei Locarno
Deutscher Maler, Zeichner und Kunsttheoretiker, Mitglied des Blauen Reiter und Bauhauslehrer

Paul Klee wurde 1879 als Sohn eines deutschen Musikers geboren. 1900 studierte er an der Kunstakademie München bei Franz von Stuck. Aus den Eindrücken seiner Italienreise von 1901 bis 1902 entstanden künstlerische Ideenskizzen. 1902 beschäftigte er sich in Bern überwiegend mit grafischen Arbeiten, die auch die Schwerpunkt seiner ersten Ausstellungen im Jahre 1910 in Bern und Zürich bildeten. Beeinflusst durch Werke Vincent van Goghs und Paul Cézannes widmete sich Klee 1906 in München intensiv der Malerei.

1911 schloss er sich der Gruppe „Der Blaue Reiter“ an, deren Mitglieder Wassily Kandinsky, Franz Mark und August Macke ihm Anregungen verschafften. Unter Robert Delaunays Einfluss, dessen Arbeiten in die zweite Ausstellung des „Blauen Reiter“ aufgenommen worden waren, begann sich Klee mit dem Problem der Farbe auseinander zu setzen. Ein künstlerischer Wendepunkt vollzog sich während seiner Afrikareise, die er 1914 mit Macke und Moilliet unternahm. Hier entdeckte er den Eigenwert der Farbe in sinnlichen Reizen von Licht, Musik und abstrakten Zeichen, die er später in Aquarellen wie „Vor den Toren von Kairuan“ verarbeitete. Klee hatte die Eigenart, mit mehreren Ausdruckstendenzen gleichzeitig zu arbeiten; so verfolgte er zunächst parallel Kubismus und Orphismus, später Konstruktivismus und Surrealismus.

Während des Ersten Weltkriegs, den Klee 1916 als Landsturmsoldat erlebte, stieg sein Bekanntheitsgrad durch vermehrte Ausstellungen und Verkäufe. 1920 wurde der Künstler von Walter Gropius an das neu gegründete staatliche Bauhaus nach Weimar berufen, wohin er 1921 übersiedelte. Hier unterrichtete er die Theorie der „Bildnerischen Formenlehre“ und veröffentlichte sein „Pädagogisches Skizzenbuch“. Während der Bauhaus-Jahre gründete Klee zusammen mit Wassily Kandinsky, Lyonel Feininger und Alexej Jawlensky die Gruppe „Blaue Vier“. Es entstanden Bilder wie „Zimmerperspektive mit Einwohnern“, das einer Serie „Paradoxer Perspektiven“ zugehörig war. Dieses Motiv tauchte ebenso wie die „Magischen Quadrate“ bis zu Klees Tode in vielfältigen Variationen immer wieder auf.

1931 wechselte er an die Düsseldorfer Akademie. Nachdem er von den Machthabern des Nationalsozialismus fristlos entlassen worden war, ließ Klee sich in Bern nieder, wo 1935 eine große Retrospektive seiner Arbeiten gezeigt wurde. Nach krankheitsbedingter Schaffenspause entstand ab 1937 bis zu seinem Tod ein eigenständiges, von kalligraphischen Zeichen und schweren biomorphen Formen geprägtes Spätwerk.

S.H.


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