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Johann Sebastian Hauschka, Zwei museale Steinschloss-Jagdbüchsen aus höfischem Besitz, Wolfenbüttel 1733

Johann Sebastian Hauschka, Zwei museale Steinschloss-Jagdbüchsen aus höfischem Besitz, Wolfenbüttel 1733

Nussbaum, Eisen, feuervergoldetes Messing, Bein und Perlmutt. Jeweils oktogonaler, mittig minimal eingezogener Damastlauf mit mehrfach gezogener Seele. Eingeschobenes Korn aus geschwärztem Stahl und aufwendig gearbeiteter Klappkimme aus Messing. Auf der Oberseite des Laufes im Bereich der Mündung feines geschnittenes und geschwärztes Rankenornament. Im hinteren Bereich nach der Kimme eine feinst geschnittene und gravierte Kartusche einmal mit Jäger und Hund auf Goldgrund bzw. Baldachinarchitektur mit vergoldetem Hirsch und Kartusche. Die aufwendig dekorierten Steinschlösser mit geschnittenem Rankendekor und jeweils einer Jagdszene in Waldlandschaft, einmal mit Göttin Diana und Hirsch bzw. mit Treiber und Meute einen Hirsch stellend, jeweils auf goldenem Grund. Die durchbrochen gearbeitete Gegenplatte feuervergoldet und mit antikisierendem Profilmedaillon. Das Daumenblech in Form einer Kartusche mit antikisierender Frauenfigur unter Herzogshut bzw. ein recht stark beriebenes ligiertes Monogramm, möglicherweise ‘EC’ für Elisabeth Christine, ebenfalls unter Herzogshut. Beide Vollschäftungen mit reichem Rankenwerk beschnitzt und aufwendig gearbeiteter, feuervergoldeter Garnitur. Wobei die etwas längere Jagdbüchse zudem auf dem Kolbenansatz ein groteskenhaftes Maskaron mit eingesetzten Perlmuttaugen aufweist und die Seiten des Kolbens noch feiner und reicher beschnitzt sind. Schubdeckel des Kolbenkastens mit Perlmutteinlagen bzw. feuervergoldeter Montierung, darauf die Zahl 2 graviert. Auf der Wange großer preußischer Adler, ebenfalls in graviertem Perlmutt eingelegt bzw. feines weibliches Profilbildnis im Oval von Adlern flankiert und unter Krone. Jeweils hölzerner Ladestock mit Horndopper. Länge 100cm bzw. 103,5cm. a) Auf dem Schloss bezeichnet und datiert ’S. Hauschka 1733′, auf dem Lauf: ‘Wolfenbütel’ in geschwärzter Kartusche. Unterhalb der Schwanzschraube auf dem Kolben Zahl ‘16’. b) Auf dem Schloss bezeichnet und datiert ’S. Hauschka 1733′, auf dem Lauf: ‘In Wolfenbütel 1733’. Unterhalb der Schwanzschraube auf dem Kolben Zahl ‘15’ Zustand B.

Weitere Details:


Provenienz: Sammlung Friedrich Wilhelm Waffenschmidt, Köln, erworben im Kunsthandel Georg Britsch, Bad Schussenried. Ausstellung: Das Kunsthandwerk der Büchsenmacher im Land Braunschweig, Braunschweigisches Landesmuseum, Braunschweig 1983. Literatur: - Bohlmann, Robert: Johann Sebastian Hauschka. Braunschweigischer Hof-Büchsenmacher. In: Zeitschrift für historische Waffen- und Kostümkunde, NF B3, Sept. 1930, Heft 8, S.187-193. - Glage, Wolfgang: Das Kunsthandwerk der Büchsenmacher im Land Braunschweig, Braunschweig 1983, S.93-101. Das vorliegende Los hier beschrieben und abgebildet. - Mann, James: Exhibition of Arms, Armour and Militaria, lent by the Duke of Brunswick and Lüneburg at the Armouries oft he Tower of London, London 1952, S.40, Nr.145 und Plate X. - Schedelmann, Hans: Die großen Büchsenmacher, Braunschweig 1972, S.218 ff. Johann Sebastian Hauschka, 1695 in Schmalkalden geboren, wurde im Jahre 1721 zum Hofbüchsenmacher Herzog August Wilhelm zu Braunschweig und Lüneburg ernannt und behielt diese Stellung auch unter seinen Nachfolgern Herzog Ludwig Rudolf (1731-1735) und Herzog Karl I. (1735-1780) inne. Seine Jagdgewehre zeichnen sich durch hohe Kunstfertigkeit aus und wurden von den Braunschweiger Herzögen als Verehrungs- und Huldigungsgeschenke an Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser überreicht. Ein Charakteristikum seiner Arbeiten ist die Kombination verschiedenster Dekorationstechniken, die nicht nur die Kunst des Eisenschnitts oder aufwendig beschnitzte Schäftungen einbezogen, sondern auch die Verwendung von kunstvoll geschnittenen Perlmuttbildnissen oder Porträtminiaturen des Beschenkten bzw. des Schenkenden. Ein ideales Beispiel ist eine Radschlossbüchse, welche Kaiser Karl VI. von Österreich im Jahre 1733 von seiner Gemahlin Elisabeth Christine, Tochter Herzog Ludwig Rudolfs, als Geschenk erhielt. Hier verbirgt sich unter einem Springdeckel der Daumenplatte das Miniaturportrait Elisabeth Christines. Auf der Wangenseite des Kolbens dann der in Perlmutt eingelegte Doppeladler mit dem österreichischen Bindenschild und dem Wappen Kastiliens als Herzschild. Dieses Geschenk höchster Qualität wird heute in der Hofjagd- und Rüstkammer der Neuen Burg in Wien präsentiert. Ebenfalls im Jahre 1733 schenkte Herzog Ludwig Rudolf wohl seiner Enkelin Maria Theresia eine Jagdbüchse mit ihrem Portrait zu ihrem 16. Geburtstag (Glage, 1983, S.93). Ebenso zu prunkvollen Hochzeiten wurden die luxuriösen Jagdwaffen Johann Sebastian Hauschkas als Geschenk überreicht. So eine Jagdbüchse aus dem Jahre 1732, welche Herzog Karl I. von Braunschweig- Wolfenbüttel seinem Schwiegervater König Friedrich Wilhelm I. von Preußen anlässlich seiner Vermählung mit dessen Tochter Prinzessin Charlotte 1733 verehrte, ehemals im Hohenzollern-Museum in Schloss Monbijou (Bohlmann, 1930, S.190 und Glage, 1983, S.97). Auch die beiden hier vorliegenden luxuriösen Jagdbüchsen setzt Glage mit einer, ebenfalls in diesem Jahre stattfindenden, noch prächtigeren Hochzeit des Hauses Preußen und Braunschweig in Verbindung: Am 12. Juni, einen Monat vor ihrem Bruder, heiratete Elisabeth Christine, Prinzessin zu Braunschweig-Wolfenbüttel, Kronprinz Friedrich von Preußen, den späteren König Friedrich II. von Preußen. Ihre Hochzeit wurde feierlich auf Schloss Salzdahlum zelebriert und »auch hier befanden sich zwei prachtvolle Jagdbüchsen von Hauschka als Hochzeitsgeschenk im Reisegepäck der braunschweigischen Prinzessin« (Glage, 1983, S.97). Wie Glage weiter ausführt sind die beiden hier vorliegenden Büchsen nicht nur in das Hochzeitsjahr datiert, auch zeigt das in Perlmutt geschnittene Profilbildnis unter Herzoghut das Porträt der Prinzessin Elisabeth Christine und die zweite Büchse trägt den preußischen Adler des Bräutigams Friedrichs des Großen. So fügt er diese beiden Jagdbüchsen des Hofbüchsenmachers Johann Sebastian Hauschkas, ein in die Reihe der kostbaren Verehrungsgeschenke der Herzöge von Braunschweig-Wolfenbüttel für die Königs- und Kaiserhäuser Europas. »Seine (Hauschkas) Werke gehören zum Besten, was der Anfang des achtzehnten Jahrhunderts uns überliefert hat.« (Bohlmann, 1930, S.187).

Taxe: 70.000 - 90.000 

Losnummer: 308



Weitere Inhalte:

Kunstsparte:


Waffen und Rüstungen

Stilrichtung:


Barock

Kunsttechnik/Material:


Nussbaum

Veranstaltung vom:


16.05.2018, 408. Auktion: Europäisches Kunstgewerbe




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