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Georg Kolbe, Zorn (Flamme), 1922/1923

Georg Kolbe, Zorn (Flamme), 1922/1923

Steinplastik. Muschelkalk. Höhe 173,5 cm. Rückseitig am Sockel seitlich rechts monogrammiert 'GK' (ligiert). - Altersbedingt mit Verwitterungsspuren. Professionell restauriert und gereinigt. Vgl. Berger 53 (Holzvariante) Mit einem Gutachten von Ursel Berger, Berlin, vom 29. März 2016

Weitere Details:


Provenienz Ehemals Sammlung Schniewind, Neviges; Privatbesitz Nordrhein-Westfalen (seit 1977), seitdem in Familienbesitz Literatur Deutsche Kunst und Dekoration, Darmstadt, Band LIII (Okt. 1923 - März 1924), Januar 1924, S. 201 mit Abbildungen ("Holzplastik 'Zorn', Dreiviertel Lebensgrösse 1923."), vgl. auch allgemein den vorlaufenden Artikel von Georg Kolbe, "Begleit-Wort", S. 195-196; Rudolf G. Binding, Vom Leben der Plastik. Inhalt und Schönheit des Werkes von Georg Kolbe, Berlin 1933, S. 28 mit Abb. (Atelierfoto) Die wiederentdeckte lebensgroße Steinfassung der Skulptur "Zorn" (zu Lebzeiten Kolbes auch "Flamme" genannt) stellt eine wesentliche Ergänzung des bekannten Oeuvres von Georg Kolbe dar. Sie war bislang nur durch ein von der Fotografin und ersten Leiterin des Georg-Kolbe-Museums, Margrit Schwartzkopff (1903-1969), beschriftetes Dokument als vermutet bekannt. Wohl um 1922/1923 entstanden, fand die Steinfassung Aufstellung im Rosengarten der Familie Schniewind in Neviges, wo ihr seit Jahrzehnten, auch nach dem Besitzerwechsel des Anwesens in den 1970er Jahren, bis zum Januar 2016 ein verträumtes wie abgschirmtes Dasein vergönnt war (s. Vergleichsabb.). Zum Medium, zur Existenz und zu ihrem Verbleib hatte man bislang keinerlei weitere Erkenntnis (vgl. Ursel Berger, Georg Kolbe - Leben und Werk, mit dem Katalog der Kolbe-Plastiken im Georg-Kolbe-Museum, Berlin 1990, S. 262). Das ursprünglich dem Motiv zugrunde liegende Gipsmodell des Künstlers ist auf einem historischen Atelierfoto zu entdecken (s. Vergleichsabb.). Das Kolbe-Museum verwahrt darüberhinaus eine etwas kleinere, farbig gefasste Holzvariante (Höhe 166 cm, s. Berger 53). "Die vergrößerten Ausführungen sowohl in Stein als auch in Holz [...] stammen von Alfred Dietrich oder Josef Gobes, die beide als Steinmetzen häufig für den Bildhauer arbeiteten und damals eine Ateliergemeinschaft gebildet hatten [...]. Für Holzschnitzarbeiten ist eine Qittung von Dietrich und Gobes vom Juni 1923 im Georg-Kolbe-Museum erhalten. In jener Zeit dürfte auch die Steinfigur hergestellt worden sein. [...] Dass Kolbe 1922/23 einige Figuren in Stein oder Holz - statt wie üblich in Bronze - herstellen ließ, war durch die Inflation begründet: Wegen der galoppierenden Geldentwertung konnte der zeitaufwendige Bronzeguss kaum noch kalkuliert werden, sodass Kolbe auf andere Materialien auswich." (Ursel Berger in ihrem Gutachten). Berger schliesst nicht aus, dass diese Figur im Zusammenhang mit einem Denkmalsentwurf, vielleicht einem Gefallenen-Denkmal, entwickelt worden ist. Die ausdrucksstarke Skulptur ist Kolbes expressionistischem Werk zuzuordnen und steht stilistisch in der Reihe vergleichbarer Plastiken aus den frühen 1920er Jahren, die aus der inneren Bewegung und dem formalen Antagonismus von Körper und Gewand ihre künstlerische Spannung beziehen. Zur berühmtesten Ikone aus dieser Zeit wurde die Bronze "Adagio", aber auch die Stein- und Holzskulpturen von "Erwachen", "Törichter Engel" oder "Nonne". Inspiriert vom Ausdruckstanz wird über die Geste und die Form ein Seinszustand vermittelt, der auf den Ausdruck einer Emotion, einer starken inneren Bewegung zielt. Ein ins Überzeitliche zielender, hoher Abstraktionsgrad und eine gratige, kubistisch beeinflusste Stilisierung der Details lässt sich dabei beobachten und ist für diese Werkphase typisch. Die raumgreifende, gestreckte Bewegung der hier fast lebensgrossen Figur ist beachtlich: die federnde, leicht nach hinten geworfene Biegung des Leibes, die sich aus den gebeugten Knien ergibt, strafft sich im Oberkörper durch die ausgestreckten Arme mit den geballten Fäusten, die den Mantel wie in einer Geste der Befreiung weit hoch und weg zu zerren scheinen. Im Vorwort zur ersten Ausstellung der "Freien Secession" 1919 nach dem Krieg hatte Kolbe vermutlich selbst geschrieben: "Zersetzung und Auflösung sind das, was uns der Krieg hinterließ. Kein Einhalt scheint möglich, ein Aufbäumen noch nicht denkbar. Eben deshalb müssen die wenigen Kräfte wieder und wieder zu kommenden Werken gesammelt werden. In diesem Sinne halten wir unsere Ausstellung für notwendig... Wir Lebenden wollen weiter unsere Hände rühren und alle Tage der Kunst weihen." (zit. nach: Ursel Berger, op. cit. Berlin 1990, S. 64). Es wurden damals auch Werke von Wilhelm Lehmbruck gezeigt. Bei der Beerdigung dieses Künstlers waren sich Georg Kolbe und Karl Schmidt-Rottluff begegnet. Sie reisten 1923/1924 gemeinsam nach Italien und Frankreich, und es sollte sie nach diesem Aufbruch und dieser Zäsur eine lebenslange Freundschaft verbinden. Aus diesem Kontext einer aufgewühlten, politisch wie künstlerisch revolutionär gestimmten Zeit ist diese starke, expressiv gestimmte Plastik Georg Kolbes zu verstehen.



Weitere Inhalte:

Kunstsparte:


Skulptur

Stilrichtung:


Moderne Kunst

Bericht:


Rückzugsort Ostsee

Kunsttechnik/Material:


Stein

Veranstaltung vom:


01.12.2017, Auktion 1099: Moderne Kunst




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