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Am 29.05.2017 Auktion 65: Alte Meister - Moderne

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Tänzerin / Franz von  Stuck

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Zwei Figuren vorm Meer / Erich Heckel

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Drei Teile aus dem Schwanenservice für König Albert von Sachsen, Meissen, um 1897/98

Drei Teile aus dem Schwanenservice für König Albert von Sachsen, Meissen, um 1897/98

Modelle Johann Joachim Kaendler und Johann Friedrich Eberlein. I. Tafelaufsatz Glaukos mit Konfektschale Porzellan, farbig und gold staffiert. Auf bewegtem Wellensockel große, vollplastisch gearbeitete Figur eines Meeresgottes mit geschupptem Fischschwanz, langen Haaren und Bart. Über seine linke Schulter blickend greift er mit seiner Linken nach hinten und mit seiner Rechten in die Muschelschale auf seinem Kopf. Muskelapparat und Sehnen, wie auch die Gesichtszüge und Haare Glaukos’, sind meisterhaft modelliert. Höhe 45,5 cm, Breite ca. 34 cm. Zustand B. Schwertermarke, Formnummer 233, 130, 120 geprägt. II. Terrine mit Delphin Porzellan, farbig und gold staffiert. Auf vier geschwungenen Volutenfüßen ovaler, bombierter Korpus mit Muschelrippen, darauf eine etwas reduziertere Variante des Schwanenreliefs. An den Seiten Handhaben aus Schilfblättern. Der hochgewölbte Deckel, ebenfalls mit Schwänen und Reihern im Relief, bekrönt durch Knauf in Form eines Delphins auf Muschelrelief. Höhe 27 cm, Breite 34 cm. Zustand A/B. Schwertermarke, Formnummer 1482 geprägt. III. Gemüseschale Porzellan, farbig und gold staffiert. Runde, leicht ausgestellt ansteigende Form. Im Spiegel, vor reliefierten Muschelstrukturen, farbig staffiert ein Schwanenpaar auf bewegtem Wasser mit Fischen und Muscheln. Auf der linken Seite stehender Fischreiher mit Karpfen im Schnabel, ein weiterer Reiher über die Szene hinwegfliegend. Zu beiden Seiten durch Schilfgras gerahmt. Unterhalb des Randes unter der Sächsischen Königskrone das Wettiner Hauswappen König Alberts von Sachsen gemeinsam mit dem Drei-Kronen-Wappen Königin Carolas von Sachsen. Höhe 6,5 cm, ø 29 cm. Zustand A. Schwertermarke, Formennummern 62 und 1 geprägt.

Weitere Details:


Provenienz: - König Albert von Sachsen. - Martin Richter, Glas- und Porzellangroßhandlung, Dresden-Neustadt. 1942 vom Verein ‘Haus Wettin - Albertinischer Linie’ e.V. erworben. - Durch Erbfolge bis heute in Familienbesitz. Dokument: Originale Rechnung für den Kauf des Speisegeschirrs vom 3. Juli 1942. Literatur: Loesch, Anette: Varietäten des Brühlschen Schwanenservice, in: Ausst.-Kat.: Schwanenservice - Meissener Porzellan für Heinrich Graf von Brühl, Hrsg.: Ulrich Pietsch, Dresden 2000, S.79-86. Die drei hier vorliegenden Stücke stammen aus einem bisher undokumentierten, prunkvollen Service aus dem Besitz König Alberts (1828-1902) und Königin Carolas von Sachsen (1833-1907). Es handelt sich hierbei um eine Nachformung des berühmten Meissener Schwanenservices, ursprünglich geschaffen für Heinrich Graf von Brühl (1700-1763), aus dem Ende des 19. Jahrhunderts. Das Service des sächsischen Königspaares umfasste wenigstens 227 Teile und trägt auf den Tellern und Schüsseln jeweils das sächsische Hauswappen König Alberts zusammen mit dem Drei-Kronen-Wappen Königin Carolas unter sächsischer Königskrone. Im Unterschied zu dem ursprünglichen Service des Grafen von Brühl ist es, ganz dem Zeitgeschmack entsprechend, in zart pastelligen Tönen staffiert. Wie Anette Loesch in ihrem Kapitel zu den ‘Varietäten des Brühlschen Schwanenservice’ ausführt (Loesch (2000) S.82), ist anhand von Quellen belegt, dass Königin Carola von Sachsen am 4. August 1897 für eine Stunde die Dresdner Niederlassung der Meissner Porzellanmanufaktur besuchte und eine Auflistung aller noch vorhandenen Formen aus dem Schwanenservice erbat. Ihr Augenmerk lag dabei wohl vornehmlich auf großen Dekorationsstücken, die sie dem König zu besonderen Anlässen schenken wollte. Bereits einige Monate zuvor hatte der Kammerherr Franz Oswald von Trützschler Freiherr zum Falkenstein für den sächsischen Hof bei der Manufaktur einen Tafelaufsatz ‘Schwan mit Kinderfigur’ aus dem Brühlschen Service angefragt und einen Auftrag in Aussicht gestellt (ebd.). Dieser Tafelaufsatz befand sich als Leihgabe des Hauses Brühl im Kunstgewerbemuseum zu Berlin und man musste dessen Verwendung als Vorlage bei dem Nachfahren Heinrich Graf von Brühls, Friedrich-Franz Graf von Brühl (1848-1911), erfragen. Dieser untersagte zunächst eine erneute Ausformung der Schwanenserviceteile, um die Einzigartigkeit und den Wert seines Familienservices nicht zu mindern, willigte dann aber doch in die Ausleihe zur einmaligen Abformung für die Königin ein. Danach verläuft sich die Spur, da der endgültige Auftrag Königin Carolas und dessen Umfang, soweit bekannt, nicht durch die noch erhaltenen Quellen belegt ist (ebd. S.84 und S.86). Diese Lücke kann nun zumindest ein wenig geschlossen werden: Nach einem im Original vorliegenden Kaufbeleg erwarb der Dresdner Händler Martin Richter im Juli 1942 das 227 Teile umfassende ‘Speisegeschirr König Albert von Sachsen Graf Brühl-Dessin’ von den Nachkommen König Alberts, dem Verein ‘Haus Wettin-Albertinischer Linie e.V.’, um so einen Teil seines Geldes anzulegen. Der damalige Kaufpreis betrug die Summe von 16.000 Reichsmark und neben Speise-, Suppen- und Desserttellern werden auch große Tafelaufsätze in der Auflistung aufgeführt. Unter anderem »2 ho. Schwäne mit Jungen«, wahrscheinlich Abformungen des oben erwähnten Aufsatzes aus dem Kunstgewerbemuseum Berlin, wie auch die drei hier vorliegenden Stücke: »2 grosse Aufsätze mit Fruchtschale« (Glaukos mit Konfektschale), »2 mttl. ov. Suppenterrinen m. Deckel« (Terrine mit Delphin), »4 gr. Runde fl. Gemüseschüsseln« (Gemüseschale). Martin Richter führte in Dresden-Neustadt eine Glas- und Porzellangroßhandlung, welche neben großen Ausstellungs-, Büro- und Lagerräumen auch über einen eigenen Bahnanschluss verfügte. Um das kostbare Porzellan vor den Wirren des Krieges zu schützen, wurde es in großen Kisten verpackt und in einem abgelegenen Bergstollen oder einer Höhle im Erzgebirge eingelagert. Hier überstand es unbeschadet den Krieg, wohingegen das Wohnhaus und alle Gewerberäume bei dem Bombenangriff auf Dresden zerstört wurden. Nach Gründung der DDR wurde das Firmengrundstück enteignet. Das Porzellan konnte allerdings davor bewahrt werden, indem es in verschiedenen Keller-Verschlägen versteckt wurde. Es ist uns eine große Freude, im Rahmen dieser Auktion drei Teile aus diesem lange verschollenen Service anbieten zu können.

Taxe: 8.000 - 12.000 

Losnummer: 1192



Weitere Inhalte:

Kunstsparte:


Porzellan

Stilrichtung:


Historismus

Bericht:


Goethes Aquarell mit Humboldts Unterschrift

Kunsttechnik/Material:


Porzellan

Veranstaltung vom:


20.05.2017, 389. Auktion: Europäisches Kunstgewerbe




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