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Leda mit dem Schwan / Eduard Veith

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Sitzende Bäuerin mit Kind, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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© Galerie Neher - Essen


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Marktberichte

Bei den Gemälden des 19. Jahrhunderts von Sotheby’s London tat sich die deutsche Kunst etwas schwer

Die große Stille


Vilhelm Hammershøi, Weiße Türen. Strandgade 30, 1899

Ein leerer Raum, zwei geöffnete Türen und ein Blick durch eine Zimmerflucht – mehr braucht Vilhelm Hammershøi nicht, um eines seiner charakteristischen Bilder zu entwerfen. Von 1898 bis 1909 bewohnte der dänische Maler mit seiner Frau Ida eine Wohnung in der Strandgade 30 im Kopenhagener ...mehr

27.07.2017

Resultate: Alte und Neuere Meister sowie Kunsthandwerk bei Van Ham in Köln

Die sanfte Madonna gebietet Respekt


Lorenzo di Niccolò Gerini, Thronende Madonna mit Kind und den Heiligen Johannes dem Täufer und Nikolaus von Bari, um 1399/1400

Es gibt wenige Dinge, die so charakteristisch sind wie ein Goldgrund. Wird er nicht beinahe automatisch mit Ikonen oder der Kunst der Tre- und Quattrocento in Verbindung gebracht. Der Verweis auf das Göttliche verzaubert umso mehr, wenn das Sonnenlicht die Farbe des Edelmetalls zu einem Feuer erwachen lässt. Die gemalten Figuren der Heiligen und oftmals der Gottesmutter beginnen dann in ihren blauen und roten Gewändern zu flimmern. Die eigenwillige Geometrie dieser Arbeiten, die nicht den Gesetzen der Perspektive folgt, oder das erhobene Tuch, das zur Ehre des Dargestellten gereicht, unterstreichen die Andersartigkeit des Abgebildeten, so wie es dem Transzendenten gebührt. Diese eigene Kunstsprache findet sich auch in Lorenzo di Niccolò Gerinis „Thronender Madonna“ mit Engeln und Heiligen um 1400. Die schöne Arbeit auf Pappelholz avancierte in der Auktion „Alte Kunst“ bei Van Ham in Köln zum teuersten Posten. Ein britischer Händler verteidigte seinen Anspruch mit einem finalen Preis von 185.000 Euro und ließ die Schätzung von 80.000 bis 100.000 Euro weit hinter sich. ...mehr

26.07.2017

Neuer Rekordpreis für Max Beckmann bei Christie’s in London

Verstörende Höllenvision


Max Beckmann, Hölle der Vögel, 1937/38

In kräftigen Farben präsentieren sich die großen, mit Messern bewaffneten Vögel und ebenso eine vierbrüstige Frau, die gerade aus einem Ei hervorkommt und grüßend den Arm hochstreckt. Dieser Geste antwortet eine Gruppe grüner Menschen im Hintergrund mit der gleichen Bewegung. Vorne liegt ein nackter Mann bäuchlings und gefesselt auf einer Holzbank, dem von einem orange-blauen Vogel Verletzungen zugefügt werden. Das zeitpolitisch inspirierte Bild, das als Allegorie auf den Nationalsozialismus und dessen Opfer gewertet wird, entstand, als Max Beckmann Deutschland im Sommer 1937 verließ und ins Exil nach Amsterdam ging. Ein Jahr später vollendete er es in Paris. Die albtraumhafte Folterszene aus der Sammlung des Kunsthändlers Richard Feigen war mit einer Erwartung von 30 Millionen Pfund das Starlos der Auktion „Impressionist and Modern Art“ bei Christie’s in London und hielt ihr Versprechen ein. Mit einem Zuschlag von 32 Millionen Pfund, die der Galerist Larry Gagosian wohl im Auftrag des Kunstsammlers Leon Black bewilligte, ist Beckmanns monströse „Hölle der Vögel“ nicht nur das teuerste Gemälde in seinem Schaffen, sondern auch das bestbezahlte Kunstwerk des deutschen Expressionismus überhaupt. ...mehr

25.07.2017

Spitzenpreise für Spitzenmeister: Sotheby’s spielt mit seinem Londoner Programm an moderner und impressionistischer Kunst sowie mit der Versteigerung „Actual Size“ über 160 Millionen Pfund ein

Völlig losgelöst


Helena Newman versteigert Wassily Kandinskys „Bild mit weißen Linien“

„Bild mit weißen Linien“ – durchaus ein bescheidener Titel, den der russische Maler Wassily Kandinsky für sein farbenprächtiges Gemälde aus dem Jahr 1913 gewählt hat. Dabei handelt es sich vielmehr um ein Meer aus schillernden Farben, hellen und dunklen, die die Leinwand überfluten und sich in absolute Abstraktion aufzulösen scheinen, Pinselstriche, die sich in einer Vielzahl von Flächen verlieren oder in schmalen Linien über das Bild tanzen. In seinen Memoiren erinnerte sich Kandinsky an einen Abend in seinem Münchner Atelier und an das trübe Licht der Dämmerung, das eine seiner Landschaftsarbeiten in ein Schauspiel aus Formen und Farben verwandelte. Schon lange versuchte er, zu einem solchen Ergebnis zu gelangen, scheiterte jedoch daran, die Farbe vom Gegenständlichen zu lösen. Seine Inspiration schöpfte er bis dahin aus den idyllischen Landschaften um Murnau und München oder aus romantisierten lyrischen Szenerien mit Zitadellen auf Bergketten, Flüssen und Bächen sowie Pferden und Menschen. Auch im „Bild mit weißen Linien“ erkennt man noch die aufragende Stadt vor dem Nachthimmel in der oberen linken Ecke oder gar die rote Brücke in der unteren Bildhälfte. Bei diesem Kunstwerk handelt es sich nicht nur um eine der qualitätvollsten Arbeiten von Kandinsky sondern auch um die „erste Arbeit des Abstrakten Expressionismus“. ...mehr

21.07.2017

Trotz einiger hoher Ausfälle verlief die Auktion mit Gemälden und Zeichnungen vom 15. bis zum 19. Jahrhundert bei Bassenge in Berlin erfreulich

Gefährlicher Wellenritt


Ivan Konstantinovich Ajvazovskij, Schiffe in aufgewühlter See bei Mondschein, 1843

Bedrohlich hoch sind die Wellen der stürmischen See. Durch die dichten Wolken blitzt der leuchtende Vollmond, der mit seinem strahlenden Licht faszinierende Effekte auf der unruhigen Wasseroberfläche erzeugt. Zwei Segelschiffe liegen bereits schräg und kämpfen mit der Gewalt der Wellen. Dieses imposante Bild stammt von Ivan Konstantinovich Ajvazovskij, dem Begründer und bedeutendsten Vertreter der russischen Marinemalerei. „Schiffe in aufgewühlter See bei Mondschein“ von 1843 gehört zu seinen Frühwerken, in denen der Künstler das klassische Kompositionsschema mit einer romantischen Naturinterpretation verschmelzen lässt. Bei Bassenge in Berlin waren die Bieter von dem brausenden Meer begeistert und trieben den Preis von 50.000 Euro bis auf 95.000 Euro. Damit sicherte sich das Ölgemälde den Spitzenplatz der Auktion mit Gemälden Alter und Neuerer Meister. Insgesamt verlief die Versteigerung mit einer losbezogenen Zuschlagsquote von rund 68 Prozent durchaus erfolgreich, wenngleich die Zuschläge gerade bei den Alten Meistern eher früh und bei hochpreisigen Objekten oft gar nicht erfolgten. ...mehr

19.07.2017

Die Basler Entdeckermesse „Liste“ überzeugte auch in diesem Jahr mit qualitätsvollen Arbeiten jenseits des bereits abgesicherten Mainstream und guten Besucherzahlen. Gründungsdirektor Peter Bläuer bereitet indes ohne große Hast seine Nachfolge vor

Kunst mit Ecken und Kanten


auf der „Liste“ 2017

Die Art Basel hat am Sonntagabend ihre Tore geschlossen. 95.000 Besucher verzeichnete die wichtigste Kunstmesse der Welt in diesem Jahr. Auch die 22. Ausgabe der „Liste“, der ältesten Nebenmesse der Welt, war mit rund 21.000 Besuchern gut aufgestellt. Eine ausschließlich aus Kuratoren bestehende Jury hatte ...mehr

In Zeiten globaler Unsicherheiten und Krisen setzt die Kunstmesse Art Basel umso mehr auf qualitätsvolle Kunst. Im Kunstsommer 2017 drängen auch politische Werke mit klaren Botschaften auf den Markt

Kunst in unruhigen Zeiten


Claudia Comte, Now I won, 2017

Der Basler Messeplatz gleicht derzeit einem Rummelplatz der etwas anderen Art. Wo das exklusive Sammlerpublikum in diesen Tagen auf die Preview der Art Basel drängt, hat die Schweizer Künstlerin Claudia Comte, Jahrgang 1983, unter dem Titel „Now I won“ einen kleinen, leicht subversiven Jahrmarkt aufgebaut. Die Besucher dürfen sich hier in den Disziplinen Dosenwerfen, Armdrücken, Darts, Dauertanzen oder sogar Wettsaufen erproben. Die drei Besten werden mit Skulpturen der Künstlerin belohnt. ...mehr

Die 51. Art Cologne wartet mit internationalen Neuzugängen und einigen konzeptionellen Neuerungen auf. Ab September 2017 ist auch ein Berliner Ableger geplant

Alte Stärken und neue Akzente


Ein wenig fühlt man sich auf die Art Basel versetzt, so hochkarätig und international aufgestellt kommt das diesjährige Teilnehmerfeld der Art Cologne daher. Messedirektor Daniel Hug ist es in den vergangenen Jahren Schritt für Schritt gelungen, auch die „Big Player“ unter den Galeristen nach Köln zu locken. Hauser & Wirth, Thaddaeus Ropac, David Zwirner, Sprüth Magers und in diesem Jahr erstmals auch Gagosian, White Cube und Daniel Templon sind mit hochkarätigen Arbeiten an den Rhein gereist. So zeigt etwa die in New York beheimatete Gagosian Gallery die spektakuläre Installation „Buddha’s Fingers“ von Chris Burden. Die Arbeit besteht aus 32 gusseisernen, jeweils vier Meter hohen Straßenlaternen, die zu Anfang des 20. Jahrhunderts die Straßen von Los Angeles säumten. Die sanft leuchtenden, zu einem dichten Cluster arrangierten Lichtmasten sind in einem abgedunkelten Raum aufgestellt und verbreiten eine kontemplative Atmosphäre. Ein idealer Rückzugsort im turbulenten Messegeschehen. ...mehr

Am Sonntagabend ging in Brüssel die zweite Independent zu Ende. Damit hat sich ein ernstzunehmender Partner an die Seite der Art Brussels gestellt

Die coole Parallelmesse


Skulptur von Isa Genzken am Stand von David Zwirner

Letztes Jahr feierte die von der New Yorker Galeristin Elizabeth Dee gegründete Parallelmesse zur Art Brussels, die Independent, Premiere. Ihre attraktive Location befindet sich mitten in der Brüsseler Innenstadt direkt hinter der Galerie St. Hubert im Vanderborght-Building, einem ehemaligen Kaufhaus aus den 1930er Jahren. Mehr als 70 Galerien, Editeure und nichtkommerzielle Kunsträume aus 32 Städten rund um den Globus nahmen in diesem Jahr an der Independent teil, darunter auch so prominente Namen wie David Zwirner, Maureen Paley oder Barbara Gladstone. Zum ersten Mal dabei waren auch die beiden Berliner Galerien Sprüth Magers und Capitain Petzel. Im letzten Jahr in Europa noch nahezu unbekannt, hat die 2010 in New York gegründete Independent sich in der belgischen Hauptstadt mittlerweile einen Namen gemacht. Entscheidend dazu beigetragen hat sicherlich der permanent betriebene Ausstellungsraum Independent Régence mit einem wechselnden Programm. ...mehr

Die Art Brussels feierte ihren 35. Geburtstag – unaufgeregt und entspannend frisch

Die großen Namen fehlten


Die einzige Neuerung auf dem Gelände der ehemaligen Poststation Tour & Taxis zur Art Brussels, die hier zum zweiten Mal stattfand, war die Fertigstellung des Parkhauses, wo man zum Tagessatz von 8 Euro bequem mit dem Aufzug oder über die geschwungene Treppe zum Eingang der Messe für zeitgenössische Kunst kam. Die Art Brussels zeigte sich schon im Eingangsbereich farbenfroh und unkonventionell, ein bisschen so wie zu ihren Anfängen auf dem Heysel, dem Brüsseler Messegelände. Verschwunden sind die großen Galeristen, die Matadore der belgischen Kapitale, sieht man von Rodolphe Janssen und Xavier Hufkens, der auch in der Jury sitzt, mal ab. Die Art Brussels gibt sich jünger und will als Entdeckerschau wahrgenommen werden. ...mehr







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