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AktuellAktuell:Messen

Münchens erste Messe für zeitgenössische Kunst, die Munich Contempo – International Contemporary Art Fair, wurde gestern Abend im Postpalast eröffnet. Das Konzept gibt sich frisch und balanciert auf dem schmalen Grad zwischen der sogenannten emerging art und etablierten Positionen

Neues Forum für Zeitgenossen


Wenige Tage vor dem Art Forum Berlin und der Londoner Frieze Art Fair hat sich München mit der Munich Contempo in den großen Reigen der zeitgenössischen Kunstmessen eingereiht. Mit etwa 30 Galerien aus Deutschland und Österreich, aus der Türkei, aus Tschechien, Spanien und Israel versprechen die Messemacher Internationalität, hochwertige Positionen und neu zu entdeckende junge Künstler. Alles drei findet man zweifelsohne. Ausgerechnet eine Galerie aus Lissabon, nämlich Arthobler Gallery, präsentiert ein Medienkunsttalent aus Prag. Aus gefilmten Versatzstücken der Realität fertigt der nicht ganz dreißigjährige Jakub Nepraš digitale Collagen mit hohem suggestivem Potenzial, die wie ein bunter magischer Strudel den ewigen Wandel der Zivilisation verkörpern. Die Videos kosten zwischen 12.000 und 15.000 Euro. ...mehr

Die 25ste Biennale des Antiquaires in Paris

On Top of the World


am Stand der Galerie Bellanger, Paris

Wenigstens einer fühlt sich „on top of the world“ auf der Biennale des Antiquaires im Grand Palais in Paris. Jason Jacques aus New York handelt mit Keramik der Jahrhundertwende, einem echten Nischenprodukt. Als er damit anfing, haben ihn die meisten wohl für einen Spinner gehalten. „Begonnen hat es vor 21 Jahren auf dem Flohmarkt in Paris“, erzählt er. „Mit 4.000 Euro, Wissen und einer Taschenlampe habe ich fünf Jahre lang auf Flohmärkten gekauft und bin einmal im Monat mit einem Koffer voller Keramiken geflogen, um sie alle an einen Händler zu verkaufen.“ Mittlerweile gilt er als der Spezialist für das Gebiet und darf dort ausstellen, wo er sich nur in seinen kühnsten Träumen sah. ...mehr

Mit der „Munich Contempo“ etabliert sich im Herbst erstmals in München eine Messe für zeitgenössische Kunst. Um den Standort bemühen sich aber auch andere Veranstalter

Das Ende vom Brachland an der Isar


Wenn am letzten Freitag im September die „Munich Contempo“ im Postpalast ihre Tore öffnet, wird München mit seinen schon jetzt existierenden drei Kunst- und Antiquitätenmessen um noch eine Messe reicher sein. Die Expo Management GmbH, die im vergangenen Jahr mit der neu ausgerichteten „Kunstmesse München“ den Postpalast als Location erprobt hat, wagt nun den Schritt zu einer Messe für zeitgenössische Kunst. Etwa 35 Galerien werden sich im Herbst präsentieren. Aus Deutschland dabei sind die Galerie Voss aus Düsseldorf, Filipp Rosbach Galerie aus Leipzig und Galerie Klaus Kiefer aus Essen. Die Münchner Szene vertreten etwa Karin Sachs, Françoise Heitsch sowie die Galerien Terminus und Van de Loo. Das Modell Art Basel, dass man alles, was in der obersten Riege aufgestellt ist, zusammenholt, will man nicht kopieren. „Die Munich Contempo wird sich dadurch auszeichnen, dass etablierte zeitgenössische Kunst neben ganz frischen, jungen Positionen zu sehen sein wird. In diesem Sinne verstehen wir uns auch als Entdeckermesse“, sagt die Münchner Kunsthistorikerin Bettina Krogemann, die neben Sammlerin Inge Rodenstock, Galerist Michael Schultz und Christoph Tannert vom Berliner Künstlerhaus Bethanien für die konzeptionelle Ausrichtung verantwortlich zeichnet. ...mehr

Zum 15ten Mal laden Bambergs Kunsthändler zum sommerlichen Stelldichein am Fuße des Dombergs ins UNESCO-Welterbe

Ein Spaziergang auf der Karolinenstraße


Zylinderbureau, Berlin, um 1798/99

Gemeinsam ist man stark – das ist die Erfolgsformel der fünfzehn Bamberger Kunst- und Antiquitätenhändler, die sich Jahr für Jahr zusammenschließen, um die „Kunst- und Antiquitätenwochen“ am Rand des Dombergs im Weltkulturerbe zu veranstalten. Parallel zu den Bayreuther Festspielen erhoffen sie sich auch dieses Jahr zum fünfzehnjährigen Jubiläum hochkarätiges Publikum aus aller Welt. Wieder einmal scheint die Rechnung des „Bamberger Modells“, wie es im internationalen Kunsthandel betitelt wird, aufzugehen. Gut gelaunte Händler treten dem Besucher mit einem entspannten Lächeln aus ihren denkmalgeschützten Häusern entgegen, und die quirlige Elisabeth Skantze, seit fünf Jahren für die Eventplanung zuständig, erklärt stolz: „Wir sind das Eldorado des deutschen Kunsthandels.“ ...mehr

Die 41. Art Basel setzt verstärkt auf Kunstvermittlung und Inhaltlichkeit: Mit Künstlergesprächen, Diskussionen und der neuen Sektion Art Parcours im Stadtzentrum definiert sich die größte Kunstmesse der Welt als spannende Plattform der Gegenwartskunst

Den Kopf voller Bilder


„Eile mit Weile“ steht in roten Lettern auf einem großen weißen Transparent, das direkt gegenüber dem Eingang der Art Basel angebracht ist. Von keinem Geringeren als dem Altmeister der Konzeptkunst Lawrence Weiner stammt dieser Appell zur Gemächlichkeit. Weiner hat alle erdenklichen Moden, Trends und Krisen des Kunstmarkts schon erlebt, aber nie mitgemacht. Zum Messeauftakt in Basel drängten gestern pünktlich um 11 Uhr die First Choice-Kartenbesitzer in die Hallen, unter ihnen Top-Sammler wie die Familie Rubell aus Miami, Bianca Jagger oder der russische Rohstoffmilliardär Roman Abramovich. Vermehrt sind in diesem Jahr auch Sammler aus Indien, Fernost und China angereist. Die entscheidenden Deals werden in den ersten zwei Stunden der Messe gemacht. Viele der professionellen Art Consultants und Weiterverkäufer verlassen danach die Art Basel und gehen zufrieden zum Lunch, oft triumphierend wie nach einem gelungenen Börsendeal. Impulsgeber für die gute Kauflaune sind die hervorragenden Ergebnisse der großen Frühjahrsauktionen und der zur Zeit niedrige US-Dollar. ...mehr

Tease Art Fair zum Vierten in Köln

Es ist so schön bunt hier…


Im Schlepptau der Art Cologne haben der Kölner Bildhauer und Kurator Eiko Sabela sowie der Berliner Künstler und Kurator Edmund Piper vor vier Jahren die „Tease Art Fair“ ins Leben gerufen, die sich als programmatische bis experimentelle Plattform für junge zeitgenössische Künstler und Galeristen versteht. Als „kuratierte Entdeckermesse“ will sie sich nicht nur an das privat kunst- und kaufinteressierte Publikum, sondern vor allem an Kuratoren und Ausstellungsmacher wenden. Seither steht ihr das neoklassizistische Gebäude der ehemaligen Eisenbahndirektion am Rheinufer in Köln zur Verfügung. Ein Glück für alle Beteiligten, dass das Gebäude noch keinen anderen Verwendungszweck gefunden hat. In 80 Räumen unterschiedlicher Größe, sowie im Konferenzraum als auch im Außenraum, gab es am vergangenen Wochenende zeitgenössische Kunst, wohin das Auge sah. ...mehr

Eine Kunstmesse als exquisit zusammengestellte Pralinenschachtel: Connaisseure zeitgenössischer Kunst werden auf der international ausgerichteten 28. Art Brussels mit so manchem Leckerbissen verwöhnt

Die Mischung macht’s


Christoph Ruckhäberle am Stand von Sutton Lane, London, Paris und Brüssel

Dauerstau in der europäischen Kapitale. Ausgerechnet am Vernissageabend der Art Brussels hat sich die Brüsseler Stadtverwaltung mal wieder entschlossen, an wichtigen Tunneln Bauarbeiten durchzuführen. In einer Stadt, in der es so viele Tunnel gibt wie Löcher in einem Schweizer Käse, fällt so etwas ins Gewicht. Rund 40 Minuten benötigten Messebesucher, die mit dem Auto angereist waren, vom Stadtzentrum bis zum Expo-Gelände im Schatten des Atomiums. Doch was im Straßenverkehr lästig ist, kann auf einer Kunstmesse nur als positives Signal gewertet werden. Dauerstau herrschte nämlich auch auf den Gängen der am Vernissageabend außerordentlich gut besuchten 28. Art Brussels. Die Spätfolgen der Vulkanwolke fielen denn auch harmloser aus als zunächst befürchtet. Dennoch hatten es sieben Galerien bis zur Eröffnung nicht geschafft, pünktlich nach Brüssel anzureisen. Und auch eine Gruppe wichtiger amerikanischer Sammler war gezwungen, der Messe in diesem Jahr fern zu bleiben. ...mehr

Auf der 44. Art Cologne herrscht zum Auftakt fröhlich-karnevaleske Stimmung. Die Messe wagt den schwierigen Spagat zwischen wiederentdeckten Klassikern und junger Trendkunst

Hochseilakte über dem Rhein


Manege frei für die Kunst: Tanzende Bären, vergnügte Schneemänner, klappernde Holzfiguren – auf der gut besuchten Vernissage der 44. Art Cologne spazierte eine bunte Schar drollig kostümierter Figuren durch die Messehallen und mischte sich unter das aufgeputzte Kölner Kunstpublikum. Im Rheinland ist man das närrische Treiben und die karnevaleske Kostümierung ja gewohnt, doch diese charmante Zirkuseinlage hat ein Künstler organisiert, noch dazu ein dänischer. Jeppe Hein, 35, und mehrere Dutzend seiner internationalen Künstlerfreunde touren zur Zeit mit dem „Circus Hein“ durch Museen, Galerien und andere Kunstinstitutionen. Die Traditionsmesse Art Cologne ist die erste Station. Aschewolkenbedingt konnte „Zirkusdirektor“ Jeppe Hein selbst nicht rechtzeitig in Köln sein. Er hing in New York fest. Das Programm lief aber trotzdem. Anknüpfend an den „Cirque Calder“ des amerikanischen Künstlers Alexander Calder, der in den 1920er Jahren in Paris einen originellen Miniaturzirkus mit Figuren aus Blech und Draht kreiert hatte, organisiert Jeppe Hein nun seine künstlerisch-zeitgemäße Form des Zirkus. Ein angedeutetes Zirkuszelt aus glitzernden Lamettagirlanden, wie man sie von Gebrauchtwagenhändlern kennt, überspannt die Kommunikationszone des Open Space und macht sie zur Manege. Hier, im Open Space, auf der offen und flexibel gehaltenen Plattform, die sich seit nunmehr 6 Jahren als pulsierendes Zentrum für junge Galerien und konzentrierte Einzelpräsentationen etabliert hat, liegt eine der Stärken der Art Cologne. ...mehr

Die 44. Art Cologne hat begonnen

Verwurzelt in der starken Region


Die Hülle folgt meist dem Produkt. Mit großer Freude schritt der Art Cologne-Gast vor noch nicht allzu vielen Jahren in die expressionistischen Hallen der Kölnmesse, die wie ein Schatzhaus klassisch moderne und zeitgenössische Künste barg. Wenig Muße hingegen verbreiten die brutalistischen Kisten der 1970er Jahre, in die die Art Cologne nach der Aufgabe der Rheinhallen ziehen musste. Noch immer kämpft die weltweit älteste Messe für Kunst 20sten und 21sten Jahrhunderts um ihren Status. Seit Daniel Hug die Art Cologne vor zwei Jahren übernommen hat, herrscht zwar frischer Wind, doch in die erste Liga der internationalen Großmessen ist man noch nicht wieder aufgerückt. Dafür ist der Zeitraum noch zu kurz. So kommen auch diesmal über die Hälfte der rund 180 Aussteller aus Deutschland, davon die meisten aus Berlin. Stark vertreten ist die Gruppe der Skandinavier, die ebenso mit sieben Teilnehmern angereist ist wie die Italiener. Etliche bekannte Global Player unter den Galeristen meiden noch immer den Standort Köln, was die so gern angeführte Internationalität zur Regionalität – wenn auch starker – hinschmelzen lässt. ...mehr

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