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AktuellAktuell:Messen

Die TEFAF in Maastricht gilt bis heute als die Königin der Kunstmessen. Aber die aggressive Politik der Auktionshäuser hat ihr auch ein wenig vom Glanz genommen. Bis Sonntagabend stellen mehr als 250 Kunsthändler aus Europa und Übersee aus

Konzentration auf das Beste, was der Markt hergibt


Pieter Holsteijn d.J., Maulwurfsgrille, 17. Jahrhundert

Die TEFAF, Europas glanzvollste und hochkarätigste Messe, ist nicht nur ein Treffen der potentesten Händler, sie ist auch das größte Treffen der Sammler und Museumskuratoren. Man fährt nach Maastricht, um die neusten Meisterwerke, die momentan auf dem Markt zu haben sind, zu inspizieren: die besten Altmeister, die Entdeckungen in Sachen Silber, Möbel, Zeichnungen, die wieder auf den Markt gespülten Skulpturen, Goldschmiedearbeiten und Fotografien und auch das bedeutendste der Klassischen Moderne und der zeitgenössischen Kunst. ...mehr

Die Art Karlsruhe lädt zum zehnten Mal alle Kunstfreunde nach Süddeutschland ein

Anstieg der Quantität – doch was ist mit der Qualität?


Art Karlsruhe 2013

Ewald Karl Schrade, der Gründungsvater und langjährige Kurator der Art Karlsruhe, glaubte seit der ersten Stunde voller Optimismus an den Erfolg seiner Kunstmesse. Das kann nicht jeder von sich behaupten. Denn in den vergangenen Jahren hat sich auf dem Messeparkett einiges getan: Viele Pflänzchen wurden gesetzt, doch nicht alle überlebten; und selbst große Namen, wie die Art Frankfurt oder das Art Forum Berlin, mussten wegen immer stärkeren Konkurrenzdrucks und Internationalisierung der Kunstmesselandschaft ihre Segel streichen. Daher freut sich der umtriebige Galerist Schrade zur Recht über das zehnjährige Jubiläum der Art Karlsruhe – ein runder Geburtstag, der wohl für sich spricht. Während man sich in Karlsruhe 2004 noch über 20.500 Besucher freute, strömten 2012 rund 48.000 Kunstinteressierte in die Messehallen. Soviel sollen es in diesem Jahr schon wieder werden, die bei den Ständen der 220 Galerien aus 13 Ländern nach Gemälden, Skulpturen, Zeichnungen, Druckgrafiken, Multiples und Fotografien Ausschau halten. ...mehr

Die 14. Ausgabe der Art Rotterdam feierte einen neuen Besucherrekord. Besonders beliebt war die neue Sektion „Projections“

Kunst, Messe und Videos


Art Rotterdam Projections 2013

Krise? Welche Krise? Auf der am 10. Februar mit einem neuen Rekord von 16.000 Besuchern zu Ende gegangenen Art Rotterdam war davon wenig zu spüren. Immobilienkrise hin, Wirtschaftskrise her, die wichtigste niederländische Messe für zeitgenössische Kunst erfreute sich bei Publikum, Sammlern und Ausstellern einer großen Beliebtheit. Die Hälfte der rund 75 Galerien kam aus dem Ausland, vor allem aus Deutschland und Belgien, auch wenn die belgischen Händler in diesem Jahr weniger Präsenz zeigten als in den vergangenen Jahren. Dafür waren erstmals alle wichtigen niederländischen Galerien mit im Boot. Messedirektor Fons Hof zog ein positives Fazit: „Die Leute mögen es, dass die Messe übersichtlich und nicht zu groß ist. Dafür treffen wir eine präzise Auswahl von dem, was wir zeigen.“ ...mehr

Wird die Arte Fiera Bologna bald zu einer rein italienischen Veranstaltung?

Rückzug auf den Apennin


auf der Arte Fiera 2013

Es hat über viele Jahre gute Ansätze gegeben, die Arte Fiera in Bologna erfolgreich in Europa zu platzieren. Aber das scheint nun nach dem Weggang von Silvia Evangelisti vorbei zu sein. Sowohl die Presseabteilung reagierte nicht auf Anfragen ausländischer Pressevertreter, als auch die beiden neuen Direktoren, Claudio Spadoni und Giorgio Verzotti, blieben bei der diesjährigen Ausgabe Ende Januar weithin unsichtbar, selbst für die zahlreichen Aussteller. Auf alle Fälle für diejenigen, die aus Deutschland den Weg nach Bologna gefunden hatten. Sechs Aussteller waren es von hier, elf insgesamt aus dem Ausland – eine Zahl, die Bände spricht. Gerne hätte man nachgefragt, doch wen, wenn sich keiner angesprochen fühlte. ...mehr

Das Schatzkästchen des belgischen Kunsthandels: Die Brussels Antiques & Fine Arts Fair hat ihre Pforten für den Flaneur geöffnet

Alte Kunst und moderne Comics exklusiv in Brüssel


BRAFA 2013

Zum 58sten Mal versammeln sich in Brüssel Antiquitäten- und Kunsthändler aus ganz Europa und aus Übersee im ehemaligen Verladebahnhof derer von Tour & Taxis am Brüsseler Kanal. Die BRAFA, die „Brussels Antiques & Fine Arts Fair“, kann sich neben der TEFAF in Maastricht und dem Salon des Antiquaires in Paris durchaus blicken lassen. Ihr hat der Umzug aus dem Palais des Beaux Arts in der Innenstadt vor zehn Jahren in die damals noch kaum renovierten Hallen des Tour & Taxis-Gebäudes Profil gegeben. Zu diesem kleinen, internen Jubiläum in den neuen Räumen freute man sich auf zahlreiche Besucher und gute Verkäufe, doch Eis und Schnee verhinderten manchen Flug und stoppten manche Bahn. Dennoch konnten sich die Aussteller schon nach wenigen Messetagen über viel Interesse und gute Umsätze freuen. ...mehr

Die 52sten Stuttgarter Antiquariatsmesse steht vor der Tür

Benimm dich!


George Catlin, North American Indian Portfolio, 1844

Es war ein Akt kulturgeschichtlicher Archivierung, als der Amerikaner George Catlin in den 1830er und 1840er Jahren weite Teile des mittleren Westens bereiste und unablässig die Trachten und Bräuche der Indianer zeichnerisch festhielt. Denn er wusste, dass die Kultur der Ureinwohner unter dem Druck der weißen Siedler bald unwiederbringlich würde zerstört sein. Aus einem persönlichen Interesse wurde eine Anwaltschaft für eine weithin unverstandene Zivilisation. In Ausstellungen und Publikationen versuchte Catlin, das Verständnis der Weißen für die Indianer zu wecken und zu schärfen. Eine dieser Publikationen kam 1844 heraus, „North American Indian Portfolio“, ein mit zwanzig Seiten Text nicht gerade gewaltiger Band, aber mit 25 meisterhaften, handkolorierten Tafeln ausgestattet. Diese erste Auflage des später noch mehrmals gedruckten Werkes überwachte Catlin selbst. Sie ist heute eine Rarität und Kostbarkeit – und darum einer der schönsten Hingucker auf der 52sten Stuttgarter Antiquariatsmesse, die in wenigen Tagen wieder die Crème de la Crème der Antiquare versammelt. Der Rosenheimer Ralf Eigl bietet Catlins Buch in einem gut erhaltenen, farbfrischen Exemplar an, veranschlagt mit 115.000 Euro. ...mehr

Die diesjährige Ausgabe der Cologne Fine Art & Antiques hat ihre Tore geöffnet

Kleiner, aber fein


Ernst Ludwig Kirchners „Skizzenbuch 159“ bei der Galerie Koch aus Hannover

Platzhirsch zu sein, bedeutet in der globalen Welt immer weniger. Dies gilt auch für Messen. Zwar ermöglicht es heute vor allem das Internet, Informationen von überall her zu beziehen und sich ein Bild von einer Sache zu machen, doch insbesondere auf dem Kunstsektor geht nichts über die eigene Anschauung. Hier bieten sich Chancen für Kunstmessen, auch wenn die Kundschaft speziell für alte Kunst stagniert und gar dahinschmilzt. Daher richtet sich im Herbst stets der Blick nach Köln, wenn die Cologne Fine Art & Antiques beginnen. Im Rheinland ist praktisch nur sie übrig geblieben, von der anders ausgerichteten größeren Schwester „Art Cologne“ im Frühjahr einmal abgesehen. Nahebei gibt lediglich Maastricht Jahr für Jahr sein Stelldichein, doch im Vergleich dazu ist Köln eher eine durchaus sinnvolle Ergänzung mit eigenen Schwerpunkten. Nach dem Abgang von Ulrike Berendson gibt heuer die neue Direktorin Cornelia Zinken ihren Einstand, die eine recht anspruchsvolle Schau zusammengestellt hat. Ihr wünscht man eine über das Regionale hinausgehende Bedeutung, die auch Besucher von weiter her anlocken kann. ...mehr

Zum zweiten Mal findet die weltweit wichtigste Fotomesse „Paris Photo“ in den weiten Hallen des Grand Palais statt

Paris im Fotofieber


„Photobook of the Year Prize“ auf der Paris Photo 2012

Seine Studenten, so erzählte Thomas Ruff gleich am ersten Tag der diesjährigen Paris Photo, lassen sich spätestens im vierten Semester Visitenkarten mit dem Zusatz „Student in der Klasse Thomas Ruff“ drucken. Über ein eigenständiges Werk verfügen sie dann in der Regel nicht, auf der Suche nach einer Galerie sind sie dann aber bereits alle. Für Ruff, der gemeinsam mit seiner eigenen Lehrerin Hilla Becher vor einem bis auf den letzten Platz besetzten Auditorium über die Nachwirkungen der Düsseldorfer Schule sprach, weist dieses Verhalten auf eine rein marktorientierte Haltung unter den jungen Fotografiestudenten hin. Das Studium wird heute als Sprungbrett benutzt, um möglichst schnell ein berühmter Fotograf zu werden. Die nötige Zeit, den eigenen Weg zu suchen und sein Werk in Ruhe reifen zu lassen, nimmt sich kaum noch einer. Kein Wunder eigentlich, stößt das Medium doch auf immer größeres Interesse. ...mehr

Münchens Kunstdreieck zwischen Highlights, Kunst-Messe München und Kunst & Antiquitäten München zog die Besucher in seinen Bann

Gemeinsam ist mehr


Georg Petel Nachfolge, Heiliger Hieronymus, um 1700

Die alten Querelen scheinen vergessen. Zeitgleich und überraschend einträchtig fanden bis zum vergangenen Sonntag die drei wichtigsten Kunstmessen Münchens statt: Die „Highlights – Internationale Kunstmesse München“ im Haus der Kunst, die 57. „Kunst-Messe München“ im Postpalast sowie die 87. „Kunst & Antiquitäten München“ auf dem Nockherberg lockten mit attraktiven und hochwertigen Objekten und boten allen Besuchern eine lohnende Schau. Von der Weißwäsche bei Traudel Horn auf den „Kunst & Antiquitäten“ bis zum 2,4 Millionen Euro teueren, 4000 Jahre alten weiblichen Kykladenidol von Gordian Weber bei den „Highlights“ gelang es den zusammen gut 160 Ausstellern, die Bandbreite künstlerischen Tuns den Kunstinteressierten aus Nah und Fern aufzufächern und für jeden Geldbeutel etwas zu bieten. Diese geballte Fülle an schönen und erlesenen Dingen macht der Bayern-Metropole keine andere Stadt in Deutschland nach. Zu Recht darf sich München „Mekka des deutschen Kunsthandels“ nennen. ...mehr

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