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AktuellAktuell:Messen

Die Art Salzburg zeigt eine Vielfalt von Kunst und Kunsthandwerk

Buhlschaft um die Gunst der Besucher


So viel Kunst – und alles unverkäuflich! Denn leider ist weder der Stuck der Brüder Francesco und Carlo Brenno zu erwerben noch die „Vier Elemente“ des Freskanten Johann Michael Rottmayr. Aber was der mythologische Himmel großzügig beschirmt, drängt sich umso lieber zum Golde: Die 36 Aussteller auf der diesjährigen Art Salzburg buhlen mit viel stärkeren Reizen als Hugo von Hofmannsthals „Buhlschaft“ beim „Jedermann“ auf dem Domvorplatz um die Gunst der Besucher. In den Prachträumen der Salzburger Residenz hat sich seit 2007 die Art Salzburg als „International Fine Art Fair“ ein Ausstellungsareal gesichert, das in der Welt wohl seinesgleichen sucht. ...mehr

Die sommerlichen Antiquitätenwochen in Bamberg locken wieder nach Oberfranken

Newcomer in der Antiquitätenszene


Harald Nielsen, Teeservice, 1932

Das extreme Wetter der vergangenen Tage macht auch den Kunsthändlern im oberfränkischen Bamberg das Leben nicht gerade leicht. Die schwülen Hitzewellen, die sich zusammen mit den schier endlosen Touristenströmen durch die engen Gassen der Altstadt wälzen, drücken auf Dauer auch in die Ladengeschäfte hinein, und surrende Ventilatoren und wedelnde Fächer bieten nur unzureichenden Schutz. Darunter dürfte auch das Geschäft ein wenig leiden: Mancher Stammkunde, der sonst gern seinen Richard Wagner-Musikgenuss bereichert und aus dem nahegelegenen Bayreuth einen kleinen Abstecher nach Westen gemacht hat, dürfte seine müden Füße diesmal lieber ins Freiluftbad Bürgerreuth nahe dem Grünen Hügel gestreckt haben. Dennoch ist die Stimmung gut in der Herren- und Karolinenstraße. Über eine weitgehend reibungslos funktionierende Gemeinschaft unter den führenden Bamberger Kunsthändlern zeigt sich etwa Christoph von Seckendorff zufrieden, Geschäftsführer bei Christian Eduard Franke. Das schlage sich auch in größerer Wahrnehmung und positiver Presse nieder. ...mehr

Viele Satellitenmessen umkreisen die Königin „Art Basel“, wollen etwas von ihrem Glanz erheischen und vor allem von ihren Besucher profitieren

Nach der Messe geht’s weiter


Sie sind aus Basel nicht wegzudenken, die vielen Satellitenmessen der Art Basel. Fast scheint es, dass jedes Jahr neue Formate in dem humusreichen Boden sprießen, den die unangefochtene Leitmesse in der Rheinstadt bereitet hat. Die Kunstwelt trifft sich hier, und jeder möchte sich von dem großen Kuchen ein Stück abschneiden. Gut, dass es den Service der Shuttle-Busse gibt, die fast ohne Unterbrechung von der Art Basel zur Volta, zum Solo Project oder zur Liste fahren. Stößt der Besucher in der Kunstwoche auf ein unendliches Programm? Zeit ist das, was man nach Basel mitnehmen sollte. Die Nebenmessen haben sie verdient. Viel war zu sehen, zu entdecken, manches konnte man getrost vernachlässigen, und der Geldbeutel sollte auch für die kleinen Verkaufsschauen zur Kunst der Gegenwart gut gefüllt sein. ...mehr

Neben der Art Basel nicht zu verpassen: Die Satellitenmesse „Liste“ schärft im 18. Jahr ihres Bestehens nochmals ihr Profil

Auf Entdeckungstour im Werkraum Warteck


Adrien Missika, Jardin d’Hiver

Die intensive Messewoche in Basel ist vorbei – Zeit, Bilanz zu ziehen. Für viele der aus aller Welt angereisten Art Basel-Besucher stand wie immer der ein oder andere Besuch auf den Nebenmessen auf dem Programm. In diesem Jahr war die Meinung einhellig: Die „Liste“, die wie gewohnt in unmittelbarer Laufnähe vom Messeplatz im alternativ genutzten Gebäude der ehemaligen Warteck-Brauerei stattfand, ist mit Abstand die beste Nebenmesse der Art Basel. Kein Wunder, denn die Liste, die als erste Satellitenmesse überhaupt 1996 von jungen Galeristen gegründet wurde, behauptet ihre kontinuierliche Qualität aufgrund strenger Auswahlkriterien. Eine Jury aus Kuratorinnen und Kuratoren hat aus über 300 Bewerbungen 66 vielversprechende internationale Galerien ausgewählt. 48 davon waren auch im Vorjahr vertreten. Die Liste gilt nach wie vor als das wichtigste Sprungbrett für die Hauptmesse Art Basel. ...mehr

Abstraktion als Trend: Die 44. Art Basel findet in neuen, von Herzog & de Meuron gebauten Messehallen statt

Man trifft sich im Favela Café


Tadashi Kawamata, Favela Café, 2013

Der Basler Messeplatz ist in diesem Jahr kaum wiederzuerkennen. Die etwas schrammelige Gemütlichkeit der 1950er Jahre wurde durch die futuristische Ästhetik des 21. Jahrhunderts ersetzt. Rechtzeitig zur 44. Art Basel ist der Erweiterungsbau des Basler Architekturbüros Herzog & de Meuron fertig geworden: eine elegante architektonische Lösung aus Hightech-Materialien. Ein Teil des Messeplatzes ist jetzt überdacht. Für die Sonderschau „Art Unlimited“ und die Designmesse „Design Miami/Basel“ gleich gegenüber wurden komplett neue Eingangsbereiche geschaffen. ...mehr

Die Art Brussels hat sich fest im internationalen Messereigen etabliert. Mit Katerina Gregos stand diesmal eine neue Leiterin an der Spitze

The future is a secret?


Dieser Satz prangte in großen Lettern inmitten der Koje der Galerie Aeroplastics aus Brüssel neben zwei überdimensionierten Bienen, die signalisieren sollen, dass selbst die Natur über uns hinauswachsen kann. Die wichtigste Frage zu Beginn der Messe war wohl: Wie sieht es mit der neuen Leitung der Art Brussels aus? Wird sie über das Niveau, das Karen Renders seit 1997 ständig steigerte und bis zu ihrem plötzlichen Tod hielt, hinauswachsen? Katerina Gregos hat einen langen Weg vor sich. Sie ist Griechin, in Brüssel ansässig, verantwortlich für Newtopia in Mechelen, Kuratorin der letzten Manifesta in Genk. Eine Frau mit Erfahrung, aber genügt das auch für eine Messe? Die Art Brussels begann schon mit einer Panne begann, die von den Verantwortlichen totgeschwiegen wurde. Bei drei amerikanischen Galerien hielt der Zoll die Kunstwerke vor dem Presserundgang zurück. Man war in Belgien durch die terroristischen Ereignisse in Amerika verunsichert und nahm es mit der Prüfung genauer. So jedenfalls munkelt man hinter vorgehaltener Hand. Vielleicht lag es aber auch an den Kunstwerken von Ai Weiwei oder dem chinesischen Nachwuchskünstler Wu Jian’an, den Chambers Fine Art aus New York im Gepäck hatte. ...mehr

Internationalität findet anderswo statt. Die 47. Art Cologne lockt vor allem deutsche Käufer und schließt mit einem leichten Besucherrückgang gegenüber 2012

Man bleibt unter sich


am Stand der Galerie Zak Branicka

„Die Qualität ist sehr gut, aber mir fehlt das internationale Publikum hier“, konstatiert Monika Branicka, die mit ihrer auf polnische und osteuropäische Konzeptkunst spezialisierten Berliner Galerie Zak Branicka auf der 47. Art Cologne zugegen war. „Ich habe das Gefühl, hier kaufen nur deutsche Sammler bei deutschen Galerien.“ Messedirektor Daniel Hug zieht dagegen nach fünf Messetagen eine überaus positive Bilanz: „Für Deutschland sind wir die wichtigste Kunstmesse, keine Frage.“ Nanu, für Deutschland? Da waren doch noch ganz andere Töne zu hören, als Hug 2008 antrat, die Art Cologne kräftig aufzumöbeln. Die einzige wirkliche Konkurrenz in Deutschland, das Art Forum Berlin, war im Niedergang begriffen. 2011 erfolgte dann das endgültige Aus. Die Art Karlsruhe dagegen bleibt eher dem Regionalen verhaftet. Freie Bahn also für Köln: Man wollte sich mit dem Marktführer Art Basel messen, mit New York und London sowieso. ...mehr

Die Art Brussels soll unter ihrer neuen Chefin Katerina Gregos stärker programmatisch aufgestellt werden. Davon ist heuer noch wenig zu spüren

Die Kunst siegt immer


Künstlerische Nacktheit am Stand von „Sorry we’re closed“

„Die Kunst siegt immer“ heißt es auf einem atelierfrischen Gemälde von Jonathan Meese. Zu sehen ist dieses Bild mit dem optimistischen, vielleicht sogar programmatischen Spruch am Stand der Pariser Galerie Daniel Templon auf der diesjährigen Art Brussels. Viel Optimismus verbreitet auch die neue Messeleiterin, die in Brüssel lebende griechische Kuratorin Katerina Gregos. Sie ist als künstlerische Direktorin verantwortlich für die Neuausrichtung und Verjüngung der Messe, die sie zu den fünf wichtigsten internationalen Kunstmessen weltweit zählt. Ihre Vorgängerin, die langjährige Messedirektorin Karen Renders, die die Art Brussels in ihrer fünfzehnjährigen Direktorenschaft fest im internationalen Messekontext verankert hat, starb im vergangenen Jahr nach schwerer Krankheit im Alter von nur 54 Jahren. „Es ist schwer, in ihre Fußstapfen zu treten“, räumt Katerina Gregos ein. Sie bezeichnet Brüssel als Europas aufstrebendste Kunststadt mit vielen Galerien, Museen, Off Spaces, Privatsammlungen und zahlreichen vor Ort arbeitenden Künstlern. „Eine Kunstmesse ist wie das Rad“, sagt sie. „Man kann es nicht neu erfinden, man kann es nur immer wieder verbessern.“ ...mehr

Die 47ste Ausgabe der Art Cologne hat eröffnet. Die Kölner Kunstmesse ist weiter auf dem Vormarsch

Bunt gestrickt, kompakt geschnitten


Zwei monumentale Styroporschollen liegen übereinander geschichtet vor dem Haupteingang zur Art Cologne. Grelle, mit der Spritzpistole aufgetragene Farben rücken sie unübersehbar in den Fokus der Messebesucher. Die Kölner verpflichteten diesmal die Berliner Künstlerin Katharina Grosse mit der Gestaltung des Entrees. Doch sobald man sich im Inneren befindet, weicht die von der Plastik vermittelte aufbrausende Spritzigkeit, Dynamik und Präsenz gewohnt geschäftiger Routine. Seit Daniel Hug ab 2008 die Messe agil leitet, hat er die traditionsreiche rheinische Plattform moderner und zeitgenössischer Kunst wieder auf den alten Level gehoben, sie zur einer weit ausstrahlenden Veranstaltung gemacht und ist stetig darauf bedacht, den Abstand zu anderen Spitzenmessen der Branche nicht zu weit auseinanderdriften zu lasen. Heuer geben sich nahezu 200 Aussteller die Ehre. Sogar einige bedeutende Neuzugänge sind zu verzeichnen. So entschlossen sich die Wienerinnen Christine König und Ursula Krinzinger oder Helga de Alvear aus Madrid nach Jahren der Abwesenheit wieder zu einer Teilnahme ebenso wie die renommierte Londoner Galerie Marlborough Contemporary, Moeller Fine Art oder David Nolan. ...mehr

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