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AktuellAktuell:Messen

International und doch heimatverbunden: Zum Auftakt der 48. Art Cologne gab es zufriedene Gesichter und gute Verkäufe

Spagat zwischen Nah und Fern


Martin Kippenberger, Larry Flynt (The Anarchistic Choice), Mephisto Millowitsch, 1984

Wer etwas verkaufen möchte, sollte sein Angebot möglichst präzise an den Vorlieben der potentiellen Kunden ausrichten. Der New Yorker Galerist David Zwirner, in dessen überaus repräsentativen Stand so gut wie jeder direkt hineinläuft, der die diesjährige Art Cologne betritt, ist das zweifellos gelungen. Absoluter Hingucker am Stand ist Martin Kippenbergers 1984 entstandenes Gemälde „Larry Flynt (The Anarchistic Choice), Mephisto Millowitsch“. Das als Diptychon ausgeführte Ölgemälde zeigt zwei sehr unterschiedliche Protagonisten ihrer Zeit in trauter Eintracht: Der amerikanische Porno-König und der Kölner Volksschauspieler haben sich wahrscheinlich nie getroffen. Bei Kippenberger aber werden sie zum transatlantischen Duo Infernale, das die unterschiedlichsten Kaufinteressenten ansprechen dürfte. ...mehr

Die Art Cologne ist zu alter Größe aufgestiegen. Ihre neue Ausgabe präsentiert sich gefestigt und lockt mit guter Kunst

Auf dem Weg zur halben Jahrhundertfeier


Weit schwingen sich die nur scheinbar leichten Eisenbalken von Joel Shapiros „Elevation I“ und „Elevation II“ vor den Halleneingängen der Kölnmesse in die Höhe. In ihrer tänzerischen Art oder dem V-Zeichen könnte der Ankommende meinen, sie signalisieren vor Freude und in Siegespose das Überleben der Art Cologne kurz vor ihrem 50. Geburtstag. Die beschwingte Einladung des amerikanischen Minimalisten anzunehmen, lohnt sich heuer; denn die Messe für moderne und zeitgenössische Kunst gibt sich ungewohnt frisch, wohl organisiert und erstaunlich übersichtlich. Über 200 Galerien aus 25 Ländern präsentieren in exzellent ausgeleuchteten Hallen und großzügiger Aufmachung ein facettenreiches Programm von internationalem Standard. Auf der Pressekonferenz zur 48. Ausgabe betone Messechef Daniel Hug die seiner Ansicht nach wichtigsten Komponenten des mehr oder minder durchgängigen Erfolgs der Veranstaltung: Qualität, gewährleistet durch kompetente Auswahl der Teilnehmer, Vielfalt und Ortsverbundenheit. In diesem Jahr zeigt sich dies besonders durch das zeitgleich in Düsseldorf stattfindende Kunstfestival der Quadriennale, das unter dem Motto „Über das Morgen hinaus“ dazu einlädt, über die Zukunft der Kunst nachzudenken. ...mehr

Viele deutsche Kunsthändler haben der Eurantica ihren Rückzug erklärt. Die verbliebenen hatten Glück und waren diesmal mit den Verkäufen auf der Brüsseler Messe für klassische Kunst und Antiquitäten zufrieden

Eine Stadt schmückt sich


Eurantica 2014

Von Jahr zu Jahr schrumpft die Zahl der teilnehmenden Kunsthändler aus Deutschland, die den Weg nach Brüssel zur Eurantica finden. Die Messe war erstmals in den Hallen angesiedelt, die ansonsten von der Art Brussels beansprucht werden. Das scheint eine sinnvolle Lösung für eine strukturierte Aufteilung und eine klare Wegführung. Denn der Weg zum Händler des Herzens sollte einfach sein. Aber mitnichten. Man musste schon pfadfinderische Qualitäten haben, um sich im Gewirr der Gänge zurechtzufinden. Allein dieses Hindernis trübte nicht den Eindruck, dass es den Machern der Eurantica wieder einmal gelungen war, eine ansprechende Verkaufsschau zusammen zu stellen. In diesem Jahr hatte die Eurantica sich „Brüssel“ als Leitthema gestellt. Es sollte eine Hommage für die Menschen werden, die die Hauptstadt Europas maßgeblich gestaltet haben. Eine Sonderausstellung mit dem Titel „Rêver Bruxelles“ zeigte eine Auswahl von Originalen aus der Sammlung der BNP Paribas Fortis Bank und des Musée d’Ixelles. ...mehr

Noch bis Sonntag hat die renommierteste und schönste Kunst- und Antiquitätenmesse der Welt, die TEFAF in Maastricht, ihre Pforten geöffnet. Es fehlt nicht an Millionenobjekten – bei den Alten Meistern und der Klassischen Moderne sowieso nicht, aber auch nicht bei den Antiken und Asiatika

Das Schönste, das Beste, das Rarste


Am Stand von Coll & Cortés

Mit zwei Exponaten machte die TEFAF schon im Vorhinein Schlagzeilen. Die Galerie Dickinson trumpfte ein paar Tage vor der Eröffnung mit Vincent van Goghs Gemälde „Moulin de la Galette“ auf. Es ist eins von zwei Werken aus der Pariser Serie der Montmartre-Mühlen, die bislang noch nicht in fester Museumshand sind. Seit mehr als zehn Jahren ist kein Schlüsselwerk van Goghs mehr auf den Markt gekommen. Und wenn man bei Dickinsons verkündet, dass der Preis in jeder Währung dieser Welt ein zweistelliger Millionenbetrag ist, dann darf man kräftig spekulieren. Nicht ganz so geheimnisvoll geben sich Littleton & Hennessy. Zwischen 15 und 16 Millionen Euro bewegt sich hier der Preis für einen chinesischen Keramikteller mit weißem Drachen auf tiefblauem Grund aus der Yuan-Dynastie. Das etwa 700 Jahre alte Meisterwerk ist an Marktseltenheit jedenfalls nicht zu übertreffen. Von drei bekannten Stücken dieser Art ist es das einzige in privatem Besitz. ...mehr

Die neue Ausgabe der Art Karlsruhe hat mit 230 Ausstellern ihre Tore geöffnet

Großmarsch ins neue deutsche Kunstmessejahr


Die Galerie Haas mit einer One Artist Show zu Hans Uhlmann

Eher wie ein Flughafenterminal mutet die Architektur der Karlsruher Messe mit ihrem weit auskragenden Vordach an. Vielleicht mag die offene, lichtdurchflutete Gestalt der Hallen auch zum Abheben der Art Karlsruhe beigetragen haben, dessen elfte Ausgabe gerade beginnt. Wie ein Lichtgemälde aus kleinen Leuchtkreisen verwoben, beherrscht die groß dimensionierte Plastik „Chandelier“ heuer das Entree, 16 Meter hoch und acht Meter im Durchmesser. Der fulminante Auftritt der Künstlerin Rosalie setzt sich in der ersten Halle fort, wo deren „LightScapes“, eine 15 Meter hohe und 10 Meter breite Lichtinstallation, Malerei, Grafik, Plastik und Architektur simultan vermittelt und neue Maßstäbe auf dem Sektor raum- sowie zeitbasierter Künste zu setzen versucht. ...mehr

Um Alte Kunst, Klassische Moderne, zeitgenössische und außereuropäische Kunst sowie Antiquitäten und Kunsthandwerk dreht sich die erste „Art & Antique International“ in Frankfurt, die rund 50 Verkaufsstände beherbergt. Das Ziel ist klar: Vielfältigkeit und internationaler Austausch

Kunst im Forum


Carl Morgenstern, Blick aus dem Hinterland auf Nizza mit dem Saint-Jean-Cap-Ferrat und der Côte d’Azur, 1841

Gab es in Frankfurt einmal eine Kunstmesse? Man kann sich schon kaum mehr daran erinnern. Die letzte Ausgabe der „Art Frankfurt“ beziehungsweise deren kurzlebige Nachfolgeveranstaltung, die „Fine Art Fair Frankfurt“, fand 2007 statt, die „Antique Frankfurt“, deren Internetseite sich sogar noch im World Wide Web tummelt, gar schon im Jahr 2000 parallel zur Frankfurter Buchmesse. Aus beiden hat die Weilburger Messeagentur Niederlintner nun eine neue Verkaufsschau kombiniert, die seit gestern ins Forum auf dem Frankfurter Messegelände einlädt. Die viertägige „Art & Antique International“ verrät schon in ihrem Namen die intendierte Weltgewandtheit. Annemarie Niederlintner sieht sich in der Tradition des Frankfurter Kunstmessewesens und hat das Spektrum gegenüber den Vorgängermessen ausgedehnt. 2000 Jahre Kunstentwicklung will sie zeigen, angefangen bei den alten und außereuropäischen Kulturen bis hin zur zeitgenössischen Kunst. ...mehr

Die 15. Art Rotterdam fand nun erstmals in der neuen Location, der ehemaligen Van Nellefabriek statt. Ihrem Profil als junge und günstige Entdeckermesse ist sie treu geblieben

Auf Tour in der Fabrik der Künste


Leendert van der Vlugt, Van Nellefabriek, 1925/31

Das ist Rekord: Über 21.500 Besucher verzeichnete die am vergangenen Sonntag zu Ende gegangene Art Rotterdam. Das entspricht einem Anstieg gegenüber dem Vorjahr um satte 35 Prozent. Der Grund für diese Steigerung der Besucherzahlen liegt auf der Hand: Die 15. Ausgabe der wichtigsten niederländischen Kunstmesse fand erstmals nicht mehr am angestammten Austragungsort, dem Cruise Terminal der Holland America Line, statt, sondern in einer neuen Location: in der etwas abseits vom Stadtzentrum gelegenen „Van Nellefabriek“. Das zwischen 1925 und 1931 von dem niederländischen Architekten Leendert van der Vlugt errichtete Gebäude ist ein Paradebeispiel für das so genannte „Nieuwe Bouwen“, einen in Rotterdam häufiger anzutreffenden, dem deutschen Bauhaus verwandten Architekturstil. Die ehemalige Fabrik für die Produktion von Kaffee, Tee und Tabakwaren ist im Jahr 1997 von der Rotterdamer Kreativszene entdeckt worden. Agenturen, Designbüros und Architekten sind nach und nach hier eingezogen, offenbar angezogen von der markanten, vom russischen Konstruktivismus inspirierten Architektur und dem gut erhaltenen Originalzustand des Gebäudes, auch wenn heute noch einige Spuren des jahrelangen Leerstands zu sehen sind. ...mehr

Die BRAFA in Brüssel hat sich ein neues Erscheinungsbild gegeben und will ein wenig weg vom Image einer Messe für alte Kunst und Antiquitäten

Eine Diva verjüngt sich


Madonna mit Kind, Ulm, um 1480

Er ist verschwunden, der Mann Jan van Eycks mit dem blauen Hut, der jahrelang das Plakat und den Katalogeinband zur Brussels Antiques & Fine Arts Fair, kurz BRAFA, prägte. Die Nutzungsrechte für dieses Bild sind abgelaufen, und die BRAFA musste sich in ihrem Erscheinungsbild verjüngen. Geblieben ist die blaue Farbe als Hintergrund für das Plakat, geblieben ist auch das Kürzel BRAFA, aber dahinter steckt nicht mehr die ehemalige „Brussels Antiques & Fine Arts Fair“ sondern neuerdings „Brussels Art Fair“. Damit rückt sie gefährlich nahe an die im April stattfindende „Art Brussels“ heran, die in diesem Jahr darunter leidet, dass das Interesse an der belgischen Messe für zeitgenössische Kunst nachlässt. ...mehr

Die digitale Technik hat nicht nur im Alltag Einzug gehalten, sie hat sich längst die Kunstwelt erobert. Darauf reagiert die neue Messe „Unpainted. media art fair“ in München

Schöne, bunte Pixelwelt


Die Zeiten, als man Fernsehmonitore aufgetürmt hat und aus verschiedenen Kameraperspektiven ein und dasselbe Geschehen betrachtet hat, sind längt vorbei. Wie große Tafelbilder überziehen mittlerweile computergenerierte Abstraktionen eine ganze Wand. Casey Reas’ „Signal to Noise“ etwa – zu sehen bei der DAM Gallery aus Frankfurt und Berlin – ist so ein Kunstwerk. Über eine komplette Wand verbreiten sich einem Schaltplan ähnelnde, in einem gewissen Farbakkord verlaufende Bänder, deren minimale Abwandlungen einem elektronischen Code, einem imaginären Algorithmus folgen. Was einst der Gestaltung der digitalen Informationsfläche diente, hat sich als Kunst emanzipiert in einer Vielfalt, die allerdings auch ihre Tücken in einer gewissen Stereotypie hat. Das ist jedenfalls die unterschwellige Erkenntnis, die die neu gegründete Messe „Unpainted“ vermittelt, die gestern Abend im Münchner Postpalast eröffnet wurde. ...mehr

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News vom 24.03.2017

Marlene Dumas enthüllt ihr Altargemälde in Dresden

Italienische Zeichnungen der Renaissance in Düsseldorf

Italienische Zeichnungen der Renaissance in Düsseldorf

Kemang Wa Lehulere: Der „Künstler des Jahres“ in Berlin

Kemang Wa Lehulere: Der „Künstler des Jahres“ in Berlin

Armin Linke in Aachen

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