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AktuellAktuell:Messen

Staffelübergabe beim Münchner Messen-Marathon. Während die „Fine Art & Antiques München“ gestern zum ersten Mal ihre Tore öffnete, beendete die Kunstmesse München nach fünf Tagen ihren Verkaufsparcour, zu dem lediglich etwa 11.000 Besucher kamen

Zittern hier, Zuversicht dort


Hans Harder, Jesus mit den 12 Aposteln, um 1480

Glanz steht Messen gut. Was das Kuratorium der im Eiltempo entstandenen und als Reaktion auf die immer schwächer werdende Kunst-Messe München in Riem gegründeten „Fine Art & Antiques“ im Haus der Kunst aufbietet, hat jenes Strahlen, das Kunst- und Antiquitätenmessen heute brauchen, um hochkarätige Sammler und Museumskuratoren anzulocken. Der Kunde ist kritisch und schnell gelangweilt, nur Qualität in hoher Konzentration kann in der heutigen Messeflut begeistern. Nach diesem Rezept scheint die „Fine Art & Antiques München“ mit ihren 28 Ausstellern – darunter TEFAF-Teilnehmer wie Neuse, Senger oder Neuhaus – konzipiert zu sein. Die Galerie Neuse aus Bremen garantiert für dieses Konzept mit Kunstkammerobjekten ebenso wie mit einer exquisiten Auswahl spätbarocker und klassizistischer Gemälde, darunter eine „Spielsalonszene“ von dem in Kassel tätigen Johann Heinrich Tischbein, auf dem sich der Maler des ausgehenden 18ten Jahrhunderts selbst verewigt hat. Das Gemälde, das mit 3 Millionen Euro ausgezeichnet ist, war erst kürzlich bei der großen Tischbein-Retrospektive in Kassel zu sehen. ...mehr

Die Munich Highlights eröffnen einen fast vierwöchigen Messereigen für Kunst und Antiquitäten in der bayerischen Landeshauptstadt

Münchner Messeallerlei


Es ist nochmals rauer geworden in der Münchner Messelandschaft. Schon zum zweiten Mal haben sich angesehene Kunsthändler von der Mutter der Messen, der „Kunst-Messe München“ in Riem, abgespalten und kochen ihr eigenes Süppchen. Auf Initiative des Kieler Ausstellungsmachers Wolf Krey und vor allem fränkischer Händler, wie den Bambergern Christian Eduard Franke, Ulf Härtl und aus Würzburg Albrecht Neuhaus, feiert die „Fine Art & Antiques München“ vom 22. bis 26. Oktober ihre Premiere in der Innenstadt und zwar im Haus der Kunst, wo in den 1950er Jahren alles seinen Anfang nahm und viele Aussteller gerne wieder zurückkehren wollten. Da der Platz mit 780 Quadratmetern beschränkt ist, treffen sich hier nun rund renommierte 30 Kunsthändler hauptsächlich aus Deutschland und müssen zwei Messen vor sich und eine hintendran verkraften. Denn mit den „Munich Highlights“, die bis zum 19. Oktober laufen, der „Kunst-Messe München“ vom 18. bis zum 22. Oktober und der eher lokal bedeutenden 79sten Ausgabe der „Kunst & Antiquitäten München“ vom 25. Oktober bis zum 2. November strömt auf den Münchner und seine Umgebung in knapp vier Wochen geballt Kunstware ein. Ob er das alles verkraften kann? ...mehr

Art.Fair 21 hat in Köln eröffnet

Sprung in den Kunstmesseherbst 2008


Veronika Dirnhofer, Boxsack

Nun muss sie wirklich zeigen, was in ihr steckt. Entweder wird die Art.Fair 21 eine schwülstige, rasch verhallende Fanfare oder sie leitet als Trendsetterin heuer den Kunstherbst der Messen ein. Terminlich bisher an der Seite der Art Cologne oder der Cologne Fine Art bestreitet sie zum ersten ihren Soloauftritt in Köln. Freigestellt von den Mitbewerbern, gestatten nun fehlende Überschneidungen unabgelenkte Konzentration auf die programmatischen Setzungen der Kunstmesse. Die Qualität wollen Messemacher Walter Gehlen und Andreas E. Lohaus diesmal steigern und haben dazu einen fünfköpfigen Zulassungsausschuss eingesetzt. Der konnte aus 280 Bewerbungen auswählen und entschied sich für 59 Galerien aus neun Ländern und drei Kontinenten. Was diese in überwiegend großen, zwischen 70 bis 150 Quadratmeter großen Kojen auf 8.000 Quadratmetern bieten, sind leitmotivisch Korrespondenzen zwischen Plastik und Malerei, zwischen etablierten und jungen Künstlern. Vermittelt werden sie anregend frisch im hellen lichtdurchfluteten Ambiente, ergänzt von „Specials“ und singulären Positionen. ...mehr

Die XXIV. Biennale des Antiquaires in Paris

Die Zeitgenossen auf dem Vormarsch


Tafelaufsatz, Neapel, 1823-1832

Alle zwei Jahre zieht die Biennale des Antiquaires Liebhaber alter Kunst und erlesenen Kunsthandwerks nach Paris. Trotz einer leicht reduzierten Teilnehmerzahl – wegen interner Querelen und der langen Laufzeit – bietet die Nummer Zwei nach der TEFAF Sammlern und Museen aus aller Welt ein exquisites Angebot von der Antike bis zur Gegenwart, mit Schwerpunkt auf Kunst und Kunsthandwerk des 17ten und 18ten Jahrhunderts. Die größten Brocken warten allerdings bei den Klassikern der Moderne und der Zeitgenossen auf, so etwa bei L & M Arts aus New York. Mit der Summe von 40 bis 45 Millionen Dollar, die für Mark Rothkos „Orange, Red, Yellow“ aus dem Jahr 1956 verlangt wird, könnte man im Altmeisterbereich ganze Stände kaufen. Es geht indes auch etwas preiswerter zu, etwa mit einer Skulptur von Yves Klein für 1,5 Millionen Euro. Viele Altmeisterhändler schwenken daher um und verjüngen ihr Angebot signifikant. Bei Richard Green aus London etwa hängt neben den üblichen Henri Fantin-Latours und Pablo Picassos als Prunkstück ein Streifenbild von Bridget Riley für 1,3 Millionen Euro. Verkauft sind bereits Werke aus der älteren Abteilung von Alfred Sisley, Claude Monet und Kees van Dongen. ...mehr

Die erste art berlin contemporary

Alles so schön schick hier


rechts: Anton Henning, Blumenstillleben No. 340, 2006

Das jüngste unter den Berliner Kunst-Großereignissen, die „abc“, mindert den anfänglichen Schrecken darüber, dass eine weitere Kunstmesse den Anspruch erhebt, Berlin zu repräsentieren, qua Atmosphäre. Art berlin contemporary belegt im ehemaligen Postbahnhof, in dem 2007 die Berliner Liste stattfand, Innenhof und Halle und verzichtet dabei auf die Anmutung eines White Cube. Die Halle entspricht der Ästhetik der darin gezeigten Positionen, und die eint neben der formalen Festlegung auf Skulptur, Installation und projizierte Bilder die kuratorische Sortierung Ariane Beyns, die nach Differenzen mit den Veranstaltern den umtriebigen Messearrangeur Michael Neff ersetzt hat. Abc will nicht wirklich Messe sein, dennoch wird sie von den Galerien veranstaltet, die den kommerziell erfolgreichen Kunstmarkt der Berliner Mitte ausmachen und alljährlich im Frühjahr die Kunstwelt zum Gallery Weekend nach Berlin laden. Dennoch möchte man von Seiten der Organisatoren den Begriff Kunstmesse gerne vermeiden und einfach als Ereignis wahrgenommen werden. ...mehr

Rückblick auf die Art Nocturne 2008 in Knokke-Heist

Im Sommer unentbehrlich?


Die Art Nocturne Knocke 2008

Mit über zehntausend kauflustigen Kunstliebhabern pro Ausgabe hat sich die Art Nocturne Knocke in den letzten Jahren zu einer der wichtigsten, im Sommer stattfindenden, internationalen Kunst- und Antiquitätenmesse entwickelt. Seit fünf Jahren hat sich zwar Konkurrenz in Monaco durch die „Espace Fontvieille“ und seit zwei Jahren in Salzburg durch Die „Salzburg World Fine Art Fair“ angesiedelt, doch das kann die Händler in Knokke nicht stören. Der mondäne Badeort an Belgiens Küste, unweit von Oostende und Brügge, zieht nach wie vor betuchte Erholungssuchende an. Doch dass man auch in diesen Kreisen das Geld lieber für gutes Essen und die noble Herberge als für Kunst ausgibt, spürten auch die Händler im Kulturzentrum Scharpoord, das die Art Nocturne beherbergt. ...mehr

Die Salzburg World Fine Art Fair 2008

Festspiel in der Residenz


Rakuchu rakugai, Kyoto, um 1600

Salzburg hat sich mächtig herausgeputzt, wie jedes Jahr im August. Zwischen japanischen Touristengruppen und älteren deutschen Ehepaaren mit Socken in den Sandalen kann man zu praktisch jeder Tageszeit Herren im feinen Zwirn und Damen in edler Robe in den Straßen beobachten, die neuerdings nicht unbedingt zu einer Festspielveranstaltung wollen. Seit letztem Jahr hat die Mozartstadt auch eine Messe für Kunst und Antiquitäten, die sich selbstbewusst Salzburg World Fine Art Fair (SWFAF) nennt. In der zweiten Ausgabe hat die Welt der Aussteller ihren Mittelpunkt zwar im deutschsprachigen Raum, doch das angepeilte Publikum ist die internationale Klientel der Festspiele. Daher scheint es nur folgerichtig, dass nach der Premiere im letzten Jahr die aktuelle Veranstaltung um eine Woche nach hinten gerückt ist; in den ersten Tagen hetzt die Prominenz von einem Empfang zum nächsten und hat kaum Zeit für den Besuch einer Kunstmesse – und vielleicht auch gar kein Interesse. Die echten Musikliebhaber und Kulturfreunde kommen in der Zeit danach. „Salzburg ist der einzige Ort auf der Welt, der im Sommer diese Art von Leuten anzieht“, meint Bruce Lamarche, Leiter der SWFAF. ...mehr

Nach wie vor ein wichtiges Sprungbrett für die Art Basel: Die LISTE 08 bietet junge Kunst zu überschaubaren Preisen

Schneller Abverkauf und neue Entdeckungen


Annette Kelm, Gärtnerhaus, Berlin-Wannsee, Bergstraße, Wolgaster Holzindustrie Aktiengesellschaft, Architekt Johannes Lange 1890, 2008

Sie gehört zur Art Basel wie der Senf zur Schweizer Kalbsbratwurst. Die nunmehr zum 13. Mal stattfindende LISTE, die sich im Untertitel stolz „The Young Art Fair in Basel“ nennt, versammelt in diesem Jahr 64 Galerien aus 22 Ländern im ehemaligen Gebäude der Baseler Warteck-Brauerei. Nach wie vor gilt die Satellitenmesse als das wichtigste Sprungbrett für die nur wenige Hundert Meter entfernte Art Basel. Obwohl sich mit der Volta Show, der Scope sowie weiteren Nebenmessen im Umfeld der Art Basel jedes Jahr immer mehr kleinere Kunstverkaufsveranstaltungen tummeln, gelingt vor allem den LISTE-Teilnehmern oft der Sprung auf die große Messe. In der Vergangenheit war die LISTE-Teilnahme auf drei bis vier Jahre beschränkt. Mittlerweile aber hat die LISTE ihr Zulassungsverfahren geändert und ebnet denjenigen Galerien, die sich auf der Art Basel noch nicht dauerhaft etablieren konnten, den Weg zurück, um weiter in Basel auf einer Messe präsent zu sein. ...mehr

Sammeln auf höchstem Niveau: Die 39. Art Basel lockt Spitzensammler und Kunstexperten aus aller Welt in die Schweiz. Trotz um sich greifender Messemüdigkeit und Querelen im Führungsteam: Das Kunstbarometer zeigt vorerst weiter auf Hoch

Das Kunstmarktkarussell dreht sich weiter


Art Basel 2008

Die große Uhr über der Halle 2 des Messegeländes zeigt 10:55 Uhr. Der Countdown läuft. Schick gestylte Ladies mit sündhaft teuren Hermès- Handtaschen schieben sich noch einmal die große Sonnenbrille ins Haar, Herren im leichten Sommerjackett wedeln mit der begehrten First Choice-Karte. 11 Uhr, die Tore öffnen sich, der Ansturm beginnt. Ein bisschen ist es wie beim Schlussverkauf von C&A. Jeder will der Erste sein beim großen Kunst-Shopping auf der Art Basel, wenn es ums Ergattern der angesagtesten und teuer gehandelten Arbeiten geht. Top-Sammler, und professionelle „Art Advisors“ eilen zu ihren Lieblingsgaleristen, den Hallenplan bereits im Kopf abgespeichert, das Handy permanent am Ohr. Auch bei Eigen + Art aus Berlin und Leipzig beginnt der schnelle Abverkauf. Erfolgsgalerist Gerd Harry Lybke rät einem leicht zögernden Paar, das vor einer Arbeit von Carsten Nicolai steht: „Wenn ihr euch schnell entscheidet, ist das eine prima Sache. Da kann man nichts falsch machen.“ Gegenüber hängt ein neues Gemälde des Leipziger Malers Tim Eitel für 170.000 Euro. Ein Foto aus der neuen Serie „Die Armen“ von Martin Eder gibt es bereits für 18.000 Euro. Auch ein Neo Rauch ist im Angebot, den Preis verrät Lybke nur auf Anfrage. ...mehr

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