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AktuellAktuell:Messen

30 internationale gegen fast 200 italienische Galerien: Die Arte Fiera Bologna sollte mehr um internationale Aussteller buhlen

Das Ausland blieb fern


Am Stand der Galleria Federico Luger aus Mailand

Strömender Regen und Eiseskälte zum Wochenende in Bologna zog die Massen hinaus zum Messegelände, wo zum 33ten Mal die Arte Fiera Bologna ihre Pforten vom 23. bis zum 26. Januar geöffnet hatte. Mit dem Besucherstrom wanderten auch alle diejenigen dorthin, die sich sicherlich nicht für Kunst interessieren, es aber auf die scheinbar wohlgefüllten Brieftaschen der Messebesucher abgesehen hatten. So hatte manch einer sein Geld schon vertan, bevor er in den drei oft völlig überfüllten Messehallen nach der Kunst schauen konnte. Darinnen boten erstmals drei Hallen mehr Platz für die Galerien, ein Starkoch sollte mit Spitzengastronomie die Besucher inmitten des Ausstellungsgeschehens verführen und an der Champagnerbar ließ es sich trefflich ausruhen. ...mehr

Die 54te Brussels Antiques & Fine Arts Fair gibt sich vorsichtiger

International soll es sein


weibliche Figur, römisch, 1.-2. Jh. v. Chr.

Gediegen geht es zu auf Belgiens edelster Branchenschau, der „Brussels Antiques & Fine Arts Fair“, kurz BRAFA. Bis zum 1. Februar dauert die Leistungsschau der Kunst- und Antiquitätenhändler, die ihnen mit einer Laufzeit von elf Tagen einiges an Durchhaltevermögen abverlangt. Die Veranstalter bemühen sich seit dem Umzug in die Lagerhallen des ehemaligen Rangierbahnhofs Thurn & Taxis vor fünf Jahren um eine Internationalisierung, die zur Umbenennung von „Foire des Antiquaires de Belgique“ in den aktuellen Namen geführt hat. Noch ist davon nicht allzu viel zu spüren, Belgien und Frankreich stellen über 80 Prozent der Aussteller und wahrscheinlich 90 Prozent des Publikums. Bisher sind erst sechs der 124 Aussteller aus Deutschland, darunter jedoch so prominente wie die Göttinger Antikenhändlerin Roswitha Eberwein oder der Münchener Kunstsalon Franke. ...mehr

Die aktuelle Ausgabe der „Cologne Fine Art & Antiques“ versucht den Neubeginn

Ende der Party, Startfrei für die Kunst


Fritz Heiden, Lyrasekretär, um 1820

Völlig unverhofft stolperte die altehrwürdige Westdeutsche Kunstmesse in die Veränderungsfalle der Zeit. Dezente Wandlungen der letzten Jahre wie die Terminierung in den Herbst, die Unbenennung in „Cologne Fine Art“ und vor allem fehlende junge Käuferschichten deuteten lediglich ein größeres Beben an. In unbehaglichen, schlecht erreichbaren Hallen der Kölner Messe wähnte man sich eher in einem lustlos sortierten Gemischtwarenladen mit Stücken fürs heimische Wohnzimmer, das Publikum schien großteils einem Seniorentanztee entronnen. Alles aus und vorbei. Verbände und Galeristen probten den Aufstand, der drastische ökonomische Wandel spitzte alles auf die Frage zu: Aufgeben oder radikale Zäsur. Das Wagnis zu letzterem bedingte schonungslose Einschnitte, die mit den Schlagworten schlanker, niveauvoller, ortsverändert auf den Punkt zu bringen sind. ...mehr

Von gotischen Meistern bis Fernando Botero: in Berlin öffnete gestern Abend die erste Spezialmesse für Skulpturen – die „Sculptura – European Sculpture Fair“

Madonnen, Bacchanten und preußische Könige


Lawrence Macdonald, Hyazinthus, Rom 1842

Ein wenig mutet die erste „Sculptura“, die von dem am Starnberger See beheimateten Händlerehepaar Benno C. Gantner und Maria-Louise Hopp-Gantner initiiert und realisiert wurde, wie ein Kräftemessen mit den Beständen der großen Berliner Museen an. Die sanft in ihrem Ausdruck gestaltete und weich gearbeitete Lütticher Madonna aus der Zeit um 1450, die der Düsseldorfer Kunsthandel Esch für 42.000 Euro anbietet, oder das außergewöhnliche Gegensatzpaar Pilatus und Christus – Pilatus im Gewand, Christus fast nackt mit wundenübersäter Haut, das um 1480 in Franken entstand und das die Kunsthandlung Julius Böhler aus Starnberg mit 480.000 Euro bepreist,– sind Kunstwerke, die mit den Exponaten des renommierten Bode-Museums auf der anderen Seite der Spree durchaus konkurrieren können. ...mehr

Die 15. Artissima in Turin

In ruhigeren Fahrwassern


Installation von Josephine Meckseper

„Going out of business – Sale“ steht auf einem großen Schild, das eine verchromte Schaufensterpuppe hält. Daneben Krücken, ein altmodischer Gehwagen, eine Flasche mit billigem Whiskey. Ist die anspielungsreiche Installation der in New York lebenden Deutschen Josephine Meckseper gleich im Eingangsbereich der Artissima etwa ein böses Omen für die 15. Ausgabe der Turiner Kunstmesse? Ausverkauf, Bankrott, raus mit den Ladenhütern? Etwas zögerlich liefen die Verkäufe an den ersten Tagen tatsächlich. Die meisten Galeristen äußerten sich vorsichtig optimistisch. Man weiß eben aus den Vorjahren, dass viele Italiener nach mehrmaligen Kojenbesuchen mit Freunden und Familie dann in letzter Minute doch noch kaufen. ...mehr

Das 13. Art Forum Berlin eröffnete trotz Finanzmarktkrise optimistisch. In der Kunsthauptstadt Berlin herrscht offenbar nach wie vor Feierlaune. Mit einer gelungenen Abschiedsausgabe verabschiedet sich die langjährige Messechefin Sabrina van der Ley

Kristallisationspunkt der Kunst


Berlin im Herbst 2008. Die Zeiten sind rauer geworden im Vergleich zum Vorjahr. Überall ist von der Finanzmarktkrise und der beginnenden Rezession die Rede. Zudem waren die vorausgegangen Kunstmessen in London und Paris weitaus weniger erfolgreich als in den Jahren zuvor. Hinter vorgehaltener Hand sprach man gar von Umsatzeinbußen von 60 bis 70 Prozent auf der Londoner Frieze Art Fair. Eigentlich keine guten Vorzeichen für das Berliner Art Forum, das zudem um vier Wochen nach hinten verschoben wurde und dieses Jahr nicht den Auftakt des herbstlichen Messereigens bildete. Dennoch war die Stimmung auf der Vernissage am Donnerstagabend ausgesprochen gut. Ein interessiertes Publikum wälzte sich langsam durch die übervollen Hallen. Der amerikanische Fotokünstler Tim Roda, 31, stellt begeistert fest: „Woanders, zum Beispiel in Chicago, geht es den Leuten bei der Eröffnung nur ums Biertrinken und Gesehenwerden. Hier trifft man auf echtes Interesse an der Kunst und kann gute Gespräche führen.“ ...mehr

Die Berliner Liste 2008

Kunst am Ku’damm


Klaus Wowereit hatte abgesagt. Ein Wermutstropfen für Wolfram Völcker am Eröffnungsabend der Berliner Liste im Haus Cumberland, aber statt des Bürgermeisters waren über 5.000 andere Kunstinteressierte zum Kurfürstendamm gekommen. Damit errechnet der Organisator der Kunstmesse schon am ersten Abend einen Zuwachs zum Vorjahr. Ob die Umgebung verblassten Reichtums des ehemaligen Luxushotels auch nachhaltig auf die Verkäufe abfärbt, ist in der diesjährigen Situation allgemeiner Käuferzurückhaltung abzuwarten, doch zumindest der Eröffnungsabend ließ sich besser als letztes Jahr an, als die Liste auch schick, aber etwas abgeschieden im Postbahnhof am Gleisdreieck residierte. ...mehr

Die „Preview Berlin“ startet wieder im Flughafen Tempelhof

Frischer Wind aus wechselnden Richtungen


Sophie Schmidt, hoechstmass, 2008

Hier scheint alles aufs Abheben angelegt. Welcher Ort mutet besser an, „Emerging Art“ zu präsentieren, als der architektonische Paukenschlag von Ernst Sagebiels Flughafen Tempelhof. Der raumfüllige, ehemalige Flugzeughangar 2 reicht bequem aus für die Kojen der 57 Galerien aus 13 Ländern. Sie bestreiten die vierte Ausgabe der „Preview Berlin – The Emerging Art Fair“, wie sie sich selbst nennt. Aus dem leicht öl- wie kerosingetränkten Werkstattambiente erwächst eine neue, farbige, verrückte Welt, ein kunterbuntes, scheinbar unvereinbares künstlerisches Miteinander ohne Ordnungsprinzipien. Über der Plattform für junge Künstler und Galerien liegt leichte Melancholie, denn heute wird der Flugbetrieb eingestellt, und das Summen der letzten startenden und landenden Maschinen ist letztmalig zu erleben. Der gigantische, alles überragende, übergroße architektonische Mantel scheint die ideale raumbietende Hülle, die inspiriert und zusammenführt, was an Taufrischem so alles entsprießt. ...mehr

Staffelübergabe beim Münchner Messen-Marathon. Während die „Fine Art & Antiques München“ gestern zum ersten Mal ihre Tore öffnete, beendete die Kunstmesse München nach fünf Tagen ihren Verkaufsparcour, zu dem lediglich etwa 11.000 Besucher kamen

Zittern hier, Zuversicht dort


Hans Harder, Jesus mit den 12 Aposteln, um 1480

Glanz steht Messen gut. Was das Kuratorium der im Eiltempo entstandenen und als Reaktion auf die immer schwächer werdende Kunst-Messe München in Riem gegründeten „Fine Art & Antiques“ im Haus der Kunst aufbietet, hat jenes Strahlen, das Kunst- und Antiquitätenmessen heute brauchen, um hochkarätige Sammler und Museumskuratoren anzulocken. Der Kunde ist kritisch und schnell gelangweilt, nur Qualität in hoher Konzentration kann in der heutigen Messeflut begeistern. Nach diesem Rezept scheint die „Fine Art & Antiques München“ mit ihren 28 Ausstellern – darunter TEFAF-Teilnehmer wie Neuse, Senger oder Neuhaus – konzipiert zu sein. Die Galerie Neuse aus Bremen garantiert für dieses Konzept mit Kunstkammerobjekten ebenso wie mit einer exquisiten Auswahl spätbarocker und klassizistischer Gemälde, darunter eine „Spielsalonszene“ von dem in Kassel tätigen Johann Heinrich Tischbein, auf dem sich der Maler des ausgehenden 18ten Jahrhunderts selbst verewigt hat. Das Gemälde, das mit 3 Millionen Euro ausgezeichnet ist, war erst kürzlich bei der großen Tischbein-Retrospektive in Kassel zu sehen. ...mehr

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