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Am 05.11.2021 05.11.2021: Ostschweizer Kunst und ausgewählte Werke

© Beurret Bailly Widmer Auktionen AG

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Brandung bei Knokke, 1895 / Max Schlichting

Brandung bei Knokke, 1895 / Max Schlichting
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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ohne Titel / Günther Uecker

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© Galerie Luther


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Madonna del Ponte II / Doris Ziegler

Madonna del Ponte II / Doris Ziegler
© Döbele Kunst Mannheim


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Blick aus dem Künstler-Atelier in Berlin. Kurfürstenstraße, 1927 / Ernst Oppler

Blick aus dem Künstler-Atelier in Berlin. Kurfürstenstraße, 1927 / Ernst Oppler
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Ohne Titel - Chromatische Konstellation, 2015 / Heinz Mack

Ohne Titel - Chromatische Konstellation, 2015 / Heinz Mack
© Galerie Neher - Essen


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AktuellAktuell:Auktionen

Mit bekannten Namen lockt das Wiener Dorotheum zu seiner Frühjahrsauktion „Alte Meister“, in der auch die Malerinnen hörbar mitreden

Nischenkunst


Roelant Savery, Blumen in einer gläsernen Vase mit einer Eidechse, um 1612

Seinen Zauber entfaltet das Stillleben schon auf dem Katalogcover zu Auktion „Alte Meister“ im Dorotheum. Dort steht der Strauß bunter Blumen von Roelant Savery in voller Pracht, auch wenn sie in der Natur nicht zur selben Zeit erblühen. Bekannt ist der flämische Künstler und Hofmaler Kaisers Rudolf II. vor allem für seine von Mensch und Tier reich bevölkerten Landschaften. Nur 25 eigenhändige Blumenstücke sind von seiner Hand bekannt. Dennoch gilt der 1576/78 in Kortrijk geborene Savery als Wegbereiter dieser Gattung im Goldenen Zeitalter der niederländischen Kunst. Neben der technischen Brillanz spricht dafür auch die subtil angedeutete religiöse Symbolik. So mag die herausgefallene Nelke links auf dem Sims der Steinnische als Hinweis auf die Vergänglichkeit des menschlichen Lebens stehen. Dieser ikonografischen Eigenheit antwortet die ihre Haut abstreifende Eidechse rechts unten als Symbol der Auferstehung. Die den Strauß krönende Iris steht für die Würde des Göttlichen, das Vergissmeinnicht für die göttliche Allwissenheit und die Rose für die göttliche Liebe. Soviel Symbolträchtigkeit hat ihren Wert: Das Dorotheum will für Saverys um 1612 entstandene Kupfertafel 200.000 bis 300.000 Euro sehen. ...mehr

Die Auswahl an Druckgrafik bei Bassenge in Berlin ist wieder umfangreich und qualitätvoll und führt die Meisterschaft dieser Gattung von der Spätgotik bis ins frühe 20. Jahrhundert vor Augen

Erste Versuche und ungelöste Geheimnisse


Albrecht Dürer, Die Melancholie (Melencolia I), 1514

Bis heute gibt sie der kunsthistorischen Forschung Rätsel auf, die nachdenklich auf einer Steinbank sitzende und geflügelte Dame, die ihren Kopf aufgestützt hält und schwermütig vor sich hinbrütet. Albrecht Dürer nannte sie treffend „Melencolia“. Doch was sein Kupferstich aus dem Jahr 1514 alles aussagen will, ist an der Fülle der symbolischen Gegenstände nicht einfach ablesbar. Einige Forscher gehen davon aus, in der berühmten Allegorie ein verstecktes Selbstbildnis des Künstlers zu sehen. Brachte doch Dürer die seit der Antike bestehende Charakterisierung der negativ besetzten Trübsal mit intellektueller Kreativität in Verbindung und schuf so ein neues Künstlerbild: Genialität und Melancholie bedingen sich gegenseitig. Doch nicht nur der mystisch verklärte Symbolcharakter macht Dürers Werk so interessant, sondern auch dessen virtuose Ausführung in technischer Meisterschaft. Für einen harmonischen kräftigen Abzug des zweiten Zustands, in dem schon die Ziffer 9 auf der magischen Tafel richtiggestellt und der daher in die Mitte der 1520er Jahre zu datieren ist, fordert Bassenge nun 120.000 Euro und liegt angesichts von Werten aus den letzten Jahren bis zu 160.000 Euro für diese Druckqualität nicht zu hoch. ...mehr

Nördliche neblige Wälder, exotische Idyllen und immer wieder Venedig: Das Dorotheum versteigert Malerei des 19. Jahrhunderts, darunter hochpreisige Werke polnischer und böhmischer Maler sowie einige Restitutionsfälle und Novitäten auf dem Kunstmarkt

Bordellkunst


Józef Brandt, Am Heimweg. Krankentransport (polnisches Lager), 1865

Es dürfte kein Zufall sein, dass das Dorotheum bei der Auktion von Gemälden des 19. Jahrhunderts ein Werk des polnischen Malers Józef Brandt preislich an der Spitze positioniert hat. Der 1841 geborene, durch große Schlachtengemälde bekannt gewordene Künstler hat bei Versteigerungen in den letzten Jahren meist gute Zuwächse erzielt: So ging erst im März bei Yves Siebers in Stuttgart eine wilde „Schlacht zwischen Kosaken und Tataren“ statt der veranschlagten 80.000 bis 150.000 Euro für 290.000 Euro übers Pult und markiert nun das bestbezahlte Werk Brandts außerhalb Polens. Das Wiener Auktionshaus setzt nun für seine ruhigere Nachkampfszenerie „Am Heimweg. Krankentransport (polnisches Lager)“ aus dem Jahr 1865 die stolze Summe von 220.000 bis 280.000 Euro an und hat gute Aussichten, den Zuschlag über diesem Schätzpreis erteilen zu können. ...mehr

116 mal Fotografie bei Grisebach in Berlin: Die Highlights

Rätselhafte Schönheiten


Ernest James Bellocq, Storyville Portraits. New Orleans, um 1911/13

1966 griff der amerikanische Fotograf Lee Friedlander bei einem Kunsthändler zu und kaufte 89 Glasnegativplatten aus dem Nachlass Ernest James Bellocqs. Von seinem vorher unbekannten Schatz fertigte er wenig später erste Abzüge an. Entdeckt hatte er die „Storyville Portraits“, die Bellocq einen späten Ruhm einbringen sollten: Um 1911/13 holte dieser Prosituierte des gleichnamigen Vergnügungsviertels von New Orleans vor seine Linse. Teils maskiert, teils deutlich erkennbar, mal lasziv nackt und mal bekleidet, geben Frauen bis heute Rätsel auf. Denn Bellocq zerbrach manche der Platten oder zerkratzte die Gesichter der Dargestellten bis zur Unkenntlichkeit. Wer eine archaische Anonymisierung erwartet, hat jedoch weit gefehlt: Auf anderen Abzügen sind dieselben Damen wieder zweifelsfrei zu identifizieren. Bellocq selbst hat seine Serie kaum jemandem gezeigt. Erst das New Yorker Museum of Modern Art erkannte ihren Wert und widmete den Bildern 1970 eine eigene Ausstellung. Elf Silbergelatineabzüge der 1970er Jahre aus einer rheinischen Privatsammlung sind nun bei Grisebach zu haben, und deren verruchte sowie mysteriöse Geschichte soll heute 40.000 bis 60.000 Euro einbringen. ...mehr

Mit einem opulenten Angebot qualitätvoller Silberarbeiten, einer einzigartigen Sammlung von Schatullen Abraham Roentgens, Porzellanen aus der Sammlung Dreßen und dem dritten Teil der Mörser-Sammlung Schwarzach geht Lempertz bei seiner Kunstgewerbe-Auktion in die Vollen

Ein Schluck aus der Kanone


Hans Heinrich Oberried, Baseler Büttenmann, um 1660

Der ältere Mann stützt sich auf einen Stock, in der anderen Hand einen Becher. Die zerschlissene Pluderhose kündet nicht gerade von einer auskömmlichen Existenz. Den Hund zu seinen Füßen führt er an einer Kette. Der Mann schuftet im Weinberg: Sein Rücken trägt eine große Bütte. Diese allerdings zeugt von Reichtum; sie ist aus Silber getrieben und innen vergoldet. Der „Baseler Büttenmann“, ein Werk des Baseler Goldschmieds Hans Heinrich Oberried und eines Holzbildhauers mit dem Monogramm „HS“ stammt aus der Zeit um 1660, glänzt mit adeliger Provenienz und ist eines der Prunkstücke in der Sektion Silber bei Lempertz in Köln, das die detailreiche Skulptur auf 80.000 bis 90.000 Euro veranschlagt hat. ...mehr

Bei Van Ham in Köln locken Gemälde, Skulpturen und Kunsthandwerk vom Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert. Die Künstlerinnen spielen eine nicht unbedeutende Rolle

Name wechsle dich!


Artemisia Gentileschi, Die heilige Maria Magdalena, um 1650/54

Früher galten Frauen in der Kunst nicht viel. Ihre Arbeiten wurden daher oft männlichen Kollegen zugeschrieben, um sie bedeutender zu machen und ihren Wert zu erhöhen. Das musste auch Artemisia Gentileschi erfahren, obwohl sie aus einer Malerfamilie stammte. Ihre heilige Maria Magdalena, die in den letzten rund 50 Jahren in einer deutschen Privatsammlung beheimatet war, galt dort als ein Werk des Florentiner Malers Carlo Dolci. Erst vor kurzem untersuchte der Kunsthistoriker Riccardo Lattuada die heilige Büßerin mit Totenkopf vor ihrer Felsgrotte und erkannte darin die Handschrift Gentileschis; vielleicht hat ihr Schüler Onofrio Palumbo noch daran mit gearbeitet, was auf eine Entstehung zwischen 1650 und 1654 an ihrem Lebensende in Neapel hindeutet. Das Auktionshaus Van Ham, das die Tafel mit einem Lieblingsthema Gentileschis für günstige 30.000 bis 40.000 Euro offeriert, resümiert daher von einer „wertvollen Ergänzung zum Korpus der Gemälde der wohl berühmtesten Künstlerin des 17. Jahrhunderts“. ...mehr

Das Dorotheum in Wien hat ein reichhaltiges Angebot an Antiquitäten und Möbeln zusammengestellt und macht mit ihm den jahrhundertealten kulturellen Austausch über Länder- und Zeitgrenzen hinweg deutlich

Russische Propaganda für Deutschland


Truhe mit dem Wappen für den Salzburger Erzbischof Markus Sittikus IV. von Hohenems, Süddeutschland, 2. Hälfte 16. Jahrhundert

Zu den interessantesten Stücken der kommenden Versteigerung von Antiquitäten im Wiener Dorotheum gehört eine auf den ersten Blick recht unscheinbare Eisentruhe. Auf dem zylindrischen, immerhin 85 Zentimeter hohen Behältnis, das in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts im süddeutschen Raum geschmiedet wurde, prangt aber das Wappen von Markus Sittikus IV. von Hohenems, der 1612 zum Fürsterzbischof von Salzburg gewählt wurde. Obwohl er schon 1619 mit nur 45 Jahren starb, wirkte er für das Erzstift segensreich. Zwar stand er auf Seiten der Gegenreformation, trat aber nicht der Katholischen Liga bei und konnte somit Salzburg aus dem Dreißigjährigen Krieg heraushalten. Auch seine Bautätigkeit ist nicht zu unterschätzen: Markus Sittikus führte die Planungen zum Domneubau in veränderten kleineren Dimensionen weiter, legte dafür 1614 den Grundstein und verhalf nicht zuletzt auch durch sein Lustschloss Hellbrunn der neuen barocken Formensprache nördlich der Alpen zum Durchbruch. In der runden, auf 15.000 bis 20.000 Euro taxierten Eisentruhe könnte er dafür einige Dokumente aufbewahrt haben. ...mehr

Lempertz wartet bei den Gemälden und Zeichnungen des 14. bis 19. Jahrhunderts sowie den Skulpturen mit einigen großen Namen, aber noch mehr unbekannteren Künstlern auf. Qualität lassen sie allesamt nicht missen

Eine neue Sinnlichkeit


Jacopo Negretti, genannt Palma il Vecchio, Liegende Venus in einer Landschaft

Wenige Bildthemen erlaubten im 16. Jahrhundert eine derart explizite sinnliche Erotik wie die liegende Göttin der Schönheit. Nach dem Erscheinen der neoplatonischen Schrift „Hypnerotomachia Poliphili“ im Jahr 1499, in der ein Holzschnitt abgedruckt war, auf dem eine schlafende Nymphe von einem Satyr entdeckt wird, verbreitete sich dieser Darstellungsmodus übertragen auf die Venus. Berühmt sind bis heute die Dresdner Version Giorgiones sowie die verschiedenen Ausführungen Tizians. Unter den großen Venezianern zu Beginn des 16. Jahrhunderts bemühte sich auch Jacopo Negretti, zur Unterscheidung mit seinem Großneffen auch Palma il Vecchio genannt, um das Motiv. Seine Liebesgöttin lehnt an einer teils architektonisch gearbeiteten Steinformation auf einem edlen roten Tuch und schaut zum Betrachter. Ihren Körper bedeckt nur ein feiner durchsichtiger Stoff, den sie mit der Hand anhebt, während die Hügellandschaft im Hintergrund ihre Körperrundungen spiegelt. Seine Bildlösung der Jahre vor 1529 muss schon damals geschätzt worden sein, ist doch selbst der Rahmen ein Meisterwerk der venezianischen Rahmenbaukunst und kann dem Meister Jacopo da Bergamo, einem Freund Palma il Vecchios, zugeschrieben werden. Dementsprechend ruft Lempertz nun 600.000 bis 800.000 Euro für das Werk mit illustrer Provenienz und bedeutender Ausstellungshistorie auf und intendiert damit den Auktionsrekord für Negretti. ...mehr

Beim Baseler Auktionshaus Beurret Bailly Widmer überzeugte die Auswahl an Schweizer Kunst. Aber auch internationale Künstler konnten glänzen

Zum Verwechseln ähnlich


Lucas Cranach d.J., Bildnis einer jungen Frau

Die Dargestellte gibt Rätsel auf. Sie will nicht offenbaren, wer sie ist, und auch nicht recht, wer sie gemalt hat. Die elegante junge Dame steht im Dreiviertelporträt vor uns, trägt eine prächtige Robe in rotem und goldenem Brokat mit hochgeschlossener weißer Bluse, hat ihre Hände über ihrem weiten Rock verschränkt und eine ansehnliche Straußenfeder auf ihre Kopfbedeckung gesteckt. Das mit Perlen bestickte Haarnetz, das die Frisur verbirgt, weist auf ihren Status als verheiratete Frau hin. Es ist ein repräsentatives Gemälde aus der Wittenberger Werkstatt Lucas Cranachs, der mit diesem Portraittyp im frühen 16. Jahrhundert recht erfolgreich war. Dass es sich bei ihr um eine der sächsischen Hofdame der Zeit handelt, steht außer Frage; Magdalena von Brandenburg, Christiane von Eulenau oder Argula von Grumbach wurden schon als Identifikation vorgeschlagen. Gesichert ist das aber nicht. Auch bei der Urheberschaft sind sich die Forscher nicht einig: In den Cranach Digital Archives ist das Bildnis als Lucas Cranach d.Ä. verzeichnet, der Cranach-Spezialist Dieter Koepplin schreibt es seinem gleichnamigen Sohn zu. Im Auktionshaus Beurret Bailly Widmer ließen sich die Kunden nun von der Qualität der Malerei überzeugen und steigerten das vorsichtig mit 80.000 bis 120.000 Franken taxierte Portrait auf hohe 740.000 Franken. ...mehr

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