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Brandung bei Knokke, 1895 / Max Schlichting

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AktuellAktuell:Auktionen

Christie’s schließt die Man Ray-Auktion in Paris erfolgreich ab. Der Man Ray Trust meldet allerdings „schwerwiegende Bedenken“ an

Vorerst unbeeindruckt


Komplett absetzen konnte die Pariser Dependance des Auktionshauses Christie’s vor wenigen Tagen das Angebot einer Versteigerung, die ausschließlich surrealistische Werke des 1976 verstorbenen amerikanischen Künstlers Man Ray sowie einiger Kollegen wie Marcel Duchamp und Max Ernst umfasste. Die in 188 Losnummern präsentierten Arbeiten stammten allesamt aus dem Besitz von Man Rays letztem Mitarbeiter, dem 2004 verstorbenen Lucien Treillard, und seiner Witwe Edmonde – behauptet jedenfalls Christie’s. Nur wenige Stunden vor Beginn der Veranstaltung hatte allerdings der Man Ray Trust, der einen Großteil des Nachlasses und zahlreiche Rechte an Werken besitzt und verwaltet, „schwerwiegende Bedenken bezüglich der Provenienz und des rechtmäßigen Eigentums“ bei der überwiegenden Mehrzahl der Werke angemeldet. Der Trust äußerte den Verdacht, Treillard habe fast 150 Stücke „gestohlen“, und beruft sich unter anderem auf eine Einschätzung des Man Ray-Schülers Steven Manford. Gerichtliche Auseinandersetzungen im Nachgang der Auktion seien nicht ausgeschlossen. ...mehr

Vor allem die unbekannten Namen der Kunst des 20. Jahrhunderts fanden bei Irene Lehr in Berlin viele Freunde, und auch die Malerinnen mischten kräftig mit

In Ost und West die Wahrheit


Unter den kleineren deutschen Versteigerern ist die Wahlberliner Irene Lehr eine der umtriebigen Auktionatorinnen. Mit ihrem Programm von der Moderne bis zur Gegenwart trifft sie den Nerv ihrer Käufer und kann auf hohe losgezogene Verkaufsraten verweisen, zuletzt wieder auf einen Spitzenwert von 93 Prozent. Und wieder waren es vor allem die Künstler und Künstlerinnen abseits der ausgetretenen Pfade, etwa aus der Zwischenkriegszeit oder der ehemaligen DDR, deren Werke bei den Sammler auf Gegenliebe stießen. Allen voran stand diesmal Jeanne Mammen. Die gesellschaftskritische Chronistin des mondänen Berliner Großstadtlebens nach dem Ersten Weltkrieg war mit mehreren Arbeiten aus der Sammlung des Mediziners und Neurologen Stanislaw Karol Kubicki zugegen, der sich besonders für die Künstlerin engagierte und jahrelang Präsident der Jeanne Mammen-Gesellschaft war. Kein Wunder also, dass alle sechszehn Mammen-Werke aus seinem Besitz einen Abnehmer fanden, meist zu Preisen deutlich über den Schätzungen. So kletterte die mit Bubikopf frisierte „Frau mit Katze“, die ihren hinter einer Zeitung versteckten Mann missmutig beäugt, von 35.000 Euro auf 40.000 Euro, die zweite aquarellierte Zeichnung der „Dirne auf grüner Couch“ von gleicher Basis gar auf 66.000 Euro. ...mehr

Von Künstlern für Künstler: Benefizauktion bei Döbritz in Frankfurt

Aus Vor-Corona-Zeiten


Die Liste der Namen ist illuster: Heiner Blum, Jana Euler, Anne Imhof, Christiane Feser, Christa Näher und Tobias Rehberger haben Werke für eine Benefizauktion gespendet, deren Erlös den Kulturnotfallfonds der Stadt Frankfurt zugutekommt. Die namhaften Künstlerinnen und Künstler, die in Frankfurt geboren sind oder von dieser Stadt geprägt wurden, unterstützen damit Kulturdezernentin Ina Hartwig, die die Fonds während des ersten Corona-Lockdowns im März 2020 eingerichtet hat, um Kunstschaffende in finanziellen Schwierigkeiten zu helfen. Los geht es schon mit der auf 1.000 Euro taxierten Kassette „Persian for beginners“ von 1997, in der Parastou Forouhar auf zwölf unerwarteten Drucken das Thema Schriftzeichen humorvoll kalligrafisch umsetzt. Nicht minder launig ist Thomas Bayrles blauer Digitaldruck von 2018, auf dem sich in seiner humorvollen Wiederholungstaktik die titelgebende „Vespa II“ herausschält. Hier sollen 6.000 Euro herausspringen. ...mehr

Die Moderne Kunst im Wiener Dorotheum traf den Geschmack des Publikums und konnte sogar mit einem Millionenwert aufwarten

Viel Geld für die Damen


Maximilian Kurzweil, Martha Kurzweil am Ufer in Pont-Aven (Weiher), um 1900

„Art for Furtue“ war die fünfteilige Suite von Arbeiten aus Jugendstil und Expressionismus überschrieben, mit denen das Wiener Auktionshaus Dorotheum seine vergangene Auktion moderner Kunst eröffnet hat. Einlieferer war die Großbank UniCredit, die mit dem Erlös zukünftig junge Künstler unterstützen möchte. Aufmerksamkeit erregte vor allem Gustav Klimts gut eineinhalb Meter breiter, aber nur etwas über dreißig Zentimeter hoher bogenförmiger Bildentwurf „Altar des Dionysos“, entstanden 1886 als Vorlage für eine Lünette im Treppenhaus des Wiener Burgtheaters. Ein ungenanntes Akademikerehepaar ließ das Werk für 380.000 Euro zum Doppelten der Erwartung ersteigern, um es anschließend dem Leopold Museum zu schenken. Aufsehenerregend waren auch die 130.000 Euro, die Maximilian Kurzweils betont grünstichiges Portrait seiner Ehefrau Martha Kurzweil in symbolistischer Melancholie an einem stillen Waldweiher in Pont-Aven aus der Zeit um 1900 erzielte. Die Schätzung hatte nur bei 25.000 bis 35.000 Euro gelegen. Oskar Kokoschkas großformatige antik mythologische Paraphrase „Amor und Psyche“ aus der Sammlung der UniCredit blieb mit 300.000 bis 500.000 Euro dagegen unveräußert. ...mehr

Die Fotoauktion bei Bassenge lief gut, insbesondere die Aufnahmen aus dem 19. Jahrhundert waren bei den Käufern begehrt. Bei der Sammlung Wilmar Koenig griffen die Bieter vor allem für Stadt- und Landschaftsansichten in die Tasche

Die Bohnen des Herrn Jones


Die junge Frau auf Thomas Ruffs Farbfotografie blickt direkt und ruhig in die Kamera. Das klassische Brustbild wird durch den Seitenscheitel, den auf einer Seite sichtbaren Ohrring und das Oberteil mit Nelkenmuster etwas aufgelockert. Genauso gerade heraus verlief die Auktion der Sammlung Wilmar Koenig bei Bassenge. Von den gut 130 Losnummern konnte das Berliner Auktionshaus samt Nachverkauf fast Zweidrittel vermittelt. Die Einschätzungen erwiesen sich meist als zutreffend, es gab nur kleinere Abweichungen nach oben oder unten – vergleichbar mit den auflockernden Details des Frauenporträts. Zu demselben Preis wie Ruffs 1989 für den Kunstring Folkwang 30 Mal edierte Arbeit, die mit 1.200 Euro eine Punktlandung hinlegte, wurde auch das ikonische Motiv „Lotte (Auge)“ von Max Burchartz aus dem Jahr 1928 erwartungsgemäß zugeschlagen. Der posthume Abzug von 1980 zeigt die linke Hälfte eines Mädchengesichts vor einem schwarz-weiß geteilten Hintergrund. In dem Balanceakt „Die mißbrauchte Zeit“ von Peter Fischli und David Weiss, für den die beiden Schweizer 1985 Alltagsgegenstände wie einen Hammer oder eine Sprühflasche aufeinanderstapelten, tendiert die Säge bereits etwas nach unten – der Zuschlag machte es ihr nach: Statt der erhofften 7.000 Euro spielte die humorvolle Konstruktion 5.000 Euro ein. ...mehr

Ausverkauf der Sammlung von Christo und Jeanne-Claude bei Sotheby’s in Paris

Die Aura der Künstler


in der Wohnung von Christo und Jeanne-Claude in New York

Gestern ist bei Sotheby’s in Paris der erste Teil der Kunstsammlung von Christo und Jeanne-Claude erfolgreich versteigert worden. Unter dem pointierten Titel „unwrapped“ rief Sotheby’s 28 Highlights auf das Parkett, von denen jedes einen neuen Besitzer oft über den Erwartungen fand. Insgesamt wurden brutto etwas mehr als 8 Millionen Euro umgesetzt. Angeführt wurde der Abend von zwei Zeichnungen, die Christo anlässlich seines Landart-Projekts „The Umbrellas“ von 1984/91 kreierte. Sie zeigen jeweils einen Ausschnitt der Installation, bei der tausende sechs Meter hohe Regenschirme in Blau und Gelb gleichzeitig in Japan und im Kern County bei Los Angeles in einem kilometerweiten Gebiet aufgestellt wurden und farbige Punkte setzten. Die auf lediglich 200.000 bis 300.000 Euro taxierten, großformatigen Entwurfsskizzen „yellow Californian umbrellas“ und „blue Japanese umbrellas“ von 1991 verließen bei 1,4 Millionen Euro beziehungsweise bei 1 Million Euro den Saal und stellten somit einen neue Christo-Rekorde auf. ...mehr

Gezielte Auswahl und Zurückhaltung prägten die Auktion Alter und Neuerer Meister bei Grisebach in Berlin. Doch bei bestimmten Werken ließ das Publikum die Zügel locker

Entwurf für den König


Martin Schongauer, Johannes auf Patmos, um 1480

„Kunst des 19. Jahrhunderts“ hatte das Berliner Auktionshaus den ersten Programmpunkt seiner jüngsten Versteigerungstage betitelt. So ganz stimmte das nicht, denn unter die knapp 150 Losnummern hatten sich auch einige Altmeister gemischt, und das durchaus mit einigem Erfolg. Besonders zwei druckgrafische Arbeiten hatten es den Interessenten angetan. Gleich das erste Los, eines der wenigen noch in Privatbesitz befindlichen Exemplare von Martin Schongauers spätgotischem Kupferstich „Johannes auf Patmos“ beim Schreiben seines Evangeliums mit Erscheinung der Gottesmutter aus der Zeit um 1480, konnte seinen Wert von 10.000 bis 15.000 Euro auf 20.000 Euro verbessern. Wenig später ging es um Lucas Cranachs d.Ä. datierten erotischen Holzschnitt „Das Parisurteil“. Das ebenso großformatige wie aufwendig gestaltete Blatt von etwa 1508 machte den gleichen Preissprung wie der Schongauer. ...mehr

Die Winterauktion im Kinsky bewies: Der Schwerpunkt der österreichischen Klassiker von der modernen bis zur zeitgenössischen Malerei hat kauffreudige Freunde. Genauso bleibt Wien für traditionelles Kunsthandwerk eine gute Anlaufstelle

Mit dem Akt zum Erfolg


Egon Schiele, Liegender Akt, masturbierend, 1914

Große Namen der österreichischen Kunst schmückten im Kinsky die Rubrik der Klassischen Moderne. Allen voran stand Egon Schiele mit einigen hochkarätigen Aktzeichnungen in seinem unverkennbaren skizzenhaften Stil. Ohne zu sehr ins Detail zu gehen, aber dennoch als versierter Beobachter der Körperkonturen, Formen und Posen umriss er gekonnt seine Modelle. Dabei scheute Schiele nicht vor provokanten Darstellungen: Sein „Liegender Akt, masturbierend“ von 1914 ging als Glanzbeispiel dafür bei der Versteigerung an den Start. Das Blatt erreichte immerhin 280.000 Euro in der Mitte der Bewertungsgrenzen. Der ebenfalls auf das Jahr 1914 datierte Bogen, den Schiele auf der Vorderseite mit einer einzelnen Liegenden, auf der Rückseite mit zwei Liegenden in Umarmung gefüllt hatte, näherte sich dem mit taxgerechten 235.000 Euro an. Etwas günstiger war Schieles drei Jahre jüngerer „Nach vorne gebeugte Akt“ zu haben. Die anonyme, kompliziert stehende Frau aus dickeren Kreidestrichen kam mit 140.000 Euro auf ihre obere Schätzung. ...mehr

Meisterhafte Arbeiten der Werkstatt Abraham und David Roentgen bildeten das Herzstück der Versteigerung von Kunsthandwerk bei Lempertz in Köln. Doch auch sonst zeigten sich die Sammler bei mehreren Privatsammlungen spendierfreudig

Kaisers Schreibtisch


David Roentgen, Schreibtisch, um 1785

Nur sechzehn Losnummern umfasste ein schmaler, aber edel gebundener Katalog zur jüngsten Versteigerung von Kunsthandwerk bei Lempertz in Köln. Diese sechzehn Stücke aber hatten es in sich, handelte es sich doch um erlesene Meisterwerke einer der bedeutendsten Kunstschreinerwerkstätten Europas im 18. Jahrhundert. Von Neuwied am Rhein aus belieferten Abraham Roentgen und sein 1743 geborener Sohn David Roentgen halb Europa mit ihren atemberaubend feinen und zugleich raffinierten Möbeln. In den frühen 1780er Jahren erreichten sie mit Verkäufen an den Königshof in Frankreich und die Zarin Katharina in Russland ihren Höhepunkt – bis Geschmackswandel, Französische Revolution und Napoleonische Umbrüche der Werkstatt wirtschaftlich den Garaus machten. Mitten in der schmerzvollen Abwicklung seiner Firma starb David Roentgen 1807. ...mehr

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Höch und Thieler für die Berlinische Galerie

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