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Am 24.09.2021 Herbstauktionen 2021

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Brandung bei Knokke, 1895 / Max Schlichting

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© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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ohne Titel / Günther Uecker

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© Galerie Luther


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Madonna del Ponte II / Doris Ziegler

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© Döbele Kunst Mannheim


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Kleine Bucht II (Rio), 1930 / Leo Putz

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© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Ohne Titel - Chromatische Konstellation, 2015 / Heinz Mack

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AktuellAktuell:Auktionen

Seine Auktion mit Kunst aus dem 20. und 21. Jahrhundert hat Van Ham in Köln um die legendäre Sammlung Lauffs bereichert und wartet mit einigen außergewöhnlichen Leckerbissen auf

Es grünt und blüht bunt


Helga und Walther Lauffs gehörten in der Nachkriegsepoche zu den prominenten Sammlern zeitgenössischer Kunst in Deutschland. Gemeinsam mit Paul Wember, dem damaligen Direktor des Krefelder Kaiser Wilhelm Museums, frönten sie ihrer Leidenschaft und erwarben signifikante Werkgruppen von Yves Klein und Joseph Beuys, aber auch amerikanische Pop Art, Minimalismus, Konzeptkunst und Arte Povera. Der progressive Förderer der Gegenwartskunst konnte sich freuen; überließ doch das Ehepaar Lauffs aus Unkel südlich von Bonn dem Museum am Niederrhein seine Schätze als Dauerleihgabe auch über den Tod Walther Lauffs’ im Jahr 1981 hinaus. Erst 2008 wurde das Gros der ursprünglichen Sammlung aufgelöst, ging teils als Schenkung oder Leihgabe an verschiedene Museen, teils wurde es über Galerien und Auktionen verkauft. 2015 starb auch Helga Lauffs. Nun kommt der Rest ihrer Sammlung auf den Markt: Van Ham in Köln ruft innerhalb seiner „Modern Week“ gut 70 Positionen auf, darunter Spitzenwerke von Magdalena Abakanowicz, Louise Bourgeois, Tony Cragg, Felix Droese, Leiko Ikemura, Nicola de Maria oder Norbert Prangenberg. ...mehr

Das Bild vom Menschen prägt die Fotografie-Auktion bei Bassenge in Berlin

Ufos über Monets Seerosen


Carl Gustav Oehme, Biedermeierliche Szene, um 1844

Seit die Fotografie vor gut 180 Jahren als neue Technik aufkam, war die Darstellung von Personen eine ihre wichtigsten Aufgaben. Der Porträtfotograf trat nun in Konkurrenz zum Porträtmaler. Louis Jacques Mandé Daguerre, der als einer der Erfinder der Fotografie gilt, war ausgebildeter Maler, hielt ab 1840 mit dem jungen Medium zunächst vor allem Personen fest und gab dieser Gattung mit der „Daguerreotypie“ sogar seinen Namen. Eine Daguerreotypie aus der Frühzeit ist daher auch einer der Höhepunkte in der Fotografie-Auktion bei Bassenge in Berlin. Der damals noch nicht einmal 30jährige Carl Gustav Oehme, der bei Daguerre in Paris in die Lehre gegangen war, verewigte in seinem Berliner Studio acht reizvoll um einen Tisch in Szene gesetzte junge Frauen und Mädchen, die teils lesen, der Handarbeit nachgegen oder sich unterhalten. Mit solchen sorgfältig aufgebauten Gruppenbildnissen galt Oehme als einer der besten Daguerreotypisten der 1840er Jahren in Berlin. Seine „Biedermeierliche Szene“ von etwa 1844 soll nun 5.000 Euro einspielen. ...mehr

Herausragende Verkäufe: Bei Irene Lehr ließen die Freunde der Moderne und Zeitgenossen kaum ein Stück liegen und gewährten häufig mehr, als veranschlagt war

Es geht voran


Leo Putz, Im Schleißheimer Park, 1903

Die elegant weiß gekleidete Dame, die „Im Schleißheimer Park“ an einem warmen Sommertag mit Sonnenschirm spaziert und dabei ihren Hund ausführt, war die Favoritin der vergangenen Auktion bei Irene Lehr und enttäuschte nicht. Mit der für den Südtiroler Leo Putz typischen groben und flüssigen Malweise – festzumachen etwa an den flächigen Streifen, die das Kleid formen, und den getupften Blumen im Hintergrund – nahm das Bild bereits 1903, ein Jahr vor dem berühmten „Picknick“ in den Bayrischen Staatsgemäldesammlungen, vorweg, was den andauernden Erfolg des „Scholle“-Malers ausmachte. Etwas widerwillig zieht die Frau an der Leine ihres anderweitig interessierten Vierbeiners. Ihrer Dynamik setzt das Tier damit einen Kontrapunkt entgegen, was die innere Spannung des großen Bildformates noch verstärkt. Das Publikum erkannte die Qualitäten des Werks und steigerte sich von 70.000 Euro bis zu einem Zuschlag von 95.000 Euro. ...mehr

Bei Lempertz in Köln prägen große internationale Namen, aber auch unbekanntere Künstler die Auktion der Moderne und Zeitgenossen. Mit dabei ist auch ein persönliches Werk aus dem Familiennachlass eines Surrealisten

Der Tod des buntgescheckten treuen Vogels


In seinen biografischen Notizen skizzierte Max Ernst 1906 seinen Seelenzustand nach dem Dahinscheiden eines Freundes: „Diese Krise ist bald überstanden. Doch dauert in des Jünglings Phantasie eine freiwillig-irrationelle Vorstellungs-Vermengung von Menschen mit Vögeln und anderen Lebewesen“. Die Reaktion auf den Tod Horneboms, „ein kluger, buntgescheckter treuer Vogel“, als Ernst erst 15 Jahre alt war, nimmt ein typisches Motiv seiner Kunst vorweg. 1953 taucht der Vogel in „Mer agitée, soleil, nuage et maître corbeau avec son fils“ wieder auf. Über einem aus an Zierleisten und Farbstreifen erinnernden Meer fliegt das Tier, dessen Körper gleichzeitig der Mond über dem Horizont sein könnte. Zum surrealistischen Moment der Leinwand kommt die Technik der Collage, auf die Ernst seit 1931 teils für seine Landschaften zurückgriff: Auch der Vogelkörper ist aus aufgeklebten Ornamentstreifen gebildet. Für das museale marktfrische Werk aus dem Nachlass des Künstlers hofft Lempertz in seinem Evening Sale mit moderner und zeitgenössischer Kunst nun auf 500.000 bis 700.000 Euro. ...mehr

Grisebach hält bei den Modernen und Zeitgenossen einige marktfrische Werke bereit und hat progressive Kunst der 1920er Jahre aus der Sammlung des Fotografen August Sander im Angebot

Mensch wird Maschine


Carl Grossberg, Selbstbildnis, 1928

1929 wurde Max Brands Oper „Maschinist Hopkins“ uraufgeführt, 1927 drehte Fritz Lang seinen Stummfilm „Metropolis“, und 1928 malte Carl Grossberg sein „Selbstbildnis“. Was alle drei Kunstwerke eint, ist ihre Faszination für die Welt der Maschine. Mit ihrer Obsession für Technik und riesige Fabriken trafen die Künstler den Puls der damaligen Zeit. Triebkraft allen Geschehens scheint der Geist der Maschine zu sein, so auch in Grossbergs Selbstbildnis. Der 1894 in Elberfeld geborene Maler zeigt sich uns in Frontalansicht und neusachlicher Kühle, neben ihm steht ein riesiger glänzender Dampfhammer, auf den er mit seinem Pinsel deutet. Mit dieser Geste weist er sich als Chronist der Dingwelt aus und macht auf seine enge, fast schon intime Beziehung zur Technik aufmerksam. Dabei nehmen seine Gesichtskonturen kantige steife Züge an, er selbst scheint zur Menschmaschine erstarrt. Obwohl sein ernster Blick auf den Betrachter gerichtet ist, scheint er doch ihn nicht zu treffen; er geht vielmehr ins Innere und spricht unterschwellig von einer Beunruhigung. Grossberg selbst schilderte dieses Empfinden: „Schon immer hatte ich mich mit den Fortschritten der Technik beschäftigt, fühlte aber, wie manche wesentlichen Dinge durch diese Entwicklung entglitten.“ ...mehr

Bei Bassenge ist vor allem die Grafik der klassischen Moderne stark. Dazu gesellen sich einige junge Positionen, qualitätvolle Skulpturen sowie eine Berliner Privatsammlung, die Entdeckungen mit weniger bekannten Künstlern erlaubt

Die Liebe im Mondschein


Edvard Munch, Mondschein II, 1902

Häufig ist es die Liebe, die Künstler inspiriert, so auch im Fall Edvard Munchs, der seine erste große Angebetete, die drei Jahre ältere Schauspielerin Milly Thaulow, expressiv in Holz schnitt. Die Anekdote, sie zeigte sich dem Künstler aufgrund ihres Alters gerne im Mondschein, ist wohl Verklärung. Aber dennoch entspricht diese Darstellung Munchs Hang zum Kühlen, Klaren und Gespenstischen, der auch seinen Farbholzschnitt „Mondschein II“ charakterisiert. Bereits Mitte der 1890er Jahre setzte der Norweger das Ziel seiner nicht erwiderten Liebe zweimal auf Leinwand um. Danach folgten zwei Holzschnittvarianten von Milly Thaulow. Bei Bassenge ist nun eine besonders experimentelle Version zu haben. Das helle Gesicht der Frau steht im Zentrum des dunklen Zimmers mit einem Vorhang und einem Fenster auf der linken Seite. Die andersfarbige Platte für den Hintergrund drehte Munch noch einmal, sodass ein Schatten des Fensters unten rechts nochmal erscheint und dem Interieur eine zusätzliche Mystik verleiht. Sein Material verbarg er dabei nicht: Durch die Farbe drücken sich immer wieder die groben Holzstrukturen ab. Das Berliner Auktionshaus setzt für die Arbeit von 1902 nun 80.000 Euro an. ...mehr

Mit bekannten Namen lockt das Wiener Dorotheum zu seiner Frühjahrsauktion „Alte Meister“, in der auch die Malerinnen hörbar mitreden

Nischenkunst


Roelant Savery, Blumen in einer gläsernen Vase mit einer Eidechse, um 1612

Seinen Zauber entfaltet das Stillleben schon auf dem Katalogcover zu Auktion „Alte Meister“ im Dorotheum. Dort steht der Strauß bunter Blumen von Roelant Savery in voller Pracht, auch wenn sie in der Natur nicht zur selben Zeit erblühen. Bekannt ist der flämische Künstler und Hofmaler Kaisers Rudolf II. vor allem für seine von Mensch und Tier reich bevölkerten Landschaften. Nur 25 eigenhändige Blumenstücke sind von seiner Hand bekannt. Dennoch gilt der 1576/78 in Kortrijk geborene Savery als Wegbereiter dieser Gattung im Goldenen Zeitalter der niederländischen Kunst. Neben der technischen Brillanz spricht dafür auch die subtil angedeutete religiöse Symbolik. So mag die herausgefallene Nelke links auf dem Sims der Steinnische als Hinweis auf die Vergänglichkeit des menschlichen Lebens stehen. Dieser ikonografischen Eigenheit antwortet die ihre Haut abstreifende Eidechse rechts unten als Symbol der Auferstehung. Die den Strauß krönende Iris steht für die Würde des Göttlichen, das Vergissmeinnicht für die göttliche Allwissenheit und die Rose für die göttliche Liebe. Soviel Symbolträchtigkeit hat ihren Wert: Das Dorotheum will für Saverys um 1612 entstandene Kupfertafel 200.000 bis 300.000 Euro sehen. ...mehr

Die Auswahl an Druckgrafik bei Bassenge in Berlin ist wieder umfangreich und qualitätvoll und führt die Meisterschaft dieser Gattung von der Spätgotik bis ins frühe 20. Jahrhundert vor Augen

Erste Versuche und ungelöste Geheimnisse


Albrecht Dürer, Die Melancholie (Melencolia I), 1514

Bis heute gibt sie der kunsthistorischen Forschung Rätsel auf, die nachdenklich auf einer Steinbank sitzende und geflügelte Dame, die ihren Kopf aufgestützt hält und schwermütig vor sich hinbrütet. Albrecht Dürer nannte sie treffend „Melencolia“. Doch was sein Kupferstich aus dem Jahr 1514 alles aussagen will, ist an der Fülle der symbolischen Gegenstände nicht einfach ablesbar. Einige Forscher gehen davon aus, in der berühmten Allegorie ein verstecktes Selbstbildnis des Künstlers zu sehen. Brachte doch Dürer die seit der Antike bestehende Charakterisierung der negativ besetzten Trübsal mit intellektueller Kreativität in Verbindung und schuf so ein neues Künstlerbild: Genialität und Melancholie bedingen sich gegenseitig. Doch nicht nur der mystisch verklärte Symbolcharakter macht Dürers Werk so interessant, sondern auch dessen virtuose Ausführung in technischer Meisterschaft. Für einen harmonischen kräftigen Abzug des zweiten Zustands, in dem schon die Ziffer 9 auf der magischen Tafel richtiggestellt und der daher in die Mitte der 1520er Jahre zu datieren ist, fordert Bassenge nun 120.000 Euro und liegt angesichts von Werten aus den letzten Jahren bis zu 160.000 Euro für diese Druckqualität nicht zu hoch. ...mehr

Nördliche neblige Wälder, exotische Idyllen und immer wieder Venedig: Das Dorotheum versteigert Malerei des 19. Jahrhunderts, darunter hochpreisige Werke polnischer und böhmischer Maler sowie einige Restitutionsfälle und Novitäten auf dem Kunstmarkt

Bordellkunst


Józef Brandt, Am Heimweg. Krankentransport (polnisches Lager), 1865

Es dürfte kein Zufall sein, dass das Dorotheum bei der Auktion von Gemälden des 19. Jahrhunderts ein Werk des polnischen Malers Józef Brandt preislich an der Spitze positioniert hat. Der 1841 geborene, durch große Schlachtengemälde bekannt gewordene Künstler hat bei Versteigerungen in den letzten Jahren meist gute Zuwächse erzielt: So ging erst im März bei Yves Siebers in Stuttgart eine wilde „Schlacht zwischen Kosaken und Tataren“ statt der veranschlagten 80.000 bis 150.000 Euro für 290.000 Euro übers Pult und markiert nun das bestbezahlte Werk Brandts außerhalb Polens. Das Wiener Auktionshaus setzt nun für seine ruhigere Nachkampfszenerie „Am Heimweg. Krankentransport (polnisches Lager)“ aus dem Jahr 1865 die stolze Summe von 220.000 bis 280.000 Euro an und hat gute Aussichten, den Zuschlag über diesem Schätzpreis erteilen zu können. ...mehr

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