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Am 04.12.2020 Auktion Russische Kunst, Antiquitäten & Schmuck

© Auktionshaus Dr. Fischer - Heilbronn

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Winterlandschaft in Schreiberhau in Schlesien / Hans Purrmann

Winterlandschaft in Schreiberhau in Schlesien / Hans Purrmann
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Am Badestrand / Otto Pippel

Am Badestrand / Otto Pippel
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach

Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach
© Galerie Neher - Essen


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AktuellAktuell:Auktionen

Mit rund 1250 Objekten aus Glas startet das Heilbronner Auktionshaus Fischer in seine Herbstrunde. Brillant ist dabei die Sammlung Wolf-Horst Röhl

Glück und Glas, wie rätselhaft ist das?


David Wolff, Kelchglas mit dem Bildnis der Autorin Elisabeth Wolff-Bekker, um 1786

„Symmetrisch – bei flüchtigem Hinsehen – von perfekter Gestalt, rund oder quadratisch geordnet und trotzdem chaotisch, Labyrinthischer Schatten, irrweggleich, Abbild des Lebens wir sind Deine Bewohner. … Ariadnes Faden? Der war schon immer zu kurz.“ Mit diesem Gedicht beschrieb der promovierte Physiker Wolf-Horst Röhl 1998 das Labyrinth des Daidalos. Der Inhalt dieser Verse charakterisiert allerdings auch das Leben des 2005 verstorbenen passionierten Sammlers barocker Schnittgläser. Denn der Patentanwalt Röhl beschäftigte sich nicht nur mit dem weiten Feld Glas, sondern schrieb auch Gedichte, schuf selbst vielgestaltige Kunstwerke unterschiedlicher Materialität, setzte sich mit der japanischen Kultur, der Psychoanalyse sowie der Ur-, Früh- und Kunstgeschichte auseinander und beherrschte zahlreiche Sprachen. Mit seiner Frau betrieb Röhl einen Antiquitätenhandel im Nebenerwerb, besuchte die einschlägigen Kunstmessen, stand in Kontakt mit den bekannten Glashändlern seiner Zeit und besuchte die Auktionen großer Häuser, um seine Sammlung auszubauen. Selbst als Glaskünstler versuchte sich Röhl, nahm dafür gängige Haushaltswaren her und gestaltete sie um. ...mehr

19.10.2020

Das Dorotheum in Wien wartet bei seiner Auktion von Arbeiten auf Papier mit einer besonderen Wiederentdeckung auf

Amor in der Rast


Wilhelm Busch, Selbstbildnis mit Hut im Halbprofil, 1894

Schon auf dem Katalogtitel positioniert er sich markant und nimmt den Betrachter eindringlich in den Blick. Tatsächlich soll Wilhelm Busch ein ernster und verschlossener Mensch gewesen sein, der an den eigenen Maßstäben, ein anerkannter Maler zu werden, scheiterte und viele Jahre seines Lebens zurückgezogen verbrachte. Dabei hinterlassen seine humorvollen Bildergeschichten, wie „Max und Moritz“, „Die fromme Helene“ oder der Unglücksrabe „Hans Huckebein“, einen anderen Eindruck. Mit ihnen nahm er satirisch die Selbstzufriedenheit und Doppelmoral der Bürger oder die Frömmelei von Geistlichen aufs Korn. Aber jemand anderen an sich selbst heranlassen, wollte der trockene Eigenbrötler Busch wohl eher nicht. So präsentiert sich der 62jährige jedenfalls auf seinem 1894 energisch gezeichneten Selbstbildnis. Es ist wohl die bekannteste Eigendarstellung Wilhelm Buschs, die seit 1949 als verschollen galt und nur durch Reproduktionen überliefert war. Überdauert hat das Tuscheblatt in österreichischem Privatbesitz und schlägt nun im Dorotheum wieder auf dem Kunstmarkt auf. Hier soll das bärtige Konterfei unter breitkrempigem Hut mit heruntergebrannter Zigarette im linken Mundwinkel 12.000 bis 16.000 Euro einbringen. ...mehr

15.10.2020

Vor allem mit zwei Privatsammlungen konnte Koller bei seiner Versteigerung von Möbeln und Antiquitäten die Kauflaune des Publikums anstacheln

Porzellan kann teuer werden


Elefantenleuchter, Meißen, um 1733

Siegfried Ducret war ein ausgewiesener Porzellanspezialist. Der 1972 verstorbene Züricher Arzt hatte sich als passionierter Sammler und kundiger Autor den europäischen Manufakturen verschrieben und Standardwerke über die Porzellanfabriken in Zürich, Fürstenberg, Kassel und Würzburg sowie über die Augsburger Hausmaler vorgelegt. Es war daher kein Wunder, dass der Teil seines Nachlasses, der nun über seine im März verschiedene Tochter Rosmarie Schmidt-Ducret im Züricher Auktionshaus Koller wieder auf dem Kunstmarkt auftraft, die Sammlerherzen höher schlagen ließ. Über Dreiviertel der 174 Positionen gingen in neue Hände; bei den oft günstigen Schätzungen waren Preissteigerungen impliziert, darunter besonders bei dem schlicht anmutenden Böttgersteinzeug aus der Frühphase der Meißner Manufaktur. So verbesserte sich eine einfache, beinahe grob wirkende, kaum acht Zentimeter hohe, viereckige Teekanne um 1710/15 nach einem Modell Johann Jakob Irmingers von 4.000 Franken auf 17.500 Franken. Eine kleine, auf 7.000 Franken geschätzte Chinesin aus demselben Material, rund fünf Jahre später bereits weiß glasiert und golden staffiert, erklomm 29.000 Franken. Königlichen Rang – auch beim Zuschlag – bewahrte ein glatter Böttgerteller aus dem persönlichen Service Augusts des Starken mit 39.000 Franken. Für den mit Krone und AR-Monogramm verzierten Teller waren 10.000 bis 15.000 Franken angedacht. ...mehr

13.10.2020

Die Nachfrage in der Auktion Alte Kunst bei Neumeister ging getrennte Wege. Während sie das Kunsthandwerk hofierte, ließ sie den Schmuck links liegen

Spitzweg in seinem Element


Carl Spitzweg, Scharwache (Nächtliche Runde)

Er hat es wieder einmal geschafft: Carl Spitzweg setzte sich in der Eröffnungsrunde der Herbstsaison bei Neumeister an die Spitze der Offerte. Dafür schickte der Münchner Maler eine seiner beschaulichen Idyllen ins Rennen, die es bei genauerer Betrachtung aber in sich hat. Denn „Die Scharwache“, die gerade ihre nächtliche Runde an einer überwucherten Brücke durch die Gassen einer alten Stadt dreht, scheint ihre Sache eher gemächlich anzugehen. Dabei waren diese bewaffneten Bürgerwehren im nachrevolutionären Deutschland Mitte des 19. Jahrhunderts eine wichtige Stütze des Obrigkeitsstaates, sorgten für Ruhe und Ordnung und bespitzelten ihre Mitbürger. Oft trugen sie ausgediente Uniformen aus Zeiten ihres aktiven Militärlebens. Auch Spitzweg steckte sie in dem Gemälde in deutlich aus der Mode gekommene Uniformröcke mit Anleihen bei den napoleonischen Kriegen und macht damit deutlich, dass die Scharwachen etwas aus der Zeit gefallen sind. Nehmen sie ihren Dienst in ihrem betulichen Gehabe überhaupt noch ernst? Für soviel humorvollen Hintersinn gab es bei Neumeister nun die anvisierte untere Schätzung von 80.000 Euro. ...mehr

08.10.2020

Teil 7 der SØR Rusche Collection bei Van Ham setzt auf weniger bekannte Namen, dafür aber auf das unvoreingenommene Auge ihres Sammlers Thomas Rusche, der viele junge Kreative förderte

Sinnlicher Genuss und ernste Kunst


Cornelius Völker, Austern 2-II, 2002

Fein aufgereiht liegen bei Cornelius Völker die Austern und zwei ausgepresste Zitronenscheiben im ansonsten leeren Querformat. Leicht nach vorne gekippt, springen sie dem Betrachter förmlich entgegen. „Wie meine alten Holländer ist Völker nicht nur ein virtuoser Maler, sondern auch ein tiefsinniger Komponist. Seine Austern sind nicht nur irgendwelche Schalentiere, sondern Inbegriff sinnlicher Genüsse. … Der Gaumengenuss stimuliert die wollüstige Sehnsucht nach Mehr“, beschreibt Thomas Rusche das Ölgemälde aus dem Jahr 2002 und dessen Stellung in seinem Sammlungskontext. Sinnliche Kunst-Genüsse, die wie die Austern zum Zugreifen verleiten, hat der 1962 geborene Unternehmer reichlich angesammelt und trennt sich nun über Van Ham von ihnen, um den digitalen Wandel seiner Bekleidungsfirma zu stemmen. Die weniger bekannten, aber nicht uninteressanten Positionen sind nun in der siebten Tranche der insgesamt größten Versteigerung einer Privatkollektion in Deutschland zusammengefasst. Das Auktionshaus hat die Preise niedrig angesetzt, bei Völkers Austern etwa auf 6.000 bis 8.000 Euro. ...mehr

03.10.2020

Mit guten Ergebnissen für die moderne und zeitgenössische Kunst sind Beurret Bailly Widmer Auktionen in die Herbstsaison gestartet

Werefkins Weltdeutung


Marianne von Werefkin, Wirtschaft vor Gebirgslandschaft

Die Berge leuchten farbig in Rot, Grün, Violett und Blau, der Himmel ist in ein warmes goldenes Abendlicht getaucht. Im Vordergrund versammeln sich neben einem schrägen Berghaus vier Greise um einen Tisch, eine alte Frau trägt eine Schüssel mit Essen herbei. Zwei abgestorbene Bäume stehen nebenbei. So sah Marianne von Werefkin in ihrem letzten Lebensabschnitt ab 1919 in Ascona die „Wirtschaft vor Gebirgslandschaft“. Eine gewisse Schwermut liegt in dieser Abendszene aus den Tessiner Alpen. Die Last eines langen Daseins scheint den Alten auf den Schultern zu liegen, die Natur ihren Tod vorwegzunehmen. Die Berge im Hintergrund bilden dazu einen spannungsvollen Schicksalsrahmen und türmen sich glühend, fast bedrohlich in die Höhe. Mit einer vereinfachten Formgebung und dem Kontrast von Primär- und Komplementärfarben schuf russischstämmige Malerin ihre symbolische und mystische Deutung des Alters und Vergehens. ...mehr

30.09.2020

Kunst und Bücher aus fünf Jahrhunderten zu erschwinglichen Preisen bei Venator & Hanstein in Köln

Der Hohen Hüterin Bayreuths


Franz Stassen, Der Ring des Nibelungen, um 1916 bis 1928

Franz Stassen war im frühen 20. Jahrhundert ein viel beschäftigter Illustrator. Er schuf Bildwelten zu zahlreichen Buchausgaben, so zu Gothes „Faust“, zu Märchen, Shakespeares „Kaufmann von Venedig“ oder zu Liedern und Sprüchen Walther von der Vogelweides, und lieferte 1908 für die Kölner Schokoladenfabrik Stollwerck Entwürfe zu Sammelbildern. Besonders hatte es ihm die germanisch-nordische Sagenwelt angetan. Der 1869 in Hanau geborene Künstler ließ sich von der „Edda“ inspirieren und griff gerne auch auf das „Nibelungenlied“ zurück. Damit lag Stassen im Trend der Zeit, waren doch die mittelalterlichen Heldenepen ein beliebter Lesestoff und dienten der Selbstvergewisserung in politisch und gesellschaftlich unruhigen Zeiten. Da war der Weg nach Bayreuth nicht weit. In einer naturalistischen, später vom Symbolismus und Jugendstil beeinflussten Bildsprache gestaltete er Bildfolgen zu fast allen Opern Richard Wagners. Ab etwa 1916 nahm sich Stassen dann auch des „Rings der Nibelungen“ an. Rund zehn Jahre dauerte seine Arbeit an den vier Mappen mit insgesamt 120 Farblithografien, die er der damals schon über 90jährigen „Frau Cosima Wagner. Der Hohen Hüterin Bayreuths in Ehrfurcht“ widmete. Stassen pathosgeschwängerte Mythenwelten liegen nun bei „Venator & Hanstein“ als vollständiges farbfrisches Exemplar vor. Bei der Bewertung von 8.000 Euro orientiert sich das Kölner Auktionshaus an dem letzten und seltenen Auktionsauftritt des Konvoluts: Im Oktober 2012 schoss Stassens „Ring“ bei Nagel in Stuttgart von 800 Euro auf 8.000 Euro. ...mehr

24.09.2020

Moderne Klassiker und jüngere Entdeckungen prägen die Olbricht Collection bei Van Ham, nicht selten in monumentalen Größen. Die Wunderkammerobjekte des Universalsammlers sind dazu ein reizvoller Kontrast

Macht euch die Erde untertan!


Daniel Richter, Das Recht, 2001

Das Gotteswort aus dem Buch Genesis mag der Mensch aus heutiger Sicht zu wörtlich genommen haben: Naturkatastrophen, Klimawandel und ausgebeutete Rohstoffvorkommen sind nur einige Folgen. Für Daniel Richter gleicht dieser Umgang mit der Natur sinnloser Brutalität. In seinem großformatigen Gemälde des Jahres 2001 schlagen zwei Männer mit Knüppel auf ein rücklings liegendes, panisch schreiendes Pferd ein. Der Titel „Das Recht“ macht die Darstellung zur plakativ fragenden Allegorie auf die gnadenlose Unterwerfung der Natur durch den Menschen. Die frühe Arbeit aus Richters zweiter, seit der Jahrtausendwende zum Figürlichen gewandelter Schaffensphase ist nun für erhoffte 250.000 bis 350.000 Euro ein tagesaktuelles Hauptwerk der Olbricht Collection bei Van Ham. Thomas Olbricht machte sich die Erde jedoch auf viel friedlichere Weise untertan: Er trug artifizielle wie wundersame Ausprägungen der Welt von Kunst über Naturstücke bis hin zu Kuriositäten mit universal ausgerichtetem Anspruch zusammen. ...mehr

22.09.2020

Es geht in Richtung Lifestyle: Neumeister verzichtet erstmals auf einen Printkatalog und hat dafür ein Magazin mit Highlights, schicken Fotos und Texten aufgelegt, die über die reine Information zur Auktionsofferte hinausgehen

Parade der Papageien


Joseph Wackerle, Gelbbrustara, 1918

Rund 700 Tierfiguren lagern heute im von Formendepot von Nymphenburg. Gerade mit diesen teils großen figürlichen Erzeugnissen von hoher Naturwahrheit, sicherem Stilgefühl und raffinierter Farbenpracht festigte die Münchner Manufaktur um 1900 ihren internationalen Ruf. Auf der Weltausstellung des Jahres 1910 in Brüssel standen im Weinrestaurant, das Gabriel von Seidl für den deutschen Pavillon gestaltet hatte, exotische Vögel Joseph Wackerles und fanden viel Anklang. Für den Botanischen Garten modellierte Wackerle weitere Arbeiten in der robusten Majolika-Technik, etwa den „Papagei mit Maske“ als Sinnbild für die Tragödie und Komödie. Auch beim Münchner Versteigerer Neumeister ist dieser Gelbbrustara von 1918 mit Maskenband und Panflöte eingeflogen, hat sich auf einen Aststumpf niedergelassen und wartet nun bei 6.000 bis 8.000 Euro auf einen Käufer. Er gehört zu einem süddeutschen Nachlass mit 70 Objekten, darunter 40 Tierfiguren, vorrangig der Porzellanmanufaktur Nymphenburg, die zugunsten der SOS-Kinderdörfer versteigert werden. ...mehr

20.09.2020

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