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Am 26.09.2020 Auktionshaus Stahl: Kunstauktion 26. September 2020

© Auktionshaus Stahl

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Am Badestrand / Otto Pippel

Am Badestrand / Otto Pippel
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach

Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach
© Galerie Neher - Essen


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AktuellAktuell:Auktionen

Mit einigen Rekordwerten und einem hohen Umsatz hat Grisebach in Berlin bei den Kunstauktionen der Corona-Krise getrotzt

Ein Hoch auf die Neue Sachlichkeit


Künstler der zweiten Reihe standen mehrmals im Mittelpunkt der Versteigerung Ausgewählter Werke bei Grisebach in Berlin und schmückten mit neuen Spitzenpreisen das Ergebnis. Gleich gegen Beginn setzte die abstrakte Komposition „Avertissement I (Peinture)“ von 1934 einen Auktionsrekord für den aus Österreich stammenden Surrealisten Wolfgang Paalen. Die Schätzung für das lange Zeit in kalifornischen Sammlungen beheimatete Bild hatte bei 200.000 bis 300.000 Euro gelegen, die ein österreichischer Kunde nun mit 310.000 Euro leicht überbot. Christie’s in Paris hatte schon 2009 für die dunkle „Pays (paysage) médusé“ von 1938 genau den gleichen Wert erzielt. Ebenfalls rekordträchtig waren die 370.000 Euro eines süddeutschen Sammlers, der Hans Grundigs schräg auf einem Stuhl platzierten „Schüler mit roter Mütze“ aus den späten 1920er Jahren übernahm. Das neusachliche Meisterwerk mit marktfrischer Provenienz war auf 150.000 bis 200.000 Euro beziffert worden. Und noch einmal setzte die Neue Sachlichkeit zu Höhenflügen an: Von 60.000 bis 80.000 Euro verbesserte sich Grethe Jürgens’ 1929 streng und symmetrisch aus dem Bild schauendes „Portrait Gerta Overbeck“ von 1929 auf 130.000 Euro – ein neuer Auktionsrekord für die niedersächsische Malerin. ...mehr

Nur selten zeigte die Auktion mit Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts bei Van Ham Schwächen. Vor allem die Moderne und die Sammlung Eggers gefielen dem Publikum

Online geht die Reise


Georg Schrimpf, Mädchen am Fenster, 1935

Nachdenklich, vielleicht auch ein wenig melancholisch steht die junge Frau an der steinernen Fensterbrüstung, schiebt den blaugrauen Vorhang zur Seite und schaut aus dem dunklen Zimmer über die hügelige Landschaft in die abendliche Ferne. Wartet sie auf jemanden? Ruhig und gelassen hat Georg Schrimpf 1935 sein „Mädchen am Fenster“ beobachtet. Wie üblich verzichtet er auf schmückendes Beiwerk, konzentriert sich auf die Person und bringt gerade in dieser Reduktion der Mittel Großes hervor. So umweht auch diese neusachliche Rückenfigur ein zauberisches Mysterium, dem sich die Kunden bei Van Ham nicht entziehen konnten. Über 70 Jahre erfreute sich eine Familie aus Nordrhein-Westfalen an der geheimnisvollen Aura des Mädchens und wollte sich bei 50.000 bis 70.000 Euro davon trennen. Die Abnabelung wurde ihr versüßt, nachdem ein hessischer Sammler im Bietgefecht die Oberhand behielt und schließlich 195.000 Euro für das Mädchen hinblätterte. ...mehr

Bei den Antiquitäten, Möbel, Porzellan und Skulpturen im Wiener Dorotheum waren oft historistische Stücke gefragt

Teures Dechiffrieren


Théodore Millet zugeschrieben, Schreibsekretär, Paris um 1915

Bis vor einigen Jahrzehnten war der Historismus, das Wiederaufgreifen vergangener Kunst- und Architekturformen seit dem mittleren 19. Jahrhundert, in der etablierten Kunstgeschichte wie beim breiteren Publikum nicht besonders angesehen. Inzwischen hat sich die Einstellung aber gewandelt, auch auf dem Kunstmarkt, wie man zum wiederholten Mal auf der vergangenen Antiquitätenauktion im Wiener Dorotheum beobachten konnte. Da erzielten in der Abteilung der Möbel vor allem Stücke der vorvergangenen Jahrhundertwende hohe Zuschlagspreise, die sich stilistisch an Arbeiten des französischen Absolutismus orientieren, beispielsweise ein schwungvoll konturierter Schreibsekretär wohl aus der Pariser Werkstatt Théodore Millets, entstanden in feinsten Rokokoformen am Vorabend des Ersten Weltkriegs. 42.000 Euro blieben zwar etwas unterhalb der anvisierten 45.000 bis 55.000 Euro, waren aber dennoch ein stattlicher Preis. ...mehr

Mit hohen Zuschlagsquoten und teils kräftigen Preiszuwächsen punkteten die Gemälde, Miniaturen und Zeichnungen bei Bassenge in Berlin

Am Tisch eingeschlafen


Paolo Veronese, Die Madonna mit den Heiligen Georg und Franziskus, um 1582/83

Wie bei den Druckgrafiken konnte das Berliner Auktionshaus Bassenge auch bei den Zeichnungen während der Frühjahrsversteigerungen wieder hervorragende Preise erzielen. Höhepunkt wurde eine gemäldehaft opulente Darstellung der Madonna sowie der Heiligen Franziskus und Georg, die anhand einer in Paris aufbewahrten Kopie dem berühmten Renaissancemaler Paolo Veronese zugeschrieben wird. Auf 35.000 Euro angesetzt, stritten mehrere Bieter um das in die Jahre 1582/83 datierte Blatt, bis ein Berliner Sammler bei 75.000 Euro die Oberhand behielt. Von 1.500 Euro steigerte sich die Federzeichnung eines bärtigen Philosophen, der sich über seinem geöffneten Buch zur Seite wendet, auf 22.000 Euro. Als Autorschaft ließ sich lediglich der Umkreis Giovanni Francesco Barbieris, genannt Guercino, angeben. Von 1.200 Euro auf 3.200 Euro kletterte ein nachdenklicher Saturn mit seiner Sense von Bernardino Campi, der wohl einst zu zwei weiteren Götterzeichnungen des manieristischen Meisters in Oxford und Florenz gehörte. ...mehr

Vielfalt und Internationalität ist Neumeisters Rezept für die alte Kunst von Antiken, über Möbel bis zur Malerei

Landleben aus Russland


Konstantin Alexandrowitsch Trutowski, Russischer Bauernjunge, 1892

Recht müde schleppt sich ein Bauernjunge, der schwer mit Krügen und Gepäck beladen ist, durch die Weite der russischen Landschaft. Wenig motiviert und ausdruckslos zieht er seinen Weg entlang. So sah der 1826 in Kursk geborene Realist Konstantin Alexandrowitsch Trutowski das entbehrungsreiche Leben der Landbevölkerung seiner Heimat. Wenig Folkloristisches und Geschöntes schmeichelt dem Blick des Betrachters. Damit korrespondiert auch die tonige, braun- und graulastige Farbwahl. Trutowski malte seinen „Russischen Bauernjungen“, der nun bei Neumeister für 6.000 bis 8.000 Euro zum Verkauf steht, 1892 am Ende des Zarenreiches – kein Wunder, das wenige Jahre später die Russische Revolution die herrschende Klasse hinwegfegte. Etwas charmanter, aber immer noch mit traurigen Augen hat der 1874 in Tiflis geborene Alexander von Salzmann ein russisches Mädchen in einem roten Rock und einem weiten bunten Tuch eingefangen. Sein Aquarell verlangt 1.000 bis 1.200 Euro. Für eine „Mondnacht“ an der Küste nehmen die Neumeister-Experten Ivan Konstantinovich Ajvazovskij in Anspruch und vergleichen das Werk stilistisch mit seinen frühen Arbeiten aus den 1840er Jahren. Da die Bucht unter dem tiefblauen Himmel mit Segelschiff und zwei Fischern am Strand dem bekannten russisch-armenischen Marinemaler nur zugeschrieben ist, stehen entsprechend niedrige 10.000 bis 15.000 Euro auf dem Preisschild. ...mehr

Der Münchner Versteigerer Ketterer bestreitet seine 500. Jubiläumsauktion mit einem ausgesuchten „Evening Sale“ und offeriert darüber hinaus Kunst vom 19. bis ins frühe 21. Jahrhunderts

Der Nasenbohrer


Deutsche Expressionisten stellen einmal mehr einige der bedeutendsten Werke, mit denen das Münchner Auktionshaus Ketterer den Reigen der inländischen Frühjahrsversteigerung in der kommenden Woche zu einem ihrer Höhepunkte führt. Da wäre zum Beispiel Emil Nolde, dessen seit 1937 in bunter Farbenpracht blühende „Sonnenblumen mit Fuchsschwanz“ für 500.000 bis 700.000 Euro einen Abnehmer suchen. Auch ein paar seiner großartigen Aquarelle sind zu haben, darunter „Ein Paar, Mann und Frau“ aus den frühen 1930er Jahren in dunkel leuchtenden Blau- und Brauntönen für 100.000 bis 150.000 Euro. Von drei kleinen Arbeiten Gabriele Münters ist besonders die mit breitem kräftigem Pinselstrich aufgetragene „Murnauer Landschaft“ von 1923 in abendlicher Ruhe für 150.000 bis 200.000 Euro zu erwähnen. Ihr „Blauer Reiter“-Kollege und guter Freund Alexej von Jawlensky wurde in späteren Jahren vor allem mit seinen „Abstrakten Köpfen“ bekannt, von denen Ketterer ein pastellfarbenes Exemplar mit geschlossenen Augen von circa 1921 für 180.000 bis 240.000 Euro und einen eher düsteren „Kleinen abstrakten Kopf“ von 1934 für 40.000 bis 60.000 Euro anbietet. ...mehr

Kunst aus dem 20. und 21. Jahrhundert bei Neumeister in München

Auch im Alter Coca Cola


Egon Schiele, Sitzende Dame, um 1914

Mit annähernd 130 Werken moderner und zeitgenössischer Künstler wird das Münchner Auktionshaus Neumeister in der kommenden Woche nach der Alten Kunst seinen Auktionsreigen vor der Sommerpause abschließen. Hauptlos ist eine um 1914 entstandene Bleistiftzeichnung des österreichischen Expressionisten Egon Schiele: Sie zeigt im Fragment ab etwa der Hüfte aufwärts eine sitzende Dame, und trotz der wenigen Striche sind nicht nur Haltung und Aussehen, sondern auch ein leichter erotischer Hauch auf dem Blatt erfasst. Einst gehörte es Schieles Freund und Förderer Heinrich Böhler. Nun sucht es für 120.000 bis 150.000 Euro einen neuen Besitzer. ...mehr

Von Krisenstimmung keine Spur: Die Alten und Neueren Meister verkauften sich bei Koller in Zürich wie geschnitten Brot

Mitbringsel aus Ville d’Avray


Fede Galizia, Früchtestillleben mit Trauben in einer weißen Keramikschale, einem Granatapfel und Birnen auf einer Steinplinthe

Für die Verfechter der augenblicklich allerorten angestrebten Gleichberechtigung dürfte die Nachricht besonders erfreulich sein: Eine Frau avancierte auf der vergangenen Versteigerung Alter Meister im Zürcher Auktionshaus Koller zur teuersten Malerin. Fede Galizias atmosphärisches Stillleben mit Weintrauben und Früchten in einer weißen Keramikschale, das schon von einigen Wespen heimgesucht wird, war im Vorfeld auf 150.000 bis 200.000 Franken angesetzt, konnte diesen Wert auf 370.000 Franken annähernd verdoppeln. Erst in jüngerer Zeit rückt die Mailänder Künstlerin, die von 1578 bis 1630 lebte und schon damals einem breiteren Publikum bekannt war, wieder in den Fokus der Wissenschaft, und auch das jetzt versteigerte Gemälde war bislang nur wenigen Eingeweihten bekannt. ...mehr

Das Wiener Dorotheum versteigert über 300 Objekte aus Jugendstil, Art Déco und der angewandten Kunst des 20. Jahrhunderts

Die Empfindliche


Gerhard Henning, Princess of the pea, 1918

Hoch oben thront die Prinzessin und hat dennoch ihr Gesicht sauertöpfisch verzogen. Irgendetwas scheint sie zu stören. Es wird wohl die kleine Erbse sein, die unter einem voluminösen Stapel Federbetten verborgen ist. Trotzdem hält die Geplagte stoisch die Unannehmlichkeiten ihres Lebens aus. So hat sich Gerhard Henning das Märchen von der „Prinzessin auf der Erbse“ des dänischen Schriftstellers Hans Christian Andersen vorgestellt. Ab 1909 arbeitete der schwedische Bildhauer für die Porzellanmanufaktur Royal Copenhagen und orientierte sich drei Jahre später für seine wohl bekannteste Figur am kapriziösen französischen Rokoko. So unterstreichen der weite Reifrock und die hohe Perücke das Launenhafte der Prinzessin. Das Dorotheum hat Hennings zweiteilige Porzellanplastik nun zweimal im Angebot: Die weiß belassene Ausführung verlangt 5.000 bis 10.000 Euro, die farbig staffierte Variante, bei der weitere Märchenmotive deutlicher zutage treten, 8.000 bis 15.000 Euro. ...mehr

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