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Am 16.07.2020 Auktion 67: Moderne, Post War & Zeitgenössische Kunst

© Neumeister Münchener Kunstauktionshaus

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Am Badestrand / Otto Pippel

Am Badestrand / Otto Pippel
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach

Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach
© Galerie Neher - Essen


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AktuellAktuell:Auktionen

Der Münchner Versteigerer Ketterer bestreitet seine 500. Jubiläumsauktion mit einem ausgesuchten „Evening Sale“ und offeriert darüber hinaus Kunst vom 19. bis ins frühe 21. Jahrhunderts

Der Nasenbohrer


Emil Nolde, Sonnenblumen mit Fuchsschwanz, 1937

Deutsche Expressionisten stellen einmal mehr einige der bedeutendsten Werke, mit denen das Münchner Auktionshaus Ketterer den Reigen der inländischen Frühjahrsversteigerung in der kommenden Woche zu einem ihrer Höhepunkte führt. Da wäre zum Beispiel Emil Nolde, dessen seit 1937 in bunter Farbenpracht blühende „Sonnenblumen mit Fuchsschwanz“ für 500.000 bis 700.000 Euro einen Abnehmer suchen. Auch ein paar seiner großartigen Aquarelle sind zu haben, darunter „Ein Paar, Mann und Frau“ aus den frühen 1930er Jahren in dunkel leuchtenden Blau- und Brauntönen für 100.000 bis 150.000 Euro. Von drei kleinen Arbeiten Gabriele Münters ist besonders die mit breitem kräftigem Pinselstrich aufgetragene „Murnauer Landschaft“ von 1923 in abendlicher Ruhe für 150.000 bis 200.000 Euro zu erwähnen. Ihr „Blauer Reiter“-Kollege und guter Freund Alexej von Jawlensky wurde in späteren Jahren vor allem mit seinen „Abstrakten Köpfen“ bekannt, von denen Ketterer ein pastellfarbenes Exemplar mit geschlossenen Augen von circa 1921 für 180.000 bis 240.000 Euro und einen eher düsteren „Kleinen abstrakten Kopf“ von 1934 für 40.000 bis 60.000 Euro anbietet. ...mehr

10.07.2020

Kunst aus dem 20. und 21. Jahrhundert bei Neumeister in München

Auch im Alter Coca Cola


Egon Schiele, Sitzende Dame, um 1914

Mit annähernd 130 Werken moderner und zeitgenössischer Künstler wird das Münchner Auktionshaus Neumeister in der kommenden Woche nach der Alten Kunst seinen Auktionsreigen vor der Sommerpause abschließen. Hauptlos ist eine um 1914 entstandene Bleistiftzeichnung des österreichischen Expressionisten Egon Schiele: Sie zeigt im Fragment ab etwa der Hüfte aufwärts eine sitzende Dame, und trotz der wenigen Striche sind nicht nur Haltung und Aussehen, sondern auch ein leichter erotischer Hauch auf dem Blatt erfasst. Einst gehörte es Schieles Freund und Förderer Heinrich Böhler. Nun sucht es für 120.000 bis 150.000 Euro einen neuen Besitzer. ...mehr

09.07.2020

Von Krisenstimmung keine Spur: Die Alten und Neueren Meister verkauften sich bei Koller in Zürich wie geschnitten Brot

Mitbringsel aus Ville d’Avray


Fede Galizia, Früchtestillleben mit Trauben in einer weißen Keramikschale, einem Granatapfel und Birnen auf einer Steinplinthe

Für die Verfechter der augenblicklich allerorten angestrebten Gleichberechtigung dürfte die Nachricht besonders erfreulich sein: Eine Frau avancierte auf der vergangenen Versteigerung Alter Meister im Zürcher Auktionshaus Koller zur teuersten Malerin. Fede Galizias atmosphärisches Stillleben mit Weintrauben und Früchten in einer weißen Keramikschale, das schon von einigen Wespen heimgesucht wird, war im Vorfeld auf 150.000 bis 200.000 Franken angesetzt, konnte diesen Wert auf 370.000 Franken annähernd verdoppeln. Erst in jüngerer Zeit rückt die Mailänder Künstlerin, die von 1578 bis 1630 lebte und schon damals einem breiteren Publikum bekannt war, wieder in den Fokus der Wissenschaft, und auch das jetzt versteigerte Gemälde war bislang nur wenigen Eingeweihten bekannt. ...mehr

08.07.2020

Das Wiener Dorotheum versteigert über 300 Objekte aus Jugendstil, Art Déco und der angewandten Kunst des 20. Jahrhunderts

Die Empfindliche


Gerhard Henning, Princess of the pea, 1918

Hoch oben thront die Prinzessin und hat dennoch ihr Gesicht sauertöpfisch verzogen. Irgendetwas scheint sie zu stören. Es wird wohl die kleine Erbse sein, die unter einem voluminösen Stapel Federbetten verborgen ist. Trotzdem hält die Geplagte stoisch die Unannehmlichkeiten ihres Lebens aus. So hat sich Gerhard Henning das Märchen von der „Prinzessin auf der Erbse“ des dänischen Schriftstellers Hans Christian Andersen vorgestellt. Ab 1909 arbeitete der schwedische Bildhauer für die Porzellanmanufaktur Royal Copenhagen und orientierte sich drei Jahre später für seine wohl bekannteste Figur am kapriziösen französischen Rokoko. So unterstreichen der weite Reifrock und die hohe Perücke das Launenhafte der Prinzessin. Das Dorotheum hat Hennings zweiteilige Porzellanplastik nun zweimal im Angebot: Die weiß belassene Ausführung verlangt 5.000 bis 10.000 Euro, die farbig staffierte Variante, bei der weitere Märchenmotive deutlicher zutage treten, 8.000 bis 15.000 Euro. ...mehr

06.07.2020

Alles in allem gut gelaufen: Die zeitgenössische Kunst im neuen Auktionsformat bei Sotheby’s in New York

Königliches Feuerwerk


Oliver Barker hat von seiner Zentrale in London weltweit Kunst versteigert

Ist das die Zukunft der Auktionen, aufgezwungen durch die Corona-Pandemie und erwiesen als die bessere Alternative zu den Live-Veranstaltungen im überfüllten Auktionssaal? Am Montag dieser Woche beschritt Sotheby’s jedenfalls ziemlich neue Wege in der Durchführung seiner eigentlich schon für den Mai in klassischem Format vorgesehenen, dann aber verschobenen Versteigerung impressionistischer, moderner und zeitgenössischer Kunst. In einer Art Schaltzentrale am Ursprungssitz in London stand Auktionator Oliver Barker, im Rücken nur einige Mitarbeiter mit Kameras in vorschriftsmäßigem Sicherheitsabstand. Vor ihm hatte er mehrere Bildschirme, über die der Hauptsitz in New York – der eigentlich offizielle Veranstaltungsort –, die Dependance in Hongkong und London mit den Mitarbeitern am Telefon und die Online-Bieter live zugeschaltet waren. Per Live-Stream konnte jeder Interessierte das Geschehen verfolgen. ...mehr

03.07.2020

Die Offerte beim Berliner Auktionshaus Grisebach ist heuer deutlich schlanker geworden. Dennoch trumpfen die „Ausgewählten Werke“ mit Werten an der Millionengrenze auf

Gelbes Kleid vor gelbem Grund


Jan Breughel d.J., Großer Blumenstrauß mit Kaiserkrone im Holzbottich, um 1625/30

Seine Versteigerung ausgewählter Werke hat das Berliner Auktionshaus Grisebach diesmal nicht auf die moderne und zeitgenössische Kunst beschränkt. Es sind auch ein paar Fotografien und Gemälde Alter Meister mit von der Partie, eines davon sogar als Hauptlos der Veranstaltung: 800.000 bis 1,2 Millionen Euro soll Jan Breughels d.J. „Großer Blumenstrauß mit Kaiserkrone im Holzbottich“ aus den späten 1620er Jahren kosten. Die Pracht der unzähligen Blüten und einiger darin sich tummelnder Insekten hing bis 2006 in einer französischen Sammlung und ging anschließend über die Münchner Galerie Bernheimer in deutschen Privatbesitz über. Erst damals wurde das gut einen Meter hohe Gemälde überhaupt dem Markt und der Kunstgeschichte bekannt, was den Wert nicht mindern dürfte. Eine hübsche Italienlandschaft Jakob Philipp Hackerts mit Versatzstücken von römischen Kirchen für 50.000 bis 70.000 Euro sowie ausgezeichnete Exemplare von Albrecht Dürers berühmten Kupferstichen „Adam und Eva“ von 1504 und „Melencolia I“ von 1514 für jeweils 80.000 bis 120.000 Euro ergänzen das Altmeister-Programm. ...mehr

02.07.2020

Bei der Versteigerung von Gemälden des 19. Jahrhunderts im Wiener Dorotheum waren nicht zuletzt Künstlerinnen sehr gefragt. Bei den Venedig-Veduten hielten sich die Sammler aber auffallend zurück

Schöner Gruß am Morgen


Eugen von Blaas, Begrüßung am Morgen, 1893

Sie scheint gerade aufgestanden zu sein, die junge Dame in ihrem weißen Negligé. Die Haare sind noch ungekämmt, eine Locke hängt etwas unordentlich über der Stirn. Der Tag beginnt aber auf jeden Fall schön: Eine schwarze Katze mit roter Schleife schmiegt sich zur morgendlichen Begrüßung an den Knöcheln der unbekannten Schönheit, die wohlgefällig zu dem Tier herabblickt. 1893 schuf Eugen von Blaas, der 1843 als Sohn österreichischer Eltern bei Rom zur Welt kam und fast sein gesamtes langes Leben bis zum Tod 1931 in Italien verbrachte, dieses hochformatige Bild. Auf der vergangenen Versteigerung von Gemälden des 19. Jahrhunderts im Wiener Dorotheum war es mit einer Schätzung von 120.000 bis 180.000 Euro eines der Hauptlose. Das Ergebnis von 150.000 Euro lag genau in der Mitte und führt die Zuschlagsliste an. ...mehr

01.07.2020

Seltenes gesucht: Bei der Druckgrafik-Auktion von Bassenge in Berlin kämpften die Bieter um besondere Blätter

Zarte Damenhände zupfen Skelettleier


nach Arent van Bolten, Ornamentblatt mit zwei auf Monstern reitenden Affen – Ornamentblatt mit grotesken Gestalten

Der niederländische Silberschmied und Modelleur Arent van Bolten muss ein origineller Mann gewesen sein; das legen jedenfalls seine Entwürfe nahe, nach denen der Pariser Verleger Pierre Firens zwischen 1604 und 1616 eine Folge von Kupferstichen herausgegeben hat. Auf einem der Blätter schreiten zwei straußenartige Wesen mit prallen Eutern und seltsamer Kopftracht über die Prärie. Sie werden von Affen beritten, deren vorderer just im Moment der Aufnahme ungeniert seine Winde verbreitet. Auf einem weiteren Stich steht ein Menschenpaar mit eselsartigen Ohren zwischen zwei grotesken Masken, auf denen koboltartige Mischwesen ihrer musikalischen oder auch obszönen Beschäftigung nachgehen. Die beiden Drucke regen heute noch zum Schmunzeln an, und auf der vergangenen Versteigerung von Druckgrafik bei Bassenge in Berlin animierten sie auch zu eifrigem Mitbieten. Auf 1.200 Euro angesetzt, verbesserten sie ihre Schätzung im Zuschlag auf 4.000 Euro. ...mehr

30.06.2020

Silber mit viel russischer Zutat im Wiener Dorotheum

Wer besaß den Kammerherrenschlüssel?


Heinrich Mannlich, Deckelbecher, Augsburg 1669/71

Zwei schöne Augsburger Deckelgefäße gehören zu den ältesten Stücken der kommenden Versteigerung von Silber im Wiener Dorotheum. Der Becher, den Heinrich Mannlich um 1670 fein getrieben hat, zeigt auf der Wandung eine ungewöhnliche Szene. Das sitzt Christus mit drei Engeln beim Mahl um einen steinernen Tisch in einer Waldlandschaft, aus dem Boden züngeln zwei Schlangen auf. In der christlichen Ikonografie kommt diese Darstellung nicht häufig vor, dennoch konnte Mannlich auf eine bildliche Tradition und neutestamentliche Erzählung zurückgreifen. Denn in der Versuchung Jesu in der Wüste heißt es: „und die Engel dienten ihm.“ Aus diesem letzten Halbsatz haben Künstler seit dem Mittelalter eine Bildüberlieferung kreiert, die Mannlich einfühlsam mit christologischen Vertiefungen in zarten, nahezu ätherischen Gestalten umgesetzt hat. Für den Becher erwarten die Experten des Dorotheums 2.000 bis 3.500 Euro. ...mehr

26.06.2020

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