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Am 24.09.2019 Auktion 385: Alte Kunst und Schmuck

© Neumeister Münchener Kunstauktionshaus

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spring swing, 2012 / Heinz Mack

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© Galerie Neher - Essen


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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Amazone, nach 1906 / Franz von  Stuck

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© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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AktuellAktuell:Auktionen

Van Ham in Köln hat die Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts mit zwei Privatsammlungen gespickt

Trennung aus unternehmerischer Verantwortung


Zwei Sammlerleben stehen in der kommenden Auktionsrunde bei Van Ham zur Disposition. Eines gehört Thomas Rusche, dem Chef des Textilunternehmens SØR Rusche. Es ist schon eine Überraschung, dass der für seine Kunstleidenschaft bekannte Sammler sich von seiner über vier Generationen in der Familie zusammengetragenen Kollektion trennen will. Als Grund nannte Rusche den digitalen Umbau seiner Traditionsfirma, der doch erhebliche Investitionen abnötige. Nachdem schon Anfang Mai bei Sotheby’s in London ein erster Teil der Altmeister-Abteilung teils mit kräftigen Aufschlägen veräußert wurde, stehen nun bei Van Ham die Zeitgenossen auf dem Programm. Erst seit 2004 hat Thomas Rusche in unglaublicher Geschwindigkeit und mit einem sicheren Gespür für Qualität über 4.000 Werke der aktuellen Kunst zusammengetragen, die nun in mehreren Auktionen über das Jahr verteilt bei Van Ham angeboten werden. ...mehr

Das Bauhaus-Jubiläum begeht auch der Kunsthandel. Die Auktionshäuser Quittenbaum in München und Grisebach in Berlin sowie die Galerie Ulrich Fiedler – ebenfalls in Berlin – bieten Ikonen und Unentdecktes, große Namen und fast vergessene Künstler. Die Preisexplosion für Bauhaus-Design hat trotz des runden Geburtstags noch nicht stattgefunden

Ein weitverzweigtes Geflecht der Moderne


Wilhelm Wagenfeld, Tischlampe aus Glas – Modell: MT 9, 1923/24

Das Bauhaus ist nicht nur Design. Das Bauhaus ist eine visionäre Idee, die ebenso in Architektur und Malerei, in Typografie und Fotografie ihre Spuren hinterließ. Dieser Tenor spiegelt sich deutlich im Angebot des deutschen Kunsthandels zum 100. Jubiläum des wohl folgenreichsten Kunstlabors der Moderne wider. Wenn am 30. Mai im Berliner Auktionshaus Grisebach in der Orangerie-Sektion „bauhaus forever!“ zelebriert wird, sind selbstverständlich einige Ikonen dabei: Marianne Brandts Messing-Aschenbecher MT36 von 1924 mit einer Erwartung von 40.000 bis 60.000 Euro, Wilhelm Wagenfelds berühmte „Tischlampe aus Glas“ in einer frühen Ausführung von 1924 für mindestens 100.000 Euro, Marcel Breuers Wassily-Chair aus der Pariser Produktion Thonet Frères von 1930 mit einem Limit von 12.000 Euro und als Glanzstück progressiver Handwerkskunst ein vierteiliges silbernes Kaffee- und Teeservice Naum Slutzkys von 1927 in avantgardistischer Maschinenästhetik, dessen untere Taxe bei 180.000 Euro liegt. ...mehr

Gemälde, Miniaturen und Kreaturen bei Bassenge

Wundersame Artenvielfalt


August Wilhelm Ferdinand Schirmer, Ansicht der Ruine der Abteikirche von Paulinzella, um 1823

Für die deutschen Romantiker war die Ruine der Abteikirche Paulinzella ein Sehnsuchtsort schlechthin. Zahlreiche Künstler, Schriftsteller, Maler und Gelehrte pilgerten zu den Überresten des romanischen Benediktinerklosters aus dem frühen zwölften Jahrhundert ins sanfte thüringische Rottenbachtal. Bewunderer der mittelalterlichen Vergangenheit waren unter anderem Karl Friedrich Schinkel, Johann Wolfgang von Goethe, Johann Gottfried Schadow, Wilhelm von Humboldt und Friedrich Schiller. Auf einer Studienreise durch Thüringen und den Harz im Sommer des Jahres 1823 suchten auch August Wilhelm Ferdinand Schirmer und August Wilhelm Julius Ahlborn die Klosterkirche Paulinzella auf. In den Erinnerungen Ahlborns liest man über ihre Wanderung: „Es läßt sich kaum Fröhlicheres denken, als so zwei junge Maler, denen in der Frische der Begeisterung alles schön erscheint, alles zulacht und bis zum Horizont die ganze Schöpfung gehört, und die nun bei erstarkenden Fähigkeiten drei schöne Monate lang auf deutschen Bergen, in deutschen Wäldern wetteifern im Dienst der geliebten Kunst.“ ...mehr

Lempertz knüpft in Berlin mit dem zweiten Teil der „Twinight Collection“ an den Erfolg der Premiere an. Die ortsspezifisch ausgerichtete Preußen-Auktion verlief dagegen eher durchschnittlich: Einige Prunkstücke im höheren Preisniveau blieben liegen

Alltagsgegenstände als vollendete Kunstwerke


Joseph Nigg, Tablett mit Blumenkorb, Trauben und Vogelnest, 1816

Im Jahr 1816 übernahm Joseph Nigg nicht nur die Aufsicht über die Blumenmalerei in der Kaiserlichen Porzellanmanufaktur Wien unter Matthias Niedermayer, sondern bemalte auch ein Tablett mit Blumenkorb, Trauben und Vogelnest, das seinen Ruhm als prominenten Blumenmaler seiner Epoche bis heute fortträgt. Schon das feine Ornament des goldenen Holzrahmens, der das Oval mit dem Aufglasurdekor fasst, zeigt den hohen künstlerischen Anspruch, der das Tablett über den Status eines Alltagsgegenstandes erhebt. Ins Zentrum des eigentlichen Utensils komponierte Nigg präzise Blüten in einen Korb, vor dem noch Weintrauben und ein verlassenes Vogelnest liegen. Das prachtvoll leuchtend kolorierte Stillleben setzte er vor eine idyllische Wald- und Wiesenlandschaft. Die durchdachte Inszenierung hatte der amerikanische Sammler Richard Baron Cohen für seine „Twinight Collection“ mit ihrem Schwerpunkt auf Porzellan des frühen 19. Jahrhunderts erworben, die er nun bei Lempertz wieder neue Sammler brachte. ...mehr

Eine kleine feine Auswahl an Kunst des 19. Jahrhunderts offeriert Ketterer in München. Den Schwerpunkt bilden die bayerischen Klassiker, daneben gibt es auch Namen der internationalen Kunstszene

Genussmenschen und Naturliebhaber


Franz von Stuck, Faun und Bacchusknabe, 1905

Gierig reißt der kleine Bacchus seinen Mund weit auf und die Hände nach oben. In seiner gestisch ausdrucksstarken Erwartungshaltung freut sich das Kind auf den süßen Traubensaft, den ihm ein Faun aus den frischen Früchten mit seinen kräftigen Händen presst. Der strahlend blaue Abendhimmel mit Andeutungen einer Landschaft lässt die beiden Figuren, die Franz von Stuck 1905 gekonnt in ein achteckiges Format komponierte, noch stärker in den Vordergrund treten. Das Gemälde macht neben der Faszination des Künstlers für die Sagenwelt der klassischen Antike nicht nur sein Denken über das Gesamtkunstwerk deutlich, das der goldene Rahmen mit antikisierenden Rändern impliziert, sondern ebenso den Stolz auf sein Schaffen. Franz von Stuck setzte etwa seinen 1906 erhaltenen adligen Namenszusatz nachträglich in die Signatur ein. Für das im Œuvre des Malers seltenere Motiv „Faun und Bacchusknabe“ erhoffen sich die Experten Ketterers nun 100.000 bis 150.000 Euro. Damit ist es das Hauptlos der Kunst des 19. Jahrhunderts, die der Versteigerer in München offeriert und die mehrheitlich mit ruhigen, oft naturbezogenen Motiven des täglichen Lebens bestückt ist. ...mehr

Rembrandt und Kirchner an der Spitze der Grafiksuite bei Winterberg in Heidelberg

Grüne Hommage an Picasso


Rembrandt, Die Windmühle, 1641

Vor allem mit grafischen Arbeiten bestreitet Thilo Winterberg seine kommende Versteigerung. Ein Höhepunkt im Heidelberger Auktionshaus ist eines der wenigen Landschaftsblätter Rembrandts. Seine feine Radierung „Die Windmühle“ von 1641 mit viel weißer Fläche für den Himmel soll 38.000 Euro einspielen. Andere Werke Rembrandts, wie der etwa gleichaltrige „Triumph des Mardochäus“ oder das „Selbstbildnis mit federgeschmücktem Barett“ von 1638, liegen mit 9.800 Euro und 3.600 Euro deutlich darunter. In diese Preiskategorie reiht sich noch Anthonis van Dycks ernstes Bildnis des flämischen Malers und Kupferstechers „Jan de Wael“ mit 9.500 Euro ein, das nur im Gesicht und bei der Halskrause akkurat ausgearbeitet ist und sich zum Unterleib hin immer weiter auflöst. ...mehr

Das Kunstgewerbe bei Lempertz in Köln mit einem ausgefallenen Sammelgebiet

Mörser-Parade


Albert Hachmann zugeschrieben, Mörser, 1547

Wieder einmal ist es Lempertz gelungen, eine exquisite Sammlung mit altem Kunsthandwerk an Land zu ziehen: Die „Schwarzach Collection“, benannt nach ihrem Entstehungsort im Odenwald, wurde über zwei Generationen zusammengetragen und umfasst insgesamt mehr als 4.000 Mörser. Sie gilt damit als die größte europäische Mörsersammlung und als eine der besten. Daraus lassen die Erben der Sammler nun 115 Exemplare aus dem 8. bis ins 18. Jahrhundert im Kölner Auktionshaus versteigern. Die Auswahl mit Arbeiten vom Niederrhein, aus Nord- und Süddeutschland, dem Vorderen Orient, aus Frankreich, England, Spanien, Italien, Tirol und den Niederlanden bewegt sich zwischen 500 und 30.000 Euro und ist in dem gut recherchierten und opulent gestalteten Sonderkatalog „Highly important early mortars from the Schwarzach Collection“ zusammengefasst. ...mehr

Das späte 18. und 19. Jahrhundert bildet den Schwerpunkt der Silberauktion des Dorotheums. Neben Werken aus dem eigenen Land offeriert der Wiener Versteigerer ein buntes Angebot aus den Silbermetropolen Europas mit einem Schwerpunkt auf Russland

Museumsreifes Zuhause mit Fabergé


Michail Perchin, Tischuhr, um 1900

1872 übernahm Carl Fabergé das Juweliergeschäft seines Vaters in St. Petersburg und baute es nach und nach aus. Bis heute steht der Name für außergewöhnliches und qualitativ hochwertiges Schmuckhandwerk, hinter dem sich inzwischen ein weltweit agierendes Unternehmen verbirgt. Besonders begehrt sind allerdings noch immer Stücke des Meisters selbst oder unter seiner Firmenleitung, die die Russische Revolution jäh unterbrach. Für die edle Heimausstattung aus jener Manufaktur hat das Dorotheum einiges im Programm, wie etwa eine Tischuhr aus vergoldetem Silber. Das runde Ziffernblatt umrahmen kleine Flussperlen, um die wiederum ein breiter Streifen transluziden grünen Emails in welliger Strahlenform angebracht ist. Eine Schleife bildet den oberen Abschluss der geschmackvollen Uhr von Michail Perchin um 1900, die 50.000 bis 60.000 Euro einspielen soll. Für Fabergé fertigte dieser Werkmeister um 1890 im ähnlichen Stil noch einen kleinen Rahmen mit gelbem Email, Perlen am Außenrand und einem späterem Porträt der Zarin Alexandra Fjodorowna im Hochoval. Dafür sind 25.000 bis 35.000 Euro gefragt. ...mehr

Zum 60jährigen Jubiläum punktet Van Ham in Köln mit Vielfalt. Sowohl unter den Alten Meistern als auch innerhalb der Kunst des 19. Jahrhunderts findet sich eine reiche Themen- und Stilauswahl. Beim Kunstgewerbe stützt sich das Auktionshaus auf eine international ausgerichtete Offerte von Silber bis Tapisserien

Geschäftstüchtig in Zeiten des Umbruchs


Henry Moret, Un village à Ploemeur. Morbihan, 1896

Henry Moret, 1856 als Sohn eines Offiziers in Cherbourg geboren, begann seine berufliche Laufbahn zunächst beim Militär. Sein Kommandant Jules La Villette erkannte sein malerisches Talent und stellte den jungen Mann 1875 Ernest Corroller vor, einem Zeichenlehrer und Marinemaler, der Moret in die Landschaftskunst im Stile Corots und Courbets einführte. Mit dieser Grundausbildung schaffte es Moret einige Zeit später bis an die berühmte École des Beaux-Arts in Paris und trat 1880 erstmals im Pariser Salon öffentlich in Erscheinung. Während seiner frühen Zeit in der Künstlerkolonie von Pont-Aven, der auch Paul Gauguin angehörte, ließ er sich vom Symbolismus beeinflussen, bildete dann immer mehr seinem eigenständigen impressionistisch geprägten Stil aus. Nach künstlerischen Umbrüchen traf Henry Moret 1895 auf den wichtigen Kunsthändler Paul Durand-Ruel, mit dem eine äußerst fruchtbare Zusammenarbeit ihren Anfang fand: Über 600 Arbeiten soll Moret für Durand-Ruel geschaffen haben. Ein Jahr nach dieser ersten Zusammenkunft entstand „Un village à Ploemeur, Morbihan“ mit einigen von Steinmauern eingefriedeten Häusern als typische farbenprächtige Küste in der Bretagne. Die Motive jener Umgebung in gekonnten Inszenierungen und mit leuchtendem Kolorit wurden schnell ein Markenzeichen Morets. ...mehr

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