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Am 26.09.2020 Auktionshaus Stahl: Kunstauktion 26. September 2020

© Auktionshaus Stahl

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Am Badestrand / Otto Pippel

Am Badestrand / Otto Pippel
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach

Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach
© Galerie Neher - Essen


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AktuellAktuell:Auktionen

Die moderne und zeitgenössische Kunst schloss bei Karl & Faber in München mit einem guten Ergebnis ab

Notationen mit dynamischer Kraft


Max Liebermann, Allee im Tiergarten mit Spaziergängern, einer Droschke und einer Straßenbahn, 1925/27

Es ist einiges los im Berliner Tiergarten: Zahlreiche Menschen spazieren übers Trottoir, eine Pferdedroschke saust vorbei, und gerade hat die gelbe Straßenbahn gehalten und schüttet ihre Passagiere aus. Durch die herbstfarbenen Bäume schaut gelegentlich der blaue Himmel herab. Sujet und rasche, pastose Malweise deuten unübersehbar auf Max Liebermann als Schöpfer der gut siebzig Zentimeter breiten Leinwand hin. Um die Mitte der 1920er Jahre malte der annähernd achtzigjährige Impressionist das Bild, möglicherweise direkt vor Ort auf seiner tragbaren Staffelei. Karl & Faber hatten es nun in ihrer jüngsten Versteigerung moderner und zeitgenössischer Kunst im Programm, ausgestattet mit einer Schätzung von 250.000 bis 350.000 Euro. Doch selbst die wurde noch übertroffen. Nach kurzem, aber heftigem Bietgefecht konnte ein Berliner Sammler die Leinwand für 410.000 Euro ersteigern. ...mehr

Beurret & Bailly hatten ihre Auktionen in Basel wegen der Corona-Pandemie um mehrere Monate verschoben. Das war von Vorteil, kam doch ein Umsatzplus zum Vorjahr heraus

Die Unschuld trägt Weiß


Albert Anker, Die Taufe, 1864

Die Verbindung zwischen der Farbe Weiß und der Unschuld ist alt. Frei von Sünde war die Jungfrau Maria; so begleitet oft eine weiße Lilie als Zeichen der Reinheit ihre Darstellungen. Nicht zu vergessen die von Königin Victoria eingeläutete Tradition des weißen Brautkleides. Aus diesen Gründen rührt auch die Eigenheit her, zu taufende Neugeborene weiß zu kleiden, wäscht doch die Taufe das Kind von der Erbsünde frei. Beinahe gänzlich in Weißnuancen hat Albert Anker 1864 sein Bild „Die Taufe“ gehalten. Die junge blonde Schwester schreitet im gedämpften Weiß ihres Kleides nachdenklich durch die winterliche neblige Szene und betrachtet das in gleißendes Weiß dick umhüllte Kind auf ihren Armen. Die beiden bilden das Zentrum des Gemäldes, ihnen folgen die bunter gewandeten Eltern und weitere Geschwister aus dem Haus. In dem historistischen Prozessionszug, der nach den Gewändern zu schließen in der Zeit der Reformation spielt, legte Anker unterschiedliche Gemütsregungen feinfühlig an. Das frühe nachdenkliche Hauptwerk des Genremalers war mit 1,2 Millionen Franken an der unteren Taxgrenze nicht nur das teuerste Kunstwerk in der letzten Versteigerungsrunde von Beurret & Bailly Auktionen, sondern auch auf dem gesamten Schweizer Auktionsmarkt in diesem Halbjahr. ...mehr

Eine gute Zuschlagsquote zeichnete die Auktion mit Alter Kunst und Antiquitäten bei Neumeister aus

Feuer für Griechenland


Johann Jakob Frey, Blick auf die Akropolis, 1856

Als der gebürtige Basler Johann Jakob Frey 1856 seinen „Blick auf die Akropolis“ malte und die südliche Abendstimmung mit warmen Gelb- und Brauntönen einfing, war Griechenland schon fast 30 Jahre von der Herrschaft der Osmanen befreit und dort eine Monarchie unter dem Wittelsbacher Prinzen Otto installiert. Die Begeisterung für den Hellenismus schlug sich damals bei vielen Intellektuellen und Künstlern nieder, galt das antike Griechenland doch als die Wiege Europas. Und so thront auch bei Frey die Akropolis als Sinnbild alter Größe noch ganz unverbaut und majestätisch auf ihrem Felsen im Zentrum des Gemäldes, umgeben von einer sandig braunen Landschaft mit einigen Palmen in mildem Abendlicht. Das Fernweh, das aus diesem Gemälde spricht, ließen sich die Kunden bei Neumeister in München nicht entgehen und nahmen Freys erhabenen „Blick auf die Akropolis“ zur oberen Schätzung von 30.000 Euro mit. ...mehr

Gute Abnahmequoten prägten die Auktion mit zeitgenössischer Kunst im Wiener Dorotheum

Mit großem Auge auf Platz eins


Maria Lassnig hieß die Überraschungssiegerin auf der jüngsten Versteigerung zeitgenössischer Kunst im Wiener Auktionshaus Dorotheum. Von der 2014 im Alter von 95 Jahren verstorbenen Malerin gelangte ein kleines, vor 2000 entstandenes Ölbild aus ihrer Body Awareness-Reihe zum Aufruf, das trotzdem im Monumentalformat ein weit geöffnetes türkisfarben leuchtendes Auge und die umliegenden Gesichtspartien zeigt. Auf 50.000 bis 60.000 Euro angesetzt, erzielte die mit breitem Pinselstrich modellierte Studie ihres rechten Auges, das ein wenig unsicher und fragend, aber dennoch bestimmt den Betrachter fixiert, mit 185.000 Euro mehr als das Dreifache. Damit setzte sich die Österreicherin um 5.000 Euro vor Andy Warhol und sein 1964 datiertes, schwarzweißes Kleinquadrat „Flowers“, das mit einer Schätzung von 140.000 bis 180.000 Euro unmittelbar zuvor angetreten war. ...mehr

Resultate: Mit der modernen Kunst erzielte das Dorotheum ein gutes Ergebnis

Trost bei den Heiligen


Rudolf Wacker, Stillleben mit St. Sebastian, 1927

Er gilt als der Protagonist der Neuen Sachlichkeit in Österreich: Rudolf Wacker. Nach künstlerischen Anfängen als Expressionist in Berlin, griff er nach der Rückkehr in seine Heimatstadt Bregenz 1921 verstärkt Tendenzen einer klaren, strengen Bildsprache auf, die auch sein „Stillleben mit St. Sebastian“ von 1927 prägen. Um die feinfühlige Figur des frühchristlichen Heiligen hatte Wacker in seinem Atelier einen typischen Kaktus, eine stilisierte Vogelfigur, ein eigenes Landschaftsgemälde vom Bodensee und eine lediglich grundierte Leinwand auf einem bunten Teppich zu dem Arrangement gruppiert. Dabei lag ihm die spätgotische Skulptur besonders am Herzen; konnte der von Geldnöten geplagte Künstler sie doch erst 1927 nach dem Verkauf eines Selbstbildnisses erwerben und sah in dem Märtyrer eine Identifikationsfigur. Denn nach einer Ausstellung im Vorarlberger Landesmuseum entbrannte in diesem Jahr um die Person und die Kunst Wackers eine Schlacht in der lokalen Presse, die ihm arg zusetzte. Der gepeinigte Sebastian, der für seine Überzeugungen den Tod erlitt, kam Wacker da gerade recht. ...mehr

Mit einem Ergebnis auf Vorjahresniveau setzte sich Ketterer an die Spitze der deutschen Auktionshäuser und zeigte bei der Kunst des 19. bis 21. Jahrhunderts keine Corona-Tristesse

Teuer verkaufter Schatten


Einen „kontinentaleuropäischen Rekord“ für Gerhard Richter habe man erzielt, so verkündete das Münchner Auktionshaus Ketterer stolz nach seinem jüngsten „Evening Sale“. Man kann mit neuen Höchstpreisen auf dem Kunstmarkt zwar auch ein wenig übertreiben, aber 2,1 Millionen Euro sind für deutsche Verhältnisse in der Tat ein selten hoher Zuschlagswert, zumal unter den gegenwärtigen Umständen und auch im Vergleich zu dem, was auf den heurigen Auktionen hierzulande sonst so umgesetzt wurde. Die Schätzung für Richters fotorealistisches und dennoch leicht verschwommenes Schwarz-Weiß-Portrait „Christiane und Kerstin“, das 1968 im Auftrag des Vaters der Kinder, des Sammlers Werner Schäfer, entstand und nun marktfrisch offeriert wurde, hatte vorsichtig bei 600.000 bis 800.000 Euro gelegen. Nach zähem Ringen von Bietern aus Deutschland, den Niederlanden, Großbritannien, den USA und China überwiegend an den Telefonen entschied eine Sammlerin aus Hong Kong das Gefecht schließlich für sich und musste mit Aufgeld gut 2,6 Millionen Euro berappen. ...mehr

Seltenes suchten die Kunden in der Fotografieauktion bei Bassenge in Berlin

Jungs beim Waschen


Hermann Wilhelm Vogel, Bilder aus dem Thiergarten. Nach der Natur Photographirt, 1866

„Bilder aus dem Thiergarten. Nach der Natur Photographirt“ lautet der Titel einer zehnteiligen Bilderserie, die der brandenburgische Chemiker, Physiker und Fotopionier Hermann Wilhelm Vogel 1866 bei Louis Gerschel in Berlin veröffentlichte. Drei Jahre zuvor hatte der ursprünglich zum Kaufmann ausgebildete Vogel den „Photographischen Verein zu Berlin“ gegründet und damit einen wichtigen Beitrag zur Etablierung des immer noch relativ neuen Mediums geleistet. Die Aufnahmen aus dem großen Stadtpark der preußischen Hauptstadt sind von geradezu gemäldehafter Wirkung und doch von messerscharfer Präzision. Nur zwei Exemplare dieser Reihe lassen sich heute nachweisen, eines davon im Frankfurter Städel. Das andere bildete das Toplos der jüngsten Fotografie-Versteigerung bei Bassenge. Angesetzt auf 15.000 Euro, wurde es sogar für 1.000 Euro mehr vergeben. ...mehr

Mit einigen Rekordwerten und einem hohen Umsatz hat Grisebach in Berlin bei den Kunstauktionen der Corona-Krise getrotzt

Ein Hoch auf die Neue Sachlichkeit


Künstler der zweiten Reihe standen mehrmals im Mittelpunkt der Versteigerung Ausgewählter Werke bei Grisebach in Berlin und schmückten mit neuen Spitzenpreisen das Ergebnis. Gleich gegen Beginn setzte die abstrakte Komposition „Avertissement I (Peinture)“ von 1934 einen Auktionsrekord für den aus Österreich stammenden Surrealisten Wolfgang Paalen. Die Schätzung für das lange Zeit in kalifornischen Sammlungen beheimatete Bild hatte bei 200.000 bis 300.000 Euro gelegen, die ein österreichischer Kunde nun mit 310.000 Euro leicht überbot. Christie’s in Paris hatte schon 2009 für die dunkle „Pays (paysage) médusé“ von 1938 genau den gleichen Wert erzielt. Ebenfalls rekordträchtig waren die 370.000 Euro eines süddeutschen Sammlers, der Hans Grundigs schräg auf einem Stuhl platzierten „Schüler mit roter Mütze“ aus den späten 1920er Jahren übernahm. Das neusachliche Meisterwerk mit marktfrischer Provenienz war auf 150.000 bis 200.000 Euro beziffert worden. Und noch einmal setzte die Neue Sachlichkeit zu Höhenflügen an: Von 60.000 bis 80.000 Euro verbesserte sich Grethe Jürgens’ 1929 streng und symmetrisch aus dem Bild schauendes „Portrait Gerta Overbeck“ von 1929 auf 130.000 Euro – ein neuer Auktionsrekord für die niedersächsische Malerin. ...mehr

Nur selten zeigte die Auktion mit Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts bei Van Ham Schwächen. Vor allem die Moderne und die Sammlung Eggers gefielen dem Publikum

Online geht die Reise


Georg Schrimpf, Mädchen am Fenster, 1935

Nachdenklich, vielleicht auch ein wenig melancholisch steht die junge Frau an der steinernen Fensterbrüstung, schiebt den blaugrauen Vorhang zur Seite und schaut aus dem dunklen Zimmer über die hügelige Landschaft in die abendliche Ferne. Wartet sie auf jemanden? Ruhig und gelassen hat Georg Schrimpf 1935 sein „Mädchen am Fenster“ beobachtet. Wie üblich verzichtet er auf schmückendes Beiwerk, konzentriert sich auf die Person und bringt gerade in dieser Reduktion der Mittel Großes hervor. So umweht auch diese neusachliche Rückenfigur ein zauberisches Mysterium, dem sich die Kunden bei Van Ham nicht entziehen konnten. Über 70 Jahre erfreute sich eine Familie aus Nordrhein-Westfalen an der geheimnisvollen Aura des Mädchens und wollte sich bei 50.000 bis 70.000 Euro davon trennen. Die Abnabelung wurde ihr versüßt, nachdem ein hessischer Sammler im Bietgefecht die Oberhand behielt und schließlich 195.000 Euro für das Mädchen hinblätterte. ...mehr

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News vom 25.09.2020

Danner-Preis für Bettina Dittlmann

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Kunst und KI: Götzendämmerung in München

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