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Am 20.09.2019 Auktion 1138: Gemälde des 15.-19. Jahrhundert

© Kunsthaus Lempertz

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spring swing, 2012 / Heinz Mack

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© Galerie Neher - Essen


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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Amazone, nach 1906 / Franz von  Stuck

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© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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AktuellAktuell:Auktionen

Die Münchner Schüle stellt die Spitzenwerke in der Versteigerung mit Alter Kunst und Antiquitäten bei Neumeister in München

Die gute alte Zeit


Carl Spitzweg, Koboldspuk, um 1845/55

Wer kommt denn da? Wer dringt denn da in unsere beschauliche Höhle ein? Das fragen sich die fünf Kobolde, die aus dem Dunkel ihrer Felsengrotte blicken. Sie reagieren spontan und emotional auf ihren „Entdecker“, den Betrachter des Gemäldes. Einer der Gnome, ihr Anführer, hat sich in wehrhafter Haltung breitbeinig positioniert und fixiert den Eindringling entrüstet durch seine dicke Brille. Andere wirken ängstlich, freundlich oder erstaunt. Carl Spitzweg sah die rasante politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung des 19. Jahrhunderts mit einer gewissen Skepsis. Dieses Eindringen einer neuen Epoche in ein behagliches Zuhause, in dem die Zeit stehengeblieben zu sein scheint, thematisierte der Maler biedermeierlicher Idyllen in vielen seiner Gemälde, so auch in dem „Koboldspuk“. In anderen Werken konfrontiert er die elementaren Erdgeister humorvoll mit der Eisenbahn, dem Symbol für Schnelligkeit und Fortschritt. Vielleicht präsentiert sich Spitzweg in dem energischen Anführer der Gnome selbst, wofür die Brille und der Schnurrbart stehen. Es würde durchaus dem Witz und dem Scharfblick eines der genialsten Künstler des 19. Jahrhunderts entsprechen, wenn er in dem „Koboldspuk“ seine persönliche Protestnote gegen die „Neue Zeit“ mit einem Schuss Selbstironie formuliert hätte. ...mehr

19.09.2019

Koller startet in Zürich vielfältig mit den Gemälden Alter Meister und des 19. Jahrhunderts, Zeichnungen sowie der alten Grafik in die Herbstsaison

Narren, Menschen, Natur und Religion


Meister von 1537, wohl Frans Verbeeck, Bildnis eines Narren, um 1550

Die Brille, heute modisches Accessoire und damit positiv belegt, stand in der Kunst häufig als Symbol für die Gelehrsamkeit. Anders bei dem um 1550 entstandenen „Bildnis eines Narren“ des behelfsmäßig nach einer datierten Tafel benannten Meisters von 1537, den einige Wissenschaftler neuerdings mit Frans Verbeeck gleichsetzen: Hier wird die Brille mit Blendung und Betrug assoziiert. Da Brillenverkäufer aufgrund der schwankenden Qualität bei der aufwändigen Herstellung gerne für Scharlatane gehalten wurden, hält der Narr das Sehinstrument vor seinem Bauch. Trotzdem distanziert er sich von seinem Umfeld durch seine vor die Augen gehaltenen Finger, entsprechend dem noch heute gebräuchlichen niederländischen Sprichwort „door de vingers zien“. Schein und Realität verwischen damit schon durch die Blickgestaltung des Narren, den sein gelbrotes Kostüm mit Eselsohren und Hahnenkamm leicht erkennbar machen. Der schwarze Hintergrund betont zudem die Gestik der Figur, aber genauso seine satirische Mimik und überzeichneten Gesichtszüge. Koller stellt das Gemälde nun als Prunkstück seiner beginnenden Herbstsaison vor und hofft auf 500.000 bis 600.000 Franken. ...mehr

17.09.2019

Unter dem Titel „The Modern Style“ veranstaltet Lempertz in seiner Brüsseler Dependance erstmals eine Auktion mit Möbeln und Dekorationsobjekten aus dem frühen 20. Jahrhundert und lässt die Eleganz der Epoche wieder aufleben

Lebensbejahendes Schwarz


Alfred Porteneuve zugeschrieben, Satz von sechs Clubsesseln

Fröhliche Farben sind ja meist eher bunt oder weisen helle Nuancen auf. Schwarz wird hierbei nicht jedem in den Sinn kommen. Dennoch schwingt etwas Lebensbejahendes und bequem Entspannendes in dem dunklen Farbton in der Formulierung, die er in einem Set aus sechs überaus behaglich wirkenden Sesseln findet. Sie sind Alfred Porteneuve zugeschriebenen, der sich dabei auf einen Entwurf seines Onkel Jacques-Émile Ruhlmann aus dem Jahr 1917 bezog und das aufwändige Design von Ruhlmanns „Hydravion Berger“ vereinfachte. Geometrische Formen definieren das Möbel mit einer schlichten Halbkreis- und Volutengestalt an den Seiten- und Rückenlehnen. Mit den auf 15.000 bis 20.000 Euro taxierten Sesseln, die ihrem erschöpften zukünftigen Nutzer Ruhe versprechen, bestreitet Lempertz erstmals eine Auktion am Standort Brüssel, die eine Sammlung französischer Möbel und Dekorationsobjekte „From Art Noveau to Art Deco 1900-1930“ umfasst und dem exquisiten Geschmackssinn dieser Zeit huldigt. ...mehr

13.09.2019

Rückblick: Fotografie bei Lempertz

Der stille Zauber von Venedig


Heinrich Kühn, In Bacino di San Marco. Venezia, um 1898

Mit Venedig verbindet man den prächtigen bunten Karneval mit kunstvollen Masken, illustre Kirchenbauten, Gondeln, Kanäle und eine Vielzahl an Touristen, dich sich den Weg durch die Serenissima bahnen. Eine andere, ruhigere und dezentere Facette der Lagunenstadt präsentiert Heinrich Kühn in seinem malerisch anmutenden Foto „In Bacino di San Marco, Venezia“ von circa 1898. Kühn besuchte Venedig wiederholt und machte in diesem Bild die Atmosphäre der Lagunenstadt zum Thema, weniger eine detailgetreue Aufnahme des Gesehenen. So durchströmt eine lyrische Ruhe den Kombinationsgummidruck, der dem schimmernden Wasser eine ebenso Wert beimisst, wie den zwei schemenhaften Männern im Ruderboot. Hinter ihnen führt die Ansicht in die Tiefe zum Campanile auf dem Markusplatz und stößt am rechten Bildrand auf den angeschnittenen Bug eines Segelschiffs. Es überrascht nicht, dass diese stimmungsvolle Silhouette 1911 Eingang in die Zeitschrift „Camera Work“ von Alfred Stieglitz fand. Bei der letzten Fotografie-Auktion von Lempertz konnte sich ein amerikanischer Sammler erst mit 32.000 Euro gegen die Konkurrenz durchsetzen und übertraf die Schätzung damit um 2.000 Euro. ...mehr

11.09.2019

Im Münchner Auktionshaus Karl & Faber spielte sich im Bereich der Moderne vieles um die untere Taxe ab. Spannender ging es bei den Nachkriegskünstlern und Zeitgenossen zu

Wege weg vom Gegenstand


Ernst Wilhelm Nay, Blauklang, 1953

Drei Werke Ernst Wilhelm Nays zeigen einen Werdegang auf, den viele seiner Zeitgenossen vollzogen: Die Entwicklung vom figürlich-abstrakten Künstler vor dem Zweiten Weltkrieg hin zum ungegenständlichen Farb- und Formkomponisten nach dieser Zäsur. 1941 aquarellierte Nay die „Stadt mit Brücke und Badenden“ in der Bretagne noch als stimmungsvoll schnell hingeworfene Ansicht mit starken gelben, schwarzen und tiefgrünen Tönen, womit er bei Karl & Faber 15.000 Euro und die Erwartungen um 3.000 Euro übertraf. Bei seiner Gouache „Jütland“ des Jahres 1954 weist dagegen nur noch der Titel auf seinen Aufenthalt im dänischen Løkken in Nordjütland hin. Ansonsten stehen seine „Chromatischen Scheiben“ zwischen Gitternetzstrukturen und geometrisch verwischten Elementen im Zentrum der lockeren Komposition, die nun taxgerechte 45.000 Euro einbrachte. Mit „Blauklang“, einer tiefblauen Leinwand mit roten Akzenten und dynamischen schwarzen Linien, stellte Ernst Wilhelm Nay dann das teuerste Los des Abends. Sein Gemälde von 1953, bei dem er in der Fläche Tiefenwirkungen und viel Bewegung hervorruft, zeugt mit hohen 260.000 Euro für die Wertschätzung der ungegenständlichen Kunst, als einer deren Hauptvertreter Nay heute gilt. Auch dieser Preis aus der Hand eines deutschen Privatmanns entsprach den Wertvorstellungen. ...mehr

08.09.2019

Starke Kunst aus dem 20. und 21. Jahrhundert: Ketterer schloss seine Auktionsrunde mit hohen Preisen und guten Zuschlagsquoten ab

Allzeitumsatzhoch


Wassily Kandinsky, Treppe zum Schloss (Murnau), 1909

Eine Wiederentdeckung spielte nicht nur die Hauptrolle bei Ketterer in München, sondern führt auch die Frühjahrsaison im deutschen Auktionsmarkt an: Wassily Kandinskys frühes farbleuchtendes Gemälde „Treppe zum Schloss“ von 1909 galt lange als verschollen. Denn seit seiner letzten Ausstellung in Herwarth Waldens berühmter Berliner Galerie „Der Sturm“ im September 1916 war es nicht mehr zu sehen. Die bewegte Geschichte führte über den niederländischen Künstler und Kunsthändler Paul Citroen in verschiedene Sammlungen in Amsterdam und schließlich zu dem Musiker Paul F. Sanders, der den Sommertag in Murnau vor den Nazi verstecken konnte und ihn 1946 mit nach New York nahm. Seine Nachkommen beabsichtigten schon im vergangenen Jahr den Verkauf des Werks und gingen damit zu Sotheby’s. Doch bei einer Schätzung von 3 bis 5 Millionen Dollar wollte im November 2018 in New York niemand anbeißen. Mit der jetzt auf 1,5 bis 2,5 Millionen Euro reduzierten Taxe tat man sich im München leichter. Ein „schriftlich bietender Kunstliebhaber aus Deutschland“ sicherte sich den expressiven Farbenklang bei 2 Millionen Euro und siegte über die Konkurrenz am Telefon. ...mehr

03.09.2019

Beim russischen Silber schlugen die Kunden des Dorotheums hartnäckig zu, beim Silber der Hauptauktion hielten sie sich dagegen etwas bedeckter

Kostbar gerahmt


Anders Johan Nevalainen, Rahmen, um 1890

Beim Dorotheum stand nicht so sehr das Bild, ein Porträt Zar Alexanders III. in Uniform, im Zentrum der Aufmerksamkeit, sondern vornehmlich dessen schmückendes Gehäuse. Um 1890 fertigte Fabergé in St. Petersburg den Rahmen in Herzform, der mit transluzidem rotem in Email leichter Wellenstruktur überzogen ist. Die Stellvorrichtung in vergoldetem Silber läuft oben als Schleife aus und taucht als Hochoval um das Glas nochmal auf. Im Jahr 1882 übernahm Carl Fabergé das Juweliergeschäft seines Vaters und baute es nach und nach aus. Bis heute steht der Name für außergewöhnliches und qualitativ hochstehendes Kunsthandwerk aus dem späten russischen Zarenreich, hinter dem sich inzwischen ein weltweit agierendes Unternehmen verbirgt. Besonders begehrt sind allerdings noch immer Stücke des Meisters selbst oder unter seiner Leitung, die die Russische Revolution jäh unterbrach. Der nur 7,8 Zentimeter hohe feine Herzrahmen des Werkmeisters Anders Johan Nevalainen ließ diese Begeisterung im Auktionssaal schnell aufflammen. Mit 40.000 bis 50.000 Euro hatten die Experten des Wiener Versteigerers gerechnet, eine Summe, die im Bietergefecht flott überboten war. Erst für 70.000 Euro sicherte sich ein Sammler das zierliche Werk und führte damit preislich die gesamte Auktion an. ...mehr

01.09.2019

Resultate: Die Moderne Kunst bei Lempertz positionierte sich vor den Zeitgenossen und fuhr die besseren Ergebnisse ein

Sanierung mit unüblicher Ware


Max Liebermann, Judengasse in Amsterdam, 1909

Diesmal hatte die Klassische Moderne bei Lempertz in Köln die Nase vorn. Denn an der Spitze der höchsten Zuschläge am Auktionswochenende mit Kunst aus dem 20. und 21. Jahrhundert stand weit abgeschlagen Max Liebermann. Dafür hatte die kriselnde Warenhauskette „Kaufhof“ ein museumsreifes, mit 175 Zentimetern Breite ungewöhnlich großformatiges Werk des deutschen Impressionisten in die Versteigerung gegeben. Sein Blick auf das geschäftige Treiben in der „Judengasse in Amsterdam“ aus dem Jahr 1909 mit Gemüse- und Fischhändlern war mit einer Schätzung von 600.000 bis 800.000 Euro denn auch als preislicher Höhepunkt des Tages ausgewiesen. Den bestätigte ein süddeutscher Sammler mit einem Zuschlag von 700.000 Euro. Mit Aufgeld musste er 856.000 Euro berappen. ...mehr

29.08.2019

Die SØR Rusche Collection war das Zugpferd bei Van Ham. Doch auch die übrige Kunst aus dem 20. und 21. Jahrhundert bot dem Kölner Auktionshaus Anlass zur Freude. Nur die Chinesen fielen reihenweise durch

Ein Stück rheinische Kunstgeschichte


Ernst Wilhelm Nay, Chorisch Grau, 1960

Das Interesse an den 134 Losen der SØR Rusche Collection war bei Van Ham ungebremst. Alles ging weg und machte daraus „Die Auktion der Auktionsrekorde“, wie der Kölner Versteigerer titelte. Doch auch für das reguläre Angebot an Kunst von der Moderne bis zur Gegenwart gab es genug Nachfrage, so dass Markus Eisenbeis einen Gesamtumsatz von 11,2 Millionen Euro mitteilten konnte. Er sei der beste für diese Sparte in der Geschichte des Hauses, sagte der Chef des Auktionshauses weiter. Eine weitere Sammlung trug dazu ich Scherflein bei. In einem eigenen Katalog hatte Van Ham die 63 Positionen des 2013 verstorbenen Kölner Galeristen Gerhard F. Reinz gelistet. Hier lag die losbezogene Zuschlagsquote wie für den gesamten Auktionstag bei rund 77 Prozent. Preislicher Höhepunkt war mit 300.000 Euro an der unteren Taxgrenze Ernst Wilhelm Nays wohl rhythmisiertes Scheibenbild „Chorisch Grau“ von 1960, gefolgt von George Rickeys kinetischer Skulptur „Four open rectangles diagonal jointed III“ von 1988, diesmal nun an der oberen Taxgrenze von 80.000 Euro. ...mehr

28.08.2019

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